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Mittag Mitternacht.
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Mittag Mitternacht.

Walter-Druck; 13. - Erschienen 1968. - Fadengehefteter Originalpappband.

Gr.-8°; 204 S. Gutes Ex.; unaufgeschnitten. - Nachwort: Guido G. Meister. - "…Dieser "neue" Mensch ist ganz auf sich gestellt, er kann keine Hilfe erwarten, von niemandem, weder innerhalb noch außerhalb unserer Erde. So verschieden Camus und Cayrol sonst sein mögen - ich glaube, daß in diesem Punkt eine enge Verwandtschaft zwischen ihnen besieht, eine Gleichheit des Wesens bei aller Ungleichheit der Mittel. Was uns bei der Betrachtung der Werke besticht, die dem Nouveau Roman zugeteilt zu werden pflegen, scheint mir vor allen Dingen die Kleinmalerei zu sein. Diese oberflächliche Ähnlichkeit verführt uns allzu leicht dazu, grundlegende Unterschiede zu übersehen, solche der Haltung, der Einstellung. Cayrol überzeugt im Vergleich zu andern, weil er sich vor der Kälte des Laboratoriums zu bewahren versteht. Ihm wird das Wort zum Mittel, das dem Menschen erlaubt, barfuß über die Scherben zu gehen, ohne sich zu schneiden, und - im Gegensatz zu Hebbel, der schrieb: ".. .aber wenn er auf/ taucht aus des Unglücks Fluten, kann der Mensch sich selbst nicht mehr erkennen" - dieses Mittel vielmehr zu benützen, um aus des Unglücks Fluten auftauchend sich selbst zu erkennen, um in sich selbst hineinzuwachsen und endlich in sich selbst die wahre Frei/ heit zu finden; jene Heimstatt, jenes Daheim, dessen Zugang von Flucht und Lüge verschüttet worden war. Genau wie unser Denken keiner geradlinigen Bahn zu folgen pflegt, muß auch das Wort sich mit einer oft verwirrenden Sprunghaftigkeit aller Vermengungen von Raum und Zeit bedienen, um unsere Verfassungen einzufangen und - vielleicht - aus dem ganzen Gewebe von wahren und unwahren Gefühlen, Handlungen, Begebenheiten und Zuständen schließlich jene Wohnstatt zu erbauen, in der die Menschen sich zu einem menschenwürdigen Dasein einrichten können." (Nachwort) // Jean Raphaël Marie Noël Cayrol (* 6. Juni 1911 in Bordeaux, Frankreich; † 10. Februar 2005 ebenda) war ein französischer Schriftsteller, der zwei Jahre in einem deutschen Konzentrationslager verbringen musste. Seine Lyrik und Prosa wurde mehrfach ausgezeichnet. ... Für Kindlers Neues Literatur Lexikon kreist Cayrols Prosa um die Empfindung des Fremdseins und die Unmöglichkeit der Bindung zu anderen Menschen; es betont ihre Selbstbezüglichkeit und bescheinigt ihr einen „ausgesprochen lyrischen“ Zug „ins traumhaft Groteske“.
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Französische Literatur

Produktart:
📚 Bücher
Autor(en):
Cayrol, Jean:
Anbieter:
Fundus-Online GbR Borkert, Schwarz, Zerfaß
Bestell-Nr.:
1040196
Lagerfach:
1262
Katalog:
Belletristik
Stichworte:
Französische, Literatur
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