304 (2) Seiten mit einem Titelbild. 19,5 x 12,2 cm. Umschlaggestaltung: Olga Rinne und Reinhard Rechenbach. Sehr guter Zustand. Einband lichtrandig. - Théophile Gautier (* 31. August 1811 in Tarbes, Département Hautes-Pyrénées; † 23. Oktober 1872 in Neuilly-sur-Seine bei Paris) war ein französischer Schriftsteller. Leben und Schaffen: Gautier wurde in Tarbes (Südwestfrankreich) geboren und wuchs in Paris auf. Nach Abschluss des Gymnasiums dachte er zunächst an eine Zukunft als Maler. 1829 schloss er sich dem Literatenkreis um Victor Hugo an, dem "Cénacle". 1830 erschien er zur Uraufführung von Hugos Stück Hernani mit einem provozierenden, weil im Theater unziemlichen roten Wams, dem legendär gewordenen "gilet rouge", und war einer der lautesten Claqueure in der legendären bataille d'Hernani. Er publizierte dann Gedichte und Erzählungen und wurde zu einem der Hauptrepräsentanten der "Bohème", jenes provokativ zigeunerhaften Literaten- und Künstlermilieus am Rand der bourgeoisen Pariser Gesellschaft. Sein erster Erfolg war der Briefroman Mademoiselle Maupin (1835), die Geschichte einer jungen Frau, die als Mann verkleidet in homo- und hetero-erotischen Erfahrungen ihr Liebesideal zu verwirklichen versucht, dies in einer schönen Nacht auch schafft, dann aber auf jede Fortsetzung verzichtet, um nicht in der Routine einer Beziehung zu versanden. Literarhistorisch ist vor allem das Vorwort des Romans interessant, wo Gautier die Theorie des l'art pour l'art entwirft, d.h. die Doktrin, dass Kunst völlig zweckfrei zu sein habe, jedes gesellschaftliche oder gar politische Engagement meiden müsse und allein in der Perfektion ihrer Produkte einen Sinn finde – eine Doktrin, die zweifellos eine Reaktion darstellte auf die kollektive Frustration einer ganzen Intellektuellen-Generation, die durch die Juli-Revolution 1830 zunächst in Aufbruchstimmung versetzt, dann aber durch die politische Repression nach 1832 enttäuscht worden war. Ab 1836 verdiente Gautier sein Geld bei der sich rasant entwickelnden Presse mit Berichten über gesellschaftliche Ereignisse, Kunstausstellungen und literarische Neuerscheinungen, aber auch mit den bei Zeitschriften und Buchverlagen begehrten Reisereportagen und -impressionen, für die er (z. T. zusammen mit seinem Schulkameraden Gérard de Nerval) England, Holland, Belgien und den Mittelmeerraum bereiste. Gautier war Anhänger des Mesmerismus. „Der tierische Magnetismus ist eine von der Wissenschaft längst anerkannte Tatsache, daran darf man keinesfalls zweifeln.“ (in einer Rezension des Lustspiels „Tronquette, der Schlafwandler“ der Brüder Cogniard, etwa 1838). Eine Spiegelung dieser Überzeugung ist sein Avatar-Roman von 1856. In den Jahren nach 1839 versuchte sich Gautier, eher glücklos, auch als Dramatiker mit den Stücken Une larme du diable („Eine Träne des Teufels“), Le Tricorne Enchanté („Der verzauberte Dreispitz(hut)“) und Pierrot posthume sowie, mit mehr Glück, als Librettist. 1841 erzielte das Ballettstück Giselle einen fulminanten Erfolg. Bekannt geworden ist er auch als Mitbegründer und wichtiger Teilnehmer des Club des Hachichins, der von etwa 1844 bis 1849 existierte und die Bohème stark beeinflusste. Gautier gründete ihn mit dem Pariser Psychiater Jacques-Joseph Moreau, der dort und in seiner Klinik mit dem seit Napoleons Ägyptenfeldzug in Frankreich bekannt gewordenen Haschisch experimentierte und als erster Mediziner systematisch die Wirkung von Rauschdrogen auf das zentrale Nervensystem untersuchte. Im Hôtel de Lauzun lebten Théophile Gautier, der Dichter Charles Baudelaire und der Maler Fernand Boissard; man traf sich in den Räumen von Boissard. Gautier verfasste einige der vielleicht einflussreichsten Beschreibungen des Haschischrauschs, wobei das Haschisch als Konfekt gegessen wurde. Seine farbigen Erlebnisse veröffentlichte er 1846 in dem Erzählband Le Club des Hachichins. Im Zweiten Kaiserreich gehörte er zum Zirkel um die kulturell einflussreiche Prinzessin Mathilde Bonaparte. Gautiers späte Romane, Le Roman de la momie (1858) und Le Capitaine Fracasse (1863), waren nur mäßig erfolgreich. Théophile Gautier heiratete Ernesta Grisi, die Schwester von Carlotta Grisi. Carlotta war Théophiles eigentliche große Liebe, erwiderte diese aber nicht. Er hatte mit seiner Mätresse Eugénie Fort einen Sohn (Théophile Gautier fils) und mit Ernesta zwei Töchter. Beide heirateten schriftstellerische Protegés von Gautier: die jüngere – Estelle Gautier – heiratete Émile Bergerat, die ältere – Judith Gautier – gegen den Willen ihres Vaters Catulle Mendès. Ernesta stellte sich auf Judiths Seite; ihre Ehe mit Théophile zerbrach. Théophile Gautier fils (1836–1904) erwarb sich vor allem Verdienste als Übersetzer von Werken bedeutender deutscher Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe (unter anderem Wilhelm Meister, zwei Bände, 1861) und Achim von Arnim (drei Erzählungen unter dem Titel Contes bizarres, 1856, mit einem Vorwort des Vaters Théophile Gautier). . . . Aus: wikipedia-Théophile_Gautier.
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