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Die Tuberkulin-Quecksilberbehandlung der progressiven Paralyse. IN: Therapeutische Monatshefte, S. 3 - 8, 1914, Br.
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Die Tuberkulin-Quecksilberbehandlung der progressiven Paralyse. IN: Therapeutische Monatshefte, S. 3 - 8, 1914, Br.

Erstdruck. - Bedeutende Folgearbeit zu "Ueber die Einwirkung fieberhafter Erkrankungen auf Psychosen" (vgl. Garrison & Morton 4946). - "Daß Psychosen durch akute fieberhafte Erkrankungen geheilt werden, ist eine Tatsache, welche die Aufmerksamkeit der Ärzte schon seit langer Zeit erregt hatte. ........Man hatte erkannt, daß die Krankheitserreger nur durch die von ihnen erzeugten Stoffe eine Heilwirkung auf Psychosen ausüben können, und so war es naheliegend, bei solchen therapeutischen Versuchen diese Stoffe und nicht die Krankheitserreger selbst anzuwenden. Ich habe darum sofort nach dem Bekanntwerden des Kochschen Tuberkulins Versuche der Behandlung von Geisteskranken mit diesem Stoffe begonnen, die 1890 - 91 an der psychiatrischen Klinik in Graz ausgeführt und später unter meiner Leitung von E. Boeck in Wien fortgesetzt wurden....In diesem Referate sollen aber nicht die Versuche über die Beeinflussung von Psychosen im allgemeinen durch Bakterienprodukte besprochen werden, sondern nur jene, welche die Behandlung der progressiven Paralyse betreffen......Die Dosierung des Tuberkulins anlangend, wurde in Fällen, die nicht tuberkuloseverdächtig waren, mit 0, 01 Kochschen Alttuberkulins begonnen. In tuberkuloseverdächtigen Fällen wurde mit 0, 001 begonnen. Erfolgte darauf keine fieberhafte Reaktion, so wurde sofort zur Dosis 0, 005 oder 0, 01 übergegangen. Erfolgte auf 0, 001 fieberhafte Reaktion, so wurde entweder die Behandlung ganz unterlassen oder zunächst nur mit kleinen Dosen innerhalb der Milligrammstufe begonnen.......Die Quecksilberkur wurde in der Regel so ausgeführt, daß Injektionen von Hydrargyrum succinimidatum, 0, 02 pro dosi, jeden zweiten Tag intramuskulär gemacht wurden, etwa 25 an der Zahl. In einzelnen Fällen wurden auch Inunktionskuren, 30 Einreibungen á 3, 0 bis 4, 0 Unguent. ciner., gemacht. Die Injektionskur ging früher entweder der Tuberkulinkur voraus oder sie folgte ihr (Wagner v. Jauregg)". - Julius Ritter Wagner von Jauregg (1857 Wels/Oberösterreich - 1940 Wien; österr. Psychiater, 1880 Promotion an der Universität Wien. 1883 Tätigkeit an der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt, 1885 Habilitation für Neurologie in Wien, 1887 Habilitation auch für Psychiatrie. 1889 Professur für Psychiatrie an der Universität in Graz. 1893 - 1928 Professur in Wien. Einer seiner großen medizinischen Entdeckungen bestand darin, daß er erkannte, daß Patienten mit bis dahin unheilbaren geistigen Erkrankungen durch eine Art von Fiebertherapie zumindest kurzfristig eine Besserung erzielten. Diese Beobachtungen publizierte er 1897 in seinem Hauptwerk "Über die Einwirkung fieberhafter Erkrankungen auf Psychosen". Seine Forschungen gingen weiter in dieser Richtung, als er 1927 die Entdeckung der therapeutischen Bedeutung der Malariaimpfung bei progressiver Paralyse propagierte ("Verhütung und Behandlung progressiver Paralyse durch Impfmalaria", 1931). Hierfür wurde ihm bereits 1927 der Nobelpreis verliehen. Weitere bahnbrechende Erfolge erzielte Wagner von Jauregg in der Kropfforschung durch den Einsatz jodierten Kochsalzes. Er erwarb sich auch Verdienste um die forensische Psychiatrie, den Ausbau der somatischen Symptomatologie, die Erblichkeitslehre psychischer Erkrankungen und die Pathogenese mehrerer Psychosen). - Vgl. Kolle Bd. II, S. 254 ff. - Engelhardt Bd. II, S. 662 ff. - Fischer Bd. II, S. 1632 ff. - Es liegt das gesamte Heft 1 mit weiteren Originalbeiträgen von Friedrich Luithlen: Die Gefahren der Salvarsantherapie (S. 8 - 23) u. Carl von Noorden: Erfahrungen über Thorium-X-Behandlung bei inneren Krankheiten (S. 23 - 30) u. D. Pletnew: Über Atropinkuren bei Magenkrankheiten (S. 30 - 37) in guter Erhaltung vor.
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Dermatologie; Lues; Neurologie; Paralyse; Syphilis; Tuberculin; Tuberkulose; Venerologie

  • Erstausgabe
Autor(en):
Wagner von Jauregg, Julius Ritter von.
Anbieter:
Antiquariat Eschmann
Bestell-Nr.:
16962AB
Katalog:
Neurologie
Sammlung(en):
Stichworte:
Dermatologie, Lues, Neurologie, Paralyse, Syphilis, Tuberculin, Tuberkulose, Venerologie
Zahlungsarten:
Rechnung/Überweisung (Vorauszahlung vorbehalten), PayPal
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