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William Dampier wurde im Spätsommer 1651 als zweites von sechs Kindern einer englischen Bauernfamilie geboren. Sein Vater George starb 40-jährig 1658, seine Mutter Anne sieben Jahre später. William beendete die Schule und fuhr mit 18 Jahren das erste Mal zur See, zuerst in die kalten Gewässer vor Neufundland, mit 19 dann mit einem Handelsschiff der Englischen Ostindien-Kompanie nach dem warmen Java. Mit 21 nahm er an Bord der "Royal Prince" unter Sir Edward Spragge an zwei Seeschlachten im Dritten Englisch-Niederländischen Krieg teil, wurde dann krank und erlebte das Ende des Krieges auf einem Hospitalschiff. -- Mit 22 erreichte ihn in seiner Heimat das Angebot des Landbesitzers William Helyar, auf dessen Plantage auf Jamaika zu arbeiten. Auf der Plantage der Helyars geriet er aber bald mit dem dortigen Verwalter aneinander, der in ihm, wohl nicht ganz zu Unrecht, einen Spitzel der englischen Besitzer vermutete. Deshalb begab er sich bereits sechs Monate später auf den Weg nach Campeche. In dieser Bucht zwischen dem mexikanischen Festland und der Halbinsel Yucatan arbeitete er für eine Gruppe von Holzfällern. Hier, bei der Laguna de Terminos, begann Dampier seine Beobachtungen zu notieren. -- Hier geriet er auch in die Gesellschaft der Freibeuter. Dampier schildert die zunehmende Erfolg- und Ratlosigkeit seiner Kameraden, ihr Raubzug über die Landenge von Panama zum Pazifik fiel ebenso mager aus wie die Fahrt entlang der amerikanischen Westküste. In der Folge suchten sich die Freibeuter neue Ziele, segelten mit dem Monsun nach Asien und umrundeten schließlich sogar die ganze Erde. -- 1691 kehrte der inzwischen 40-Jährige in ein London zurück, das sich während seiner insgesamt 12-jährigen Abwesenheit stark verändert hatte. Er traf Lionel Wafer wieder, den Arzt und Freund aus der Zeit in Panama, mit dem er seine literarischen Pläne besprach. Er unterstützte ihn, als dieser Berater der projektierten schottischen Kolonie New Caldonia in Zentralamerika werden sollte, und veröffentlichte endlich, 1697, sein erstes eigenes Buch, einen Bestseller, der in neuen Monaten drei Auflagen erlebte. -- Durch den Erfolg und seinen geschäftstüchtigen Verleger James Knapton angespornt folgten zwei Jahre später die drei "Anhänge", je 300 Seiten lange Abhandlungen über seine Zeit in der Bucht von Tonkin, auf Yucatan und über Winde und Strömungen. 1699 erhielt Dampier den ersehnten Befehl über die "HMS Roebuck" mit dem Auftrag zur allerersten wissenschaftlichen Forschungsreise der Royal Navy, der Erforschung Australiens. Zweieinhalb Jahre dauerte diese Reise, die ihn nach Australien, Neuguinea und Timor führte und mit einem Schiffbruch auf Ascension und weiterem wissenschaftlichen und literarischen Erfolg endete. -- Im sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg umrundete Dampier als Kommandant zweier Schiffe -- der "St. George" und der "Cinque Ports" -- und als Freibeuter für England (und seine Investoren) zum zweiten Mal in vier Jahren die Erde. 1708 gelang es ihm noch einmal, Investoren für eine dritte (und seine letzte) Fahrt um die Welt zu finden. Das Konsortium kaufte zwei Schiffe, die "Duke" (mit Woodes Rogers als Kapitän, dem späteren Autoren des Reiseberichts) und die "Duchess" (unter Stephen Courtney), und ehrte Dampier als Navigator und Initiator der Kaperfahrt mit einem großen Beuteanteil. -- Als 1709 endlich sein zweiter Band der Reise nach Australien erschien, befand er sich schon lange wieder auf See. Auf den Juan-Fernandez-Inseln sammelten sie einen sichtlich geläuterten Alexander Selkirk wieder ein, der vier Jahre zuvor von der Cinque Ports wegen Meuterei dort ausgesetzt worden war (und das literarische Vorbild des Robinson Crusoe abgeben sollte). Vor Mexiko erbeuteten sie eine Galeone und erreichten 1711 wieder die Heimat, wo erst einmal ein langes Gerichtsverfahren um die Verteilung der Beute begann, das erst vier Jahre nach Dampiers Tod endete. -- In seinen letzten Jahren verringerten sich Dampiers Kräfte zusehends. Als die Duke wieder in London anlegte, war er 60 Jahre alt, sein einst so wacher Geist hatte sich -- wie sein Augenlicht -- merklich getrübt. -- Bis zu seinem Tod zu Beginn des Jahres 1715 lebte Dampier mit seiner Cousine Grace Mercer in London. Ihr hinterließ er den Großteil seines geringen Besitzes, den Rest erhielt sein älterer Bruder George. Dampier schwand dahin, nicht einmal der Ort seines Grabes ist bekannt. Sein größtes Vermächtnis ist dieses Buch.
Neue Reise um die Welt
Neue Reise um die Welt
Hardcover
erschienen am 21.11.2012
Freibeuter 1683-1691
Freibeuter 1683-1691
Hardcover
erschienen am 17.09.1997
Freibeuter
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Hardcover
erschienen am 17.09.1997