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Kroschewsky, Hans-Joachim

Von der Welt vergessen (Kartoniert / Broschiert / Paperback)

Wagner Verlag GmbH, Wagner Verlag, November 2010


324 S. - Sprache: Deutsch - 201x131x23 mm

ISBN: 3866838565 EAN: 9783866838567

Die einst blühende ostpreußische Metropole Königsberg wurde im Jahre 1947 von den Russen in Kaliningrad umbenannt. Die in den Trümmern der Stadt noch vegetierenden Deutschen warteten sehnsüchtig darauf, mit einem Transport nach Deutschland umgesiedelt zu werden. So ging es auch Frau Gerber mit ihrem zehnjährigen Sohn Achim. Beide waren die Letzten ihrer Familie. Um zu überleben, versuchte Frau Gerber, mit Schwarzhandel von Zigaretten den Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie geriet in die Fänge der russischen Miliz und die Willkürjustiz verurteilte sie zu fünf Jahren Arbeitslager. Wie ihr ging es vielen deutschen Frauen, deren Leidensweg in einem Sammellager in Königsberg begann und in einer schier endlos erscheinenden Fahrt, im vollgestopften Viehwagen, im Nirgendwo in Sibirien endete. Bereits in dieser Zeit entwickelte sich eine große Solidarität untereinander, die für ein Überleben unerlässlich war. Ihr Einsatzort war ein Steinkohlebergwerk. Die Arbeit war für Frauen absolut ungeeignet. Neben der körperlich schweren Arbeit führten die von den Russen unterschlagenen Atemschutzmasken zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Neben Frau Gerber waren viele Frauen nicht mehr arbeitsfähig. Dem resoluten Auftreten ihrer Sprecherin war es zu verdanken, Schlimmeres abzuwenden. Achim führte in Königsberg seinen eigenen Kampf ums Überleben. Er war Führer einer Kinderbande, die sich mit Sammeln von Buntmetall und gelegentlichen Diebstählen am Leben hielten. Sie waren wie herrenlose Hunde, um die sich keiner kümmerte. Ihr Ziel war durchzuhalten, bis ihre registrierten Namen für einen Umsiedlertransport aufgerufen wurden. Mit einem dieser Transporte erreichte Achim Deutschland und fand tatsächlich seinen Vater. Frau Gerber traf es am schlimmsten, nach Ablauf ihrer Haftstrafe musste sie warten, bis die Botschaft in Moskau ihren Einbürgerungsantrag bearbeitete. Für diese Zeit erhielt sie eine Arbeitsstelle in einer Kolchose. Erst im Juli 1954 kehrte sie nach Deutschland zurück.

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ISBN 3-86683-856-5

ISBN 978-3-86683-856-7

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