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Nelly Dix wurde 1923 in Düsseldorf geboren, wo ihr Vater Otto Dix eine Professur an der Kunstakademie innehatte. In Dresden besuchte sie bis 1933 eine Reformschule. Als ihr Vater von den Nazis entlassen wurde, kam sie mit ihrer Familie nach Süddeutschland. Von 1936 an lebte sie, mit markanten Unterbrechungen durch Zirkustournee und Arbeitsdienst, in Hemmenhofen am westlichen Bodensee. Die hochintelligente und künstlerisch vielbegabte Nelly brach den Versuch eines Internats ab, hatte Hausunterricht, blieb aber ohne Abitur. Ihre Weiterbildung organisierte sie selber, Weltliteratur lesend, in Korrespondenzen, auch im lebhaften Austausch mit Fritz undB Elisabeth Mühlenweg. Ihre ersten Erzählungen schrieb sie, unter dem Pseudonym Alias Dix, als sich das Dix-Haus mit Flüchtlingen füllte. Ihre Geschichten entstanden, bevor sie erleben musste, dass Zwillinge, denen sie 1948 das Leben schenkte, bald nach der Geburt starben. Auch nach ihrer Verheiratung mit dem Medizinstudenten Günther Thaesler lebte sie weiter im Haus ihrer Mutter, wo ein aufreibender Alltag ihr wenig Zeit für ihre Kunst (Malerei, Collagen) und das Schreiben ließ. Mit ihrer einzigen Tochter Bettina blieben ihr nur vier Jahre Zeit: Nelly Dix starb überraschend im Januar 1955. In allen Geschichten ist dieser ungewöhnliche Nelly-Blick: amüsiert über herkömm- liche Geschlechterrollen und gleich illusionslos Männern wie Frauen gegenüber.