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Schriftsteller (1831 - 1902). Eigenh. Brief m. U.

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Schriftsteller (1831 - 1902). Eigenh. Brief m. U.


Berlin, 1900. 8°, 1 1/2 S. auf Doppelblatt.


"Sehr verehrter Herr und Freund! // Ihrem Wunsch gemäß habe ich heut mit den Herren v. L e v e t z o w und v. H e n n i n g gesprochen. Ich fand sie für ihre Person meinen Vorstellungen nicht unzugänglich. Einen Erfolg verspreche ich mir jedoch kaum, da sämtliche Mitglieder der Fraktion durch Unterschrift gebunden sind und unter solchen Umständen auch ein Ausbleiben in der Sitzung nicht für schicklich gilt. Doch versprach Herr v. L., die Sache noch mal in der Partei zur Sprache zu bringen. Übrigens ist nach bestimmten Ausartungen anzunehmen, dass von § 184 b (T h e a t e r p a r a g r a p h) [die runden Klammern im Original] nach dem Kompromiss nur der Schluss Verfahren bleiben soll, der sich auf die Darsteller bezieht. Bei § 184 a wurde darauf aufmerksam gemacht, daß man doch höchstens auf den § 184 der Regierungsvorlage zurückgehen könne, da die Regierung jetzt sicher nicht aufgeben werde. // Dort werde aber schon ‚Verletzung des Schamgefühls' bestraft. Das ist dürftig. Daß die ‚Kunst' getroffen werden solle, und daß für sie eine Gefahr bestehe, wollten beide Herren nicht zugeben. Kein Richter würde so thöricht sein u. s. w. // Herr v. H. bedauerte ausdrücklich den Angriff gegen Sie. // Ich hielt mich für verpflichtet, Sie mit dem Ergebniss meiner Bemühungen bekannt zu machen. Groß ist es nicht, aber ich habe doch gedacht nicht ganz vergeblich in soweit abgesprochen, als vielleicht in den Kammerverhandlungen Gesichtspunkte hervorgehoben werden können, die für die Absicht des Gesetzgebers, einschränkend zu interpretieren, einen Fingerzeig geben können. // Mit besten Grüßen. Ihr ergebenster Ernst Wichert" - // - Adressat könnte der Schriftsteller und Bühnenautor Hermann Sudermann (1857-1928) sein. Er war Vorsitzender des im März 1900 gegen die sog. "Lex Heinze" gegründeten Goethebundes. Nach einer Novellierung des Theaterparagraphen 184 sollte ein Gericht Strafen bereits dann verhängen können, wenn "ein Kunstwerk, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verletzt". - // - Vieler Künstler waren empört, als dies im Februar und März 1900 im Reichstag beraten wurde. Ernst Wichert war zur Zeit unseres Briefes Mitunterzeichner einer Petition des Goethebundes an den Reichstag gegen diesen Versuch der Theaterzensur. Die von Wichert angesprochenen Politiker v. Levetzow und Adolf Wilhelm Henning (kein von) waren Reichstagsabgeordnete der Deutschkonservativen. - Albert von Levetzow war 1877 bis 1903 Abgeordneter im Reichstag, und von 1888-1895 Reichstagspräsident. 1897 übernahm er die Führung der Reichstagsfraktion seiner Partei. // Neben Ernst Wichert und vielen weiteren Prominenten und Kulturschaffenden wie S. Fischer, G. Hauptmann, Liebermann, Lindau, Mommsen, Spielhagen, Hermann Sudermann, Julius Wolff unterzeichneten natürlich zahlreiche Theaterdirektoren die Petition zur Verhinderung des § 184 b. - Das Gesetz kam schließlich im Mai 1900 durch, jedoch ohne diesen Paragraphen. (vgl. Sitzungen des Reichstages vom 6. und 7. Februar sowie 13., 15. 16. März).

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