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Plattform.   - Roman. Aus dem Französischen von Uli Wittmann.
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Roman. Aus dem Französischen von Uli Wittmann.

Deutsche Erstausgabe. - Erschienen 2002. - Weißer Pappband mit schwarzgeprägten Rückentiteln, Lesebändchen ohne Schutzumschlag.

339 (13) Seiten. 21,3 x 14,2 cm. Ausstattung: Rainer Groothuis und Consorten. Lesetipp des Bouquinisten! Sehr guter Zustand. Ein neuer Roman von Michel Houellebecq, man weiß es längst, das ist: ein neuer Skandal. Diesmal im Angebot seiner Fiktion: die Huldigung an den Sextourismus und die Diffamierung des Islams. Zudem Interview-Aussagen Houellebecqs ("Der Islam ist die bescheuertste Religion der Welt"), die ihm eine Klage der französischen Islamischen Vereinigung wegen "Anstiftung zum Rassenhass und zur religiösen Gewalt" einbrachten. Kurz: Bereits vor seiner Lektüre geriet Plattform a priori zum Medienereignis -- und unterstützt auf diese Weise die Kritik gleichsam um eine neue, eine viel versprechende Debatte. Und die Handlung, der Protagonist? Naturgemäß eine vereinzelte Person, obendrein und einmal mehr Michel mit Namen. In seiner Welt von Einzelwesen bilden Peepshows und Unterhaltungsserien im Fernsehen Orientierungspunkte seiner unglücklichen Existenz, die erst durch den Tod seines Vaters, ermordet vom Bruder seiner islamischen Freundin, eine Wendung nimmt: Das Erbe ermöglicht ihm Urlaub, und er unternimmt eine Reise in den Fernen Osten, freilich zum vornehmlichen Zwecke des Beischlafes, der seine einzige Freude ist. Aber da gibt es schließlich noch Valérie, eine untypische weil altruistische Houellebecq-Figur -- und mit ihr den Versuch, im zweiten Teil des Romans die bedingungslose Liebe zu beschwören. Aber auch diese, man ahnt die Katastrophe schon, scheitert: Brutal niedergeschossen von islamistischen Terroristen stirbt Valérie in den Armen des geliebten Michel, der wieder vereinzelt zurückbleibt, dieses Buch (in uneindeutiger Perspektive) schreibt und dokumentiert: Liebe ist nicht möglich, wird immer scheitern. Michel: ein Mensch am Ende mit seinen Gefühlen; und diese haben schließlich, so Houellebecq, abzutreten. Unglück und Scheitern wirken also katalysatorisch auf das Schreiben nicht nur des Protagonisten Michel, sondern auch des Autors und Namensvetters Houellebecq, dessen Figuren seit seinem ersten Roman von so tiefer Verzweiflung, von unermesslichem Unglücklichsein und von transzendentaler Obdachlosigkeit heimgesucht sind, dass man sich ihnen kaum entziehen kann: Es ist der lautlose Ton der Verzweiflung, der der Houellebecq'schen Prosa zu Gehör und Erfolg bei seinen Lesern verhalf, nicht aber -- das scheint nach diesem Roman umso deutlicher -- deren literarische Qualität. Diese schließlich reduziert sich jenseits des Tones auf einen Houellebecq'schen Realismus, skandalträchtig schwebend zwischen spekulativem und provokativem Impetus. Was am Ende bleibt: ein schaler Eindruck eines nicht durch seine drastische Schilderung pornografischer Szenen schockierendes Buch, sondern vielmehr eines sich vor der französischen Kritik für eine neue Debatte, naturgemäß möglichst skandalträchtig, prostituierenden Autors. --Kristina Nenninger. - Michel Houellebecq [mi'??l w?l'b?k] (eigentlich Michel Thomas; * 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion) ist ein französischer Schriftsteller. ... Houellebecqs Lyrikbände Suche nach Glück, Der Sinn des Kampfes und Wiedergeburt, die zwischen 1996 und 1999 übersetzt wurden, sind im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt geblieben, ebenso seine Essays (einige 2001 wiederveröffentlicht in Die Welt als Supermarkt), die in der internationalen Presse (u. a. Die Zeit) und in namhaften Literaturzeitschriften (u. a. L’Atelier du roman, Paris) erschienen sind. 2014 erschien Houellebecqs Gedichtband Gestalt des letzten Ufers in Deutschland. ... Kontroversen und Standpunkte: Aufgrund zahlreicher Passagen in Houellebecqs Romanen wird ihm regelmäßig unterstellt, Rassist, Frauenhasser, Reaktionär oder Religionsfeind (meist islamophob) zu sein. Auch hat der als „nouveau réactionnaire“ diffamierte Houellebecq selbst wenig getan, um negative Vorstellungen über sich zu relativieren, vielmehr hat er die genannten Aussagen in Interviews durch provokative Äußerungen zum Teil bestätigt und bekräftigt. Indes positioniert er sich als weder „links“ noch „rechts“ und bezeichnet sich selbst in Bezug auf Religion als Agnostiker. Wie für seinen literarischen Weggefährten Frédéric Beigbeder ist für ihn der Skandal zunächst Teil einer Strategie, sich auf dem literarischen Markt zu behaupten. Indem er jedoch die Befindlichkeit innerhalb einer vom globalisierten Kapitalismus regierten Lebenswirklichkeit zugespitzt artikuliert, gelangt er in die Position eines Mahners, der auf das Menschlich-Allzumenschliche als die tiefere Ursache für das Gefühl der Ohnmacht verweist. Es ist kein Zufall, dass die immerzu auf den literarischen Kanon verweisenden Texte dieses „nachexistentialistischen“ (vgl. Ausweitung der Kampfzone) Autors nicht nur an einen Provokateur wie Louis-Ferdinand Céline denken lassen, sondern auch an große Moralisten wie François de La Rochefoucauld und Nicolas Chamfort (vgl. Die Möglichkeit einer Insel). . . . Aus: wikipedia-Michel_Houellebecq.
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  • Erstausgabe
Produktart:
📚 Bücher
Autor(en):
Houellebecq, Michel:
Anbieter:
BOUQUINIST Versand-Antiquariat GbR
Bestell-Nr.:
77084
Lagerfach:
F/39466
Katalog:
Französische Literatur
ISBN | EAN:
3832156305 | 9783832156305
Stichworte:
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