Frants Buhl (1850-1932), dänischer Orientalist, studierte an der Universität Kopenhagen, wo er von 1880 bis 1890 Dozent für Altes Testament war. Anschließend erhielt er einen Ruf an die Universität Leipzig, blieb dort bis 1898 und kehrte dann nach Kopenhagen zurück, wo er bis zu seinem Tode eine Professur für semitische Sprachen innehatte. Im akademischen Jahr 1911/12 amtierte er als Rektor der Universität. Buhl war Mitarbeiter bei der Herausgabe des Hebräischen und aramäischen Handwörterbuchs über das Alte Testament von Wilhelm Gesenius. Für die Biblia Hebraica von Rudolf Kittel edierte er das Buch der Psalmen und das Buch Esther (1930 bzw. 1935 veröffentlicht). In seinem Artikel Dichtkunst bei den Israeliten (in derRealenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, Band 4, 1898) legte er die literarischen Gattungen und die Lebenssituationen der biblischen Poetik fest und nahm damit das Studium der Formkritik voraus. Sein Kanon und Text des Alten Testaments erschien 1891 zunächst auf deutsch, wurde 1892 von John Macpherson ins Englische übersetzt und zählt zu seinen einflußreichsten Werken. In dänischer Sprache schrieb er unter anderem »Muhammeds Liv« (Das Leben Muhammeds, 1903).


