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Der eingebildete Kranke. (Programmheft).   - Burgtheater, Saison 1984/85, Heft 6. Inszenierung: Walter Tillemans.
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Der eingebildete Kranke. (Programmheft).

Burgtheater, Saison 1984/85, Heft 6. Inszenierung: Walter Tillemans.

Erschienen 1984.

Unpaginiert [36 S.], 12 Abb., 3 Beilagen. Ein tadelloses Exemplar. - Beilagen: Besetzungsliste Samstag, 18. Mai 1985 -- Eintrittskarte -- Spielplan Wiener Volksoper Mai 1985. - Zur Inszenierung (Walter Tillemans): Dieses Stück ist nicht in erster Linie gegen die Ärzte gerichtet. Molières satirische Szenen über die Medizin sind sekundär. An erster Stelle steht die Kritik am wohlhabenden Bürger Argan. Noch einmal zeigt hier Molière einen bürgerlichen Menschen, der versucht, aus seiner Mediokrität und seinen Lebensängsten in eine privilegierte Stellung zu entkommen und vor seiner Verantwortung der Familie und dem Leben gegenüber in die Bequemlichkeit des Krankseins zu fliehen. Arnolfe sucht in „Schule der Frauen“ diese Bequemlichkeit in einer gut abgerichteten Gattin. Argan dagegen hat diese Bequemlichkeit in der Krankheit entdeckt: eine Regression in die Infantilität. Für diesen Zweck ist er zu allem bereit. Mit gründlicher Selbstzufriedenheit überprüft er die Rechnungen seines Apothekers, des Herrn Fleurant, schmiedet er Pläne, seine Tochter an einen Arzt zu verheiraten, um dadurch „einen Arzt im Hause zu haben“. Er genießt die Krokodilstränen von Béline, seiner zweiten Frau, und er läßt sie mit Vergnügen an seinem Geld und seinem Testament riechen: bei seiner komplizierten Strategie gegen die Krankheit steht der Tod noch lange nicht vor der Tür. Er hat die Fünfzig schon überschritten und verdrängt die Vision seines Endes durch eine komplexe Kriegführung gegen den Tod. Bewaffnet mit den gesetzlichen Mitteln des „Pater familias“, des Ehe- und Geschäftsmanns, hat er sich, umgeben von Medikamenten, in seinen Sessel eingegraben und tyrannisiert nach Herzenslust seine Umgebung. Dies alles beschäftigt ihn so, daß er, vereinsamt, blind geworden ist für die Wirklichkeit. Seine Familie hat gegen ihn eine subversive Haltung eingenommen, aus Verteidigung oder aus Berechnung. Seine Töchter sind gezwungen, ihn zu belügen, die Ärzte beuten seine Gutgläubigkeit aus, seine Frau ist nur auf sein Geld aus, sein Bruder belehrt ihn, und seine Dienerin verspottet ihn. Die Promotion zum Arzt in der makaber-grotesken Zeremonie am Ende des Stückes ist die logische Konsequenz seiner Blindheit.
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Elfriede Jelinek; Burgtheater Wien; Programmheft; Theatergeschichte; Inszenierung George Tabori

Produktart:
📚 Bücher
Autor(en):
Molière:
Anbieter:
Fundus-Online GbR Borkert, Schwarz, Zerfaß
Bestell-Nr.:
1211112
Lagerfach:
HR197
Katalog:
Theater
Sammlung(en):
Stichworte:
Elfriede, Jelinek, Burgtheater, Wien, Programmheft, Theatergeschichte, Inszenierung, George, Tabori
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