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Gesellschaftsstrukturen.   - Redaktion: Günther Busch / Mit Beiträgen von Jürgen Ritsert, Claus Rolshausen, Niels Beckenbach u.a. / edition suhrkamp 589.
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Gesellschaftsstrukturen.

Redaktion: Günther Busch / Mit Beiträgen von Jürgen Ritsert, Claus Rolshausen, Niels Beckenbach u.a. / edition suhrkamp 589.

Erschienen 1973. - Paperback.

318 S., Guter Zustand. Papierbedingt leicht gebräunt. - -- Die in diesem Buch zusammengestellten sozialwissenschaftlichen Aufsätze standen ursprünglich im Zusammenhang eines 'Wörterbuchs der Sozialwissenschaften, das, auf sechs Bände plant, den politischen Impuls der Protestbewegungen aufnehmen und kritisch gegen die arbeitsteilig erstarrte Fachsoziologie wenden sollte. Mit dem Zerfall der Protestbewegung verlor sich offenbar das Grundinteresse an dem Gesamtprojekt, das in der Folgezeit wiederholt durch Erklärungen des raten Willens und durch Appelle zu neuem Leben erweckt -- werden sollte; vergeblich. Übriggeblieben sind Einzelbände der edition suhrkamp, in denen die Ursprungsintention durchgängig spürbar ist, denen aber zweifellos das fehlt, was Herausgeber-Kollektiv und Redaktion beabsichtigt hatten: die Entfaltung des inneren Zusammenhangs und des Beziehungsreichtums der unter dem Gesichtspunkt der Relevanz für politische Lernprozesse ausgewählten soziologischen Themenstellungen. -- Gerade für diesen Zweck, Materialien für politische Bildung zu liefern, behält jedoch der vorliegende Band, trotz der genannten Einschränkungen, seine Aktualität. Er trägt den Titel: Gesellschaftsstrukturen. Der Begriff der Struktur, der seinem modernen wissenschaftlichen Ursprung nach auf die Physiologie (z. B. auf Cannon, The Wisdom of the Body) und auf die Kulturanthropologie verweist, ist in den letzten zwei Jahrzehnten durch inflationären Gebrauch stark abgegriffen worden - ob es sich nun um die strukturell-funktionale Soziologie von Parsons oder um Formen des pseudomarxistischen Sprachgebrauchs handelt. Vor allem aber ist von vornherein das Mißverständnis auszuräumen, als gehe es hier im Sinne strukturalistischer Verfahrensweisen um die Bestimmung konstanter, der historischen Dynamik enthobener Grundstrukturen der Gesellschaft, die dem konkreten sozialwissenschaftlichen Erkenntnismaterial als höherrangig vorgeordnet wären. Der Gedanke, daß das Konstante, Statische einen höheren Erkenntniswert besitze als das Veränderliche, Historische, gehört zum Urbestand des falschen bürgerlichen Bewußtseins. Aber der Begriff der Struktur ist selber nicht unabhängig von der Konstellation der gesellschaftlichen Kräfte, zu deren Analyse er verwendet wird. Während die strukturell-funktionale Analyse ebenso wie die zu ihr komplementär stehenden deskriptiven Schichtmodelle auf einen stationären Gesellschaftszustand, wie er sich durchgängig in der Restaurationsperiode der kapitalistischen Nachkriegsgesellschaften zeigte, zugeschnitten sind, geht die Verwendung des Strukturbegriffs in der kritischen Sozialforschung in die entgegengesetzte Richtung: er dient dazu, sowohl gegenüber der Oberflächendynamik als auch gegenüber angeblich invarianten gesellschaftlichen Gesetzen das Element geschichtlicher Dynamik (Krisen, Zusammenbruch, Unterdrückung) zur Geltung zu bringen. -- Der Erkenntnisanspruch der vorliegenden Aufsätze, die Decke verdinglichter gesellschaftlicher Erscheinungen, für deren Erklärung die bürgerliche Soziologie immer neue Zauberformeln gefunden hat: nivellierte Mittelstandsgesellschaft, der wohlhabende Arbeiter, organisierter Kapitalismus, sozialstaatlich verfaßte Massendemokratien usw., zu durchbrechen, gründet sich auf die Erfahrung, daß Streiks, ökonomische Krisen, nationale Ausstände einen Kern gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse hervorgetrieben haben, die sich nur mit den methodischen Mitteln der Marxschen Klassentheorie begreifen lassen. -- Diese Klassentheorie ist freilich nicht einfach vorgegeben; ihr Wesen besteht gerade darin, daß selbst die Möglichkeit ihrer innertheoretischen Entfaltung von der Form und der Intensität aktueller Klassenkämpfe abhängt. Indem sich die Klasse politisch konstituiert - und ohne diese Elemente des "subjektiven Faktors" ist sie nur ein an sich, bloßes Objekt der geschichtlichen Entwicklung -, produziert sie gleichzeitig den spezifischen Erkenntnisgegenstand der Gesellschaftstheorie. Dieses Buch soll vorab der Ausbildung von Sozialkunde-Lehrern und der Verwendung im Sozialkundeunterricht der Schulen dienen. (aus dem Vorwort)
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Sozialstruktur Geschichte

Produktart:
📚 Bücher
Autor(en):
Meschkat, Klaus und Negt, Oskar (Hg.):
Anbieter:
Fundus-Online GbR Borkert, Schwarz, Zerfaß
Bestell-Nr.:
1215638
Lagerfach:
4464
Katalog:
Soziologie
Sammlung(en):
Stichworte:
Sozialstruktur, Geschichte
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