Jürgen Petersohn
Autor von "Die Kamminer Bischöfe des Mittelalters", "Kaisertum und Rom in spätsalischer und staufischer Zeit" und "Capitolium conscendimus. Kaiser Heinrich V. und Rom" und weiteren Büchern.
Neue Quellenfunde vorzugsweise in italienischen Archiven und Bibliotheken gestatten überraschende Einblicke in die Rolle des späteren Basler Konzilsrebellen Andreas Jamometić als kaiserlicher Gesandter und Kurienbischof am Hof Papst Sixtus’ IV. in den Jahren 1478-1481. Der kroatische Aristokrat und Udineser Dominikaner hat als Diplomat Kaiser Friedrichs III. dessen Rombeziehungen mehrere Jahre hindurch maßgeblich getragen und dem Papst während seiner Auseinandersetzung mit den Vertretern König Ludwigs XI. von Frankreich und der italienischen Ligaopposition im Zusammenhang mit der Pazzikrise in der 1. Hälfte des Jahres 1479 wirksame Hilfe geleistet. Der Erzbischof von Krajina genoß in jener Zeit an der Kurie hohes Ansehen. In klarer Beleuchtung treten auch die Umstände seiner Verhaftung im Juni 1481 als Antwort auf seine zunehmende Kritik an der Reformunlust des Roverepapstes und seiner durch Friedrichs Proteste erfolgten Freilassung einige Monate später zutage. Ihr folgte eine – bisher nicht bekannte – Begegnung zwischen Sixtus und dem Erzbischof, deren irenischer Verlauf neue Rätsel für Jamometićs konziliaren Protest im folgenden Jahr in Basel aufwirft. Die wichtigsten hier erstmals ausgewerteten Quellen aus den Jahren 1479–1484 werden im Anhang ediert.





