Heinrich Weiland
Autor von "Wirtschaftsethik und Unternehmensführung" .
Seit vielen Jahren übe ich den Beruf des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters aus. Beide Berufe unterliegen einer Fülle von gesetzlichen und berufsrechtlichen Reglementierungen, die von außen in Form einer sogenannten Regionalethik vom Gesetzgeber und den nationalen und internationalen berufsständischen Vertretungen verordnet werden. Die Freiräume für einen ganzheitlichen Denkansatz bei Problemlösungen unter Einbezug vieler Wissenschaftsgebiete sind sehr begrenzt. Das Involvieren wirtschaftswissenschaftlicher, psychologischer, soziologischer und philosophischer Erkenntnisse in Problemlösungsprozesse tritt – nach meiner Wahrnehmung – mehr und mehr in den Hintergrund. Dominierend ist die Rechtswissenschaft. Die Dominanz dieser Wissenschaft hat in den letzten zehn Jahren beide Berufe mit gesetzlichen und berufsrechtlichen Normen sowie Standards überfrachtet. Im eigenen Unternehmen sind fast kaum Freiräume zur Schaffung individueller Unternehmensführungsgrundsätze vorhanden. Die Unternehmensverfassung, Unternehmenspolitik und Unternehmenskultur werden im Wesentlichen fremdbestimmt. Aufgrund dieser Dilemmasituation habe ich in all den Jahren Wert darauf gelegt, wenigstens im Rahmen meiner Beratungsaufträge für Unternehmen der Realwirtschaft, das Management für einen ganzheitlichen Denkansatz unter Einbezug von Ethik und Moral im Zusammenhang mit der Führung von Unternehmen zu begeistern. In vielen Fällen ist mir dies gelungen.
