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Braudel, Fernand

Die Dynamik des Kapitalismus (Kartoniert / Broschiert / Paperback)

Klett-Cotta Verlag, Cotta'sche, J. G., Buchhandlung Nachfolger GmbH, Mai 2011


Neuauflage - 106 S. - Sprache: Deutsch - 200x128x15 mm

ISBN: 3608946519 EAN: 9783608946512

Dieses Buch enthält den Text dreier Vorlesungen, die Fernand Braudel im April 1976 an der Johns Hopkins University in Baltimore gehalten hat. Über den unmittelbaren Anlass hinaus stellen sie eine leicht zu lesende exemplarische Einführung in den Braudelschen Ansatz der Geschichtsschreibung dar. Braudel präsentiert und resümiert in diesen drei Vorlesungen seine jahrzehntelangen Forschungen zur Geschichte der materiellen Zivilisation und des Kapitalismus: Ausgehend von den alltäglichen Lebensbedingungen der Menschen ihrer biologischen Vermehrung, ihren Essgewohnheiten, Arbeitsbedingungen, Wohnverhältnissen usw. wird die weltweite Entwicklung marktwirtschaftlicher Strukturen zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert betrachtet, die in einem "ungleichzeitigen", keineswegs linearen Prozess zur Durchsetzung und Hegemonie der kapitalistischen "Weltwirtschaft" führte.


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Über den Autor

Fernand Braudel (1902-1985) wird weltweit als einer der großen Historiker unseres Jahrhunderts angesehen. Seit er die Herausgeberschaft der epochemachenden Zeitschrift "Annales" übernahm (1946), galt er als führender Kopf der "Nouvelle Histoire". Er habilitierte sich 1946 mit seiner bahnbrechenden Studie über den Mittelmeerraum zur Zeit Philipps II. 1949 wurde er auf den Lehrstuhl für Zivilisationsgeschichte am Collège de France berufen, wo er 20 Jahre lehrte. Er war Präsident der 6. Sektion der Ecole des Hautes Etudes, zwanzigfacher Ehrendoktor, Mitglied von zwölf Akademien (darunter die Bayerische Akademie der Wissenschaften), Träger fünf hoher Orden. 1962 gründete er das "Maison des sciences de l'homme" in Paris. Am 30. Mai 1985 wurde er in die Académie Française aufgenommen. Im November 1985 verstarb Fernand Braudel im Alter von 83 Jahren.

Kritikerstimmen

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Ein Musterbeispiel für ihre Art der Geschichtsschreibung ist die dreibändige Sozialgeschichte von Fernand Braudel. Den Enkeln und Urenkeln Leopold von Rankes, der gemeinhin als Vater der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung gilt, waren sie stets verdächtig: jene Querdenker und Avantgardisten aus Frankreich, die seit 1929 mit der Gründung der Zeitschrift »Annales« den Traditionen des deutschen Historismus eine radikale Absage erteilten. Das Programm, das sie entwickelten, schenkte den großen Männern und den Ereignissen auf der Bühne der Politik geringere Beachtung als den dahinter verborgenen, langfristig wirksamen Strukturen. Ihr Interesse richtete sich auf die Konjunkturen der Wirtschaft, auf Produkte und die Schwankungen der Preise, auf Techniken, Moden und Mentalitäten, auf Klimazonen und Räume der Natur: Eine Ausweitung des Blickfeldes, zugleich eine Verschiebung der Akzente, die hierzulande auf eisige Ablehnung stieß. Typisch für die Berührungsängste, die eine rationale Auseinandersetzung zunächst erschwerten, war die Haltung Gerhard Ritters, dem wortgewaltigen Nestor der bundesdeutschen Zunft nach 1945. Wer die Vergangenheit auf Gesetzmäßigkeiten abklopfe, so lautete sein Verdikt, wer allein die Analyse, nicht aber das »Verstehen« im Sinn habe, der verfehle die alles entscheidende Dimension der menschlichen Freiheit. Und die Sorge, die Ritter umtrieb, fiel in der Ära des »Kalten Krieges« auf fruchtbaren Boden: "Die kausalistische Entmenschlichung der Geschichte führt zum Marxismus." Derart schweres Geschütz fährt heute niemand mehr auf. Der Wind hat sich gedreht, die Debatte ist offener geworden, befreite sich von ideologischen Scheuklappen und provinzieller Selbstgenügsamkeit, auch von theoretischem Ballast, der das Publikum eher vergraulte als anzog. Historiker, die sich nicht in den Zitadellen ihres Faches verschanzen, profitieren von den Fragen der Anthropologen und Ethnographen. Und wichtiger noch: Sie beginnen wieder zu entdecken, daß ihr Metier etwas zu tun hat mit Geschichten, deren Reiz sich nur dann entfaltet, wenn strenge Analyse mit anschaulicher Erzählung verwoben wird. Historiker sollen sehen und zeigen, beobachten und klassifizieren, ohne sich im Dickicht allzu vieler Vorüberlegungen zu verlieren. So jedenfalls hat Fernand Braudel seine Aufgabe begriffen, bis zu seinem Tod im November 1985 einer der brillantesten Vertreter der »Annalisten«. Daß er und seine Kollegen diese Forderung beherzigen, daß sie Geschichte schreiben, die sich eben sosehr durch analytischen wie durch sinnliche Qualitäten auszeichnet: dies in erster Linie dürfte es sein, was ihnen derzeit in Deutschland so enormen Zulauf beschert. Ihre Bücher, in Frankreich häufig schon Klassiker, werden seit kurzem auch bei uns heimisch, bei Namen Georges Duby, Jaques le Goff und Emmanuel le Roy Ladurie horcht mittlerweile nicht nur eine kleine Schar von Eingeweihten auf, und das monumentale dreibändige Werk Braudels über die Zivilisation der vorindustriellen Welt, das den Bogen vom 15. bis 18. Jahrhundert spannt und nun geschlossen vorliegt, braucht seine Leser nicht erst zu erobern: sie sind längst gewonnen. Braudels Thema ist die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die Dialektik von Wandel und Beharrung, oder, wie er das selbst in einem seiner Vorträge formulierte: die »Koexistenz zwischen der Starrheit, Trägheit und Schwerfälligkeit einer noch elementaren Wirtschaft und den zwar begrenzten und noch selten auftretenden, aber zugleich machtvollen Bewegungen eines modernen Wachstums. Da gibt es einerseits die Bauern, die einem fast völlig autonomen und autarken Milieu verhaftet sind, und da gibt es andererseits eine Marktwirtschaft und einen expandierenden Kapitalismus, die sich wie Ölflecken ausbreiten«, gewissermaßen die Vorboten der Ordnung, die uns gegenwärtig gefangenhält und unsere Existenz bestimmt. Braudels Art, sich in die Vergangenheit zu versenken, so hat ein amerikanischer Beobachter angemerkt, gleicht der Gargantuas. Er ergötzt sich an den allgemeinsten Umrissen wie an den intimsten Details. Er hat eine nicht zu stillende Lust, überallhin zu gehen, alles zu sehen und alles zu berichten. Das Gebäude, mehr eine Pyramide, in die der Autor uns einläßt, besteht aus drei Etagen, verbunden durch breite Treppen oder schmale Stiegen. Im Souterrain herrscht der Alltag, herrschen die gwöhnlichen Verrichtungen, die sich gegen Veränderungstendenzen über Jahrhunderte in »majestätischer Unbeweglichkeit« behaupten und uns so fremd erscheinen wie ein fremder Planet. Der Alltag: Das sind die winzigen Fakten, die räumlich und zeitlich kaum ins Gewicht fallen, und doch den Kern des »materiellen Lebens ausmachen. Während das Ereignis Einmaligkeit und Individualität beansprucht, ist das Alltägliche eine endlose Kette von Wiederholungen. Dadurch freilich wird es zum »Allgemeingültigen, zur »Struktur«, erfaßt die Gesellschaft, prägt »Lebensformen und Handlungsweisen«. Alltagsgeschichte wird in dieser Perspektive zur Strukturgeschichte, eine Perspektive, die den bei uns aufgefochtenen Streit um Nutzen und Zweck der Alltagshistorie mit einem Schlag aus seinem sterilen Entwederoder erlösen könnte. Über das materielle Leben wölben sich Marktwirtschaft und Kapitalismus, zwei Sphären mit verwandten, aber nicht identischen Merkmalen. Marktwirtschaft ist eng verflochten mit dem Untergrund des Alltäglichen, ist gekennzeichnet durch einfache Verfahren des Tausches, durch Transparenz und Konkurrenz. Kapitalismus hingegen, ein Begriff, den Braudel relativ unbefangen benutzt, beschränkt sich auf die Welt der Handelsherren, der Finanziers und Fernkaufleute. Er ist komplex, das Element der Dynamik schlechthin und - was manchen überraschen mag - bereits lange vor der Wende zum 20. Jahrhundert hochgradig organisiert und monopolisiert. Er ist es, der das Gefüge des Abendlandes von oben nach unten allmählich verändert, ältere Hierarchien für seine Ziele einspannt und zermürbt, traditionelle Abhängigkeiten sprengt, um national wie international neue zu schaffen. In sämtliche Bezirke des Lebens dringt er allerdings während der Inkubationszeit zwischen 1400 und 1800 nicht vor. Prozesses des Wandels mobilisieren hier ungeahnte Wachstumspotentiale und brechen sich dort an festverriegelten Türen. Die Gesellschaften des »Ancien Régime« bleiben buntscheckig. Fortschritt und Stillstand liegen dicht beieinander. Die Zentren der ökonomischen Entwicklung verlagern sich vom Mittelmeer zum Atlantik, von den Städten Oberitaliens und der Niederland auf die nationalen Volkswirtschaften, von Venedig, Antwerpen, Genua und Amsterdam auf London und New York. Die Bewegung hat einen Anfang, aber kein Ende. Der Kapitalismus, so Braudel, setzt sich trotz aller Rückschläge und Sprünge »ins Unendliche fort«. An diesem Punkt freilich verläßt der Autor das vertraute Feld gesicherter Beobachtungen und wechselt über auf das schwankende Terrain der Spekulation: wenn auch viel dafür spricht, daß er recht behält.« Jens Flemming (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 05.10.1986)


ISBN 3-608-94651-9

ISBN 978-3-608-94651-2

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