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Die Einführung der Reformation in Leipzig.   - Vortrag bei dem Festakt im großen Saale des Gewandhauses zu Leipzig am 25. Mai 1939.
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Die Einführung der Reformation in Leipzig.

Vortrag bei dem Festakt im großen Saale des Gewandhauses zu Leipzig am 25. Mai 1939.

Erschienen 1939. - Broschur, fadengeheftet in Papiereinband.

28 S. Ein tadelloses Exemplar. Frakturschrift. - Im inneren hinteren Einband eingeklebter Text: Der Vortrag beim Festakt im Gewandhaus. Zwanzig lange Jahre hat Luther vorn nahen Wittenberg aus um sein Sorgenklnd, die so gehaßte und doch so geliebte Stadt Leipzig und das Herzogtum Sachsen gerungen. Diesen stillen, spannungsreichen Kampf, den seine Anhänger in Hoffnung und Verzagtheit, in Unterdrückung und Bekennermut durchhielten - von der Disputation des Jahres 1519 bis zum endlich errungenen Sieg -, führt 400 Jahre später die Festrede des berufenen Leipziger Kirchenhistorikers in bezwingenden Bildern und Gedanken nochmals herauf: ein Stück Reformationsgeschichte mit seinen Auswirkungen bis zu Bach und Leibniz ersteht vor unseren Augen, wie es eindrucksvoller und allgemeingültiger kaum gedacht werden kann. Aus dem Vortrag: Lipsia vult expectari. Leipzig läßt warten. Die Richtigkeit dieses alten melancholischen und spöttischen Sprichwortes, das zunächst der Langsamkeit des Leipziger Schöffenstuhles galt, hat auch Luther erfahren. Er hätte es wohl am ehesten auf die Universität und ihre Theologen angewendet, mit denen er 25 Jahre durch eine solide, von beiden Seiten treu gehaltene Feindschaft verbunden war. Es war ja eine Universität, wo man nicht einmal moderne Philosophie und Theologie lehrte, den Nominalismus, den Luther auf der Universität Erfurt studiert hatte, sondern sich noch auf dem alten Wege des Thomismus befand, gegen den Luther schon als Scholastiker auf der Universität mit einem Köcher voll spitzer Argumente ausgerüstet worden war. Und als er seinen Weg über Augustin und Paulus zum Evangelium gefunden hatte, wurde ihm sein Urteil nur erneut bestätigt. "Ich möchte schwören, es gibt keinen scholastischen Theologen, der ein einziges Kapitel des Evangeliums oder der Bibel versteht, vor allem keinen Leipziger", urteilt er 1518, und so bleibt es. Nur weicht der Spott, der zunächst noch im Wortwitz mit ihnen gespielt hatte - Lipsia lipsiscit Leipzig bleibt Leipzig, die Musae amusissimae. die gar unmusischen Musen - allmählich immer mehr dem Zorn und der Verachtung. In den strengen Urteilen steckte auch etwas von dem schönen Selbstbewußtsein und berechtigten Stolz der jungen Universität Wittenberg, die der älteren Schwester gewaltig vor dem Netz fischte, die auch Zierden des Humanismus an sich gezogen hatte, während die kümmerlichen Anfänge humanistischen Geistes an der überlieferungsgebundenen Leipziger Universität nicht leben und nicht sterben konnten.
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Produktart:
📚 Bücher
Autor(en):
Bornkamm, Heinrich:
Anbieter:
Fundus-Online GbR Borkert, Schwarz, Zerfaß
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Katalog:
Reformation
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