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Der kurze Weg nach Hause

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Der kurze Weg nach Hause


Pendo, 2002. 280 Seiten Gebundene Ausgabe EAN: 9783858424761 (ISBN: 3858424765)


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Schlagworte: Gegenwartsliteratur

 


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ISBN 3-85842-476-5

ISBN 978-3-85842-476-1

Alternative Antiquarische Bücher / Angebote Auf Buchfreund
[Werke] Die Kriminalromane der Agatha Christie in 20 Bänden. 1: Das Sterben in Wychwood, Kurz vor Mitternacht, Rätsel um Arlena; 2: Mit offenen Karten, Das Geheimnis der Schnallenschuhe, Mord in Mesopotamien; 3: Morphium, Das Eulenhaus, Haus Nachtigall, Das Geheimnis des blauen Kruges; 4: Der Tod wartet, Rächende Geister, Poirot rechnet ab; 5: 16.50 ab Paddington, Ein gefährlicher Gegner; 6: Das fehlende Glied in der Kette, Die Büchse der Pandora, Das unvollendete Bildnis; 7: Ein Mord wird angekündigt, Das krumme Haus, Vier Frauen und ein Mord; 8: Sie kamen nach Bagdad, Der Wachsblumenstrauß, Fata Morgana; 9: Die großen Vier, Der blaue Express, Der Unfall; 10: Due Morde des Herrn ABC, Hercule Poirots Weihnachten, Der Traum; 11: Die Katze im Taubenschlag, Die Kleptomanin, Der Prügelknabe; 12: Der Todeswirbel, Die Arbeiten des Herkules, Zeugin der Anklage; 13: Die Schattenhand, Blausäure; 14: Wiedersehen mit Mrs. Oliver, Dummheit ist gefährlich, Auf doppelter Spur; 15: Der Mann im braunen Anzug, Dienstagabend Club, Das Wespennest; 16: Die Memoiren des Grafen, Feuerprobe der Unschuld, Greenshaws Monstrum; 17: Das Geheimnis der Goldmine, Letztes Weekend, Die spanische Truhe; 18: Der ballspielende Hund, Das fahle Pferd; 19: Rotkäppchen und der böse Wolf, Die Tote in der Bibliothek, Tod auf dem Nil; 20: Der unheimliche Weg, Mord im Pfarrhaus, Diplomatischer Zwischenfall.

Christie, Agatha:
[Werke] Die Kriminalromane der Agatha Christie in 20 Bänden. 1: Das Sterben in Wychwood, Kurz vor Mitternacht, Rätsel um Arlena; 2: Mit offenen Karten, Das Geheimnis der Schnallenschuhe, Mord in Mesopotamien; 3: Morphium, Das Eulenhaus, Haus Nachtigall, Das Geheimnis des blauen Kruges; 4: Der Tod wartet, Rächende Geister, Poirot rechnet ab; 5: 16.50 ab Paddington, Ein gefährlicher Gegner; 6: Das fehlende Glied in der Kette, Die Büchse der Pandora, Das unvollendete Bildnis; 7: Ein Mord wird angekündigt, Das krumme Haus, Vier Frauen und ein Mord; 8: Sie kamen nach Bagdad, Der Wachsblumenstrauß, Fata Morgana; 9: Die großen Vier, Der blaue Express, Der Unfall; 10: Due Morde des Herrn ABC, Hercule Poirots Weihnachten, Der Traum; 11: Die Katze im Taubenschlag, Die Kleptomanin, Der Prügelknabe; 12: Der Todeswirbel, Die Arbeiten des Herkules, Zeugin der Anklage; 13: Die Schattenhand, Blausäure; 14: Wiedersehen mit Mrs. Oliver, Dummheit ist gefährlich, Auf doppelter Spur; 15: Der Mann im braunen Anzug, Dienstagabend Club, Das Wespennest; 16: Die Memoiren des Grafen, Feuerprobe der Unschuld, Greenshaws Monstrum; 17: Das Geheimnis der Goldmine, Letztes Weekend, Die spanische Truhe; 18: Der ballspielende Hund, Das fahle Pferd; 19: Rotkäppchen und der böse Wolf, Die Tote in der Bibliothek, Tod auf dem Nil; 20: Der unheimliche Weg, Mord im Pfarrhaus, Diplomatischer Zwischenfall.
Herrsching, Wissen Verlag, 1980. 8°, Hardcover/Pappeinband, gebundene Ausgabe


58 Titel in 20 Bänden (komplett: 1 Das Sterben in Wychwood, Kurz vor Mitternacht, Rätsel um Arlena; 2 Mit offenen Karten, Das Geheimnis der Schnallenschuhe, Mord in Mesopotamien; 3 Morphium, Das Eulenhaus, Haus Nachtigall, Das Geheimnis des blauen Kruges; 4 Der Tod wartet, Rächende Geister, Poirot rechnet ab; 5 16.50 ab Paddington, Ein gefährlicher Gegner; 6 Das fehlende Glied in der Kette, Die Büchse der Pandora, Das unvollendete Bildnis; 7 Ein Mord wird angekündigt, Das krumme Haus, Vier Frauen und ein Mord; 8 Sie kamen nach Bagdad, Der Wachsblumenstrauß, Fata Morgana; 9 Die großen Vier, Der blaue Express, Der Unfall; 10 Due Morde des Herrn ABC, Hercule Poirots Weihnachten, Der Traum; 11 Die Katze im taubenschlag, Die Kleptomanin, Der Prügelknabe; 12 Der Todeswirbel, Die Arbeiten des Herkules, Zeugin der Anklage; 13 Die Schattenhand, Blausäure; 14 Wiedersehen mit Mrs. Oliver, Dummheit ist gefährlich, Auf doppelter Spur; 15 Der Mann im braunen Anzug, Dienstagabend Club, Das Wespennest; 16 Die Memoiren des Grafen, Feuerprobe der Unschuld, Greenshaws Monstrum; 17 Das Geheimnis der Goldmine, Letztes Weekend, Die spanische Truhe; 18 Der ballspielende Hund, Das fahle Pferd; 19 Rotkäppchen und der böse Wolf, Die Tote in der Bibliothek, Tod auf dem Nil; 20 Der unheimliche Weg, Mord im Pfarrhaus, Diplomatischer Zwischenfall), 8° (20,5*13,5 cm), dunkelbraunes Halbleinen in Lederoptik m. marm. Deckelbezügen, Rückengoldprägung. Herrsching, Wissen Verlag 1980. Bei Band 3 eine Lage lose inliegend (vgl. Abb.; im Preis berücksichtigt), die übrigen Bände sehr gut erhalten, Besitzvermerk i. d. Vorsätzen, weit überwiegend augenscheinlich ungelesen, Papier gleichmäßig leicht gebräunt, geruchsneutral.
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Wunderzeit

D. Florescu, Catalin:
Wunderzeit
Diana, 2003. Taschenbuch EAN: 9783453863835 (ISBN: 3453863836)


Gelesene Ausgabe in hervorragendem Zustand mit minimalen Lesespuren, Versand innerhalb von 24 Stunden oder am naechsten Werktag als Buechersendung, Lieferung innerhalb von 3-5 Werktagen. 100% Zufriedenheitsgarantie, bei Nichtgefallen kostenlose Ruecknahme innerhalb von 14 Tagen.
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DER SPIEGEL 50/2015

Brinkbäumer, Klaus, Susanne Beyer Dirk Kurbjuweit u. a.:
DER SPIEGEL 50/2015 Total vermessen - Wir werden gläserne Patienten - und hoffen auf ewige Gesundheit Zukunft - 2030 Es kommen härtere Jahre: Nach Jahrzehnten chronischer Geburtenschwäche steht Deutschland vor dem Umbruch: Die Babyboomer erreichen die Rente - und ein ganzes Land muss zittern, ob das wirklich gut gehen kann. SPIEGEL-Serie über das Megathema Demografie (Teil 1) (S. 22) Hausmitteilung 5 Hausmitteilung - Betr.: Titel 5 Hausmitteilung - Betr.: Ivana Hoffmann 5 Hausmitteilung - Betr.: dein?SPIEGEL Ankündigung 6 Ankündigung - Kunst am Kopf 6 Ankündigung - Angriff auf das Menschheitserbe 6 Ankündigung - Tod einer Idealistin 6 Ankündigung - Das Endspiel 7 Ankündigung - Sigmar Gabriel, 7 Ankündigung - Stav Shafir, 7 Ankündigung - Slavoj Žižek, Rubriken 8 Briefe - Nur Strategie und Taktik: Nr. 11/2015 SPIEGEL-Gespräch mit Peer Steinbrück über die Fehler seiner Partei im Bundestagswahlkampf 8 Briefe - Unter der Käseglocke: Nr. 11/2015 Psychologie - Die Kunst, aufmerksam zu bleiben und die eigenen Ziele zu erreichen 12 Briefe - Dramatische Änderung: Nr. 10/2015 Eltern führen einen Gesinnungskampf um die Masernimpfung 12 Briefe - Korrektur 12 Briefe - Atemberaubend: Nr. 10/2015 Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq im SPIEGEL-Gespräch 144 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 144 Service 145 GESTORBEN - SAM SIMON, 59 145 GESTORBEN - FREI OTTO, 89 145 GESTORBEN - SIR TERRY PRATCHETT, 66 145 GESTORBEN - FRED DÜREN, 86 145 GESTORBEN - RICHARD GLATZER, 63 146 Personalien - Ratlos in Dänemark 146 Personalien - Lindsey Graham 146 Personalien - Tim Burton 147 Personalien - Vince Gilligan 147 Personalien - Eva Chen 147 Personalien - Autorin am Herd 147 Personalien - Unter Beobachtung 147 Personalien - Klug mit Kinderchören 148 Rückspiegel - Der SPIEGEL berichtete ... 148 Rückspiegel - Zitat 148 Hohlspiegel Leitartikel 14 Gebrochenes Versprechen: Bei allem Ärger über Griechenland - die Forderung nach Reparationen trifft einen wunden Punkt. Deutschland 17 Bundeswehr - Schutz vor Salafisten 17 Verteidigung - Neues TV-Studio für von der Leyen 17 Extremismus - Bedenken gegen Islamisten-Ausweis 18 Drogenhandel - 10?000 Kunden 18 Plagiate - Mathiopoulos-Verfahren in Berufung 18 Außenpolitik - Pofalla übernimmt Petersburger Dialog 19 Jakob Augstein Im Zweifel links - Aus einem Holz 19 Recht - Freiburger Staatsanwalt angeklagt 19 Kriminalität - Erhebliche Sprengkraft 19 Ukraine - Scholz steigt aus 20 Der Augenzeuge - Dann eben "Tschick"! 20 Innere Sicherheit - "Es braucht mehr Polizisten" 20 Endlagersuche - Verwaltung mauert 34 Europa - Angela de Gaulle: Das Endspiel um den Grexit hat begonnen. Doch wer hat das Sagen im Poker mit der Regierung in Athen: der Brüsseler Kommissionschef Jean-Claude Juncker oder die Nationalstaaten unter der Führung der deutschen Kanzlerin? 36 Reparationen - "Die Forderungen sind erfüllt": Völkerrechtsprofessor Frank Schorkopf, 44, über Ansprüche Griechenlands 38 Finanzen - "Der Anfang vom Ende": Der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici, 57, über die Versuche Brüssels, einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu verhindern 40 Sozialdemokraten - Im Gestank: Ein Jahr lang hat Sigmar Gabriel die SPD gut geführt. Trotzdem hält er das Rennen um das Kanzleramt schon jetzt für verloren - und wird zusehends unberechenbar. 45 Affären - Verdächtige Löschung: Strafrechtlich ist der Fall Edathy abgeschlossen, nicht aber politisch. Interne BKA-Dokumente bringen SPD-Politiker Oppermann in neue Not. 46 Grenzen - Gummiboote im Visier: Sicherheitskonzerne beeinflussen die europäische Flüchtlingspolitik. Sie machen mit der Abschottung des Kontinents gute Geschäfte. 48 Demokratie - "Ein Baum, ein Strick": Demonstrationen vor dem Haus, Hetze im Netz, Morddrohungen: Sechs Politiker berichten, wie Neonazis und Wutbürger sie einzuschüchtern versuchen. 50 Extremismus - Ivanas Kampf: Eine Schülerin aus Duisburg zieht in den Krieg gegen den "Islamischen Staat" und stirbt. Was suchte eine 19-jährige Deutsche in Syrien? 52 Debatte - Hybris des Westens: 25 Jahre nach der Wende schwächelt die Demokratie. 53 Medizin - Mumie auf Station: Das Klinikum Bayreuth soll todkranke Patienten künstlich am Leben gehalten haben - als lukrative Einnahmequelle. 54 Hauptstadt - Die Überzeugungstöterin: Monika Herrmann stellt sich in Kreuzberg dem Kampf: um grüne Ideale, gegen eine harte Realität. Die Bürgermeisterin sagt: "Ich bin Therapeutin, Dompteurin, Klagemauer." 58 Essen - Exotisch, aber bitte deutsch!: Ein Ethnologe erklärt, warum wir Pizza und Döner lieben lernten - und wie der Sonntagsbraten in Verruf geraten konnte. Ein Spaziergang. Gesellschaft 60 Sechserpack 60 Deutsch - Wird Google bald Romane übersetzen, Herr Schmidt- Henkel? 61 Ein Zeugnis und seine Geschichte - Holz fürs Hirn: Wie aus einem sehr schlechten Schüler ein sehr guter Mathelehrer wurde 62 Familien - "Einfach tot und weg": Seit sechs Jahren versucht ein Vater zu verstehen, warum sich sein Sohn erschossen hat - er fühlt sich von der Schule und den Behörden alleingelassen. 68 Homestory - Menschenexperiment: Das Ende einer Labormaus markiert den Anfang vieler moralischer Fragen. Wirtschaft 70 Verkehr - Bahn bekommt Kerngeschäft nicht in den Griff 70 Deutsche Post - Höheres Porto für Briefe 71 Insolvenzen - Weniger Bankrotte 71 Siemens - Verkehrstechnik soll im Konzern bleiben 71 Arbeitsmarkt - Agenturen loben Mindestlohn 71 Technologie - Computerchip statt Hausschlüssel 71 Lufthansa Frachtzentrum in der Warteschleife 72 Industrie - Schlaue Winzlinge: In Smartphones, Autos und sogar in Blumentöpfen verbergen sich die neuen Schlüsselprodukte der Digitalwirtschaft: Sensoren. Sie können sehen, hören und seit Kurzem auch riechen. Der Wettlauf um die besten Geschäftsideen beginnt. 76 SPIEGEL-Gespräch - "Die Deutschen haben zu viel Angst": Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, rät Sparern, ihr Geld in Aktien anzulegen, und stellt sich hinter die globale Strategie der Deutschen Bank. 78 Korruption - Griff in den Honigtopf: Fahnder nehmen erneut die Lufthansa ins Visier: Der Konzern verschleppte offenbar die Ermittlungen in einem möglichen Bestechungsfall. 80 Koalition - Der Atom-Poker: Regierung und Konzerne ringen um die Zukunft des Strommarktes. Das Faustpfand der Unternehmen sind die Milliarden für den Abbau der Kernkraftwerke. Nun soll es einen Deal geben. 82 Textilindustrie - "Sie sehen uns als Sklaven": Erstmals ziehen Arbeiter aus Asien gegen einen deutschen Konzern vor Gericht. Die Opfer eines Fabrikbrands wollen Entschädigung. Ausland 84 Drill fürs Leben 84 Terror - Grausam vereint 85 Fußnote - 5 85 Burma - Dunkle Erinnerungen 85 Finnland - Neue Wachsamkeit 86 USA - Jeb und die rechten Zwerge: Unter dem Druck der Tea Party driften die Republikaner im Vorwahlkampf nach rechts, doch mit dem Wettlauf um die schärfsten Positionen schaden sie sich selbst. Denn die weiße Stammwählerschaft stirbt langsam aus. 88 Israel - Die Sozial-Rebellin: Stav Shafir führte vor vier Jahren die Proteste in Tel Aviv an, heute ist sie eine der beliebtesten Politikerinnen des Landes. Hat sie etwas verändert? 90 Russland - Am Auslöser: Der Moskauer Freischärler Igor Strelkow ist durch den Krieg in der Ukraine zu einer nationalen Berühmtheit geworden. 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Kultur 120 Pop - "Ein naiver Kunstbegriff" 120 Verlage - Auslieferung gestoppt 121 Elke Schmitter Besser weiß ich es nicht - Bruder Peer 121 Burgtheater - Wiener Schweigen 122 Mode - Dem Leben verfallen: Philip Treacy ist der gefragteste Hutmacher der Welt und der Überlebende einer exzentrischen Clique aus London: Seine Förderin Isabella Blow und sein Weggefährte Alexander McQueen brachten sich um. 125 Belletristik 125 Sachbuch 126 Autoren - Die Welt ist unfassbar: Der französische Schriftsteller Jérôme Ferrari erzählt vom Leben und Wirken des Physikers Werner Heisenberg - und vom Wesen unseres Daseins. 130 SPIEGEL-Gespräch - "Unsere Trägheit ist die größte Gefahr": Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek ist einer der kühnsten Intellektuellen Europas und ein bekennender Linker. In der Auseinandersetzung mit dem Islamismus plädiert er gegen zu viel Toleranz und für eine europäische Leitkultur der Aufklärung. "Ihr wollt das ich Angst habe. Vergesst es!" Antoine Leiris, dessen Frau im Pariser Klub Bataclan ermordert wurde - WIE DIE DEMOKRATIE DEN TERROR ABWEHREN KANN 5.12.15
Hamburg, SPIEGEL-Verlag, 2015. 154 Seiten 27,2 x 20,8 x 0,8 cm, broschiert


[Zustand]: Leichte Alters- und Gebrauchsspuren [Beschreibung]: Titel Digitalisierung - Der gläserne Patient: IT-Konzerne, Versicherer und Pharmariesen gieren nach Gesundheitsdaten. Im Gegenzug versprechen sie eine bessere Medizin, maßgeschneidert für jeden Einzelnen. Aber wie hoch ist der Preis, den die Menschen dafür zahlen? (S. 10) Hausmitteilung 3 Hausmitteilung - Betr.: DEIN SPIEGEL 3 Hausmitteilung - Betr.: Hollywood 3 Hausmitteilung - Betr.: Gabriel Ankündigung 4 Ankündigung - Starke Gefühle 4 Ankündigung - Können Daten heilen? 4 Ankündigung - Vor uns die Sintflut 4 Ankündigung - Im Krieg 5 Ankündigung - Swetlana Alexijewitsch 5 Ankündigung - Hape Kerkeling 5 Ankündigung - Elif Shafak Leitartikel 6 Der falsche Krieg: Deutschland lässt sich aus schlecht verstandener Solidarität in den Kampf um Syrien hineinziehen. Deutschland investigativ 20 Kittihawk 20 CSU - Cameron in Kreuth 20 AfD - "Ich brauche Ihre Hilfe" 20 Kernkraft - Gefährlicher Meiler: Ein Gutachten deckt erhebliche Risiken beim AKW Fessenheim auf. 21 Parteienfinanzierung - Verschärfte Rechenschaft 21 Bundeswehr - Teures Manöver 21 Rüstung - Seltsamer Export 22 Flüchtlinge - Warme Kleidung aus Schottland 22 Verteidigung - Schutz für Atombomben 22 Studie - Jung wählt gern 24 Griechenland - Rettung billiger 24 Recht - Bundespolizei verunsichert 24 Der Augenzeuge - "Wohin sollen wir gehen?" 24 Parteien - Bald gendert auch die CDU Kolumne Deutschland investigativ 22 Jakob Augstein Im Zweifel links - Differenz Deutschland 26 Europa - Koalition der Unwilligen: Der Plan der Kanzlerin, die Flüchtlingskrise mithilfe der Türkei zu lösen, stößt auf Widerstand. In Berlin und Brüssel wird bereits über Alternativen nachgedacht: die Rückkehr zu nationalen Grenzkontrollen und das Ende des freien Reiseverkehrs. 30 SPIEGEL-Gespräch - "Keine Militärallianz mit Russland gegen den IS": Der Flüchtlingskoordinator und Kanzleramtschef Peter Altmaier, 57, beschreibt die mühsame Suche nach einer europäischen Flüchtlingspolitik und schließt eine Zusammenarbeit mit dem Assad-Regime beim Kampf gegen den IS aus. 33 IT-Sicherheit - Diebesgrüße aus Moskau: Die Hacker, die den Bundestag attackierten, greifen weitere Regierungen von Nato-Ländern an. Analysten glauben: Dahinter stecken Russen. 34 Verteidigung - Auf der Rutschbahn: Erst "Tornados", dann Bodentruppen? Alle Experten sagen, dass der Krieg gegen den "Islamischen Staat" nicht aus der Luft zu gewinnen ist. 36 Karrieren - Und der Morgen grüßt schon: Flüchtlinge, Terroristen, Syrienkrieg, TTIP. Stündlich verändert sich die Lage. Das müsste Sigmar Gabriel entgegenkommen, sein Leben hat ihn auf Krisen vorbereitet. Aber kann ein Politiker die Welt und gleichzeitig die SPD retten? Von Alexander Osang 44 Essay - Was sagt denn das Volk?: Mehr Volksbefragungen gleich mehr Demokratie – so einfach ist die Rechnung nicht. Von Thomas Darnstädt 46 Islamisten - "Wir sind die Feuerwehr": Nach den Anschlägen von Paris sind nicht nur Militär und Geheimdienste gefragt – Deutschland will auch die Präventionsarbeit in Schulen und Problemvierteln verstärken. 48 Zeitgeschichte - ?"Ich habe das Bild": Wurden Opfer des Anschlags auf die Olympischen Spiele 1972 gefoltert? Angehörige sind davon überzeugt, Indizien sprechen dagegen. 50 Migration - Der zweite Versuch: Rund 700?000 Bürgerkriegsflüchtlinge vom Balkan gingen in den Neunzigerjahren nach Deutschland. Viele mussten zurück – nun kommen ihre Kinder. 52 Strafjustiz - Tod vor dem Fernseher: Warum ließ ein Mann gemeinsam mit seiner Tochter die Ehefrau auf dem Wohnzimmersofa sterben? 54 Reiche - "Shut up, Mummy!": Im Erbschaftsdrama um den Berliner Dussmann-Konzern greifen frühere Spitzenmanager die Witwe des Patriarchen an. Gesellschaft 56 Senioren - Wie fühlen sich Alte an Weihnachten, Herr Stadler? 56 Sechserpack 58 Eine Meldung und ihre Geschichte - Der Geschmack von Keksen: Eine Engländerin bekommt mit 112 Jahren ein neues Hüftgelenk. 60 SPIEGEL-Gespräch - "Brad?": In ihrem ersten gemeinsamen Film seit Langem spielen Angelina Jolie und Brad Pitt ein Ehepaar in einer existenziellen Krise. Reiner Zufall, oder? 66 Ortstermin - Mitten im Geschehen: Eine afghanische Flüchtlingsfamilie wird auf Hallig Hooge aufgenommen. Meldung Wirtschaft investigativ 67 Lufthansa - Verzicht predigen, selbst kassieren: Nach dem härtesten Arbeitskampf der Firmengeschichte sollen die Gehälter steigen – beim Vorstand. 67 Haushalt - Neun Milliarden Überschuss 67 Bahn - Grubes verflixtes siebtes Jahr Wirtschaft 68 Wohltäter - Mark, der Nette: Mark Zuckerberg hat sich gewandelt wie kaum eine andere Unternehmerpersönlichkeit. Die Milliardenspende des Facebook-Gründers ist Teil des Plans, die Welt nach seinen Visionen zu gestalten. 70 Umwelt - Klimakanzlerin a.?D: In Paris trat Angela Merkel als Vorkämpferin gegen die Erderwärmung auf. Doch sie kommt beim CO²-Ausstoß kaum voran – ihr Ansehen sinkt. 72 Mode - Boss ohne Biss: Lange galt Hugo Boss als Erfolgsgeschichte. Doch der Weg zur globalen Luxusmarke ist steiler als gedacht. Die Kunden bleiben weg. Vor allem Frauen kaufen lieber bei der Konkurrenz. 75 Finanzen - Zehn Prozent auf alles: Seit Monaten quälen sich Union und SPD an einer Reform der Erbschaftsteuer. Ein Befreiungsschlag scheiterte, jetzt wird weitergewurschtelt. 76 SPIEGEL-Gespräch - "Ich bin ausgelutscht worden": Komiker Hape Kerkeling, 50, hadert mit seiner TV-Karriere. Er hat sich aus dem Fernsehen zurückgezogen und will nur noch Autor sein. Sein erstes Buch wurde nun verfilmt. 80 Energie - Weg mit dem Dreck: RWE-Chef Peter Terium plant, seinen Konzern nun doch aufzuspalten. So will er Investoren locken und geräuschlos seine Altlasten beseitigen. Ausland 82 Analyse - "Kontrollverlust möglich": Warum Afghanistans Abwärtsspirale nicht aufzuhalten ist. 82 Dengue-Alarm 83 Fußnote - 17 Morde 83 Nigeria - Phantomverträge gegen Terror 83 China - "Ich mache sauber" 84 Syrien - Der Mitmach-Krieg: Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" erwägt die westliche Allianz eine Zusammenarbeit mit der syrischen Armee. Assads Bodentruppen sind aber nicht nur zu schwach, um den IS zu besiegen. Sie haben auch kein Interesse daran. 86 Libyen - Der Brückenkopf des Kalifats: Der "Islamische Staat" dehnt sein Territorium in Nordafrika aus, mit der gleichen Strategie wie in Syrien. 88 SPIEGEL-Gespräch - "Wir haben das Lachen verlernt": Die türkische Autorin Elif Shafak sieht ihr Land als "wacklige Demokratie", zunehmend autoritär, polarisiert und depressiv. Was sie enttäuscht: dass Europa das schweigend hinnimmt. 92 Griechenland - "Lass die Kinder frei": Ein parteiloser Minister sollte die Polizei reformieren und wurde wieder abgesetzt. Nun wirft er der Regierung die Protektion von Terroristen vor. 94 Venezuela - Eine Entführung von ganz oben: Präsident Maduro lässt führende Oppositionelle verhaften, sogar den Bürgermeister von Caracas. Die Parlamentswahl könnte er dennoch verlieren. Von Marian Blasberg 100 Global Village - Barry aus der 3b: In Jakarta bemüht sich die frühere Grundschule Barack Obamas, das Erbe ihres berühmtesten Schülers zu bewahren. Wissenschaft+Technik 102 Paläontologie - Urgroßkätzchen im Permafrost 102 Abgasskandal - "Was ist denn das für eine Ausrede?" 102 Flöckchen, Gelbröckchen 102 Fußnote - 352 Schießereien 104 Umwelt - Land unter: Das Mississippi-Delta wird zum Testfall im Kampf gegen den Klimawandel. Beängstigend schnell versinkt dort die Küste im Meer. Lässt sich der Schwund stoppen? 108 Hochschulen - Opa Prof: Viele Wissenschaftler können ihren Forscherdrang nach der Pensionierung nicht einfach ausknipsen – was tun gegen den ungeliebten Ruhestand? 110 Ernährung - Supereinfach! Superlecker!: Der ungemein erfolgreiche Küchenautomat Thermomix spaltet die kulinarische Welt: Was bleibt vom Kochen, wenn eine Maschine die Kontrolle übernimmt? 114 Bahn - Esperanto in Knappenrode: Züge im Grenzverkehr müssen deutsche Signale so gut verstehen wie belgische oder dänische. Jetzt soll die Kommunikation vereinheitlicht werden. Kommentar Wissenschaft + Technik 103 Kommentar - Süße Schwemme: Warum der Gesetzgeber die Verbraucher vor Zucker schützen muss Kultur 116 Bildbände - Ladenschluss 117 Kino - Blutiges Krippenspiel 117 Pop - Heiße Leitung 117 Nils Minkmar Zur Zeit - Böse Absichten 118 Pop - Manisch glücklich: Coldplay ist eine der erfolgreichsten Bands der Welt, aber auch eine der meistgehassten. Warum nur? Von Philipp Oehmke 122 Theater - Mit der Axt: "Graf Öderland" von Max Frisch als Anti-Pegida-Abend: Der Regisseur Volker Lösch bringt in Dresden die Konflikte einer gespaltenen Stadt auf die Bühne. 125 Sachbuch 125 Belletristik 126 SPIEGEL-Gespräch - "Wir sind Späne der Geschichte": Am kommenden Donnerstag wird der Nobelpreis für Literatur an Swetlana Alexijewitsch verliehen. Die weißrussische Schriftstellerin über den Krieg und die Frage, warum die Russen ihn besser verstehen als der Westen. 134 Selbstverständnis - Das Gefühl der Erniedrigung: Frankreich wird zwischen Angst und Gewalt zerrieben, meint der Schriftsteller Alexis Jenni – weil Militarismus und die Folgen der Kolonialzeit seine Gesellschaftsstruktur prägen. 136 Bildkritik - Frauen vom Fahrersitz: Heldinnen statt Sexobjekte: der Pirelli-Kalender des Jahres 2016 Sport 139 Fußball - Das Leder von Bern 139 China - Tod einer Schwimmerin 140 Fußball - Auf Bewährung: Der 19-jährige Donis Avdijaj vom FC Schalke 04 gilt als einer der begabtesten Spieler seiner Generation. Doch die Karriere des Stürmers stockt, er kann sich schlecht unterordnen. Aus dem Leben eines schwer erziehbaren Jungprofis. 144 Olympia - Dicke Kinder: Nach der geplatzten Kandidatur Hamburgs befürchten Athleten, dass der Sport in Deutschland eine Monokultur wird: Fußball und sonst nichts. Rubriken 148 Service 148 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 149 GESTORBEN - LUC BONDY, 67 149 GESTORBEN - FATIMA MERNISSI, 75 149 GESTORBEN - NORBERT GASTELL, 86 149 GESTORBEN - FRANZ NEUBAUER, 85 149 GESTORBEN - ELDAR RJASANOW, 88 150 Personalien - Simpler Spaß 150 Personalien - Miss Verstand 151 Personalien - Pablo Escobar 151 Personalien - Vielflieger, viel Ärger 151 Personalien - Joanne K. Rowling 151 Personalien - Michail Turezki 151 Personalien - Klappe! 152 Briefe - Was ist schiefgelaufen?: Nr. 49/2015 Strategen des Terrors – Wie der "IS" seinen Krieg nach Europa trägt 152 Briefe - Allahs VIP-Lounge: Nr. 48/2015 Jakob Augstein – Nebenan 152 Briefe - Verhülltes Gutdünken: Nr. 48/2015 Kaum ein Richter wird wegen Rechtsbeugung verurteilt, weil angeblich Vorsatz nicht nachzuweisen ist 153 Briefe - Familie der Hörnchen: Nr. 47/2015 Anhand historischer Fotos rekonstruieren Wissenschaftler den letzten Seuchenzug der Pest 153 Briefe - Stressfreier Ruhestand: Nr. 48/2015 Freiheit für den letzten Menschenaffen in einem deutschen Zirkus? 153 Briefe - Jeden Tag Fegefeuer: Nr. 48/2015 Die mühsame Annäherung eines Vaters an sein Scheidungskind 153 Briefe - Hahn auf dem Haufen: Nr. 48/2015 Im SPIEGEL-Streitgespräch diskutieren der Grüne Robert Habeck und der Konservative Friedrich Merz über das TTIP-Abkommen 154 Rückspiegel - Ausgezeichnet 154 Rückspiegel - Zitate 154 Hohlspiegel Abmahnung: Sollte der Inhalt oder die Aufmachung dieser Seite bzw. 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DER SPIEGEL 4912/2015

Brinkbäumer, Klaus, Susanne Beyer Dirk Kurbjuweit u. a.:
DER SPIEGEL 4912/2015 "Ihr wollt, dass ich Angst habe. Titel Zukunft - 2030 Es kommen härtere Jahre: Nach Jahrzehnten chronischer Geburtenschwäche steht Deutschland vor dem Umbruch: Die Babyboomer erreichen die Rente - und ein ganzes Land muss zittern, ob das wirklich gut gehen kann. SPIEGEL-Serie über das Megathema Demografie (Teil 1) (S. 22) Hausmitteilung 5 Hausmitteilung - Betr.: Titel 5 Hausmitteilung - Betr.: Ivana Hoffmann 5 Hausmitteilung - Betr.: dein?SPIEGEL Ankündigung 6 Ankündigung - Kunst am Kopf 6 Ankündigung - Angriff auf das Menschheitserbe 6 Ankündigung - Tod einer Idealistin 6 Ankündigung - Das Endspiel 7 Ankündigung - Sigmar Gabriel, 7 Ankündigung - Stav Shafir, 7 Ankündigung - Slavoj Žižek, Rubriken 8 Briefe - Nur Strategie und Taktik: Nr. 11/2015 SPIEGEL-Gespräch mit Peer Steinbrück über die Fehler seiner Partei im Bundestagswahlkampf 8 Briefe - Unter der Käseglocke: Nr. 11/2015 Psychologie - Die Kunst, aufmerksam zu bleiben und die eigenen Ziele zu erreichen 12 Briefe - Dramatische Änderung: Nr. 10/2015 Eltern führen einen Gesinnungskampf um die Masernimpfung 12 Briefe - Korrektur 12 Briefe - Atemberaubend: Nr. 10/2015 Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq im SPIEGEL-Gespräch 144 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 144 Service 145 GESTORBEN - SAM SIMON, 59 145 GESTORBEN - FREI OTTO, 89 145 GESTORBEN - SIR TERRY PRATCHETT, 66 145 GESTORBEN - FRED DÜREN, 86 145 GESTORBEN - RICHARD GLATZER, 63 146 Personalien - Ratlos in Dänemark 146 Personalien - Lindsey Graham 146 Personalien - Tim Burton 147 Personalien - Vince Gilligan 147 Personalien - Eva Chen 147 Personalien - Autorin am Herd 147 Personalien - Unter Beobachtung 147 Personalien - Klug mit Kinderchören 148 Rückspiegel - Der SPIEGEL berichtete ... 148 Rückspiegel - Zitat 148 Hohlspiegel Leitartikel 14 Gebrochenes Versprechen: Bei allem Ärger über Griechenland - die Forderung nach Reparationen trifft einen wunden Punkt. Deutschland 17 Bundeswehr - Schutz vor Salafisten 17 Verteidigung - Neues TV-Studio für von der Leyen 17 Extremismus - Bedenken gegen Islamisten-Ausweis 18 Drogenhandel - 10?000 Kunden 18 Plagiate - Mathiopoulos-Verfahren in Berufung 18 Außenpolitik - Pofalla übernimmt Petersburger Dialog 19 Jakob Augstein Im Zweifel links - Aus einem Holz 19 Recht - Freiburger Staatsanwalt angeklagt 19 Kriminalität - Erhebliche Sprengkraft 19 Ukraine - Scholz steigt aus 20 Der Augenzeuge - Dann eben "Tschick"! 20 Innere Sicherheit - "Es braucht mehr Polizisten" 20 Endlagersuche - Verwaltung mauert 34 Europa - Angela de Gaulle: Das Endspiel um den Grexit hat begonnen. Doch wer hat das Sagen im Poker mit der Regierung in Athen: der Brüsseler Kommissionschef Jean-Claude Juncker oder die Nationalstaaten unter der Führung der deutschen Kanzlerin? 36 Reparationen - "Die Forderungen sind erfüllt": Völkerrechtsprofessor Frank Schorkopf, 44, über Ansprüche Griechenlands 38 Finanzen - "Der Anfang vom Ende": Der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici, 57, über die Versuche Brüssels, einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu verhindern 40 Sozialdemokraten - Im Gestank: Ein Jahr lang hat Sigmar Gabriel die SPD gut geführt. Trotzdem hält er das Rennen um das Kanzleramt schon jetzt für verloren - und wird zusehends unberechenbar. 45 Affären - Verdächtige Löschung: Strafrechtlich ist der Fall Edathy abgeschlossen, nicht aber politisch. Interne BKA-Dokumente bringen SPD-Politiker Oppermann in neue Not. 46 Grenzen - Gummiboote im Visier: Sicherheitskonzerne beeinflussen die europäische Flüchtlingspolitik. Sie machen mit der Abschottung des Kontinents gute Geschäfte. 48 Demokratie - "Ein Baum, ein Strick": Demonstrationen vor dem Haus, Hetze im Netz, Morddrohungen: Sechs Politiker berichten, wie Neonazis und Wutbürger sie einzuschüchtern versuchen. 50 Extremismus - Ivanas Kampf: Eine Schülerin aus Duisburg zieht in den Krieg gegen den "Islamischen Staat" und stirbt. Was suchte eine 19-jährige Deutsche in Syrien? 52 Debatte - Hybris des Westens: 25 Jahre nach der Wende schwächelt die Demokratie. 53 Medizin - Mumie auf Station: Das Klinikum Bayreuth soll todkranke Patienten künstlich am Leben gehalten haben - als lukrative Einnahmequelle. 54 Hauptstadt - Die Überzeugungstöterin: Monika Herrmann stellt sich in Kreuzberg dem Kampf: um grüne Ideale, gegen eine harte Realität. Die Bürgermeisterin sagt: "Ich bin Therapeutin, Dompteurin, Klagemauer." 58 Essen - Exotisch, aber bitte deutsch!: Ein Ethnologe erklärt, warum wir Pizza und Döner lieben lernten - und wie der Sonntagsbraten in Verruf geraten konnte. Ein Spaziergang. Gesellschaft 60 Sechserpack 60 Deutsch - Wird Google bald Romane übersetzen, Herr Schmidt- Henkel? 61 Ein Zeugnis und seine Geschichte - Holz fürs Hirn: Wie aus einem sehr schlechten Schüler ein sehr guter Mathelehrer wurde 62 Familien - "Einfach tot und weg": Seit sechs Jahren versucht ein Vater zu verstehen, warum sich sein Sohn erschossen hat - er fühlt sich von der Schule und den Behörden alleingelassen. 68 Homestory - Menschenexperiment: Das Ende einer Labormaus markiert den Anfang vieler moralischer Fragen. Wirtschaft 70 Verkehr - Bahn bekommt Kerngeschäft nicht in den Griff 70 Deutsche Post - Höheres Porto für Briefe 71 Insolvenzen - Weniger Bankrotte 71 Siemens - Verkehrstechnik soll im Konzern bleiben 71 Arbeitsmarkt - Agenturen loben Mindestlohn 71 Technologie - Computerchip statt Hausschlüssel 71 Lufthansa Frachtzentrum in der Warteschleife 72 Industrie - Schlaue Winzlinge: In Smartphones, Autos und sogar in Blumentöpfen verbergen sich die neuen Schlüsselprodukte der Digitalwirtschaft: Sensoren. Sie können sehen, hören und seit Kurzem auch riechen. Der Wettlauf um die besten Geschäftsideen beginnt. 76 SPIEGEL-Gespräch - "Die Deutschen haben zu viel Angst": Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, rät Sparern, ihr Geld in Aktien anzulegen, und stellt sich hinter die globale Strategie der Deutschen Bank. 78 Korruption - Griff in den Honigtopf: Fahnder nehmen erneut die Lufthansa ins Visier: Der Konzern verschleppte offenbar die Ermittlungen in einem möglichen Bestechungsfall. 80 Koalition - Der Atom-Poker: Regierung und Konzerne ringen um die Zukunft des Strommarktes. Das Faustpfand der Unternehmen sind die Milliarden für den Abbau der Kernkraftwerke. Nun soll es einen Deal geben. 82 Textilindustrie - "Sie sehen uns als Sklaven": Erstmals ziehen Arbeiter aus Asien gegen einen deutschen Konzern vor Gericht. Die Opfer eines Fabrikbrands wollen Entschädigung. Ausland 84 Drill fürs Leben 84 Terror - Grausam vereint 85 Fußnote - 5 85 Burma - Dunkle Erinnerungen 85 Finnland - Neue Wachsamkeit 86 USA - Jeb und die rechten Zwerge: Unter dem Druck der Tea Party driften die Republikaner im Vorwahlkampf nach rechts, doch mit dem Wettlauf um die schärfsten Positionen schaden sie sich selbst. Denn die weiße Stammwählerschaft stirbt langsam aus. 88 Israel - Die Sozial-Rebellin: Stav Shafir führte vor vier Jahren die Proteste in Tel Aviv an, heute ist sie eine der beliebtesten Politikerinnen des Landes. Hat sie etwas verändert? 90 Russland - Am Auslöser: Der Moskauer Freischärler Igor Strelkow ist durch den Krieg in der Ukraine zu einer nationalen Berühmtheit geworden. Er hasst Liberale wie den ermordeten Boris Nemzow und hält Präsident Wladimir Putin für einen Zauderer. 92 Griechenland - Flüchtlinge als Waffe: Die Regierung will menschenunwürdige Aufnahmelager schließen: eine sinnvolle Idee - oder eine Drohgebärde in Richtung Deutschland? 94 Kongo - Die deutsche Straße: Die Welthungerhilfe hat einen Weg durch den Urwald gebaut, der vom Kriegsgebiet Nord-Kivu bis an den Kongo-Fluss führt. Das Projekt zeigt die Grenzen von Entwicklungshilfe. Von Samiha Shafy und Andreas Herzau (Fotos) 100 Global Village - Piep-piep-flöt: In London versuchen Experten, ein Archiv längst vergangener Klänge zu retten. Sport 101 Boxen - Zahltag! 101 Olympiakandidatur - "Schwarzes Loch" 102 Idole - Kamera im Kuli: Ein Mithäftling schreibt ein Buch, Fernsehsender drehen Filme - Uli Hoeneß muss dabei zusehen, wie seine Knaststory vermarktet wird. 104 Hockey - "Ich mache mir Druck": Yvonne Frank ist Nationaltorhüterin und Polizistin. Um Sport und Beruf zu meistern, führt sie ein Leben voller Kompromisse. Kommentar Wissenschaft + Technik 108 Kommentar - Risiko des Scheiterns: Schluss mit dem Unfug von der Hirnsimulation Wissenschaft+Technik 108 Tod in der Wüste 109 Genetik - Täglich vergiftet 109 Fußnote - 25 109 Ergonomie - "Einfach mal den Kopf heben" 110 Archäologie - Bildersturm im Garten Eden: Im Nordirak löschen IS-Terroristen das Kulturerbe der Menschheit aus. Mit Sprengstoff und Bulldozern zerstören sie jene Märchenstätten des Morgenlandes, wo einst Keilschrift, Mathematik, Astronomie entstanden - und die ersten Weltreiche. 114 Essay - Die Krieger der Apokalypse: Die Truppen des "Islamischen Staats" sind keine Monster aus dem Mittelalter. Von Georg Diez 116 Medizin - Am digitalen Pranger: Der Feldzug der "Lebensschützer" zeigt Wirkung: Deutschlands bekanntester Abtreibungsarzt musste seine Praxis in Stuttgart aufgeben. Auch andere Ärzte werden bedrängt. 118 Energie - Kosmischer Stresstest: Wegen der Sonnenfinsternis zum Frühlingsanfang könnte es zu einem großflächigen Ausfall der Solaranlagen kommen. Droht gar ein Zusammenbruch der Stromnetze? 119 Evolution - Schrumpfende Gehirne: Wie wurden Hund, Katze und Kaninchen zu Gefährten des Menschen? Genetiker erforschen, wie sich Wildtiere in Haustiere verwandeln. Kultur 120 Pop - "Ein naiver Kunstbegriff" 120 Verlage - Auslieferung gestoppt 121 Elke Schmitter Besser weiß ich es nicht - Bruder Peer 121 Burgtheater - Wiener Schweigen 122 Mode - Dem Leben verfallen: Philip Treacy ist der gefragteste Hutmacher der Welt und der Überlebende einer exzentrischen Clique aus London: Seine Förderin Isabella Blow und sein Weggefährte Alexander McQueen brachten sich um. 125 Belletristik 125 Sachbuch 126 Autoren - Die Welt ist unfassbar: Der französische Schriftsteller Jérôme Ferrari erzählt vom Leben und Wirken des Physikers Werner Heisenberg - und vom Wesen unseres Daseins. 130 SPIEGEL-Gespräch - "Unsere Trägheit ist die größte Gefahr": Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek ist einer der kühnsten Intellektuellen Europas und ein bekennender Linker. In der Auseinandersetzung mit dem Islamismus plädiert er gegen zu viel Toleranz und für eine europäische Leitkultur der Aufklärung. "Ihr wollt das ich Angst habe. Vergesst es!" Antoine Leiris, dessen Frau im Pariser Klub Bataclan ermordert wurde - WIE DIE DEMOKRATIE DEN TERROR ABWEHREN KANN 28.11.15
Hamburg, SPIEGEL-Verlag, 2015. 183 Seiten 27,2 x 20,8 x 0,8 cm, broschiert


[Zustand]: Leichte Alters- und Gebrauchsspuren [Beschreibung]: Titel Terrorismus - Das Abenteuer Gewalt: Die Anschläge von Paris markieren eine Zäsur. Der "Islamische Staat" griff an 13/11 erstmals mitten in einer europäischen Hauptstadt an. Auch in Zukunft wollen westliche Dschihadisten den Krieg aus Syrien zurück in die alte Heimat tragen. (S. 12) Russland - Putins Krieg: Der Kreml mischt sich verstärkt in Syrien ein, inzwischen auch mit Bodentruppen und Artillerie für das Assad-Regime. Damit ist er für den Westen ein schwieriger Partner. (S. 20) SPIEGEL-Gespräch - "Im Eurodisney des Dschihad": Der Autor David Thomson hat mit vielen IS-Kämpfern aus Frankreich gesprochen. Sein Fazit: Sie sind überraschend normal, aber entschieden, ihren Kampf nach Europa zu tragen. (S. 22) Islamisten - "Ein ungutes Gefühl": Ermittler beobachten mehr Gefährder – und mehr Spuren, die ins Leere führen. Droht eine "finale Heldentat" in Deutschland? Die Behörden rätseln, wie hoch die Gefahr wirklich ist. (S. 26) Belgien - Im Bunker: Für den Kampf gegen den islamistischen Terror ist das Land schlecht gerüstet. (S. 28) Hausmitteilung 5 Hausmitteilung - Betr.: Siemens 5 Hausmitteilung - Betr.: SPIEGEL GESCHICHTE 5 Hausmitteilung - Betr.: Klimagipfel Ankündigung 6 Ankündigung - Unsere Dschihadisten 6 Ankündigung - "So etwas geht gar nicht" 6 Ankündigung - Die Zukunft der Erde 6 Ankündigung - Heilung aus dem Biolabor 7 Ankündigung - Marine Le Pen 7 Ankündigung - Salman Rushdie 7 Ankündigung - Eugene Kaspersky Leitartikel 10 Der böse Vater ist zurück: Europa muss sich in der Krise auf sein politisches Projekt besinnen. Deutschland investigativ 30 Integration - Für Israel, gegen Scharia: Die CDU will Migranten auf deutsche Gesetze und Werte verpflichten. 30 Verteidigung - Der Lack ist ab 31 Kittihawk 31 Atomausstieg - Schwieriges Erbe 31 BND - Auf ewig geheim 31 WM-Sommermärchen - Ermittler wollen Akten der Regierung 32 Künstler-Protest - "Ein buntes Bild abgeben" 34 Umwelt - Merkels dreckige Milliarden 34 FDP - Bürokratische Entbürokratisierung 34 Der Augenzeuge - "Schlag ins Gesicht" 34 Verfassungsschutz - Journalisten als Agenten? Kolumne Deutschland investigativ 32 Jan Fleischhauer Der schwarze Kanal - Wir sind schuld Deutschland 36 Außenpolitik - Im Tornado: Eurokrise und Flüchtlingsfrage haben das deutsch-französische Verhältnis zerrüttet. Um es nicht weiter zu beschädigen, lässt sich die Bundesregierung wider die eigene Überzeugung in den Krieg in Syrien hineinziehen. 39 Interview - "Jetzt kriegen wir die Quittung": EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, 59, spricht über seine Angst vor dem Auseinanderbrechen Europas und erklärt seine Kritik am angeblichen deutschen Egoismus. 42 Essay - Falsche Freunde: Die deutsche Israellobby verprellt mit fragwürdigen Holocaust-Vergleichen die Unterstützer des jüdischen Staates in Deutschland. Von Christoph Schult 44 Migration - "Besorgte Prognose": Dem Bundesamt für Flüchtlinge wird Versagen vorgeworfen. Doch interne Dokumente zeigen: Die Regierung hat die Behörde lange im Stich gelassen. 46 Immobilien - Asyl im Horchposten: Der Bund bietet Notunterkünfte an – darunter Bunker und ein Führerhauptquartier. 48 Strafjustiz - Vater außer Kontrolle: Ein Mann schlägt seinen Sohn fast tot. Viele sahen die Gefahr, allen voran die Mutter des Kindes. Doch keiner griff ein. 50 SPIEGEL-Gespräch - "Wir schaffen das noch": Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann, 67, plädiert für Flüchtlingskontingente – und kritisiert das Krisenmanagement der Bundesregierung. 54 Paragrafen - Die Banalität und das Böse: Wie kann ein Alltagsstreit um einen Hund, der nicht angeleint ist, zur großen Sache werden? Ganz einfach: mal kurz "Heil Hitler" rufen. 56 Soziales - Vergangene Schlachten: Die Unternehmerlobby will den Mindestlohn für Flüchtlinge aushebeln. Dabei gibt es längst andere Wege, ihnen den Jobeinstieg leichter zu machen. 58 Prozesse - Von kleinem Verstand: Bisweilen verlieren Staatsanwälte und Richter jedes Augenmaß. Eine Bagatelle mit drakonischen Folgen. Von Gisela Friedrichsen Gesellschaft 60 Zwölferpack 61 Eine Meldung und ihre Geschichte - Weinprobe: Ein Kiewer Staatsanwalt ermittelt, weil für Berlusconi ein 240 Jahre alter Wein entkorkt wurde. 62 Klima - [Alles] [wird] [gut]: Auf der Weltkonferenz von Paris entscheidet sich die Zukunft des Planeten Erde. Damit ein ehrgeiziges Vertragswerk zustande kommt, haben Tausende Unterhändler um jedes Wort, um jedes Komma gerungen. Geschichte eines unwahrscheinlichen Erfolgs. 83 Homestory - Sitznachbarn: Wie ich als brauner Mensch nun ständig zur Integrationsarbeit gezwungen werde Meldung Wirtschaft investigativ 84 Einlagensicherung - Schäuble droht 84 Fusionen - Waffen-Brüder: Die Regierungen in Berlin und Paris planen eine gemeinsame Strategie für die Rüstungsindustrie. 85 Schadensersatz - US-Kanzlei verklagt deutsche Konzerne 85 Lufthansa - Platzeck soll schlichten 85 Landwirtschaft - Deutsche misstrauen Milchbauern Kommentar Wirtschaft investigativ 85 Kommentar - Schnüffelstrom: Der Zwangseinbau neuer Stromzähler ist nicht smart. Wirtschaft 86 Innovationen - Unter Geiern: Getrieben vom rasenden technologischen Wandel, muss Siemens-Chef Joe Kaeser Europas größten Hightech-Konzern zukunftsfähig machen. Sonst droht die Zerschlagung. Von Dinah Deckstein und Konstantin von Hammerstein 92 Gründer - Ran an Bollywood: Ein Sohn von VW-Patriarch Ferdinand Piëch will ins Autogeschäft einsteigen. Helfen soll ihm dabei Oscarpreisträger Adrien Brody. 94 Sicherheit - "Wir leben im Cyber-Mittelalter": Der russische IT-Unternehmer Eugene Kaspersky über Hackerangriffe auf Autos, Seehäfen, den "Islamischen Staat" – und seine eigene Firma 96 Konzerne - Kein Wunder in Wolfsburg: Das Krisenmanagement der VW-Führung hat die Krise verschärft. Doch die Börse wettet auf einen glimpflichen Ausgang des Abgasskandals. Ausland 98 Analyse - Schleichender Staatsstreich: Polens neue national-konservative Regierung hegt die Demokratie ein. 98 16 Kugeln 99 Russland - Im Schritttempo gegen Putin 99 Fußnote - 67,5 Prozent 99 China - Zug nach Westen 100 Frankreich - Madame Unverzagt: Marine Le Pen hat den rechten Front National aus der Schmuddelecke geholt. Bei den Regionalwahlen könnte die Partei zur stärksten Kraft werden. Und ihre Vorsitzende 2017 zur nächsten Präsidentin? Von Julia Amalia Heyer 106 Afghanistan - "Ich muss das Land zusammenhalten": Präsident Ashraf Ghani fordert mehr Hilfe für seine Heimat, in der die Taliban stärker werden, während Zehntausende in Richtung Europa fliehen. 110 Spanien - Eine andere Art Politik: Die einstige Aktivistin Ada Colau setzt im Rathaus von Barcelona auf Mitbeteiligung und Kontrolle durch die Bürger. 114 Global Village - Zensur verbindet: Warum sich ein Grieche wegen seiner Installationen mit Plastikfiguren den Zorn von Playmobil zugezogen hat Sport 117 Fifa - Tage der Entscheidung 117 Fußball - Konternde Füchse 118 Boxen - "Wegpusten, bäng": Felix Sturm ist einer der beliebtesten deutschen Profikämpfer, doch seit einem Jahr begleitet ihn ein schwerwiegender Vorwurf. Ein Promoter behauptet, der Exchampion habe versucht, einen Killer auf ihn anzusetzen. 121 WM 2006 - Spur zu Leo: In der Sommermärchen-Affäre des DFB gibt es neue Hinweise auf eine Verwicklung des Kirch-Konzerns in mögliche Bestechungsaktivitäten. Wissenschaft+Technik 122 Luftfahrt - Neue Spur zum Geisterflugzeug? 122 Fussnote - 14 Millionen 122 Umwelt - "180?000 Menschen starben an Atemnot" 122 Deine Schuppen im Sand 124 Medizin - Menschen nach Maß: Eine neue Gentech-Methode versetzt Bioforscher in einen Schaffensrausch. Erbkrankheiten könnten damit geheilt werden – aber auch das Designerbaby rückt in den Bereich des Machbaren. Wie weit darf das Leben umgestaltet werden? 132 Ernährung - Süßer Schwindel: Als natürlichen Zuckerersatz preisen Hersteller Stevia. Dabei wird der Stoff industriell verarbeitet – und kommt bald sogar aus dem Biolabor. 134 Bionik - Mehr im Meer sehen: Der Panzer der Käferschnecken ist von mikroskopisch kleinen Augen übersät – sie könnten nun zum Vorbild für Sensoren in Hauswänden werden. Kommentar Wissenschaft + Technik 123 Einwurf - Die besten Jahre kommen noch: Die Welt ist nicht so schlecht, wie sie gerade aussieht. Kultur 136 Kino - Gott wohnt in Brüssel 136 Architektur - Fluchtnest 137 Literatur - Bombe im Kopf 137 Wer will ich sein? 137 Saudi-Arabien - Todesstrafe für Dichter 138 Debatte - Die Würde ist unsere Antwort: In dem Theaterstück "Terror" sitzt das Publikum zu Gericht über einen Piloten, der eine entführte Passagiermaschine abschießt, um Zehntausende zu retten. Freiheit oder Sicherheit? Das ist die Frage, vor die uns der Angriff auf Paris stellt. Von Ferdinand von Schirach 144 Literatur - Der Anti-Hipster: Der hessische Schriftsteller Andreas Maier ist auf der Suche nach der verlorenen Zeit. In seinem neuen Buch spürt er dem Phänomen Udo Jürgens nach. 147 Sachbuch 147 Belletristik 148 SPIEGEL-Gespräch - "Literatur hat keine Armee": Salman Rushdie über die Kunst, im Angesicht des Terrors zu leben 152 TV-Kritik - "Großartig": Die Kulturmagazine des Fernsehens sind zu Dauerwerbesendungen für neue Bücher, Filme und Ausstellungen geworden. Rubriken 154 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 154 Impressum 155 GESTORBEN - KIM YOUNG SAM, 87 155 GESTORBEN - JOHANNA JACOB, 76 155 GESTORBEN - DOUGLASS NORTH, 95 155 GESTORBEN - RUDOLF VON THADDEN, 83 155 GESTORBEN - JONAH LOMU, 40 158 Personalien - Goldstück 158 Personalien - Feuer zu Eis 159 Personalien - Ich leuchte, also bin ich 159 Personalien - Wladimir Putin 159 Personalien - Erica Jong 159 Personalien - Jay-Z 159 Personalien - Bilderbuch-Bärte 160 Briefe - Teufelskrieger: Nr. 48/2015 "Ihr wollt, dass ich Angst habe. Vergesst es!" – Antoine Leiris, dessen Frau im Pariser Klub Bataclan ermordet wurde; Leitartikel – Die richtige Antwort auf den Terror ist nüchterne Entschlossenheit, nicht Kriegsrhetorik 160 Briefe - Kluger Kopf: Nr. 47/2015 Präsident Andreas Voßkuhle erklärt im SPIEGEL-Gespräch, warum er versteht, dass sich Politiker manchmal über das Verfassungsgericht ärgern 161 Briefe - Wo bleibt Ihr Archiv?: Nr. 47/2015 "Willen braucht man. Und Zigaretten." – Helmut Schmidt, Jahrhundertmann 161 Briefe - Die Herren sind sich einig: Nr. 47/2015 Die Ökonomen Marcel Fratzscher und Daniel Stelter im SPIEGEL-Streitgespräch über die Folgen der Flüchtlingswelle 161 Briefe - Empört und wütend: Nr. 47/2015 Juden sehen sich von jungen Muslimen bedroht 162 Rückspiegel - Zitate 162 Hohlspiegel 162 Rückspiegel - Ausgezeichnet 162 Rückspiegel - Der SPIEGEL berichtete ... 183 IMPRESSUM: SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG [Info]: SIE SUCHEN EIN BUCH, CD ODER DVD IN DEUTSCH ODER ENGLISCH? FRAGEN SIE UNS - WIR BEMÜHEN UNS ES FÜR SIE ZU BESCHAFFEN! | Abmahnung: Sollte der Inhalt oder die Aufmachung dieser Seite bzw. Anzeige fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzen, so bitte ich um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Ich garantiere, dass die zu Recht beanstandeten Passagen unverzüglich entfernt werden, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. Dennoch von Ihnen ohne vorherige Kontaktaufnahme ausgelöste Kosten werde ich vollumfänglich zurückweisen und gegebenenfalls Gegenklage wegen Verletzung vorgenannter Bestimmungen einreichen. | [INT]: LF: spiegel127 | LFA: spie | VK: 0
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DER SPIEGEL 48/2015

Brinkbäumer, Klaus, Susanne Beyer Dirk Kurbjuweit u. a.:
DER SPIEGEL 48/2015 "Ihr wollt, dass ich Angst habe. Titel Zukunft - 2030 Es kommen härtere Jahre: Nach Jahrzehnten chronischer Geburtenschwäche steht Deutschland vor dem Umbruch: Die Babyboomer erreichen die Rente - und ein ganzes Land muss zittern, ob das wirklich gut gehen kann. SPIEGEL-Serie über das Megathema Demografie (Teil 1) (S. 22) Hausmitteilung 5 Hausmitteilung - Betr.: Titel 5 Hausmitteilung - Betr.: Ivana Hoffmann 5 Hausmitteilung - Betr.: dein?SPIEGEL Ankündigung 6 Ankündigung - Kunst am Kopf 6 Ankündigung - Angriff auf das Menschheitserbe 6 Ankündigung - Tod einer Idealistin 6 Ankündigung - Das Endspiel 7 Ankündigung - Sigmar Gabriel, 7 Ankündigung - Stav Shafir, 7 Ankündigung - Slavoj Žižek, Rubriken 8 Briefe - Nur Strategie und Taktik: Nr. 11/2015 SPIEGEL-Gespräch mit Peer Steinbrück über die Fehler seiner Partei im Bundestagswahlkampf 8 Briefe - Unter der Käseglocke: Nr. 11/2015 Psychologie - Die Kunst, aufmerksam zu bleiben und die eigenen Ziele zu erreichen 12 Briefe - Dramatische Änderung: Nr. 10/2015 Eltern führen einen Gesinnungskampf um die Masernimpfung 12 Briefe - Korrektur 12 Briefe - Atemberaubend: Nr. 10/2015 Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq im SPIEGEL-Gespräch 144 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 144 Service 145 GESTORBEN - SAM SIMON, 59 145 GESTORBEN - FREI OTTO, 89 145 GESTORBEN - SIR TERRY PRATCHETT, 66 145 GESTORBEN - FRED DÜREN, 86 145 GESTORBEN - RICHARD GLATZER, 63 146 Personalien - Ratlos in Dänemark 146 Personalien - Lindsey Graham 146 Personalien - Tim Burton 147 Personalien - Vince Gilligan 147 Personalien - Eva Chen 147 Personalien - Autorin am Herd 147 Personalien - Unter Beobachtung 147 Personalien - Klug mit Kinderchören 148 Rückspiegel - Der SPIEGEL berichtete ... 148 Rückspiegel - Zitat 148 Hohlspiegel Leitartikel 14 Gebrochenes Versprechen: Bei allem Ärger über Griechenland - die Forderung nach Reparationen trifft einen wunden Punkt. Deutschland 17 Bundeswehr - Schutz vor Salafisten 17 Verteidigung - Neues TV-Studio für von der Leyen 17 Extremismus - Bedenken gegen Islamisten-Ausweis 18 Drogenhandel - 10?000 Kunden 18 Plagiate - Mathiopoulos-Verfahren in Berufung 18 Außenpolitik - Pofalla übernimmt Petersburger Dialog 19 Jakob Augstein Im Zweifel links - Aus einem Holz 19 Recht - Freiburger Staatsanwalt angeklagt 19 Kriminalität - Erhebliche Sprengkraft 19 Ukraine - Scholz steigt aus 20 Der Augenzeuge - Dann eben "Tschick"! 20 Innere Sicherheit - "Es braucht mehr Polizisten" 20 Endlagersuche - Verwaltung mauert 34 Europa - Angela de Gaulle: Das Endspiel um den Grexit hat begonnen. Doch wer hat das Sagen im Poker mit der Regierung in Athen: der Brüsseler Kommissionschef Jean-Claude Juncker oder die Nationalstaaten unter der Führung der deutschen Kanzlerin? 36 Reparationen - "Die Forderungen sind erfüllt": Völkerrechtsprofessor Frank Schorkopf, 44, über Ansprüche Griechenlands 38 Finanzen - "Der Anfang vom Ende": Der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici, 57, über die Versuche Brüssels, einen Austritt Griechenlands aus dem Euro zu verhindern 40 Sozialdemokraten - Im Gestank: Ein Jahr lang hat Sigmar Gabriel die SPD gut geführt. Trotzdem hält er das Rennen um das Kanzleramt schon jetzt für verloren - und wird zusehends unberechenbar. 45 Affären - Verdächtige Löschung: Strafrechtlich ist der Fall Edathy abgeschlossen, nicht aber politisch. Interne BKA-Dokumente bringen SPD-Politiker Oppermann in neue Not. 46 Grenzen - Gummiboote im Visier: Sicherheitskonzerne beeinflussen die europäische Flüchtlingspolitik. Sie machen mit der Abschottung des Kontinents gute Geschäfte. 48 Demokratie - "Ein Baum, ein Strick": Demonstrationen vor dem Haus, Hetze im Netz, Morddrohungen: Sechs Politiker berichten, wie Neonazis und Wutbürger sie einzuschüchtern versuchen. 50 Extremismus - Ivanas Kampf: Eine Schülerin aus Duisburg zieht in den Krieg gegen den "Islamischen Staat" und stirbt. Was suchte eine 19-jährige Deutsche in Syrien? 52 Debatte - Hybris des Westens: 25 Jahre nach der Wende schwächelt die Demokratie. 53 Medizin - Mumie auf Station: Das Klinikum Bayreuth soll todkranke Patienten künstlich am Leben gehalten haben - als lukrative Einnahmequelle. 54 Hauptstadt - Die Überzeugungstöterin: Monika Herrmann stellt sich in Kreuzberg dem Kampf: um grüne Ideale, gegen eine harte Realität. Die Bürgermeisterin sagt: "Ich bin Therapeutin, Dompteurin, Klagemauer." 58 Essen - Exotisch, aber bitte deutsch!: Ein Ethnologe erklärt, warum wir Pizza und Döner lieben lernten - und wie der Sonntagsbraten in Verruf geraten konnte. Ein Spaziergang. Gesellschaft 60 Sechserpack 60 Deutsch - Wird Google bald Romane übersetzen, Herr Schmidt- Henkel? 61 Ein Zeugnis und seine Geschichte - Holz fürs Hirn: Wie aus einem sehr schlechten Schüler ein sehr guter Mathelehrer wurde 62 Familien - "Einfach tot und weg": Seit sechs Jahren versucht ein Vater zu verstehen, warum sich sein Sohn erschossen hat - er fühlt sich von der Schule und den Behörden alleingelassen. 68 Homestory - Menschenexperiment: Das Ende einer Labormaus markiert den Anfang vieler moralischer Fragen. Wirtschaft 70 Verkehr - Bahn bekommt Kerngeschäft nicht in den Griff 70 Deutsche Post - Höheres Porto für Briefe 71 Insolvenzen - Weniger Bankrotte 71 Siemens - Verkehrstechnik soll im Konzern bleiben 71 Arbeitsmarkt - Agenturen loben Mindestlohn 71 Technologie - Computerchip statt Hausschlüssel 71 Lufthansa Frachtzentrum in der Warteschleife 72 Industrie - Schlaue Winzlinge: In Smartphones, Autos und sogar in Blumentöpfen verbergen sich die neuen Schlüsselprodukte der Digitalwirtschaft: Sensoren. Sie können sehen, hören und seit Kurzem auch riechen. Der Wettlauf um die besten Geschäftsideen beginnt. 76 SPIEGEL-Gespräch - "Die Deutschen haben zu viel Angst": Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, rät Sparern, ihr Geld in Aktien anzulegen, und stellt sich hinter die globale Strategie der Deutschen Bank. 78 Korruption - Griff in den Honigtopf: Fahnder nehmen erneut die Lufthansa ins Visier: Der Konzern verschleppte offenbar die Ermittlungen in einem möglichen Bestechungsfall. 80 Koalition - Der Atom-Poker: Regierung und Konzerne ringen um die Zukunft des Strommarktes. Das Faustpfand der Unternehmen sind die Milliarden für den Abbau der Kernkraftwerke. Nun soll es einen Deal geben. 82 Textilindustrie - "Sie sehen uns als Sklaven": Erstmals ziehen Arbeiter aus Asien gegen einen deutschen Konzern vor Gericht. Die Opfer eines Fabrikbrands wollen Entschädigung. Ausland 84 Drill fürs Leben 84 Terror - Grausam vereint 85 Fußnote - 5 85 Burma - Dunkle Erinnerungen 85 Finnland - Neue Wachsamkeit 86 USA - Jeb und die rechten Zwerge: Unter dem Druck der Tea Party driften die Republikaner im Vorwahlkampf nach rechts, doch mit dem Wettlauf um die schärfsten Positionen schaden sie sich selbst. Denn die weiße Stammwählerschaft stirbt langsam aus. 88 Israel - Die Sozial-Rebellin: Stav Shafir führte vor vier Jahren die Proteste in Tel Aviv an, heute ist sie eine der beliebtesten Politikerinnen des Landes. Hat sie etwas verändert? 90 Russland - Am Auslöser: Der Moskauer Freischärler Igor Strelkow ist durch den Krieg in der Ukraine zu einer nationalen Berühmtheit geworden. Er hasst Liberale wie den ermordeten Boris Nemzow und hält Präsident Wladimir Putin für einen Zauderer. 92 Griechenland - Flüchtlinge als Waffe: Die Regierung will menschenunwürdige Aufnahmelager schließen: eine sinnvolle Idee - oder eine Drohgebärde in Richtung Deutschland? 94 Kongo - Die deutsche Straße: Die Welthungerhilfe hat einen Weg durch den Urwald gebaut, der vom Kriegsgebiet Nord-Kivu bis an den Kongo-Fluss führt. Das Projekt zeigt die Grenzen von Entwicklungshilfe. Von Samiha Shafy und Andreas Herzau (Fotos) 100 Global Village - Piep-piep-flöt: In London versuchen Experten, ein Archiv längst vergangener Klänge zu retten. Sport 101 Boxen - Zahltag! 101 Olympiakandidatur - "Schwarzes Loch" 102 Idole - Kamera im Kuli: Ein Mithäftling schreibt ein Buch, Fernsehsender drehen Filme - Uli Hoeneß muss dabei zusehen, wie seine Knaststory vermarktet wird. 104 Hockey - "Ich mache mir Druck": Yvonne Frank ist Nationaltorhüterin und Polizistin. Um Sport und Beruf zu meistern, führt sie ein Leben voller Kompromisse. Kommentar Wissenschaft + Technik 108 Kommentar - Risiko des Scheiterns: Schluss mit dem Unfug von der Hirnsimulation Wissenschaft+Technik 108 Tod in der Wüste 109 Genetik - Täglich vergiftet 109 Fußnote - 25 109 Ergonomie - "Einfach mal den Kopf heben" 110 Archäologie - Bildersturm im Garten Eden: Im Nordirak löschen IS-Terroristen das Kulturerbe der Menschheit aus. Mit Sprengstoff und Bulldozern zerstören sie jene Märchenstätten des Morgenlandes, wo einst Keilschrift, Mathematik, Astronomie entstanden - und die ersten Weltreiche. 114 Essay - Die Krieger der Apokalypse: Die Truppen des "Islamischen Staats" sind keine Monster aus dem Mittelalter. Von Georg Diez 116 Medizin - Am digitalen Pranger: Der Feldzug der "Lebensschützer" zeigt Wirkung: Deutschlands bekanntester Abtreibungsarzt musste seine Praxis in Stuttgart aufgeben. Auch andere Ärzte werden bedrängt. 118 Energie - Kosmischer Stresstest: Wegen der Sonnenfinsternis zum Frühlingsanfang könnte es zu einem großflächigen Ausfall der Solaranlagen kommen. Droht gar ein Zusammenbruch der Stromnetze? 119 Evolution - Schrumpfende Gehirne: Wie wurden Hund, Katze und Kaninchen zu Gefährten des Menschen? Genetiker erforschen, wie sich Wildtiere in Haustiere verwandeln. Kultur 120 Pop - "Ein naiver Kunstbegriff" 120 Verlage - Auslieferung gestoppt 121 Elke Schmitter Besser weiß ich es nicht - Bruder Peer 121 Burgtheater - Wiener Schweigen 122 Mode - Dem Leben verfallen: Philip Treacy ist der gefragteste Hutmacher der Welt und der Überlebende einer exzentrischen Clique aus London: Seine Förderin Isabella Blow und sein Weggefährte Alexander McQueen brachten sich um. 125 Belletristik 125 Sachbuch 126 Autoren - Die Welt ist unfassbar: Der französische Schriftsteller Jérôme Ferrari erzählt vom Leben und Wirken des Physikers Werner Heisenberg - und vom Wesen unseres Daseins. 130 SPIEGEL-Gespräch - "Unsere Trägheit ist die größte Gefahr": Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek ist einer der kühnsten Intellektuellen Europas und ein bekennender Linker. In der Auseinandersetzung mit dem Islamismus plädiert er gegen zu viel Toleranz und für eine europäische Leitkultur der Aufklärung. "Ihr wollt das ich Angst habe. Vergesst es!" Antoine Leiris, dessen Frau im Pariser Klub Bataclan ermordert wurde - WIE DIE DEMOKRATIE DEN TERROR ABWEHREN KANN 19.11.15
Hamburg, SPIEGEL-Verlag, 2015. 162 Seiten 27,2 x 20,8 x 0,8 cm, broschiert


[Zustand]: Leichte Alters- und Gebrauchsspuren [Beschreibung]: Titel Frankreich - "Wir werden gewinnen": Die Attentäter von Paris zielten auf ein junges, lässiges Paris und meinten unser aller Alltag in der offenen Gesellschaft. (S. 10) Fußball - "Am Ende doch noch kalte Füße": Mit dem abgesagten Länderspiel kommt die Sorge vor Anschlägen nach Deutschland. (S. 16) "Ihr könnt nicht mehr ins Hotel": Der Brüsseler Korrespondent Peter Müller war mit seinen drei kleinen Kindern im Stade de France, als die Anschläge verübt wurden. (S. 20) Terrorismus - Ein rationales Monster: Die aufwendig geplanten Anschläge des IS im Westen sind kein Zeichen dafür, dass die Terrormiliz unter Druck gerät, sondern Folge seiner erfolgreichen Konsolidierung als Quasistaat – und Teil einer langfristigen Strategie. Von Christoph Reuter (S. 25) Interview - "Sie wollen einen Bürgerkrieg": Der Islamforscher Olivier Roy glaubt, dass Frankreich auch durch seine Außenpolitik zum perfekten Feind der Terroristen des "Islamischen Staats" wurde. (S. 28) Islamismus - Boxen im Dunkeln: Nach Paris und Hannover wappnen sich die deutschen Behörden für den Ernstfall. Gegen den Hass im Netz und seine verheerende Wirkung sind sie jedoch machtlos. (S. 32) USA - "Nato-Truppen wären falsch": Barack Obamas stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater Ben Rhodes erklärt, warum Washington den Einsatz westlicher Bodentruppen in Syrien für einen Fehler hält. (S. 36) Verteidigung - Am Rand der Sahara: Die Anschläge von Paris ändern für die Bundeswehr die Schwerpunkte: In Syrien und Mali warten neue gefährliche Einsätze auf die Truppe. (S. 37) Hausmitteilung 5 Hausmitteilung - Betr.: SPIEGEL Biografie 5 Hausmitteilung - Betr.: Titel Ankündigung 6 Ankündigung - Mitten ins Herz 6 Ankündigung - Amerika gegen Bayern 6 Ankündigung - Das abwesende Kind 6 Ankündigung - Dorf der Waffen 7 Ankündigung - Schimpanse Robby 7 Ankündigung - Jürgen Klopp 7 Ankündigung - Philipp Ruch Leitartikel 8 Die wehrhafte Demokratie: Terrorismus führt nicht in den Weltkrieg, ist aber eine Gefahr. Was wir tun können. Essay Titelgeschichte 30 Essay - Theater der Sicherheit: Es hilft nichts: Frankreich muss sich verändern. Von Nils Minkmar Deutschland investigativ 38 Energie - Billig ist teuer: Trotz sinkender Großhandelspreise für Gas müssen Verbraucher viel bezahlen. 38 Jugendkriminalität - Risiko Drogenkonsum 38 Sanktionen - Kaum Wirkung 38 Bundespolizei - Locker werden 39 Kittihawk 39 Umwelt - Widerstand gegen Salz-Versenkung 39 Luftfahrt - Sparsame Typen 40 Verfassungsschutz - Pegida beobachten 40 Frauenquote - Schwesig kritisiert Merkel 41 Innere Sicherheit - Bundeswehr zur Terrorabwehr? 41 Der Augenzeuge - "Sieht aus wie Kaninchenfutter" 41 Justiz - Schwitzen statt sitzen 41 Werkverträge - Nahles stoppen Kolumne Deutschland investigativ 40 Jakob Augstein Im Zweifel links - Nebenan Deutschland 42 Regierung - Die stille Kapitulation: Während Angela Merkel noch verbal an ihrer offenen Flüchtlingspolitik festhält, wird sie von ihren Parteifreunden Schritt für Schritt zu einer Kurskorrektur gezwungen. Mit jedem Nachgeben bröckelt auch ein Stück ihrer Autorität. 46 Rüstung - Die Unfehlbaren: Heckler?&?Koch hält sich für die beste Waffenschmiede der Welt. Diese Überheblichkeit macht die Firma zum perfekten Feindbild ihrer Gegner. Von Marc Hujer und Gerald Traufetter 50 Grüne - Bremser im Autoland: Verkehrsminister Winfried Hermann steht ziemlich allein mit seiner Kritik an der Kraftfahrzeugindustrie – seine Regierung steuert in Baden-Württemberg längst auf Autokurs. 54 SPIEGEL-Streitgespräch - "Wer ist hier der Souverän?": Die Wirtschaftspolitiker Robert Habeck (Grüne) und Friedrich Merz (CDU) debattieren die Massenproteste gegen das geplante TTIP-Abkommen, die Macht der Verbraucher und die Frage, ob es appetitlich ist, Hühnchen durch ein Chlorbad zu ziehen. 62 Grundrechte - Nicht ohne meinen Vater: Das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden: Inwieweit haben Kinder Anspruch darauf, klären zu können, von wem sie abstammen? 64 Tierschutz - "Wir sind doch seine Familie": Robby ist der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus. Behörden haben angeordnet, dass der Schimpanse nun unter Artgenossen leben soll – nach 40 Jahren bei Menschen. 68 Kriminalität - Verdächtige Stimmen: Abgehörte Telefonate sind wichtige Beweismittel vor Gericht. Doch Gutachter streiten, wie Sprecher am besten zu identifizieren sind. 70 Justiz - Heiliges Gesetz: Die Strafandrohung für Rechtsbeugung ist hoch. Doch kaum ein Richter wird dafür verurteilt – weil angeblich der Nachweis böser Absicht fehlt. Von Gisela Friedrichsen 74 Verbrechen - Bündel im Abstellraum: Die Entdeckung von acht Babyleichen in Bayern entsetzt viele Menschen. Eine Studie zeigt: Die Väter ermöglichen die Taten, indem sie wegschauen. Gesellschaft 76 Sechserpack 76 Pseudonyme - Was mögen Sie an Morgenschweiß, Herr Udolph? 77 Eine Anleihe und ihre Geschichte - 11,35 Euro: Wie ein niederländischer Kämmerer Finanzgeschichte schrieb 78 Familien - Lebenslänglich: Ein Paar trennt sich, die Frau zieht in eine andere Stadt. Nach der Scheidung bricht der Kontakt des Mannes zur gemeinsamen Tochter ab. Das ist jetzt 17 Jahre her. Seitdem sendet der Vater Botschaften an sein verlorenes Kind. Von Hauke Goos 83 Ortstermin - Hass und Hose: Eine Schulleiterin aus Schwaben gerät in Konflikt mit der Jogginghose. Meldung Wirtschaft investigativ 84 Lufthansa - Alle an einem Tisch: Zumindest im Konflikt um die Betriebsrenten zeichnet sich eine Annäherung ab. 84 Korruption - Druck von oben 85 Unternehmen - Examen für Aufsichtsräte 85 VW-Manager - 23 Millionen für den Luxusrentner 85 Hightech-Patente - Deutschland in der Spitzengruppe 85 Banken - Kreditkarten könnten teurer werden Wirtschaft 86 Konjunktur - Unter den Möglichkeiten: Trotz tiefer Zinsen, niedriger Ölpreise und eines billigen Euro schafft die deutsche Wirtschaft keinen kräftigen Aufschwung. Die Vorzeigeökonomie Europas stößt an ihre Grenzen. Wissenschaftler fordern eine neue Reformrunde. 89 Terror - Anonyme Transfers: Profitiert der "Islamische Staat" von der Digitalisierung der Finanzmärkte? Die G-7-Staaten prüfen eine stärkere Regulierung virtueller Geldströme. 90 Baurecht - Besondere Maßstäbe: Siemens plant und baut in Berlin und München an historischen Plätzen. Die Städte sind so dankbar, dass man sich um Denkmalschutz nicht viel schert. 92 Beschäftigung - Das Rätsel von Aleppo: Um für sich selbst sorgen zu können, brauchen Flüchtlinge einen Job. Aber wie können sie einen finden? Einblicke in die Welt der Arbeitsvermittler. Von Cornelia Schmergal 98 Streaming - Indisches Schnäppchen: Ein Onlineportal preist ein Billigangebot für Bundesliga-Übertragungen an. Die Deutsche Fußball Liga droht mit rechtlichen Schritten. Ausland 100 Im Schlamm begraben 100 Israel - "Verrückte Realität" 101 Fußnote - 86 Prozent 101 Südkorea - Wahre Geschichte 101 China - Rien ne va plus 102 Mali - Bleibt weg: Die Bundesregierung will "Fluchtursachen bekämpfen", doch was bedeutet das? Erkundungen in einem Land, das deutsche Soldaten und Entwicklungshelfer zum Musterstaat in Afrika machen wollen – und zum Zentrum einer neuen Abwehrschlacht. 110 Italien - Der Capitano: Unter Matteo Salvini ist die rechtspopulistische Lega Nord laut Umfragen zur drittstärksten Partei geworden. Nun wollen die einstigen Sezessionisten aus dem reichen Norden das ganze Land erobern. 114 Global Village - Calzone geht immer: In einem Gefängnis auf Bali bringt ein deutscher Drogenschmuggler seinen Mitinsassen das Kochen bei. Sport 115 WM 2006 - DFB-Geld in die Karibik? 115 Hockey - "Versteigert wie auf Ebay" 116 Fußball - Das Vollgasding: Die Engländer lieben Jürgen Klopp, weil sie ihn lieben wollen. Sie müssen ihn noch verstehen lernen, dann könnte ihm beim FC Liverpool gelingen, was er in Dortmund schaffte – eine verschworene Gemeinschaft zu formen. 119 Umfrage - Feiern ja, bezahlen nein: Die meisten Deutschen stehen hinter der Olympia-kandidatur Hamburgs. Lieber hätten die Bürger 2024 allerdings die Fußball-EM im Land. Wissenschaft+Technik 122 Ei, Ei, Ei 123 Archäologie - "Die Keule war die allererste Waffe" 123 Medizin - Wunderkur im Frostfass 123 Fußnote - 681 124 SPIEGEL-Gespräch - "Ihm ist nichts zugeflogen": Der Wissenschaftshistoriker Jürgen Renn erklärt, wie Albert Einstein vor 100 Jahren die Allgemeine Relativitätstheorie erdachte, wer ihm dabei half und welche Irrwege er beschritt. Könnte es heute noch ein solches Jahrhundertgenie geben? 128 Physik - Phantom am Himmel: Über ein halbes Jahrhundert lang spukte ein Zwergplanet im Sonnensystem umher – bis Einstein ihn wegrechnete. 130 Ernährung - Diktatur des Stillens: Muttermilch tut Babys gut – aber ist sie wirklich ein Zaubertrank, der schlank, schlau und gesund macht? 132 Archäologie - Beinkleid mit Bolzen: Hobbyforscher suchen in Silberminen nach uralten Jeans. Die historischen Hosen sind ein Vermögen wert – und inspirieren Modedesigner. Kommentar Wissenschaft + Technik 122 Kommentar - Menschenversuche auf dem Acker: Löst das Pestizid Glyphosat Krebs aus? Die Tests in Europa taugen nichts. Kultur 134 Kunst - Explodierende Bilder 134 Pop - Das große Gefühl 135 Amazon - Serien zum Mitbestimmen 135 Nils Minkmar Zur Zeit - Zapf, der Philosoph 135 Kino - Maßlose Liebe 136 NS-Raubkunst - Bayerische Sturheit: Eine Gruppe von US-Politikern fordert den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf, Bilder aus jüdischem Besitz zurückzugeben, die in den Museen seines Landes hängen. Anlass ist auch der Streit um das Erbe des Galeristen Alfred Flechtheim. 140 Essay - Die Macht der westlichen Moral: Der Terror ist nur besiegbar, wenn wir unsere Idee von Liberalismus überdenken. Von Romain Leick 144 SPIEGEL-Gespräch - "Wir kommen aus der Apokalypse": Die Politik habe den Sinn für das Schöne verloren, sagt der Berliner Künstler Philipp Ruch und fordert einen aggressiven Humanismus. Aber was soll das sein? 148 Literatur - Museum der flehenden Bücher: Ein Antiquar verkauft Bücher aus Marcel Reich-Ranickis Bibliothek. Ein signiertes Exemplar von Walsers "Tod eines Kritikers" ist auch dabei. Von Volker Weidermann 151 Sachbuch 151 Belletristik 152 Fernsehkritik - Völlig losgelöst: Die Serie "Deutschland 83" erzählt vom Kalten Krieg und vom schlechten Geschmack in den Achtzigerjahren. Rubriken 154 Service 154 Impressum: SPIEGEL-VERLAG RUDOLF AUGSTEIN GMBH & CO. KG 155 GESTORBEN - ANNELISE PFLUGBEIL, 97 155 GESTORBEN - DORA DOLL, 93 155 GESTORBEN - ANDY WHITE, 85 155 GESTORBEN - P. F. SLOAN, 70 155 GESTORBEN - PHIL TAYLOR, 61 158 Personalien - Paris ist überall 158 Personalien - Für die Freiheit 159 Personalien - Damien Hirst 159 Personalien - Zwiespältig 159 Personalien - Roger Waters 159 Personalien - Spike Lee 159 Personalien - Mit Biss 160 Briefe - Einen Berg ins Rollen gebracht: Nr. 46/2015 Geschont, geschönt, gescheitert – der DFB und das Schwarzgeld 160 Briefe - Beben im Bistum?: Nr. 46/2015 Ein Bischof als Missbrauchstäter 160 Briefe - Prominentester Zeitzeuge: Nr. 47/2015 "Willen braucht man. Und Zigaretten." – Helmut Schmidt, Jahrhundertmann 161 Briefe - Wer überprüft die Fahrer?: Nr. 46/2015 Wie Angehörige versuchen, ihre betagten Eltern vom Autofahren abzubringen 161 Briefe - Zu martialisch: Nr. 46/2015 Leitartikel: Warum der VW-Konzern zerschlagen werden muss 162 Rückspiegel - Zitate 162 Hohlspiegel [Info]: SIE SUCHEN EIN BUCH, CD ODER DVD IN DEUTSCH ODER ENGLISCH? FRAGEN SIE UNS - WIR BEMÜHEN UNS ES FÜR SIE ZU BESCHAFFEN! | Abmahnung: Sollte der Inhalt oder die Aufmachung dieser Seite bzw. Anzeige fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzen, so bitte ich um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Ich garantiere, dass die zu Recht beanstandeten Passagen unverzüglich entfernt werden, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. 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Liebe Ein philosophisches Lesebuch von Kai Buchholz (Herausgeber) Amore amor Amour Love Was das Herz begehrt – 50 Antworten auf die Fragen der Liebe. Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen, eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftsteller zum Thema Liebe: Von Platon über Descartes bis zu Erich Fromm, von Novalis über Thomas Mann bis zu Marguerite Duras. Dazu gibt der Herausgeber eine Art „Gebrauchsanweisung“, wie man die Texte für sein eigenes Leben nutzen kann. Wie Pralinen kann der Leser die Texte Stück für Stück genießen und hat nach der Lektüre das Gefühl, von ihnen bereichert worden zu sein. * Ein Buch zum genussvollen Schmökern und ein wunderschönes Geschenkbuch. Über den Autor: Dr. Kai Buchholz, geboren 1966 in Berlin, Philosoph, freier Autor und Ausstellungskurator. Buchveröffentlichungen: Sprachspiel und Semantik (1998). Wege zur Vernunft (Hg. 1999). Die Lebensreform (Hg. 2001). André Masson (Hg. 2003). Hörspiele: Das debile  Besprechung / Review zu

Kai Buchholz (Herausgeber)
Liebe Ein philosophisches Lesebuch von Kai Buchholz (Herausgeber) Amore amor Amour Love Was das Herz begehrt – 50 Antworten auf die Fragen der Liebe. Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen, eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftsteller zum Thema Liebe: Von Platon über Descartes bis zu Erich Fromm, von Novalis über Thomas Mann bis zu Marguerite Duras. Dazu gibt der Herausgeber eine Art „Gebrauchsanweisung“, wie man die Texte für sein eigenes Leben nutzen kann. Wie Pralinen kann der Leser die Texte Stück für Stück genießen und hat nach der Lektüre das Gefühl, von ihnen bereichert worden zu sein. * Ein Buch zum genussvollen Schmökern und ein wunderschönes Geschenkbuch. Über den Autor: Dr. Kai Buchholz, geboren 1966 in Berlin, Philosoph, freier Autor und Ausstellungskurator. Buchveröffentlichungen: Sprachspiel und Semantik (1998). Wege zur Vernunft (Hg. 1999). Die Lebensreform (Hg. 2001). André Masson (Hg. 2003). Hörspiele: Das debile Besprechung / Review zu ""Liebe"": ""Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftssteller."" Inhaltsverzeichnis Was ist Liebe? Hermann Hesse Liebe 15 Platon Das Gastmahl 20 René Descartes Die Leidenschaften der Seele 49 Helmut Kuhn Echte Liebe liebt das Gute 53 John Wilson Eine Checkliste für die Liebe 61 Warum wir lieben Guy de Maupassant Haar 69 David Hume Gegenstand und Ursachen von Liebe und Hass 77 Stendhal Über die Liebe 85 José Ortega y Gasset Die Liebeswahl 95 Hugh LaFollette Warum liebe ich? 110 Liebe oder Sex? Jean-Paul Sartre Intimität 131 Arthur Schopenhauer Metaphysik der Geschlechtsliebe 140 Vladimir Solov`ev Der Sinn der Liebe 150 Irenäus Eibl-Eibesfeldt Bindung, Liebe, Sexualität Peter Sloterdijk Der Sexualzynismus 172 Das Paar in der Gesellschaft Jean-Jacques Rousseau Julie 189 Denis de Rougemont Der Tristanmythos 202 Bertrand Russell Die Bedeutung der Liebe im menschlichen Leben 214 Max Horkheimer Die Person als Mitgift 222 Die Liebe und die Geschlechter Marguerite Duras Der Liebhaber 231 Otto Weininger Erotik und Ästhetik 242 Bruno Wille Die Liebe Platons 249 Simone de Beauvoir Die Liebende 260 Das Göttliche Lieben Thomas Mann Der Tod in Venedig 275 Platon Phaidros 292 Baruch de Spinoza Von der Liebe 305 Benedikt XVI. Gott ist Liebe 309 Sinn und Wert der Liebe Johann Wolfgang von Goethe Die Leiden des jungen Werther 325 Blaise Pascal Abhandlung über die Leidenschaften der Liebe 341 Jean-Paul Sartre Die Liebe, die Sprache, der Masochismus 346 Alain Finkielkraut Das geliebte Antlitz 353 Roland Barthes Fragmente einer Sprache der Liebe 364 Ovid Die Liebeskunst 377 Andreas Capellanus Über die Liebe 384 Søren Kierkegaard Tagebuch des Verführers 395 Erich Fromm Ist Lieben eine Kunst? 407 Liebende Philosophen Petrus Abaelardus Brief an einen Freund 425 Georg Lukács Sören Kierkegaard und Regine Olsen 434 Ray Monk Wittgenstein als Liebhaber 445 Axel Madsen Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre 457 Paul Feyerabend Grazia, ich und unsere Liebe 464 Autoren und Quellen 477 Zum Weiterlesen 503 Einleitung In seiner 76. Maxime formuliert der große französische Moralist La Rochefoucauld: »Es ist mit der echten Liebe wie mit Geistererscheinungen: Jeder redet von ihr, aber wenige Menschen haben sie je gesehen.« Auch heute noch sehnen sich viele Menschen nach der perfekten Liebe, und auch heute noch kommen nur wenige in ihren Genuss. Wer herausfinden will, woran das liegt, kann sich durch philosophische Einsichten in Sachen Liebe inspirieren lassen. Von Platon bis Schopenhauer, von Pascal bis Sartre und von Kierkegaard bis Russell haben berühmte Philosophen über die Liebe nachgedacht. Es ist lohnenswert, sich in ihre Texte zu vertiefen und ihre Gedankengänge zu verfolgen. Die Ideen und Meinungen, denen man dabei begegnet, sind höchst unterschiedlich. Einige sind klug, abgewogen und weise, andere kühn, stürmisch und voller Poesie - aber sie alle haben ihren eigenen Wert und werfen Licht auf einen anderen Winkel des großen Geheimnisses der Liebe. Die hier zusammengestellte Auswahl kurzer philosophischer Texte bietet dafür zahlreiche Anregungen und lässt sich auf unterschiedliche Weise entdecken. Man kann die einzelnen Texte in beliebiger Reihenfolge lesen, ihre Gedanken in sich aufnehmen und so Schritt für Schritt den vielfältigen Aspekten der Liebe auf die Spur kommen. Der Leser kann sich aber auch auf diejenigen Kapitel konzentrieren, die sein besonderes Interesse wecken; er wird dann feststellen, dass die Liebe, je nach Standpunkt und Blickwinkel, sehr unterschiedliche Einschätzungen eröffnet. Um die einzelnen Facetten der Liebe deutlich und anschaulich hervortreten zu lassen, werden die Abhandlungen der philosophischen Denker von Werken bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Guy de Maupassant, Thomas Mann und Marguerite Duras begleitet. So ergibt sich ein faszinierendes Kaleidoskop der Liebe, dessen Einzelteile sich beim Drehen und Schütteln zu immer wieder neuen und verblüffenden Bildern zusammenfügen. Natürlich können die in den Texten aufbewahrten Erkenntnisse jeden Leser auch persönlich bereichern. Ganz von selbst fordern die Ausführungen Stendhals oder Erich Fromms dazu heraus, eigene Erfahrungen und Erlebnisse in ihrem Licht neu zu betrachten. Sie regen dazu an, das eigene Gefühlsleben klarer zu durchdringen und eigene Verhaltensweisen zu überdenken. Um dieses Wechselspiel zwischen philosophischen Gedanken, erdichteten Geschichten und eigenem Leben in Gang zu setzen und zu befruchten, ist jedes Kapitel von kurzen Erläuterungen und Denkanstößen eingerahmt. Der Leser erhält hier Hilfestellungen, die es ihm erleichtern, philosophische Betrachtungen der Liebe für sich selbst zu nutzen und in die Tat umzusetzen. Trotz zahlreicher technischer Werkzeuge und Errungenschaften macht es die moderne Zivilisation dem Menschen schwer, ein befriedigendes Leben zu führen. Gerade heute fühlen sich viele von den zahllosen Informations-, Freizeit-, Konsum- und Lifestyle-Angeboten, die unablässig auf uns einströmen, überfordert. Oft führt unsere globalisierte Warenwelt nicht zu mehr Glück, sondern zu innerer Leere. Um sich aus diesem Strudel zu befreien, bedarf es der Selbstkultivierung: Wir müssen erst wieder aus der Mode gekommene Fertigkeiten ausbilden (etwa ein sensibles Wahrnehmungsvermögen, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitmenschen oder eine klare, unvoreingenommene Auffassungsgabe), wenn wir in den gegebenen Verhältnissen ein nach innen und außen erfülltes Leben verwirklichen wollen. Anknüpfend an die Zielsetzungen des von Gernot Böhme ins Leben gerufenen »Instituts für Praxis der Philosophie« in Darmstadt, möchte dieses Buch philosophische Einsichten für das konkrete menschliche Leben nutzbar machen. Es ist mit der Hoffnung verbunden, dem Leser in seiner Liebeserfahrung und in seinem eigenen, freien Umgang mit der Liebe neue Wege zu eröffnen und so zu einem Stück Selbstkultivierung beizutragen. Was ist Liebe? Wenn wir eine bestimmte Sache verstehen wollen, ist es oft hilfreich, ihre spezifischen Eigenschaften zu untersuchen. Haben wir erst herausgefunden, nach welchen Prinzipien etwas funktioniert oder aus welchen Elementen etwas aufgebaut ist, fällt uns auch der konkrete Umgang mit der Sache erheblich leichter. Insbesondere dann, wenn es sich um etwas handelt, das auf den ersten Blick unwägbar, geheimnisvoll und kaum zu greifen ist. Leider sind flüchtige Dinge wie die Liebe, die man weder sehen noch anfassen kann, besonders schwer zu durchdringen. Ein Kardangelenk ist eine gelenkige Wellenkupplung mit radial stehenden, um 180° versetzten Drehzapfen zur Aufnahme größerer Winkelabweichungen. Aber was ist die Liebe? Ist sie ein Gefühl? Ist sie eine Menge von Aktivitäten? Oder ist sie vielleicht von ganz anderer Art? Selbst diejenigen, die sich im Zustand intensiver Liebe befinden, können darüber nicht ohne weiteres Auskunft geben. Zum Glück haben viele große Denker bereits versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Sie stimmen in ihren Antworten zwar nicht alle überein, aber ihre Gedanken können dabei helfen, die Frage »Was ist Liebe?« in einer zufriedenstellenden Weise zu klären. Gibt es einen Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit? Wie verhält sich Liebe zu Zuneigung, Freundschaft und Ergebenheit? Lieben wir den Körper der Geliebten oder ihre Seele? Ist Liebe eine kosmische Kraft oder ein naturgesetzlicher Mechanismus? Ist sie Besitzstreben oder im Gegenteil ein Geschenk an den Geliebten? Mit solchen Fragen lässt sich das Problem wirksam einkreisen. Wenn man dabei von Philosophen wie Platon oder Descartes an die Hand genommen und durch das Dickicht der Fallstricke und Widersprüche, die sich plötzlich auftun, hindurchgeführt wird, gelangt man rasch auf die richtigen Wege. John Wilson bietet sogar eine »Checkliste für die Liebe« an - einen Katalog von zwanzig Fragen, mit dem sich herausfinden lassen soll, ob man einen bestimmten anderen Menschen liebt. Jeder kann selbst ausprobieren, ob Wilsons Fragen ihm die innere Sicherheit verleihen, tatsächlich wahre Liebe zu empfinden. Hermann Hesse Liebe Herr Thomas Höpfner, mein Freund, ist ohne Zweifel unter allen meinen Bekannten der, der am meisten Erfahrung in der Liebe hat. Wenigstens hat er es mit vielen Frauen gehabt, kennt die Künste des Werbens aus langer Übung und kann sich sehr vieler Eroberungen rühmen. Wenn er mir davon erzählt, komme ich mir wie ein Schulbub vor. Allerdings meine ich zuweilen ganz im Stillen, vom eigentlichen Wesen der Liebe verstehe er auch nicht mehr als unsereiner. Ich glaube nicht, dass er oft in seinem Leben um eine Geliebte Nächte durchwacht und durchweint hat. Er hat es jedenfalls selten nötig gehabt, und ich will es ihm gönnen, denn ein fröhlicher Mensch ist er trotz seiner Erfolge nicht. Vielmehr sehe ich ihn nicht selten von einer leichten Melancholie befangen, und sein ganzes Auftreten hat etwas resigniert Ruhiges, Gedämpftes, was nicht wie Sättigung aussieht. Nun, das sind Vermutungen und vielleicht Täuschungen. Mit Psychologie kann man Bücher schreiben, aber nicht Menschen ergründen, und ich bin auch nicht einmal Psycholog. Immerhin scheint es mir zuzeiten, mein Freund Thomas sei nur darum ein Virtuos im Liebesspiel, weil ihm zu der Liebe, die kein Spiel mehr ist, etwas fehle, und er sei deshalb ein Melancholiker, weil er jenen Mangel an sich selber kenne und bedauere. - Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Was er mir neulich über Frau Förster erzählte, war mir merkwürdig, obwohl es sich nicht um ein eigentliches Erlebnis oder gar Abenteuer, sondern nur um eine Stimmung handelte, eine lyrische Anekdote. Ich traf mit Höpfner zusammen, als er eben den »Blauen Stern« verlassen wollte, und überredete ihn zu einer Flasche Wein. Um ihn zum Spendieren eines besseren Getränkes zu nötigen, bestellte ich eine Flasche gewöhnlichen Mosel, den ich selber sonst nicht trinke. Unwillig rief er den Kellner zurück. »Keinen Mosel, warten Sie!« Und er ließ eine feine Marke kommen. Mir war es recht, und bei dem guten Wein waren wir bald im Gespräch. Vorsichtig brachte ich die Unterhaltung auf die Frau Förster. Eine schöne Frau von wenig über dreißig Jahren, die noch nicht sehr lang in der Stadt wohnte und im Ruf stand, viele Liebschaften gehabt zu haben. Der Mann war eine Null. Seit kurzem wusste ich, dass mein Freund bei ihr verkehrte. »Also die Förster«, sagte er endlich nachgebend, »wenn sie Dich denn so heftig interessiert. Was soll ich sagen? Ich habe nichts mit ihr erlebt.« »Gar nichts?« »Na, wie man will. Nichts, was ich eigentlich erzählen kann. Man müsste ein Dichter sein.« Ich lachte. »Du hältst sonst nicht viel von den Dichtern.« »Warum auch? Dichter sind meistens Leute, die nichts erleben. Ich kann Dir sagen, mir sind im Leben schon tausend Sachen passiert, die man hätte auf schreiben sollen. Immer dachte ich, warum erlebt nicht auch einmal ein Dichter so was, damit es nicht untergeht. Ihr macht immer einen Mordslärm um Selbstverständlichkeiten, jeder Dreck reicht für eine ganze Novelle - - « »Und das mit der Frau Förster? Auch eine Novelle?« »Nein. Eine Skizze, ein Gedicht. Eine Stimmung, weißt Du.« »Also, ich höre.« »Nun, die Frau war mir interessant. Was man von ihr sagt, weißt Du. Soweit ich aus der Ferne beobachten konnte, musste sie viel Vergangenheit haben. Es schien mir, sie habe alle Arten von Männern geliebt und kennengelernt und keinen lang ertragen. Dabei ist sie schön.« »Was heißt Du schön?« »Sehr einfach, sie hat nichts Überflüssiges, nichts zuviel. Ihr Körper ist ausgebildet, beherrscht, ihrem Willen dienstbar. Nichts an ihm ist undiszipliniert, nichts versagt, nichts ist träge. Ich kann mir keine Situation denken, der sie nicht noch das äußerst Mögliche von Schönheit abgewinnen würde. Eben das zog mich an, denn für mich ist das Naive meist langweilig. Ich suche bewusste Schönheit, erzogene Formen, Kultur. Na, keine Theorien!« »Lieber nicht.« »Ich ließ mich also einführen und ging ein paar Mal hin. Einen Liebhaber hatte sie zur Zeit nicht, das war leicht zu bemerken. Der Mann ist eine Porzellanfigur. Ich fing an, mich zu nähern. Ein paar Blicke über Tisch, ein leises Wort beim Anstoßen mit dem Weinglas, ein zu lang dauernder Handkuss. Sie nahm es hin, abwartend, was weiter käme. Also machte ich einen Besuch zu einer Zeit, wo sie allein sein musste, und wurde angenommen. Als ich ihr gegenübersaß, merkte ich schnell, dass hier keine Methode am Platz sei. Darum spielte ich va banque und sagte ihr einfach, ich sei verliebt und stehe zu ihrer Verfügung. Daran knüpfte sich ungefähr folgender Dialog: ›Reden wir von Interessanterem.‹ ›Es gibt nichts, was mich interessieren könnte, als Sie, gnädige Frau. Ich bin gekommen, um Ihnen das zu sagen. Wenn es Sie langweilt, gehe ich.‹ ›Nun denn, was wollen Sie von mir?‹ ›Liebe, gnädige Frau!‹ ›Liebe! Ich kenne Sie kaum und liebe Sie nicht.‹ ›Sie werden sehen, dass ich nicht scherze. Ich biete Ihnen alles an, was ich bin und tun kann, und ich werde vieles tun können, wenn es für Sie geschieht.‹ ›Ja, das sagen alle. Es ist nie etwas Neues in Euren Liebeserklärungen. Was wollen Sie denn tun, das mich hinreißen soll? Würden Sie wirklich lieben, so hätten Sie längst etwas getan.‹ ›Was zum Beispiel?‹ ›Das müssten Sie selber wissen. Sie hätten acht Tage fasten können oder sich erschießen oder wenigstens Gedichte machen.‹ ›Ich bin nicht Dichter.‹ ›Warum nicht? Wer so liebt, wie man einzig lieben sollte, der wird zum Dichter und zum Helden um ein Lächeln, um einen Wink, um ein Wort von der, die er lieb hat. Wenn seine Gedichte nicht gut sind, sind sie doch heiß und voll Liebe - ‹ ›Sie haben recht, gnädige Frau. Ich bin kein Dichter und kein Held, und ich erschieße mich auch nicht. Oder wenn ich das täte, so geschähe es aus Schmerz darüber, dass meine Liebe nicht so stark und brennend ist, wie Sie sie verlangen dürfen. Aber statt alles dessen habe ich eines, einen einzigen kleinen Vorzug vor jenem idealen Liebhaber: Ich verstehe Sie.‹ ›Was verstehen Sie?‹ ›Dass Sie Sehnsucht haben wie ich. Sie verlangen nicht nach einem Geliebten, sondern Sie möchten lieben, ganz und sinnlos lieben. Und Sie können das nicht.‹ ›Glauben Sie?‹ ›Ich glaube es. Sie suchen die Liebe, wie ich sie suche. Ist es nicht so?‹ ›Vielleicht.‹ ›Darum können Sie mich auch nicht brauchen, und ich werde Sie nicht mehr belästigen. Aber vielleicht sagen Sie mir noch, ehe ich gehe, ob Sie einmal, irgendeinmal, der wirklichen Liebe begegnet sind.‹ ›Einmal, vielleicht. Da wir so weit sind, können Sie es ja wissen. Es ist drei Jahre her. Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, wahrhaftig geliebt zu werden.‹ ›Darf ich weiter fragen?‹ ›Meinetwegen. Da kam ein Mann und lernte mich kennen und hatte mich lieb. Und weil ich verheiratet war, sagte er es mir nicht. Und als er sah, dass ich meinen Mann nicht liebte und einen Günstling hatte, kam er und schlug mir vor, ich solle meine Ehe auflösen. Das ging nicht, und von da an trug dieser Mann Sorge um mich, bewachte uns, warnte mich und wurde mein guter Beistand und Freund. Und als ich seinetwegen den Günstling entließ und bereit war, ihn anzunehmen, verschmähte er mich und ging und kam nicht wieder. Der hat mich geliebt, sonst keiner.‹ ›Ich verstehe.‹ ›Also gehen Sie nun, nicht? Wir haben einander vielleicht schon zu viel gesagt.‹ ›Leben Sie wohl. Es ist besser, ich komme nicht wieder.‹« Mein Freund schwieg, rief nach einer Weile den Kellner, zahlte und ging. Und aus dieser Erzählung unter anderem schloss ich, ihm fehle die Fähigkeit zur richtigen Liebe. Er hatte es ja selber ausgesprochen. Und doch muss man den Menschen dann am wenigsten glauben, wenn sie von ihren Mängeln reden. Mancher hält sich für vollkommen, nur weil er geringe Ansprüche an sich stellt. Das tut mein Freund nicht, und es mag sein, dass gerade sein Ideal einer wahren Liebe ihn so hat werden lassen, wie er ist. Vielleicht auch hat der kluge Mann mich zum Besten gehabt, und möglicherweise war jenes Gespräch mit Frau Förster einfach seine Erfindung. Denn er ist ein heimlicher Dichter, so sehr er sich auch dagegen verwahrt. Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Platon Das Gastmahl Apollodoros : Ich glaube auf das, wonach Ihr jetzt fragt, nicht unvorbereitet zu sein. Denn neulich erst ging ich eben nach der Stadt von Hause aus Phaleron, als ein Bekannter, der mich von hinten gewahr wurde, mir von weitem scherzend zurief: »Du Phalerier Apollodoros, wirst Du nicht warten?« Da blieb ich stehen und erwartete ihn. Und er sagte darauf: »Apollodoros, noch vor kurzem suchte ich Dich, weil ich etwas Näheres zu erfahren wünsche von der Unterhaltung des Agathon und Sokrates und Alkibiades und der übrigen damals bei dem Gastmahl Gegenwärtigen wegen der Liebesreden, wie es mit denen war. Ein anderer hat mir zwar schon davon erzählt, der es von Phoinix, dem Sohn des Philippos, hatte; er sagte aber, Du wissest es auch, und er konnte nichts Ordentliches davon sagen. Also erzähle Du es mirAber wer hat Dir davon erzählt? Etwa Sokrates selbst?« - »Nein, beim Zeus«, sagte ich, »sondern derselbe, von dem es auch Phoinix hat; es war nämlich ein gewisser Aristodemos, ein kleiner Mensch, immer unbeschuht, der war bei der Gesellschaft zugegen gewesen und einer der eifrigsten Verehrer des Sokrates zu damaliger Zeit, wie mich dünkt. Indes, auch den Sokrates habe ich schon nach einigem gefragt, was ich von jenem gehört hatte, und er hat es mir gerade so bestätigt, wie jener es erzählte.« - So gingen wir also und sprachen darüber; daher ich denn, wie schon anfänglich gesagt, nicht unvorbereitet bin. Soll ich es also auch Euch erzählen, so muss ich das wohl tunFreunde : Ja, erzähle uns, was für Reden dort sind gewechselt worden. Apollodoros : Das waren also ungefähr folgende. Oder vielmehr: Lasst mich versuchen, Euch die Sache von Anfang an, wie jener sie mir erzählte, wiederzuerzählen. Er sagte nämlich, Sokrates sei ihm begegnet, gebadet und die Sohlen untergebunden, was er selten tat. Daher habe er ihn gefragt, wohin er denn ginge, dass er sich so schön gemacht hätte. Und jener habe geantwortet: »Zum Gastmahl beim Agathon. Denn gestern am Siegesfest bin ich ihm ausgewichen aus Furcht vor dem Gewühl; ich sagte ihm aber zu, auf heute zu kommen. Und nun habe ich mich so herausgeschmückt, um doch schön zu einem Schönen zu kommen. Aber Du«, setzte er hinzu, »Aristodemos, was hältst Du davon, ungeladen mitzugehen zum Gastmahl?« - Darauf, sprach er, antwortete ich: »Das, was Du wünschst.« . - So ungefähr, sagte er, hätten sie zusammen gesprochen und wären dann gegangen. Als er nun an des Agathon Haus gekommen, habe er die Türe offen gefunden, und es sei ihm drinnen gleich ein Knabe entgegengekommen und habe ihn hingeführt, wo die andern sich niedergelassen. Sobald ihn nun Agathon gesehen, habe er gesagt: »Schön, dass Du kommst, Aristodemos, um mit uns zu essen. Bist Du aber wegen etwas anderem gekommen, so lass das auf ein andermal; denn auch gestern suchte ich Dich, um Dich einzuladen, konnte Dich aber nicht finden. Aber wieso bringst Du uns den Sokrates nicht mit?« - »Darauf«, sprach er, »drehe ich mich um und sehe den Sokrates nirgends nachkommen. Ich sagte also, ich selbst wäre mit dem Sokrates und von ihm geladen hierher zum Mahle gegangen.« - »Sehr wohl«, habe er gesagt, »hast Du daran getan; aber wo ist denn jener?« - »Hinter mir ging er eben herein, und ich wundere mich selbst, wo er wohl sein mag.« - »Willst Du nicht nachsehen, Knabe«, habe darauf Agathon gesagt, »und den Sokrates hereinbringen?« »Du aber, Aristodemos«, habe er gesagt, »lass Dich neben dem Eryximachos nieder.« Hierauf, sagte er, habe Pausanias eine solche Rede begonnen: »Wohlan, Freunde«, habe er gesagt, »wie werden wir nun am behaglichsten trinken? Ich meines Teils erkläre Euch, dass ich mich in Wahrheit ziemlich unwohl befinde vom gestrigen Trinken und einiger Erholung bedarf; und ich glaube, auch die meisten von Euch, denn Ihr wart gestern ebenfalls zugegen.« Also wären alle übereingekommen, es bei ihrem diesmaligen Zusammensein nicht auf den Rausch anzulegen, sondern nur so zu trinken zum Vergnügen. »Nachdem nun dieses schon beschlossen ist«, habe Eryximachos fortgefahren, »dass jeder nur trinken soll, soviel er will, und gar kein Zwang stattfinden, so bringe ich nächstdem in Vorschlag, dass wir uns für heute untereinander mit Reden unterhalten. Auch darüber, mit was für Reden, will ich Euch, wenn Ihr es verlangt, einen Vorschlag tun.« - Darauf hätten alle bejaht, sie wollten das, und ihm aufgetragen, einen Vorschlag zu tun. - »Also«, habe Eryximachos gesagt: »Der Anfang meiner Rede soll mir sein aus des Euripides Melanippe, ›denn nicht mein ist die Rede‹, sondern des Phaidros hier, die ich sprechen will. Phaidros nämlich pflegt unwillig mir zu sagen: ›Ist es nicht arg, o Eryximachos, dass auf alle Götter Lobgesänge und Anrufungen gedichtet sind von den Dichtern, dem Eros aber, einem so großen und herrlichen Gotte, auch nicht einer jemals von so vielen Dichtern, die es gegeben, ein Lobgedicht gesungen hat?‹ . Daher nun wünsche ich teils ihm einen Liebesdienst zu tun und ihm gefällig zu sein, teils auch dünkt mich, dass es gegenwärtig uns, die wir hier zugegen sind, gar wohl gezieme, diesen Gott zu verherrlichen. Ich meine nämlich, es solle jeder von uns rechts herum eine Lobrede auf den Eros vortragen, so schön er nur immer kann, und Phaidros solle zuerst anfangen, da er ja auch den ersten Platz einnimmt und überdies der Urheber ist von der ganzen Sache. Liebe: Ein philosophisches Lesebuch von Kai Buchholz (Herausgeber) Liebe Anthologien Love ISBN-10 3-442-07756-7 / 3442077567 ISBN-13 978-3-442-07756-4 / 9783442077564 2006
Goldmann Goldmann 2006 Softcover 512 S. 18,4 x 12 x 4,4 cm ISBN: 3442077567 (EAN: 9783442077564 / 978-3442077564)


Zustand: gebraucht - sehr gut, Was das Herz begehrt – 50 Antworten auf die Fragen der Liebe. Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen, eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftsteller zum Thema Liebe: Von Platon über Descartes bis zu Erich Fromm, von Novalis über Thomas Mann bis zu Marguerite Duras. Dazu gibt der Herausgeber eine Art „Gebrauchsanweisung“, wie man die Texte für sein eigenes Leben nutzen kann. Wie Pralinen kann der Leser die Texte Stück für Stück genießen und hat nach der Lektüre das Gefühl, von ihnen bereichert worden zu sein. * Ein Buch zum genussvollen Schmökern und ein wunderschönes Geschenkbuch. Über den Autor: Dr. Kai Buchholz, geboren 1966 in Berlin, Philosoph, freier Autor und Ausstellungskurator. Buchveröffentlichungen: Sprachspiel und Semantik (1998). Wege zur Vernunft (Hg. 1999). Die Lebensreform (Hg. 2001). André Masson (Hg. 2003). Hörspiele: Das debile Besprechung / Review zu ""Liebe"": ""Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftssteller."" Inhaltsverzeichnis Was ist Liebe? Hermann Hesse Liebe 15 Platon Das Gastmahl 20 René Descartes Die Leidenschaften der Seele 49 Helmut Kuhn Echte Liebe liebt das Gute 53 John Wilson Eine Checkliste für die Liebe 61 Warum wir lieben Guy de Maupassant Haar 69 David Hume Gegenstand und Ursachen von Liebe und Hass 77 Stendhal Über die Liebe 85 José Ortega y Gasset Die Liebeswahl 95 Hugh LaFollette Warum liebe ich? 110 Liebe oder Sex? Jean-Paul Sartre Intimität 131 Arthur Schopenhauer Metaphysik der Geschlechtsliebe 140 Vladimir Solov`ev Der Sinn der Liebe 150 Irenäus Eibl-Eibesfeldt Bindung, Liebe, Sexualität Peter Sloterdijk Der Sexualzynismus 172 Das Paar in der Gesellschaft Jean-Jacques Rousseau Julie 189 Denis de Rougemont Der Tristanmythos 202 Bertrand Russell Die Bedeutung der Liebe im menschlichen Leben 214 Max Horkheimer Die Person als Mitgift 222 Die Liebe und die Geschlechter Marguerite Duras Der Liebhaber 231 Otto Weininger Erotik und Ästhetik 242 Bruno Wille Die Liebe Platons 249 Simone de Beauvoir Die Liebende 260 Das Göttliche Lieben Thomas Mann Der Tod in Venedig 275 Platon Phaidros 292 Baruch de Spinoza Von der Liebe 305 Benedikt XVI. Gott ist Liebe 309 Sinn und Wert der Liebe Johann Wolfgang von Goethe Die Leiden des jungen Werther 325 Blaise Pascal Abhandlung über die Leidenschaften der Liebe 341 Jean-Paul Sartre Die Liebe, die Sprache, der Masochismus 346 Alain Finkielkraut Das geliebte Antlitz 353 Roland Barthes Fragmente einer Sprache der Liebe 364 Ovid Die Liebeskunst 377 Andreas Capellanus Über die Liebe 384 Søren Kierkegaard Tagebuch des Verführers 395 Erich Fromm Ist Lieben eine Kunst? 407 Liebende Philosophen Petrus Abaelardus Brief an einen Freund 425 Georg Lukács Sören Kierkegaard und Regine Olsen 434 Ray Monk Wittgenstein als Liebhaber 445 Axel Madsen Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre 457 Paul Feyerabend Grazia, ich und unsere Liebe 464 Autoren und Quellen 477 Zum Weiterlesen 503 Einleitung In seiner 76. Maxime formuliert der große französische Moralist La Rochefoucauld: »Es ist mit der echten Liebe wie mit Geistererscheinungen: Jeder redet von ihr, aber wenige Menschen haben sie je gesehen.« Auch heute noch sehnen sich viele Menschen nach der perfekten Liebe, und auch heute noch kommen nur wenige in ihren Genuss. Wer herausfinden will, woran das liegt, kann sich durch philosophische Einsichten in Sachen Liebe inspirieren lassen. Von Platon bis Schopenhauer, von Pascal bis Sartre und von Kierkegaard bis Russell haben berühmte Philosophen über die Liebe nachgedacht. Es ist lohnenswert, sich in ihre Texte zu vertiefen und ihre Gedankengänge zu verfolgen. Die Ideen und Meinungen, denen man dabei begegnet, sind höchst unterschiedlich. Einige sind klug, abgewogen und weise, andere kühn, stürmisch und voller Poesie - aber sie alle haben ihren eigenen Wert und werfen Licht auf einen anderen Winkel des großen Geheimnisses der Liebe. Die hier zusammengestellte Auswahl kurzer philosophischer Texte bietet dafür zahlreiche Anregungen und lässt sich auf unterschiedliche Weise entdecken. Man kann die einzelnen Texte in beliebiger Reihenfolge lesen, ihre Gedanken in sich aufnehmen und so Schritt für Schritt den vielfältigen Aspekten der Liebe auf die Spur kommen. Der Leser kann sich aber auch auf diejenigen Kapitel konzentrieren, die sein besonderes Interesse wecken; er wird dann feststellen, dass die Liebe, je nach Standpunkt und Blickwinkel, sehr unterschiedliche Einschätzungen eröffnet. Um die einzelnen Facetten der Liebe deutlich und anschaulich hervortreten zu lassen, werden die Abhandlungen der philosophischen Denker von Werken bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Guy de Maupassant, Thomas Mann und Marguerite Duras begleitet. So ergibt sich ein faszinierendes Kaleidoskop der Liebe, dessen Einzelteile sich beim Drehen und Schütteln zu immer wieder neuen und verblüffenden Bildern zusammenfügen. Natürlich können die in den Texten aufbewahrten Erkenntnisse jeden Leser auch persönlich bereichern. Ganz von selbst fordern die Ausführungen Stendhals oder Erich Fromms dazu heraus, eigene Erfahrungen und Erlebnisse in ihrem Licht neu zu betrachten. Sie regen dazu an, das eigene Gefühlsleben klarer zu durchdringen und eigene Verhaltensweisen zu überdenken. Um dieses Wechselspiel zwischen philosophischen Gedanken, erdichteten Geschichten und eigenem Leben in Gang zu setzen und zu befruchten, ist jedes Kapitel von kurzen Erläuterungen und Denkanstößen eingerahmt. Der Leser erhält hier Hilfestellungen, die es ihm erleichtern, philosophische Betrachtungen der Liebe für sich selbst zu nutzen und in die Tat umzusetzen. Trotz zahlreicher technischer Werkzeuge und Errungenschaften macht es die moderne Zivilisation dem Menschen schwer, ein befriedigendes Leben zu führen. Gerade heute fühlen sich viele von den zahllosen Informations-, Freizeit-, Konsum- und Lifestyle-Angeboten, die unablässig auf uns einströmen, überfordert. Oft führt unsere globalisierte Warenwelt nicht zu mehr Glück, sondern zu innerer Leere. Um sich aus diesem Strudel zu befreien, bedarf es der Selbstkultivierung: Wir müssen erst wieder aus der Mode gekommene Fertigkeiten ausbilden (etwa ein sensibles Wahrnehmungsvermögen, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitmenschen oder eine klare, unvoreingenommene Auffassungsgabe), wenn wir in den gegebenen Verhältnissen ein nach innen und außen erfülltes Leben verwirklichen wollen. Anknüpfend an die Zielsetzungen des von Gernot Böhme ins Leben gerufenen »Instituts für Praxis der Philosophie« in Darmstadt, möchte dieses Buch philosophische Einsichten für das konkrete menschliche Leben nutzbar machen. Es ist mit der Hoffnung verbunden, dem Leser in seiner Liebeserfahrung und in seinem eigenen, freien Umgang mit der Liebe neue Wege zu eröffnen und so zu einem Stück Selbstkultivierung beizutragen. Was ist Liebe? Wenn wir eine bestimmte Sache verstehen wollen, ist es oft hilfreich, ihre spezifischen Eigenschaften zu untersuchen. Haben wir erst herausgefunden, nach welchen Prinzipien etwas funktioniert oder aus welchen Elementen etwas aufgebaut ist, fällt uns auch der konkrete Umgang mit der Sache erheblich leichter. Insbesondere dann, wenn es sich um etwas handelt, das auf den ersten Blick unwägbar, geheimnisvoll und kaum zu greifen ist. Leider sind flüchtige Dinge wie die Liebe, die man weder sehen noch anfassen kann, besonders schwer zu durchdringen. Ein Kardangelenk ist eine gelenkige Wellenkupplung mit radial stehenden, um 180° versetzten Drehzapfen zur Aufnahme größerer Winkelabweichungen. Aber was ist die Liebe? Ist sie ein Gefühl? Ist sie eine Menge von Aktivitäten? Oder ist sie vielleicht von ganz anderer Art? Selbst diejenigen, die sich im Zustand intensiver Liebe befinden, können darüber nicht ohne weiteres Auskunft geben. Zum Glück haben viele große Denker bereits versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Sie stimmen in ihren Antworten zwar nicht alle überein, aber ihre Gedanken können dabei helfen, die Frage »Was ist Liebe?« in einer zufriedenstellenden Weise zu klären. Gibt es einen Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit? Wie verhält sich Liebe zu Zuneigung, Freundschaft und Ergebenheit? Lieben wir den Körper der Geliebten oder ihre Seele? Ist Liebe eine kosmische Kraft oder ein naturgesetzlicher Mechanismus? Ist sie Besitzstreben oder im Gegenteil ein Geschenk an den Geliebten? Mit solchen Fragen lässt sich das Problem wirksam einkreisen. Wenn man dabei von Philosophen wie Platon oder Descartes an die Hand genommen und durch das Dickicht der Fallstricke und Widersprüche, die sich plötzlich auftun, hindurchgeführt wird, gelangt man rasch auf die richtigen Wege. John Wilson bietet sogar eine »Checkliste für die Liebe« an - einen Katalog von zwanzig Fragen, mit dem sich herausfinden lassen soll, ob man einen bestimmten anderen Menschen liebt. Jeder kann selbst ausprobieren, ob Wilsons Fragen ihm die innere Sicherheit verleihen, tatsächlich wahre Liebe zu empfinden. Hermann Hesse Liebe Herr Thomas Höpfner, mein Freund, ist ohne Zweifel unter allen meinen Bekannten der, der am meisten Erfahrung in der Liebe hat. Wenigstens hat er es mit vielen Frauen gehabt, kennt die Künste des Werbens aus langer Übung und kann sich sehr vieler Eroberungen rühmen. Wenn er mir davon erzählt, komme ich mir wie ein Schulbub vor. Allerdings meine ich zuweilen ganz im Stillen, vom eigentlichen Wesen der Liebe verstehe er auch nicht mehr als unsereiner. Ich glaube nicht, dass er oft in seinem Leben um eine Geliebte Nächte durchwacht und durchweint hat. Er hat es jedenfalls selten nötig gehabt, und ich will es ihm gönnen, denn ein fröhlicher Mensch ist er trotz seiner Erfolge nicht. Vielmehr sehe ich ihn nicht selten von einer leichten Melancholie befangen, und sein ganzes Auftreten hat etwas resigniert Ruhiges, Gedämpftes, was nicht wie Sättigung aussieht. Nun, das sind Vermutungen und vielleicht Täuschungen. Mit Psychologie kann man Bücher schreiben, aber nicht Menschen ergründen, und ich bin auch nicht einmal Psycholog. Immerhin scheint es mir zuzeiten, mein Freund Thomas sei nur darum ein Virtuos im Liebesspiel, weil ihm zu der Liebe, die kein Spiel mehr ist, etwas fehle, und er sei deshalb ein Melancholiker, weil er jenen Mangel an sich selber kenne und bedauere. - Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Was er mir neulich über Frau Förster erzählte, war mir merkwürdig, obwohl es sich nicht um ein eigentliches Erlebnis oder gar Abenteuer, sondern nur um eine Stimmung handelte, eine lyrische Anekdote. Ich traf mit Höpfner zusammen, als er eben den »Blauen Stern« verlassen wollte, und überredete ihn zu einer Flasche Wein. Um ihn zum Spendieren eines besseren Getränkes zu nötigen, bestellte ich eine Flasche gewöhnlichen Mosel, den ich selber sonst nicht trinke. Unwillig rief er den Kellner zurück. »Keinen Mosel, warten Sie!« Und er ließ eine feine Marke kommen. Mir war es recht, und bei dem guten Wein waren wir bald im Gespräch. Vorsichtig brachte ich die Unterhaltung auf die Frau Förster. Eine schöne Frau von wenig über dreißig Jahren, die noch nicht sehr lang in der Stadt wohnte und im Ruf stand, viele Liebschaften gehabt zu haben. Der Mann war eine Null. Seit kurzem wusste ich, dass mein Freund bei ihr verkehrte. »Also die Förster«, sagte er endlich nachgebend, »wenn sie Dich denn so heftig interessiert. Was soll ich sagen? Ich habe nichts mit ihr erlebt.« »Gar nichts?« »Na, wie man will. Nichts, was ich eigentlich erzählen kann. Man müsste ein Dichter sein.« Ich lachte. »Du hältst sonst nicht viel von den Dichtern.« »Warum auch? Dichter sind meistens Leute, die nichts erleben. Ich kann Dir sagen, mir sind im Leben schon tausend Sachen passiert, die man hätte auf schreiben sollen. Immer dachte ich, warum erlebt nicht auch einmal ein Dichter so was, damit es nicht untergeht. Ihr macht immer einen Mordslärm um Selbstverständlichkeiten, jeder Dreck reicht für eine ganze Novelle - - « »Und das mit der Frau Förster? Auch eine Novelle?« »Nein. Eine Skizze, ein Gedicht. Eine Stimmung, weißt Du.« »Also, ich höre.« »Nun, die Frau war mir interessant. Was man von ihr sagt, weißt Du. Soweit ich aus der Ferne beobachten konnte, musste sie viel Vergangenheit haben. Es schien mir, sie habe alle Arten von Männern geliebt und kennengelernt und keinen lang ertragen. Dabei ist sie schön.« »Was heißt Du schön?« »Sehr einfach, sie hat nichts Überflüssiges, nichts zuviel. Ihr Körper ist ausgebildet, beherrscht, ihrem Willen dienstbar. Nichts an ihm ist undiszipliniert, nichts versagt, nichts ist träge. Ich kann mir keine Situation denken, der sie nicht noch das äußerst Mögliche von Schönheit abgewinnen würde. Eben das zog mich an, denn für mich ist das Naive meist langweilig. Ich suche bewusste Schönheit, erzogene Formen, Kultur. Na, keine Theorien!« »Lieber nicht.« »Ich ließ mich also einführen und ging ein paar Mal hin. Einen Liebhaber hatte sie zur Zeit nicht, das war leicht zu bemerken. Der Mann ist eine Porzellanfigur. Ich fing an, mich zu nähern. Ein paar Blicke über Tisch, ein leises Wort beim Anstoßen mit dem Weinglas, ein zu lang dauernder Handkuss. Sie nahm es hin, abwartend, was weiter käme. Also machte ich einen Besuch zu einer Zeit, wo sie allein sein musste, und wurde angenommen. Als ich ihr gegenübersaß, merkte ich schnell, dass hier keine Methode am Platz sei. Darum spielte ich va banque und sagte ihr einfach, ich sei verliebt und stehe zu ihrer Verfügung. Daran knüpfte sich ungefähr folgender Dialog: ›Reden wir von Interessanterem.‹ ›Es gibt nichts, was mich interessieren könnte, als Sie, gnädige Frau. Ich bin gekommen, um Ihnen das zu sagen. Wenn es Sie langweilt, gehe ich.‹ ›Nun denn, was wollen Sie von mir?‹ ›Liebe, gnädige Frau!‹ ›Liebe! Ich kenne Sie kaum und liebe Sie nicht.‹ ›Sie werden sehen, dass ich nicht scherze. Ich biete Ihnen alles an, was ich bin und tun kann, und ich werde vieles tun können, wenn es für Sie geschieht.‹ ›Ja, das sagen alle. Es ist nie etwas Neues in Euren Liebeserklärungen. Was wollen Sie denn tun, das mich hinreißen soll? Würden Sie wirklich lieben, so hätten Sie längst etwas getan.‹ ›Was zum Beispiel?‹ ›Das müssten Sie selber wissen. Sie hätten acht Tage fasten können oder sich erschießen oder wenigstens Gedichte machen.‹ ›Ich bin nicht Dichter.‹ ›Warum nicht? Wer so liebt, wie man einzig lieben sollte, der wird zum Dichter und zum Helden um ein Lächeln, um einen Wink, um ein Wort von der, die er lieb hat. Wenn seine Gedichte nicht gut sind, sind sie doch heiß und voll Liebe - ‹ ›Sie haben recht, gnädige Frau. Ich bin kein Dichter und kein Held, und ich erschieße mich auch nicht. Oder wenn ich das täte, so geschähe es aus Schmerz darüber, dass meine Liebe nicht so stark und brennend ist, wie Sie sie verlangen dürfen. Aber statt alles dessen habe ich eines, einen einzigen kleinen Vorzug vor jenem idealen Liebhaber: Ich verstehe Sie.‹ ›Was verstehen Sie?‹ ›Dass Sie Sehnsucht haben wie ich. Sie verlangen nicht nach einem Geliebten, sondern Sie möchten lieben, ganz und sinnlos lieben. Und Sie können das nicht.‹ ›Glauben Sie?‹ ›Ich glaube es. Sie suchen die Liebe, wie ich sie suche. Ist es nicht so?‹ ›Vielleicht.‹ ›Darum können Sie mich auch nicht brauchen, und ich werde Sie nicht mehr belästigen. Aber vielleicht sagen Sie mir noch, ehe ich gehe, ob Sie einmal, irgendeinmal, der wirklichen Liebe begegnet sind.‹ ›Einmal, vielleicht. Da wir so weit sind, können Sie es ja wissen. Es ist drei Jahre her. Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, wahrhaftig geliebt zu werden.‹ ›Darf ich weiter fragen?‹ ›Meinetwegen. Da kam ein Mann und lernte mich kennen und hatte mich lieb. Und weil ich verheiratet war, sagte er es mir nicht. Und als er sah, dass ich meinen Mann nicht liebte und einen Günstling hatte, kam er und schlug mir vor, ich solle meine Ehe auflösen. Das ging nicht, und von da an trug dieser Mann Sorge um mich, bewachte uns, warnte mich und wurde mein guter Beistand und Freund. Und als ich seinetwegen den Günstling entließ und bereit war, ihn anzunehmen, verschmähte er mich und ging und kam nicht wieder. Der hat mich geliebt, sonst keiner.‹ ›Ich verstehe.‹ ›Also gehen Sie nun, nicht? Wir haben einander vielleicht schon zu viel gesagt.‹ ›Leben Sie wohl. Es ist besser, ich komme nicht wieder.‹« Mein Freund schwieg, rief nach einer Weile den Kellner, zahlte und ging. Und aus dieser Erzählung unter anderem schloss ich, ihm fehle die Fähigkeit zur richtigen Liebe. Er hatte es ja selber ausgesprochen. Und doch muss man den Menschen dann am wenigsten glauben, wenn sie von ihren Mängeln reden. Mancher hält sich für vollkommen, nur weil er geringe Ansprüche an sich stellt. Das tut mein Freund nicht, und es mag sein, dass gerade sein Ideal einer wahren Liebe ihn so hat werden lassen, wie er ist. Vielleicht auch hat der kluge Mann mich zum Besten gehabt, und möglicherweise war jenes Gespräch mit Frau Förster einfach seine Erfindung. Denn er ist ein heimlicher Dichter, so sehr er sich auch dagegen verwahrt. Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Platon Das Gastmahl Apollodoros : Ich glaube auf das, wonach Ihr jetzt fragt, nicht unvorbereitet zu sein. Denn neulich erst ging ich eben nach der Stadt von Hause aus Phaleron, als ein Bekannter, der mich von hinten gewahr wurde, mir von weitem scherzend zurief: »Du Phalerier Apollodoros, wirst Du nicht warten?« Da blieb ich stehen und erwartete ihn. Und er sagte darauf: »Apollodoros, noch vor kurzem suchte ich Dich, weil ich etwas Näheres zu erfahren wünsche von der Unterhaltung des Agathon und Sokrates und Alkibiades und der übrigen damals bei dem Gastmahl Gegenwärtigen wegen der Liebesreden, wie es mit denen war. Ein anderer hat mir zwar schon davon erzählt, der es von Phoinix, dem Sohn des Philippos, hatte; er sagte aber, Du wissest es auch, und er konnte nichts Ordentliches davon sagen. Also erzähle Du es mirAber wer hat Dir davon erzählt? Etwa Sokrates selbst?« - »Nein, beim Zeus«, sagte ich, »sondern derselbe, von dem es auch Phoinix hat; es war nämlich ein gewisser Aristodemos, ein kleiner Mensch, immer unbeschuht, der war bei der Gesellschaft zugegen gewesen und einer der eifrigsten Verehrer des Sokrates zu damaliger Zeit, wie mich dünkt. Indes, auch den Sokrates habe ich schon nach einigem gefragt, was ich von jenem gehört hatte, und er hat es mir gerade so bestätigt, wie jener es erzählte.« - So gingen wir also und sprachen darüber; daher ich denn, wie schon anfänglich gesagt, nicht unvorbereitet bin. Soll ich es also auch Euch erzählen, so muss ich das wohl tunFreunde : Ja, erzähle uns, was für Reden dort sind gewechselt worden. Apollodoros : Das waren also ungefähr folgende. Oder vielmehr: Lasst mich versuchen, Euch die Sache von Anfang an, wie jener sie mir erzählte, wiederzuerzählen. Er sagte nämlich, Sokrates sei ihm begegnet, gebadet und die Sohlen untergebunden, was er selten tat. Daher habe er ihn gefragt, wohin er denn ginge, dass er sich so schön gemacht hätte. Und jener habe geantwortet: »Zum Gastmahl beim Agathon. Denn gestern am Siegesfest bin ich ihm ausgewichen aus Furcht vor dem Gewühl; ich sagte ihm aber zu, auf heute zu kommen. Und nun habe ich mich so herausgeschmückt, um doch schön zu einem Schönen zu kommen. Aber Du«, setzte er hinzu, »Aristodemos, was hältst Du davon, ungeladen mitzugehen zum Gastmahl?« - Darauf, sprach er, antwortete ich: »Das, was Du wünschst.« . - So ungefähr, sagte er, hätten sie zusammen gesprochen und wären dann gegangen. Als er nun an des Agathon Haus gekommen, habe er die Türe offen gefunden, und es sei ihm drinnen gleich ein Knabe entgegengekommen und habe ihn hingeführt, wo die andern sich niedergelassen. Sobald ihn nun Agathon gesehen, habe er gesagt: »Schön, dass Du kommst, Aristodemos, um mit uns zu essen. Bist Du aber wegen etwas anderem gekommen, so lass das auf ein andermal; denn auch gestern suchte ich Dich, um Dich einzuladen, konnte Dich aber nicht finden. Aber wieso bringst Du uns den Sokrates nicht mit?« - »Darauf«, sprach er, »drehe ich mich um und sehe den Sokrates nirgends nachkommen. Ich sagte also, ich selbst wäre mit dem Sokrates und von ihm geladen hierher zum Mahle gegangen.« - »Sehr wohl«, habe er gesagt, »hast Du daran getan; aber wo ist denn jener?« - »Hinter mir ging er eben herein, und ich wundere mich selbst, wo er wohl sein mag.« - »Willst Du nicht nachsehen, Knabe«, habe darauf Agathon gesagt, »und den Sokrates hereinbringen?« »Du aber, Aristodemos«, habe er gesagt, »lass Dich neben dem Eryximachos nieder.« Hierauf, sagte er, habe Pausanias eine solche Rede begonnen: »Wohlan, Freunde«, habe er gesagt, »wie werden wir nun am behaglichsten trinken? Ich meines Teils erkläre Euch, dass ich mich in Wahrheit ziemlich unwohl befinde vom gestrigen Trinken und einiger Erholung bedarf; und ich glaube, auch die meisten von Euch, denn Ihr wart gestern ebenfalls zugegen.« Also wären alle übereingekommen, es bei ihrem diesmaligen Zusammensein nicht auf den Rausch anzulegen, sondern nur so zu trinken zum Vergnügen. »Nachdem nun dieses schon beschlossen ist«, habe Eryximachos fortgefahren, »dass jeder nur trinken soll, soviel er will, und gar kein Zwang stattfinden, so bringe ich nächstdem in Vorschlag, dass wir uns für heute untereinander mit Reden unterhalten. Auch darüber, mit was für Reden, will ich Euch, wenn Ihr es verlangt, einen Vorschlag tun.« - Darauf hätten alle bejaht, sie wollten das, und ihm aufgetragen, einen Vorschlag zu tun. - »Also«, habe Eryximachos gesagt: »Der Anfang meiner Rede soll mir sein aus des Euripides Melanippe, ›denn nicht mein ist die Rede‹, sondern des Phaidros hier, die ich sprechen will. Phaidros nämlich pflegt unwillig mir zu sagen: ›Ist es nicht arg, o Eryximachos, dass auf alle Götter Lobgesänge und Anrufungen gedichtet sind von den Dichtern, dem Eros aber, einem so großen und herrlichen Gotte, auch nicht einer jemals von so vielen Dichtern, die es gegeben, ein Lobgedicht gesungen hat?‹ . Daher nun wünsche ich teils ihm einen Liebesdienst zu tun und ihm gefällig zu sein, teils auch dünkt mich, dass es gegenwärtig uns, die wir hier zugegen sind, gar wohl gezieme, diesen Gott zu verherrlichen. Ich meine nämlich, es solle jeder von uns rechts herum eine Lobrede auf den Eros vortragen, so schön er nur immer kann, und Phaidros solle zuerst anfangen, da er ja auch den ersten Platz einnimmt und überdies der Urheber ist von der ganzen Sache. Liebe: Ein philosophisches Lesebuch von Kai Buchholz (Herausgeber) Liebe Anthologien Love ISBN-10 3-442-07756-7 / 3442077567 ISBN-13 978-3-442-07756-4 / 9783442077564 Amore amor Amour
Schlagworte: Liebe Anthologien Love Amore amor Amour Was das Herz begehrt – 50 Antworten auf die Fragen der Liebe. Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen, eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftsteller zum Thema Liebe: Von Platon über Descartes bis zu Erich Fromm, von Novalis über Thomas Mann bis zu Marguerite Duras. Dazu gibt der Herausgeber eine Art „Gebrauchsanweisung“, wie man die Texte für sein eigenes Leben nutzen kann. Wie Pralinen kann der Leser die Texte Stück für Stück genießen und hat nach der Lektüre das Gefühl, von ihnen bereichert worden zu sein. * Ein Buch zum genussvollen Schmökern und ein wunderschönes Geschenkbuch. Über den Autor: Dr. Kai Buchholz, geboren 1966 in Berlin, Philosoph, freier Autor und Ausstellungskurator. Buchveröffentlichungen: Sprachspiel und Semantik (1998). Wege zur Vernunft (Hg. 1999). Die Lebensreform (Hg. 2001). André Masson (Hg. 2003). Hörspiele: Das debile Besprechung / Review zu ""Liebe"": ""Der Band bietet eine wunderbare Sammlung mit kurzen eingängigen Texten klassischer und moderner Philosophen und Schriftssteller."" Inhaltsverzeichnis Was ist Liebe? Hermann Hesse Liebe 15 Platon Das Gastmahl 20 René Descartes Die Leidenschaften der Seele 49 Helmut Kuhn Echte Liebe liebt das Gute 53 John Wilson Eine Checkliste für die Liebe 61 Warum wir lieben Guy de Maupassant Haar 69 David Hume Gegenstand und Ursachen von Liebe und Hass 77 Stendhal Über die Liebe 85 José Ortega y Gasset Die Liebeswahl 95 Hugh LaFollette Warum liebe ich? 110 Liebe oder Sex? Jean-Paul Sartre Intimität 131 Arthur Schopenhauer Metaphysik der Geschlechtsliebe 140 Vladimir Solov`ev Der Sinn der Liebe 150 Irenäus Eibl-Eibesfeldt Bindung, Liebe, Sexualität Peter Sloterdijk Der Sexualzynismus 172 Das Paar in der Gesellschaft Jean-Jacques Rousseau Julie 189 Denis de Rougemont Der Tristanmythos 202 Bertrand Russell Die Bedeutung der Liebe im menschlichen Leben 214 Max Horkheimer Die Person als Mitgift 222 Die Liebe und die Geschlechter Marguerite Duras Der Liebhaber 231 Otto Weininger Erotik und Ästhetik 242 Bruno Wille Die Liebe Platons 249 Simone de Beauvoir Die Liebende 260 Das Göttliche Lieben Thomas Mann Der Tod in Venedig 275 Platon Phaidros 292 Baruch de Spinoza Von der Liebe 305 Benedikt XVI. Gott ist Liebe 309 Sinn und Wert der Liebe Johann Wolfgang von Goethe Die Leiden des jungen Werther 325 Blaise Pascal Abhandlung über die Leidenschaften der Liebe 341 Jean-Paul Sartre Die Liebe, die Sprache, der Masochismus 346 Alain Finkielkraut Das geliebte Antlitz 353 Roland Barthes Fragmente einer Sprache der Liebe 364 Ovid Die Liebeskunst 377 Andreas Capellanus Über die Liebe 384 Søren Kierkegaard Tagebuch des Verführers 395 Erich Fromm Ist Lieben eine Kunst? 407 Liebende Philosophen Petrus Abaelardus Brief an einen Freund 425 Georg Lukács Sören Kierkegaard und Regine Olsen 434 Ray Monk Wittgenstein als Liebhaber 445 Axel Madsen Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre 457 Paul Feyerabend Grazia, ich und unsere Liebe 464 Autoren und Quellen 477 Zum Weiterlesen 503 Einleitung In seiner 76. Maxime formuliert der große französische Moralist La Rochefoucauld: »Es ist mit der echten Liebe wie mit Geistererscheinungen: Jeder redet von ihr, aber wenige Menschen haben sie je gesehen.« Auch heute noch sehnen sich viele Menschen nach der perfekten Liebe, und auch heute noch kommen nur wenige in ihren Genuss. Wer herausfinden will, woran das liegt, kann sich durch philosophische Einsichten in Sachen Liebe inspirieren lassen. Von Platon bis Schopenhauer, von Pascal bis Sartre und von Kierkegaard bis Russell haben berühmte Philosophen über die Liebe nachgedacht. Es ist lohnenswert, sich in ihre Texte zu vertiefen und ihre Gedankengänge zu verfolgen. Die Ideen und Meinungen, denen man dabei begegnet, sind höchst unterschiedlich. Einige sind klug, abgewogen und weise, andere kühn, stürmisch und voller Poesie - aber sie alle haben ihren eigenen Wert und werfen Licht auf einen anderen Winkel des großen Geheimnisses der Liebe. Die hier zusammengestellte Auswahl kurzer philosophischer Texte bietet dafür zahlreiche Anregungen und lässt sich auf unterschiedliche Weise entdecken. Man kann die einzelnen Texte in beliebiger Reihenfolge lesen, ihre Gedanken in sich aufnehmen und so Schritt für Schritt den vielfältigen Aspekten der Liebe auf die Spur kommen. Der Leser kann sich aber auch auf diejenigen Kapitel konzentrieren, die sein besonderes Interesse wecken; er wird dann feststellen, dass die Liebe, je nach Standpunkt und Blickwinkel, sehr unterschiedliche Einschätzungen eröffnet. Um die einzelnen Facetten der Liebe deutlich und anschaulich hervortreten zu lassen, werden die Abhandlungen der philosophischen Denker von Werken bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Guy de Maupassant, Thomas Mann und Marguerite Duras begleitet. So ergibt sich ein faszinierendes Kaleidoskop der Liebe, dessen Einzelteile sich beim Drehen und Schütteln zu immer wieder neuen und verblüffenden Bildern zusammenfügen. Natürlich können die in den Texten aufbewahrten Erkenntnisse jeden Leser auch persönlich bereichern. Ganz von selbst fordern die Ausführungen Stendhals oder Erich Fromms dazu heraus, eigene Erfahrungen und Erlebnisse in ihrem Licht neu zu betrachten. Sie regen dazu an, das eigene Gefühlsleben klarer zu durchdringen und eigene Verhaltensweisen zu überdenken. Um dieses Wechselspiel zwischen philosophischen Gedanken, erdichteten Geschichten und eigenem Leben in Gang zu setzen und zu befruchten, ist jedes Kapitel von kurzen Erläuterungen und Denkanstößen eingerahmt. Der Leser erhält hier Hilfestellungen, die es ihm erleichtern, philosophische Betrachtungen der Liebe für sich selbst zu nutzen und in die Tat umzusetzen. Trotz zahlreicher technischer Werkzeuge und Errungenschaften macht es die moderne Zivilisation dem Menschen schwer, ein befriedigendes Leben zu führen. Gerade heute fühlen sich viele von den zahllosen Informations-, Freizeit-, Konsum- und Lifestyle-Angeboten, die unablässig auf uns einströmen, überfordert. Oft führt unsere globalisierte Warenwelt nicht zu mehr Glück, sondern zu innerer Leere. Um sich aus diesem Strudel zu befreien, bedarf es der Selbstkultivierung: Wir müssen erst wieder aus der Mode gekommene Fertigkeiten ausbilden (etwa ein sensibles Wahrnehmungsvermögen, einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitmenschen oder eine klare, unvoreingenommene Auffassungsgabe), wenn wir in den gegebenen Verhältnissen ein nach innen und außen erfülltes Leben verwirklichen wollen. Anknüpfend an die Zielsetzungen des von Gernot Böhme ins Leben gerufenen »Instituts für Praxis der Philosophie« in Darmstadt, möchte dieses Buch philosophische Einsichten für das konkrete menschliche Leben nutzbar machen. Es ist mit der Hoffnung verbunden, dem Leser in seiner Liebeserfahrung und in seinem eigenen, freien Umgang mit der Liebe neue Wege zu eröffnen und so zu einem Stück Selbstkultivierung beizutragen. Was ist Liebe? Wenn wir eine bestimmte Sache verstehen wollen, ist es oft hilfreich, ihre spezifischen Eigenschaften zu untersuchen. Haben wir erst herausgefunden, nach welchen Prinzipien etwas funktioniert oder aus welchen Elementen etwas aufgebaut ist, fällt uns auch der konkrete Umgang mit der Sache erheblich leichter. Insbesondere dann, wenn es sich um etwas handelt, das auf den ersten Blick unwägbar, geheimnisvoll und kaum zu greifen ist. Leider sind flüchtige Dinge wie die Liebe, die man weder sehen noch anfassen kann, besonders schwer zu durchdringen. Ein Kardangelenk ist eine gelenkige Wellenkupplung mit radial stehenden, um 180° versetzten Drehzapfen zur Aufnahme größerer Winkelabweichungen. Aber was ist die Liebe? Ist sie ein Gefühl? Ist sie eine Menge von Aktivitäten? Oder ist sie vielleicht von ganz anderer Art? Selbst diejenigen, die sich im Zustand intensiver Liebe befinden, können darüber nicht ohne weiteres Auskunft geben. Zum Glück haben viele große Denker bereits versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen. Sie stimmen in ihren Antworten zwar nicht alle überein, aber ihre Gedanken können dabei helfen, die Frage »Was ist Liebe?« in einer zufriedenstellenden Weise zu klären. Gibt es einen Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit? Wie verhält sich Liebe zu Zuneigung, Freundschaft und Ergebenheit? Lieben wir den Körper der Geliebten oder ihre Seele? Ist Liebe eine kosmische Kraft oder ein naturgesetzlicher Mechanismus? Ist sie Besitzstreben oder im Gegenteil ein Geschenk an den Geliebten? Mit solchen Fragen lässt sich das Problem wirksam einkreisen. Wenn man dabei von Philosophen wie Platon oder Descartes an die Hand genommen und durch das Dickicht der Fallstricke und Widersprüche, die sich plötzlich auftun, hindurchgeführt wird, gelangt man rasch auf die richtigen Wege. John Wilson bietet sogar eine »Checkliste für die Liebe« an - einen Katalog von zwanzig Fragen, mit dem sich herausfinden lassen soll, ob man einen bestimmten anderen Menschen liebt. Jeder kann selbst ausprobieren, ob Wilsons Fragen ihm die innere Sicherheit verleihen, tatsächlich wahre Liebe zu empfinden. Hermann Hesse Liebe Herr Thomas Höpfner, mein Freund, ist ohne Zweifel unter allen meinen Bekannten der, der am meisten Erfahrung in der Liebe hat. Wenigstens hat er es mit vielen Frauen gehabt, kennt die Künste des Werbens aus langer Übung und kann sich sehr vieler Eroberungen rühmen. Wenn er mir davon erzählt, komme ich mir wie ein Schulbub vor. Allerdings meine ich zuweilen ganz im Stillen, vom eigentlichen Wesen der Liebe verstehe er auch nicht mehr als unsereiner. Ich glaube nicht, dass er oft in seinem Leben um eine Geliebte Nächte durchwacht und durchweint hat. Er hat es jedenfalls selten nötig gehabt, und ich will es ihm gönnen, denn ein fröhlicher Mensch ist er trotz seiner Erfolge nicht. Vielmehr sehe ich ihn nicht selten von einer leichten Melancholie befangen, und sein ganzes Auftreten hat etwas resigniert Ruhiges, Gedämpftes, was nicht wie Sättigung aussieht. Nun, das sind Vermutungen und vielleicht Täuschungen. Mit Psychologie kann man Bücher schreiben, aber nicht Menschen ergründen, und ich bin auch nicht einmal Psycholog. Immerhin scheint es mir zuzeiten, mein Freund Thomas sei nur darum ein Virtuos im Liebesspiel, weil ihm zu der Liebe, die kein Spiel mehr ist, etwas fehle, und er sei deshalb ein Melancholiker, weil er jenen Mangel an sich selber kenne und bedauere. - Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Was er mir neulich über Frau Förster erzählte, war mir merkwürdig, obwohl es sich nicht um ein eigentliches Erlebnis oder gar Abenteuer, sondern nur um eine Stimmung handelte, eine lyrische Anekdote. Ich traf mit Höpfner zusammen, als er eben den »Blauen Stern« verlassen wollte, und überredete ihn zu einer Flasche Wein. Um ihn zum Spendieren eines besseren Getränkes zu nötigen, bestellte ich eine Flasche gewöhnlichen Mosel, den ich selber sonst nicht trinke. Unwillig rief er den Kellner zurück. »Keinen Mosel, warten Sie!« Und er ließ eine feine Marke kommen. Mir war es recht, und bei dem guten Wein waren wir bald im Gespräch. Vorsichtig brachte ich die Unterhaltung auf die Frau Förster. Eine schöne Frau von wenig über dreißig Jahren, die noch nicht sehr lang in der Stadt wohnte und im Ruf stand, viele Liebschaften gehabt zu haben. Der Mann war eine Null. Seit kurzem wusste ich, dass mein Freund bei ihr verkehrte. »Also die Förster«, sagte er endlich nachgebend, »wenn sie Dich denn so heftig interessiert. Was soll ich sagen? Ich habe nichts mit ihr erlebt.« »Gar nichts?« »Na, wie man will. Nichts, was ich eigentlich erzählen kann. Man müsste ein Dichter sein.« Ich lachte. »Du hältst sonst nicht viel von den Dichtern.« »Warum auch? Dichter sind meistens Leute, die nichts erleben. Ich kann Dir sagen, mir sind im Leben schon tausend Sachen passiert, die man hätte auf schreiben sollen. Immer dachte ich, warum erlebt nicht auch einmal ein Dichter so was, damit es nicht untergeht. Ihr macht immer einen Mordslärm um Selbstverständlichkeiten, jeder Dreck reicht für eine ganze Novelle - - « »Und das mit der Frau Förster? Auch eine Novelle?« »Nein. Eine Skizze, ein Gedicht. Eine Stimmung, weißt Du.« »Also, ich höre.« »Nun, die Frau war mir interessant. Was man von ihr sagt, weißt Du. Soweit ich aus der Ferne beobachten konnte, musste sie viel Vergangenheit haben. Es schien mir, sie habe alle Arten von Männern geliebt und kennengelernt und keinen lang ertragen. Dabei ist sie schön.« »Was heißt Du schön?« »Sehr einfach, sie hat nichts Überflüssiges, nichts zuviel. Ihr Körper ist ausgebildet, beherrscht, ihrem Willen dienstbar. Nichts an ihm ist undiszipliniert, nichts versagt, nichts ist träge. Ich kann mir keine Situation denken, der sie nicht noch das äußerst Mögliche von Schönheit abgewinnen würde. Eben das zog mich an, denn für mich ist das Naive meist langweilig. Ich suche bewusste Schönheit, erzogene Formen, Kultur. Na, keine Theorien!« »Lieber nicht.« »Ich ließ mich also einführen und ging ein paar Mal hin. Einen Liebhaber hatte sie zur Zeit nicht, das war leicht zu bemerken. Der Mann ist eine Porzellanfigur. Ich fing an, mich zu nähern. Ein paar Blicke über Tisch, ein leises Wort beim Anstoßen mit dem Weinglas, ein zu lang dauernder Handkuss. Sie nahm es hin, abwartend, was weiter käme. Also machte ich einen Besuch zu einer Zeit, wo sie allein sein musste, und wurde angenommen. Als ich ihr gegenübersaß, merkte ich schnell, dass hier keine Methode am Platz sei. Darum spielte ich va banque und sagte ihr einfach, ich sei verliebt und stehe zu ihrer Verfügung. Daran knüpfte sich ungefähr folgender Dialog: ›Reden wir von Interessanterem.‹ ›Es gibt nichts, was mich interessieren könnte, als Sie, gnädige Frau. Ich bin gekommen, um Ihnen das zu sagen. Wenn es Sie langweilt, gehe ich.‹ ›Nun denn, was wollen Sie von mir?‹ ›Liebe, gnädige Frau!‹ ›Liebe! Ich kenne Sie kaum und liebe Sie nicht.‹ ›Sie werden sehen, dass ich nicht scherze. Ich biete Ihnen alles an, was ich bin und tun kann, und ich werde vieles tun können, wenn es für Sie geschieht.‹ ›Ja, das sagen alle. Es ist nie etwas Neues in Euren Liebeserklärungen. Was wollen Sie denn tun, das mich hinreißen soll? Würden Sie wirklich lieben, so hätten Sie längst etwas getan.‹ ›Was zum Beispiel?‹ ›Das müssten Sie selber wissen. Sie hätten acht Tage fasten können oder sich erschießen oder wenigstens Gedichte machen.‹ ›Ich bin nicht Dichter.‹ ›Warum nicht? Wer so liebt, wie man einzig lieben sollte, der wird zum Dichter und zum Helden um ein Lächeln, um einen Wink, um ein Wort von der, die er lieb hat. Wenn seine Gedichte nicht gut sind, sind sie doch heiß und voll Liebe - ‹ ›Sie haben recht, gnädige Frau. Ich bin kein Dichter und kein Held, und ich erschieße mich auch nicht. Oder wenn ich das täte, so geschähe es aus Schmerz darüber, dass meine Liebe nicht so stark und brennend ist, wie Sie sie verlangen dürfen. Aber statt alles dessen habe ich eines, einen einzigen kleinen Vorzug vor jenem idealen Liebhaber: Ich verstehe Sie.‹ ›Was verstehen Sie?‹ ›Dass Sie Sehnsucht haben wie ich. Sie verlangen nicht nach einem Geliebten, sondern Sie möchten lieben, ganz und sinnlos lieben. Und Sie können das nicht.‹ ›Glauben Sie?‹ ›Ich glaube es. Sie suchen die Liebe, wie ich sie suche. Ist es nicht so?‹ ›Vielleicht.‹ ›Darum können Sie mich auch nicht brauchen, und ich werde Sie nicht mehr belästigen. Aber vielleicht sagen Sie mir noch, ehe ich gehe, ob Sie einmal, irgendeinmal, der wirklichen Liebe begegnet sind.‹ ›Einmal, vielleicht. Da wir so weit sind, können Sie es ja wissen. Es ist drei Jahre her. Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, wahrhaftig geliebt zu werden.‹ ›Darf ich weiter fragen?‹ ›Meinetwegen. Da kam ein Mann und lernte mich kennen und hatte mich lieb. Und weil ich verheiratet war, sagte er es mir nicht. Und als er sah, dass ich meinen Mann nicht liebte und einen Günstling hatte, kam er und schlug mir vor, ich solle meine Ehe auflösen. Das ging nicht, und von da an trug dieser Mann Sorge um mich, bewachte uns, warnte mich und wurde mein guter Beistand und Freund. Und als ich seinetwegen den Günstling entließ und bereit war, ihn anzunehmen, verschmähte er mich und ging und kam nicht wieder. Der hat mich geliebt, sonst keiner.‹ ›Ich verstehe.‹ ›Also gehen Sie nun, nicht? Wir haben einander vielleicht schon zu viel gesagt.‹ ›Leben Sie wohl. Es ist besser, ich komme nicht wieder.‹« Mein Freund schwieg, rief nach einer Weile den Kellner, zahlte und ging. Und aus dieser Erzählung unter anderem schloss ich, ihm fehle die Fähigkeit zur richtigen Liebe. Er hatte es ja selber ausgesprochen. Und doch muss man den Menschen dann am wenigsten glauben, wenn sie von ihren Mängeln reden. Mancher hält sich für vollkommen, nur weil er geringe Ansprüche an sich stellt. Das tut mein Freund nicht, und es mag sein, dass gerade sein Ideal einer wahren Liebe ihn so hat werden lassen, wie er ist. Vielleicht auch hat der kluge Mann mich zum Besten gehabt, und möglicherweise war jenes Gespräch mit Frau Förster einfach seine Erfindung. Denn er ist ein heimlicher Dichter, so sehr er sich auch dagegen verwahrt. Lauter Vermutungen, vielleicht Täuschungen. Platon Das Gastmahl Apollodoros : Ich glaube auf das, wonach Ihr jetzt fragt, nicht unvorbereitet zu sein. Denn neulich erst ging ich eben nach der Stadt von Hause aus Phaleron, als ein Bekannter, der mich von hinten gewahr wurde, mir von weitem scherzend zurief: »Du Phalerier Apollodoros, wirst Du nicht warten?« Da blieb ich stehen und erwartete ihn. Und er sagte darauf: »Apollodoros, noch vor kurzem suchte ich Dich, weil ich etwas Näheres zu erfahren wünsche von der Unterhaltung des Agathon und Sokrates und Alkibiades und der übrigen damals bei dem Gastmahl Gegenwärtigen wegen der Liebesreden, wie es mit denen war. Ein anderer hat mir zwar schon davon erzählt, der es von Phoinix, dem Sohn des Philippos, hatte; er sagte aber, Du wissest es auch, und er konnte nichts Ordentliches davon sagen. Also erzähle Du es mirAber wer hat Dir davon erzählt? Etwa Sokrates selbst?« - »Nein, beim Zeus«, sagte ich, »sondern derselbe, von dem es auch Phoinix hat; es war nämlich ein gewisser Aristodemos, ein kleiner Mensch, immer unbeschuht, der war bei der Gesellschaft zugegen gewesen und einer der eifrigsten Verehrer des Sokrates zu damaliger Zeit, wie mich dünkt. Indes, auch den Sokrates habe ich schon nach einigem gefragt, was ich von jenem gehört hatte, und er hat es mir gerade so bestätigt, wie jener es erzählte.« - So gingen wir also und sprachen darüber; daher ich denn, wie schon anfänglich gesagt, nicht unvorbereitet bin. Soll ich es also auch Euch erzählen, so muss ich das wohl tunFreunde : Ja, erzähle uns, was für Reden dort sind gewechselt worden. Apollodoros : Das waren also ungefähr folgende. Oder vielmehr: Lasst mich versuchen, Euch die Sache von Anfang an, wie jener sie mir erzählte, wiederzuerzählen. Er sagte nämlich, Sokrates sei ihm begegnet, gebadet und die Sohlen untergebunden, was er selten tat. Daher habe er ihn gefragt, wohin er denn ginge, dass er sich so schön gemacht hätte. Und jener habe geantwortet: »Zum Gastmahl beim Agathon. Denn gestern am Siegesfest bin ich ihm ausgewichen aus Furcht vor dem Gewühl; ich sagte ihm aber zu, auf heute zu kommen. Und nun habe ich mich so herausgeschmückt, um doch schön zu einem Schönen zu kommen. Aber Du«, setzte er hinzu, »Aristodemos, was hältst Du davon, ungeladen mitzugehen zum Gastmahl?« - Darauf, sprach er, antwortete ich: »Das, was Du wünschst.« . - So ungefähr, sagte er, hätten sie zusammen gesprochen und wären dann gegangen. Als er nun an des Agathon Haus gekommen, habe er die Türe offen gefunden, und es sei ihm drinnen gleich ein Knabe entgegengekommen und habe ihn hingeführt, wo die andern sich niedergelassen. Sobald ihn nun Agathon gesehen, habe er gesagt: »Schön, dass Du kommst, Aristodemos, um mit uns zu essen. Bist Du aber wegen etwas anderem gekommen, so lass das auf ein andermal; denn auch gestern suchte ich Dich, um Dich einzuladen, konnte Dich aber nicht finden. Aber wieso bringst Du uns den Sokrates nicht mit?« - »Darauf«, sprach er, »drehe ich mich um und sehe den Sokrates nirgends nachkommen. Ich sagte also, ich selbst wäre mit dem Sokrates und von ihm geladen hierher zum Mahle gegangen.« - »Sehr wohl«, habe er gesagt, »hast Du daran getan; aber wo ist denn jener?« - »Hinter mir ging er eben herein, und ich wundere mich selbst, wo er wohl sein mag.« - »Willst Du nicht nachsehen, Knabe«, habe darauf Agathon gesagt, »und den Sokrates hereinbringen?« »Du aber, Aristodemos«, habe er gesagt, »lass Dich neben dem Eryximachos nieder.« Hierauf, sagte er, habe Pausanias eine solche Rede begonnen: »Wohlan, Freunde«, habe er gesagt, »wie werden wir nun am behaglichsten trinken? Ich meines Teils erkläre Euch, dass ich mich in Wahrheit ziemlich unwohl befinde vom gestrigen Trinken und einiger Erholung bedarf; und ich glaube, auch die meisten von Euch, denn Ihr wart gestern ebenfalls zugegen.« Also wären alle übereingekommen, es bei ihrem diesmaligen Zusammensein nicht auf den Rausch anzulegen, sondern nur so zu trinken zum Vergnügen. »Nachdem nun dieses schon beschlossen ist«, habe Eryximachos fortgefahren, »dass jeder nur trinken soll, soviel er will, und gar kein Zwang stattfinden, so bringe ich nächstdem in Vorschlag, dass wir uns für heute untereinander mit Reden unterhalten. Auch darüber, mit was für Reden, will ich Euch, wenn Ihr es verlangt, einen Vorschlag tun.« - Darauf hätten alle bejaht, sie wollten das, und ihm aufgetragen, einen Vorschlag zu tun. - »Also«, habe Eryximachos gesagt: »Der Anfang meiner Rede soll mir sein aus des Euripides Melanippe, ›denn nicht mein ist die Rede‹, sondern des Phaidros hier, die ich sprechen will. Phaidros nämlich pflegt unwillig mir zu sagen: ›Ist es nicht arg, o Eryximachos, dass auf alle Götter Lobgesänge und Anrufungen gedichtet sind von den Dichtern, dem Eros aber, einem so großen und herrlichen Gotte, auch nicht einer jemals von so vielen Dichtern, die es gegeben, ein Lobgedicht gesungen hat?‹ . Daher nun wünsche ich teils ihm einen Liebesdienst zu tun und ihm gefällig zu sein, teils auch dünkt mich, dass es gegenwärtig uns, die wir hier zugegen sind, gar wohl gezieme, diesen Gott zu verherrlichen. Ich meine nämlich, es solle jeder von uns rechts herum eine Lobrede auf den Eros vortragen, so schön er nur immer kann, und Phaidros solle zuerst anfangen, da er ja auch den ersten Platz einnimmt und überdies der Urheber ist von der ganzen Sache. Liebe: Ein philosophisches Lesebuch von Kai Buchholz (Herausgeber) ISBN-10 3-442-07756-7 / 3442077567 ISBN-13 978-3-442-07756-4 / 9783442077564
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Neue Holzarchitektur in Skandinavien [Gebundene Ausgabe] von Christoph Affentranger (Autor) Architektur Holzbau Scandinavia Architecture Kunst Architekten ISBN-10 3-7643-5458-5 / 3764354585 ISBN-13 978-3-7643-5458-9 / 9783764354589 978-3764354589 Zwischen Tradition und High-Tech Zeitgenössische Holzarchitektur in Norwegen Im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung, die erst seit wenigen Jahren von einem neuen Interesse an Holzarchitektur geprägt ist, erfreute sich der Holzbau in den nordischen Ländern, insbesondere in Norwegen, einer konstanten Beliebtheit. Ausgehend von einer bedeutenden Tradition, realisierten norwegische Architekten jüngst einige bemerkenswerte Bauten. Mit der Technik des Stabbaues revolutionierten die Wikinger um das Jahr 1000 den Bootsbau und begründeten so im Hochmittelalter ihre Stellung als eine führende Seemacht. Die Anwendung der Stabbautechnik im Hochbau führte im Zusammenhang mit der Christianisierung des Nordens, die nur mit mehr oder weniger standardisiert errichteten Gotteshäusern schnell vorangetrieben werden konnte, zu einem Höhepunkt des europäischen Holzbaues: den Stabkirchen. Einst gab es zwischen Island und Nordnorwegen mehr als 1200 solcher Kirchen, die praktisch ausnahmslos im 12. und frühen 13. Jahrhundert entstanden. Die meisten wurden früher oder später Opfer von Feuersbrünsten. Was die Jahrhunderte überdauerte, zerfiel wegen mangelnden Unterhaltes oder der Geringschätzung im 19. Jahrhundert. Heute sind nur mehr rund 25 Stabkirchen erhalten. Stabbautechnik und Schweizer Stil Die Wiederentdeckung der Stabbautechnik, bei der im Gegensatz zur Blockbautechnik vertikale Hölzer als freistehende oder in die Aussenwand integrierte Säulen die Dachlast auf das Fundament übertragen, erfolgte Mitte des letzten Jahrhunderts. Neue Sägetechniken erlaubten standardisierte Bauhölzer, die die Ausdrucksmöglichkeiten revolutionierten. Als Pendant zum «Laubsägestil» der Schweizer entstand in Norwegen der sogenannte Schweizer Stil. Ausgehend vom ersten derartigen Gebäude, dem 1839 von H. D. F. Linstow erbauten Wachthaus neben dem königlichen Schloss in Oslo, verbreitete sich die neue Bauweise schnell über das ganze Land und führte vorab in der Bahnhofarchitektur zu Pionierbauten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Schweizer Stil von dem daraus weiterentwickelten und mit Dekorationselementen der Stabkirchen versehenen Drachenstil verdrängt. Das Konstruktionsprinzip von vertikalen und horizontalen Bauhölzern, verkleidet und ausgesteift mit Brettern, hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts zwar noch perfektioniert, aber nicht mehr grundlegend verändert. Noch heute entsteht die Mehrzahl der Einfamilienhäuser in Norwegen nach diesem Bauprinzip. Die bedeutendste Neuerung der letzten 100 Jahre verdankt der Holzbau dem Leim. Mit Leim lässt sich das unregelmässig gewachsene Material in seinen Eigenschaften homogenisieren. Sperr-, Tischler- und Spanholzplatten, insbesondere aber Leimholzträger zählen zu den wichtigsten Entwicklungen. Mit letzteren lassen sich beachtliche Spannweiten überwinden. Bei 96 Metern steht gegenwärtig der «Weltrekord», erreicht vom «Wikingerschiff» in Hamar, der bekanntesten Sporthalle der Olympischen Spiele von Lillehammer (NZZ 8. 2. 94). Moderne Aspekte des HolzbausIn Ås, einer kleinen Ortschaft östlich von Oslo, baute sich der Architekt Bjørn Hovstad, Partner bei 4B Arkitekter, 1993 ein Wohnhaus, und zwar auf einem nach Süden geneigten Waldgrundstück am Rande eines Einfamilienhausquartiers. Da laut Baureglement keine Bäume gefällt werden durften, stand für das Haus nur eine Grundfläche von sechs mal sechs Metern zur Verfügung. Der Architekt stapelte drei Geschosse aufeinander und ergänzte hangseitig auf der West- und Ostseite das Grundvolumen um je einen Flügel. Das Gebäude betritt man durch einen Windfang im westlichen Flügel, kreuzt die offene Küche und gelangt in das Treppenhaus im ostseitigen Flügel. Im ersten Obergeschoss liegt der Wohnraum, der auf der Süd- und der Nordseite gegenüber der tiefer liegenden Küche als offene Galerie ausgebildet ist. Dieses Zurücksetzen von der Fassade erlaubte eine Verglasung über zwei Geschosse, die das Licht quer durch das Haus fliessen lässt. Im dritten Geschoss befindet sich das Schlafzimmer. Hier gelangt man vom Treppenhaus aus über eine kleine Brücke direkt auf eine in einer Waldlichtung liegende Felskuppe. Das nicht unterkellerte Gebäude wurde vollständig in Holz errichtet. Das etwa einen Meter auskragende Vordach schützt die darunterliegende Konstruktion und lässt auch heute, vier Jahre nach Bauabschluss, die Holzverkleidung noch wie neu erscheinen. Die Gestalt des Hauses ist geprägt vom weit auskragenden Dach mit Wasserspeiern in den Ecken und der zweigeschossigen Verglasung auf der Nord- und Südseite. Hervorzuheben ist, dass Bjørn Hovstad nicht zugunsten einer modernen Formensprache auf den konstruktiven Holzschutz verzichtete, sondern das eine mit dem andern verknüpfte. Mit nur wenigen, gezielten Eingriffen ist es dem Architekten gelungen, das Potential zeitgenössischer Gestaltung mit dem Werkstoff Holz im Wohnhausbau aufzuzeigen. Entstanden ist dabei ein Haus zu günstigem Preis und hohem Wohnwert. Regionale Aspekte Karasjok liegt dort, wo sich die Melancholie der Endlosigkeit wie ein schwerer Nebel über die Landschaft senkt: Weit oberhalb des Polarkreises, nahe der finnischen Grenze und nur etwa 200 Kilometer südlich vom Nordkap. Rund zweitausend Einwohner, vorwiegend Samen, zählt die Ortschaft. Das 1990 errichtete Samenlandzentrum der Architekten Bjerk & Bjørge findet man an einer der beiden Strassenkreuzungen des Ortes. Das Gebäude, das im Grundriss einen von der Kreuzung abgewandten Viertelkreis bildet, hat ein elegant geschwungenes, auf eigenen Stützen stehendes Vordach auf der Innenseite des Kreises. Dieses Vordach schützt die Eingänge und umfasst einen Marktplatz, auf dem im Sommer verschiedenste Erzeugnisse den Touristen verkauft werden. Während des restlichen Jahres geschieht dies in den untereinander verbundenen Geschäften im Gebäude selbst, das auch eine Cafeteria und das lokale Touristenzentrum beherbergt. Markantestes Merkmal der gesamten Anlage aber ist der Versammlungssaal, dessen Dach an die Zelte der Samen erinnern soll. Auch die Farbwahl orientiert sich am Gelb-Rot-Blau des seit kurzem autonomen Volkes. Doch dieser ähnlich schon einmal vor gut 100 Jahren unternommene Versuch, über die Form einen nationalen «Stil» zu prägen, erweist sich als problematisch. Auch bei anderen Gebäuden in Karasjok wurde der Versuch unternommen, das Zelt der Samen in Holz, Beton und Backstein zu transformieren. Doch nur in einem Fall ist dies gelungen: beim Restaurant unmittelbar neben dem Samenlandzentrum. Hier stimmt die Form mit der traditionellen Funktion des Zeltes überein. Der Versammlungsraum des Samenlandzentrums, der bis zur Fertigstellung des Parlamentsgebäudes in Kautokeino den Politikern als Provisorium dient, orientiert sich in seiner Ausformung am bekannten Layout: Hier die Parlamentarier, gegenüber die Vorsitzenden, in den Ecken die Übersetzer, die Besucher und die Presse. Diese Anordnung deckt sich nicht mit der Kreisform des Zeltes. Deshalb wurde sie hier zum Viereck. Entsprechend erzwungen wirkt das Interieur des Raumes. Die Anspielungen an das Nationale, die Politisierung der Form, wirkt trotz der guten Handhabung der Details und der insgesamt gelungenen Architektursprache aufgesetzt, ein Eindruck, der durch die mehrheitlich touristische Nutzung das Gebäude gleich noch potenziert wird. Nichts ist offensichtlich so schwierig wie der Versuch, sich aus 2000 Kilometern Distanz – die Architekten stammen aus Bergen – am Aufbau eines neuen kulturellen Ausdrucks zu beteiligen, ohne selbst Betroffener zu sein. Traditionelle Aspekte Von einer kleinen Hochebene über der nördlich von Bergen am Dalsfjord gelegenen Ortschaft Dale geniesst man einen schönen Blick über das Tal, den Fjord und auf die Berge. Hier steht ein 1997 von den jungen Architekten Hage & Grove, Boge, Egge und Hjeltnes realisiertes Künstlerzentrum, das fünf neue Gästehäuser für Künstler, fünf untereinander und mit einer Werkstatt verbundene Ateliers und ein Wohnhaus für den Direktor umfasst. Die insgesamt sieben Bauten liegen wie auf einer Perlenschnur gereiht im Halbkreis entlang der Hangkante. Die fünf bahnwagenähnlichen Gästehäuser sitzen auf Stützen gestellt quer zur Höhenkurve direkt auf dem Übergang von der Hochebene zum steil abfallenden Hang. Man betritt die Häuser von der Stirnseite her, passiert je nach Typus ein, zwei oder drei Schlafzimmer und gelangt am Ende in das Wohnzimmer, hat zur Linken die Garderobe und das Bad in einem aussen angehängten Volumen und in der Verlängerung, im Wohnzimmer, die aufgereihten Elemente der Küche. So verschlossen sich die Eingangsseite zeigt, so offen ist die talseitige Fassade mit vorgelagertem, überdecktem Balkon. Der Innenraum ist geprägt durch verschraubte Sperrholzplatten und einen Fussboden aus Kiefernholz. Aussen dominiert das hier seit den dreissiger Jahren nicht untypische aluminiumverkleidete Tonnendach das Erscheinungsbild. Das Werkstattgebäude mit den hangseitig angeordneten Nebenräumen und die fünf separaten Ateliers entwickeln sich etwa im Viertelkreis entlang einer Felskuppe. Verbunden sind die sechs Volumen mit einem breiten Korridor, der auf der einen Seite in die Werkstatt und auf der anderen ins Freie mündet. Grosse Schiebetüren trennen die etwa sieben mal sieben Meter messenden, rund acht Meter hohen und mit einem Pultdach versehenen Atelierräume vom Korridor ab. Gegen das Tal und zur Aussicht hin sind die Atelierräume auf der gesamten Raumhöhe verglast. Die talseitige Wand der Werkstatt hingegen ist mehrheitlich geschlossen. Verkleidet ist sie auf der gesamten Höhe – dies als eigenwilligstes Merkmal der gesamten Anlage – mit einem Geflecht aus Wacholderästen, das der eigentlichen Wand als ein Schutzschild vorgelagert ist. Diese alte und in der Herstellung recht aufwendige Bautechnik war an der Westküste Norwegens einst weit verbreitet und diente zum Abdämpfen der in dieser Gegend sehr starken Windkraft. Das Rustikale, das dieser Wandaufbau und die Stülpschalung der Gästehäuser ausstrahlen, kontrastiert mit den grossen Glasflächen, den Aluminiumdächern und dem im Innenausbau filigran eingesetzten Sperrholz. So sind in der Werkstatt die geschwungenen Primärträger des Daches derart dünn geraten, dass sie mit Seilen und Distanzhaltern aus Stahl unterspannt werden mussten, was die papierene Erscheinung nur noch verstärkt. Gerade im Bereich der Werkstätten erhält man den noch von Rundungen im Bereich der Oberlichtfenster sowie schwungvollen Formen der Innenraumunterteilung unterstützten Eindruck von einer modernen Interpretation des expressiven Schweizer Stils. Alles in allem ist in Dalsåsen eine kleine Überbauung entstanden, deren Gestalt traditionelle Bautechniken kunstvoll mit einer zeitgenössischen Architektursprache kombiniert. Dass dabei einige der Details auf eine schnelle Abnutzung programmiert sind, widerspiegelt den Zweck der Anlage: Künstlern von innerhalb und ausserhalb Skandinaviens für einen zeitlich beschränkten Aufenthalt einen «provisorischen» Raum zu bieten. Christoph Affentranger -Neue Zürcher Zeitung Synopsis This text examines Scandinavia`s noteworthy contribution to contemporary wood architecture. It presents a detailed analysis of 19 buildings, with photographs, drawings and technical details, and briefly introduces 71 further buildings.etet eine fundierte Darstellung dessen, was die fünf skandinavischen Länder Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland in den letzten zwanzig Jahren an bemerkenswerter Holzarchitektur aufzuweisen haben. Ausführlich werden anhand von Photos, Plänen und technischen Details 19 Gebäude analysiert und 71 weitere steckbriefartig vorgestellt. Alle Bautypen sind vertreten: vom Einfamilienhaus zur Kirche, vom Industriebau zur Bibliothek, von der temporär-experimentellen Architektur bis zur Großraumhalle. Historische Exkurse erläutern die jahrhundertealte Tradition (Blockbauweise, Stabkirchen etc.) und analysieren ihren Vorbildcharakter für die heutigen Architekten.

Thomas Steinfeld (Autor), Jon Steinfeld (Autor)
Neue Holzarchitektur in Skandinavien [Gebundene Ausgabe] von Christoph Affentranger (Autor) Architektur Holzbau Scandinavia Architecture Kunst Architekten ISBN-10 3-7643-5458-5 / 3764354585 ISBN-13 978-3-7643-5458-9 / 9783764354589 978-3764354589 Zwischen Tradition und High-Tech Zeitgenössische Holzarchitektur in Norwegen Im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung, die erst seit wenigen Jahren von einem neuen Interesse an Holzarchitektur geprägt ist, erfreute sich der Holzbau in den nordischen Ländern, insbesondere in Norwegen, einer konstanten Beliebtheit. Ausgehend von einer bedeutenden Tradition, realisierten norwegische Architekten jüngst einige bemerkenswerte Bauten. Mit der Technik des Stabbaues revolutionierten die Wikinger um das Jahr 1000 den Bootsbau und begründeten so im Hochmittelalter ihre Stellung als eine führende Seemacht. Die Anwendung der Stabbautechnik im Hochbau führte im Zusammenhang mit der Christianisierung des Nordens, die nur mit mehr oder weniger standardisiert errichteten Gotteshäusern schnell vorangetrieben werden konnte, zu einem Höhepunkt des europäischen Holzbaues: den Stabkirchen. Einst gab es zwischen Island und Nordnorwegen mehr als 1200 solcher Kirchen, die praktisch ausnahmslos im 12. und frühen 13. Jahrhundert entstanden. Die meisten wurden früher oder später Opfer von Feuersbrünsten. Was die Jahrhunderte überdauerte, zerfiel wegen mangelnden Unterhaltes oder der Geringschätzung im 19. Jahrhundert. Heute sind nur mehr rund 25 Stabkirchen erhalten. Stabbautechnik und Schweizer Stil Die Wiederentdeckung der Stabbautechnik, bei der im Gegensatz zur Blockbautechnik vertikale Hölzer als freistehende oder in die Aussenwand integrierte Säulen die Dachlast auf das Fundament übertragen, erfolgte Mitte des letzten Jahrhunderts. Neue Sägetechniken erlaubten standardisierte Bauhölzer, die die Ausdrucksmöglichkeiten revolutionierten. Als Pendant zum «Laubsägestil» der Schweizer entstand in Norwegen der sogenannte Schweizer Stil. Ausgehend vom ersten derartigen Gebäude, dem 1839 von H. D. F. Linstow erbauten Wachthaus neben dem königlichen Schloss in Oslo, verbreitete sich die neue Bauweise schnell über das ganze Land und führte vorab in der Bahnhofarchitektur zu Pionierbauten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Schweizer Stil von dem daraus weiterentwickelten und mit Dekorationselementen der Stabkirchen versehenen Drachenstil verdrängt. Das Konstruktionsprinzip von vertikalen und horizontalen Bauhölzern, verkleidet und ausgesteift mit Brettern, hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts zwar noch perfektioniert, aber nicht mehr grundlegend verändert. Noch heute entsteht die Mehrzahl der Einfamilienhäuser in Norwegen nach diesem Bauprinzip. Die bedeutendste Neuerung der letzten 100 Jahre verdankt der Holzbau dem Leim. Mit Leim lässt sich das unregelmässig gewachsene Material in seinen Eigenschaften homogenisieren. Sperr-, Tischler- und Spanholzplatten, insbesondere aber Leimholzträger zählen zu den wichtigsten Entwicklungen. Mit letzteren lassen sich beachtliche Spannweiten überwinden. Bei 96 Metern steht gegenwärtig der «Weltrekord», erreicht vom «Wikingerschiff» in Hamar, der bekanntesten Sporthalle der Olympischen Spiele von Lillehammer (NZZ 8. 2. 94). Moderne Aspekte des HolzbausIn Ås, einer kleinen Ortschaft östlich von Oslo, baute sich der Architekt Bjørn Hovstad, Partner bei 4B Arkitekter, 1993 ein Wohnhaus, und zwar auf einem nach Süden geneigten Waldgrundstück am Rande eines Einfamilienhausquartiers. Da laut Baureglement keine Bäume gefällt werden durften, stand für das Haus nur eine Grundfläche von sechs mal sechs Metern zur Verfügung. Der Architekt stapelte drei Geschosse aufeinander und ergänzte hangseitig auf der West- und Ostseite das Grundvolumen um je einen Flügel. Das Gebäude betritt man durch einen Windfang im westlichen Flügel, kreuzt die offene Küche und gelangt in das Treppenhaus im ostseitigen Flügel. Im ersten Obergeschoss liegt der Wohnraum, der auf der Süd- und der Nordseite gegenüber der tiefer liegenden Küche als offene Galerie ausgebildet ist. Dieses Zurücksetzen von der Fassade erlaubte eine Verglasung über zwei Geschosse, die das Licht quer durch das Haus fliessen lässt. Im dritten Geschoss befindet sich das Schlafzimmer. Hier gelangt man vom Treppenhaus aus über eine kleine Brücke direkt auf eine in einer Waldlichtung liegende Felskuppe. Das nicht unterkellerte Gebäude wurde vollständig in Holz errichtet. Das etwa einen Meter auskragende Vordach schützt die darunterliegende Konstruktion und lässt auch heute, vier Jahre nach Bauabschluss, die Holzverkleidung noch wie neu erscheinen. Die Gestalt des Hauses ist geprägt vom weit auskragenden Dach mit Wasserspeiern in den Ecken und der zweigeschossigen Verglasung auf der Nord- und Südseite. Hervorzuheben ist, dass Bjørn Hovstad nicht zugunsten einer modernen Formensprache auf den konstruktiven Holzschutz verzichtete, sondern das eine mit dem andern verknüpfte. Mit nur wenigen, gezielten Eingriffen ist es dem Architekten gelungen, das Potential zeitgenössischer Gestaltung mit dem Werkstoff Holz im Wohnhausbau aufzuzeigen. Entstanden ist dabei ein Haus zu günstigem Preis und hohem Wohnwert. Regionale Aspekte Karasjok liegt dort, wo sich die Melancholie der Endlosigkeit wie ein schwerer Nebel über die Landschaft senkt: Weit oberhalb des Polarkreises, nahe der finnischen Grenze und nur etwa 200 Kilometer südlich vom Nordkap. Rund zweitausend Einwohner, vorwiegend Samen, zählt die Ortschaft. Das 1990 errichtete Samenlandzentrum der Architekten Bjerk & Bjørge findet man an einer der beiden Strassenkreuzungen des Ortes. Das Gebäude, das im Grundriss einen von der Kreuzung abgewandten Viertelkreis bildet, hat ein elegant geschwungenes, auf eigenen Stützen stehendes Vordach auf der Innenseite des Kreises. Dieses Vordach schützt die Eingänge und umfasst einen Marktplatz, auf dem im Sommer verschiedenste Erzeugnisse den Touristen verkauft werden. Während des restlichen Jahres geschieht dies in den untereinander verbundenen Geschäften im Gebäude selbst, das auch eine Cafeteria und das lokale Touristenzentrum beherbergt. Markantestes Merkmal der gesamten Anlage aber ist der Versammlungssaal, dessen Dach an die Zelte der Samen erinnern soll. Auch die Farbwahl orientiert sich am Gelb-Rot-Blau des seit kurzem autonomen Volkes. Doch dieser ähnlich schon einmal vor gut 100 Jahren unternommene Versuch, über die Form einen nationalen «Stil» zu prägen, erweist sich als problematisch. Auch bei anderen Gebäuden in Karasjok wurde der Versuch unternommen, das Zelt der Samen in Holz, Beton und Backstein zu transformieren. Doch nur in einem Fall ist dies gelungen: beim Restaurant unmittelbar neben dem Samenlandzentrum. Hier stimmt die Form mit der traditionellen Funktion des Zeltes überein. Der Versammlungsraum des Samenlandzentrums, der bis zur Fertigstellung des Parlamentsgebäudes in Kautokeino den Politikern als Provisorium dient, orientiert sich in seiner Ausformung am bekannten Layout: Hier die Parlamentarier, gegenüber die Vorsitzenden, in den Ecken die Übersetzer, die Besucher und die Presse. Diese Anordnung deckt sich nicht mit der Kreisform des Zeltes. Deshalb wurde sie hier zum Viereck. Entsprechend erzwungen wirkt das Interieur des Raumes. Die Anspielungen an das Nationale, die Politisierung der Form, wirkt trotz der guten Handhabung der Details und der insgesamt gelungenen Architektursprache aufgesetzt, ein Eindruck, der durch die mehrheitlich touristische Nutzung das Gebäude gleich noch potenziert wird. Nichts ist offensichtlich so schwierig wie der Versuch, sich aus 2000 Kilometern Distanz – die Architekten stammen aus Bergen – am Aufbau eines neuen kulturellen Ausdrucks zu beteiligen, ohne selbst Betroffener zu sein. Traditionelle Aspekte Von einer kleinen Hochebene über der nördlich von Bergen am Dalsfjord gelegenen Ortschaft Dale geniesst man einen schönen Blick über das Tal, den Fjord und auf die Berge. Hier steht ein 1997 von den jungen Architekten Hage & Grove, Boge, Egge und Hjeltnes realisiertes Künstlerzentrum, das fünf neue Gästehäuser für Künstler, fünf untereinander und mit einer Werkstatt verbundene Ateliers und ein Wohnhaus für den Direktor umfasst. Die insgesamt sieben Bauten liegen wie auf einer Perlenschnur gereiht im Halbkreis entlang der Hangkante. Die fünf bahnwagenähnlichen Gästehäuser sitzen auf Stützen gestellt quer zur Höhenkurve direkt auf dem Übergang von der Hochebene zum steil abfallenden Hang. Man betritt die Häuser von der Stirnseite her, passiert je nach Typus ein, zwei oder drei Schlafzimmer und gelangt am Ende in das Wohnzimmer, hat zur Linken die Garderobe und das Bad in einem aussen angehängten Volumen und in der Verlängerung, im Wohnzimmer, die aufgereihten Elemente der Küche. So verschlossen sich die Eingangsseite zeigt, so offen ist die talseitige Fassade mit vorgelagertem, überdecktem Balkon. Der Innenraum ist geprägt durch verschraubte Sperrholzplatten und einen Fussboden aus Kiefernholz. Aussen dominiert das hier seit den dreissiger Jahren nicht untypische aluminiumverkleidete Tonnendach das Erscheinungsbild. Das Werkstattgebäude mit den hangseitig angeordneten Nebenräumen und die fünf separaten Ateliers entwickeln sich etwa im Viertelkreis entlang einer Felskuppe. Verbunden sind die sechs Volumen mit einem breiten Korridor, der auf der einen Seite in die Werkstatt und auf der anderen ins Freie mündet. Grosse Schiebetüren trennen die etwa sieben mal sieben Meter messenden, rund acht Meter hohen und mit einem Pultdach versehenen Atelierräume vom Korridor ab. Gegen das Tal und zur Aussicht hin sind die Atelierräume auf der gesamten Raumhöhe verglast. Die talseitige Wand der Werkstatt hingegen ist mehrheitlich geschlossen. Verkleidet ist sie auf der gesamten Höhe – dies als eigenwilligstes Merkmal der gesamten Anlage – mit einem Geflecht aus Wacholderästen, das der eigentlichen Wand als ein Schutzschild vorgelagert ist. Diese alte und in der Herstellung recht aufwendige Bautechnik war an der Westküste Norwegens einst weit verbreitet und diente zum Abdämpfen der in dieser Gegend sehr starken Windkraft. Das Rustikale, das dieser Wandaufbau und die Stülpschalung der Gästehäuser ausstrahlen, kontrastiert mit den grossen Glasflächen, den Aluminiumdächern und dem im Innenausbau filigran eingesetzten Sperrholz. So sind in der Werkstatt die geschwungenen Primärträger des Daches derart dünn geraten, dass sie mit Seilen und Distanzhaltern aus Stahl unterspannt werden mussten, was die papierene Erscheinung nur noch verstärkt. Gerade im Bereich der Werkstätten erhält man den noch von Rundungen im Bereich der Oberlichtfenster sowie schwungvollen Formen der Innenraumunterteilung unterstützten Eindruck von einer modernen Interpretation des expressiven Schweizer Stils. Alles in allem ist in Dalsåsen eine kleine Überbauung entstanden, deren Gestalt traditionelle Bautechniken kunstvoll mit einer zeitgenössischen Architektursprache kombiniert. Dass dabei einige der Details auf eine schnelle Abnutzung programmiert sind, widerspiegelt den Zweck der Anlage: Künstlern von innerhalb und ausserhalb Skandinaviens für einen zeitlich beschränkten Aufenthalt einen «provisorischen» Raum zu bieten. Christoph Affentranger -Neue Zürcher Zeitung Synopsis This text examines Scandinavia`s noteworthy contribution to contemporary wood architecture. It presents a detailed analysis of 19 buildings, with photographs, drawings and technical details, and briefly introduces 71 further buildings.etet eine fundierte Darstellung dessen, was die fünf skandinavischen Länder Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland in den letzten zwanzig Jahren an bemerkenswerter Holzarchitektur aufzuweisen haben. Ausführlich werden anhand von Photos, Plänen und technischen Details 19 Gebäude analysiert und 71 weitere steckbriefartig vorgestellt. Alle Bautypen sind vertreten: vom Einfamilienhaus zur Kirche, vom Industriebau zur Bibliothek, von der temporär-experimentellen Architektur bis zur Großraumhalle. Historische Exkurse erläutern die jahrhundertealte Tradition (Blockbauweise, Stabkirchen etc.) und analysieren ihren Vorbildcharakter für die heutigen Architekten. Auflage: 1 (Mai 1997)
Birkhäuser Verlag Birkhäuser Verlag Auflage: 1 (Mai 1997) Hardcover 240 S. 21,2 x 2,1 x 29 cm ISBN: 3764354585 (EAN: 9783764354589 / 978-3764354589)


Zustand: gebraucht - sehr gut, Blockbauweise Stabkirchen Zeitgenössische Holzarchitektur Norwegen Holzbau nordische Länder norwegische Architekten Technik des Stabbauens Wikinger Bootsbau Stabbautechnik Hochbau skandinavische Architektur Zwischen Tradition und High-Tech Zeitgenössische Holzarchitektur in Norwegen Im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung, die erst seit wenigen Jahren von einem neuen Interesse an Holzarchitektur geprägt ist, erfreute sich der Holzbau in den nordischen Ländern, insbesondere in Norwegen, einer konstanten Beliebtheit. Ausgehend von einer bedeutenden Tradition, realisierten norwegische Architekten jüngst einige bemerkenswerte Bauten. Mit der Technik des Stabbaues revolutionierten die Wikinger um das Jahr 1000 den Bootsbau und begründeten so im Hochmittelalter ihre Stellung als eine führende Seemacht. Die Anwendung der Stabbautechnik im Hochbau führte im Zusammenhang mit der Christianisierung des Nordens, die nur mit mehr oder weniger standardisiert errichteten Gotteshäusern schnell vorangetrieben werden konnte, zu einem Höhepunkt des europäischen Holzbaues: den Stabkirchen. Einst gab es zwischen Island und Nordnorwegen mehr als 1200 solcher Kirchen, die praktisch ausnahmslos im 12. und frühen 13. Jahrhundert entstanden. Die meisten wurden früher oder später Opfer von Feuersbrünsten. Was die Jahrhunderte überdauerte, zerfiel wegen mangelnden Unterhaltes oder der Geringschätzung im 19. Jahrhundert. Heute sind nur mehr rund 25 Stabkirchen erhalten. Stabbautechnik und Schweizer Stil Die Wiederentdeckung der Stabbautechnik, bei der im Gegensatz zur Blockbautechnik vertikale Hölzer als freistehende oder in die Aussenwand integrierte Säulen die Dachlast auf das Fundament übertragen, erfolgte Mitte des letzten Jahrhunderts. Neue Sägetechniken erlaubten standardisierte Bauhölzer, die die Ausdrucksmöglichkeiten revolutionierten. Als Pendant zum «Laubsägestil» der Schweizer entstand in Norwegen der sogenannte Schweizer Stil. Ausgehend vom ersten derartigen Gebäude, dem 1839 von H. D. F. Linstow erbauten Wachthaus neben dem königlichen Schloss in Oslo, verbreitete sich die neue Bauweise schnell über das ganze Land und führte vorab in der Bahnhofarchitektur zu Pionierbauten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Schweizer Stil von dem daraus weiterentwickelten und mit Dekorationselementen der Stabkirchen versehenen Drachenstil verdrängt. Das Konstruktionsprinzip von vertikalen und horizontalen Bauhölzern, verkleidet und ausgesteift mit Brettern, hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts zwar noch perfektioniert, aber nicht mehr grundlegend verändert. Noch heute entsteht die Mehrzahl der Einfamilienhäuser in Norwegen nach diesem Bauprinzip. Die bedeutendste Neuerung der letzten 100 Jahre verdankt der Holzbau dem Leim. Mit Leim lässt sich das unregelmässig gewachsene Material in seinen Eigenschaften homogenisieren. Sperr-, Tischler- und Spanholzplatten, insbesondere aber Leimholzträger zählen zu den wichtigsten Entwicklungen. Mit letzteren lassen sich beachtliche Spannweiten überwinden. Bei 96 Metern steht gegenwärtig der «Weltrekord», erreicht vom «Wikingerschiff» in Hamar, der bekanntesten Sporthalle der Olympischen Spiele von Lillehammer (NZZ 8. 2. 94). Moderne Aspekte des HolzbausIn Ås, einer kleinen Ortschaft östlich von Oslo, baute sich der Architekt Bjørn Hovstad, Partner bei 4B Arkitekter, 1993 ein Wohnhaus, und zwar auf einem nach Süden geneigten Waldgrundstück am Rande eines Einfamilienhausquartiers. Da laut Baureglement keine Bäume gefällt werden durften, stand für das Haus nur eine Grundfläche von sechs mal sechs Metern zur Verfügung. Der Architekt stapelte drei Geschosse aufeinander und ergänzte hangseitig auf der West- und Ostseite das Grundvolumen um je einen Flügel. Das Gebäude betritt man durch einen Windfang im westlichen Flügel, kreuzt die offene Küche und gelangt in das Treppenhaus im ostseitigen Flügel. Im ersten Obergeschoss liegt der Wohnraum, der auf der Süd- und der Nordseite gegenüber der tiefer liegenden Küche als offene Galerie ausgebildet ist. Dieses Zurücksetzen von der Fassade erlaubte eine Verglasung über zwei Geschosse, die das Licht quer durch das Haus fliessen lässt. Im dritten Geschoss befindet sich das Schlafzimmer. Hier gelangt man vom Treppenhaus aus über eine kleine Brücke direkt auf eine in einer Waldlichtung liegende Felskuppe. Das nicht unterkellerte Gebäude wurde vollständig in Holz errichtet. Das etwa einen Meter auskragende Vordach schützt die darunterliegende Konstruktion und lässt auch heute, vier Jahre nach Bauabschluss, die Holzverkleidung noch wie neu erscheinen. Die Gestalt des Hauses ist geprägt vom weit auskragenden Dach mit Wasserspeiern in den Ecken und der zweigeschossigen Verglasung auf der Nord- und Südseite. Hervorzuheben ist, dass Bjørn Hovstad nicht zugunsten einer modernen Formensprache auf den konstruktiven Holzschutz verzichtete, sondern das eine mit dem andern verknüpfte. Mit nur wenigen, gezielten Eingriffen ist es dem Architekten gelungen, das Potential zeitgenössischer Gestaltung mit dem Werkstoff Holz im Wohnhausbau aufzuzeigen. Entstanden ist dabei ein Haus zu günstigem Preis und hohem Wohnwert. Regionale Aspekte Karasjok liegt dort, wo sich die Melancholie der Endlosigkeit wie ein schwerer Nebel über die Landschaft senkt: Weit oberhalb des Polarkreises, nahe der finnischen Grenze und nur etwa 200 Kilometer südlich vom Nordkap. Rund zweitausend Einwohner, vorwiegend Samen, zählt die Ortschaft. Das 1990 errichtete Samenlandzentrum der Architekten Bjerk & Bjørge findet man an einer der beiden Strassenkreuzungen des Ortes. Das Gebäude, das im Grundriss einen von der Kreuzung abgewandten Viertelkreis bildet, hat ein elegant geschwungenes, auf eigenen Stützen stehendes Vordach auf der Innenseite des Kreises. Dieses Vordach schützt die Eingänge und umfasst einen Marktplatz, auf dem im Sommer verschiedenste Erzeugnisse den Touristen verkauft werden. Während des restlichen Jahres geschieht dies in den untereinander verbundenen Geschäften im Gebäude selbst, das auch eine Cafeteria und das lokale Touristenzentrum beherbergt. Markantestes Merkmal der gesamten Anlage aber ist der Versammlungssaal, dessen Dach an die Zelte der Samen erinnern soll. Auch die Farbwahl orientiert sich am Gelb-Rot-Blau des seit kurzem autonomen Volkes. Doch dieser ähnlich schon einmal vor gut 100 Jahren unternommene Versuch, über die Form einen nationalen «Stil» zu prägen, erweist sich als problematisch. Auch bei anderen Gebäuden in Karasjok wurde der Versuch unternommen, das Zelt der Samen in Holz, Beton und Backstein zu transformieren. Doch nur in einem Fall ist dies gelungen: beim Restaurant unmittelbar neben dem Samenlandzentrum. Hier stimmt die Form mit der traditionellen Funktion des Zeltes überein. Der Versammlungsraum des Samenlandzentrums, der bis zur Fertigstellung des Parlamentsgebäudes in Kautokeino den Politikern als Provisorium dient, orientiert sich in seiner Ausformung am bekannten Layout: Hier die Parlamentarier, gegenüber die Vorsitzenden, in den Ecken die Übersetzer, die Besucher und die Presse. Diese Anordnung deckt sich nicht mit der Kreisform des Zeltes. Deshalb wurde sie hier zum Viereck. Entsprechend erzwungen wirkt das Interieur des Raumes. Die Anspielungen an das Nationale, die Politisierung der Form, wirkt trotz der guten Handhabung der Details und der insgesamt gelungenen Architektursprache aufgesetzt, ein Eindruck, der durch die mehrheitlich touristische Nutzung das Gebäude gleich noch potenziert wird. Nichts ist offensichtlich so schwierig wie der Versuch, sich aus 2000 Kilometern Distanz – die Architekten stammen aus Bergen – am Aufbau eines neuen kulturellen Ausdrucks zu beteiligen, ohne selbst Betroffener zu sein. Traditionelle Aspekte Von einer kleinen Hochebene über der nördlich von Bergen am Dalsfjord gelegenen Ortschaft Dale geniesst man einen schönen Blick über das Tal, den Fjord und auf die Berge. Hier steht ein 1997 von den jungen Architekten Hage & Grove, Boge, Egge und Hjeltnes realisiertes Künstlerzentrum, das fünf neue Gästehäuser für Künstler, fünf untereinander und mit einer Werkstatt verbundene Ateliers und ein Wohnhaus für den Direktor umfasst. Die insgesamt sieben Bauten liegen wie auf einer Perlenschnur gereiht im Halbkreis entlang der Hangkante. Die fünf bahnwagenähnlichen Gästehäuser sitzen auf Stützen gestellt quer zur Höhenkurve direkt auf dem Übergang von der Hochebene zum steil abfallenden Hang. Man betritt die Häuser von der Stirnseite her, passiert je nach Typus ein, zwei oder drei Schlafzimmer und gelangt am Ende in das Wohnzimmer, hat zur Linken die Garderobe und das Bad in einem aussen angehängten Volumen und in der Verlängerung, im Wohnzimmer, die aufgereihten Elemente der Küche. So verschlossen sich die Eingangsseite zeigt, so offen ist die talseitige Fassade mit vorgelagertem, überdecktem Balkon. Der Innenraum ist geprägt durch verschraubte Sperrholzplatten und einen Fussboden aus Kiefernholz. Aussen dominiert das hier seit den dreissiger Jahren nicht untypische aluminiumverkleidete Tonnendach das Erscheinungsbild. Das Werkstattgebäude mit den hangseitig angeordneten Nebenräumen und die fünf separaten Ateliers entwickeln sich etwa im Viertelkreis entlang einer Felskuppe. Verbunden sind die sechs Volumen mit einem breiten Korridor, der auf der einen Seite in die Werkstatt und auf der anderen ins Freie mündet. Grosse Schiebetüren trennen die etwa sieben mal sieben Meter messenden, rund acht Meter hohen und mit einem Pultdach versehenen Atelierräume vom Korridor ab. Gegen das Tal und zur Aussicht hin sind die Atelierräume auf der gesamten Raumhöhe verglast. Die talseitige Wand der Werkstatt hingegen ist mehrheitlich geschlossen. Verkleidet ist sie auf der gesamten Höhe – dies als eigenwilligstes Merkmal der gesamten Anlage – mit einem Geflecht aus Wacholderästen, das der eigentlichen Wand als ein Schutzschild vorgelagert ist. Diese alte und in der Herstellung recht aufwendige Bautechnik war an der Westküste Norwegens einst weit verbreitet und diente zum Abdämpfen der in dieser Gegend sehr starken Windkraft. Das Rustikale, das dieser Wandaufbau und die Stülpschalung der Gästehäuser ausstrahlen, kontrastiert mit den grossen Glasflächen, den Aluminiumdächern und dem im Innenausbau filigran eingesetzten Sperrholz. So sind in der Werkstatt die geschwungenen Primärträger des Daches derart dünn geraten, dass sie mit Seilen und Distanzhaltern aus Stahl unterspannt werden mussten, was die papierene Erscheinung nur noch verstärkt. Gerade im Bereich der Werkstätten erhält man den noch von Rundungen im Bereich der Oberlichtfenster sowie schwungvollen Formen der Innenraumunterteilung unterstützten Eindruck von einer modernen Interpretation des expressiven Schweizer Stils. Alles in allem ist in Dalsåsen eine kleine Überbauung entstanden, deren Gestalt traditionelle Bautechniken kunstvoll mit einer zeitgenössischen Architektursprache kombiniert. Dass dabei einige der Details auf eine schnelle Abnutzung programmiert sind, widerspiegelt den Zweck der Anlage: Künstlern von innerhalb und ausserhalb Skandinaviens für einen zeitlich beschränkten Aufenthalt einen «provisorischen» Raum zu bieten. Christoph Affentranger -Neue Zürcher Zeitung Synopsis This text examines Scandinavia`s noteworthy contribution to contemporary wood architecture. It presents a detailed analysis of 19 buildings, with photographs, drawings and technical details, and briefly introduces 71 further buildings.etet eine fundierte Darstellung dessen, was die fünf skandinavischen Länder Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland in den letzten zwanzig Jahren an bemerkenswerter Holzarchitektur aufzuweisen haben. Ausführlich werden anhand von Photos, Plänen und technischen Details 19 Gebäude analysiert und 71 weitere steckbriefartig vorgestellt. Alle Bautypen sind vertreten: vom Einfamilienhaus zur Kirche, vom Industriebau zur Bibliothek, von der temporär-experimentellen Architektur bis zur Großraumhalle. Historische Exkurse erläutern die jahrhundertealte Tradition (Blockbauweise, Stabkirchen etc.) und analysieren ihren Vorbildcharakter für die heutigen Architekten. Neue Holzarchitektur in Skandinavien [Gebundene Ausgabe] von Christoph Affentranger (Autor) Architektur Holzbau Scandinavia Architecture Kunst Architekten ISBN-10 3-7643-5458-5 / 3764354585 ISBN-13 978-3-7643-5458-9 / 9783764354589 978-3764354589
Schlagworte: Blockbauweise Stabkirchen Zeitgenössische Holzarchitektur Norwegen Holzbau nordische Länder norwegische Architekten Technik des Stabbauens Wikinger Bootsbau Stabbautechnik Hochbau skandinavische Architektur Zwischen Tradition und High-Tech Zeitgenössische Holzarchitektur in Norwegen Im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung, die erst seit wenigen Jahren von einem neuen Interesse an Holzarchitektur geprägt ist, erfreute sich der Holzbau in den nordischen Ländern, insbesondere in Norwegen, einer konstanten Beliebtheit. Ausgehend von einer bedeutenden Tradition, realisierten norwegische Architekten jüngst einige bemerkenswerte Bauten. Mit der Technik des Stabbaues revolutionierten die Wikinger um das Jahr 1000 den Bootsbau und begründeten so im Hochmittelalter ihre Stellung als eine führende Seemacht. Die Anwendung der Stabbautechnik im Hochbau führte im Zusammenhang mit der Christianisierung des Nordens, die nur mit mehr oder weniger standardisiert errichteten Gotteshäusern schnell vorangetrieben werden konnte, zu einem Höhepunkt des europäischen Holzbaues: den Stabkirchen. Einst gab es zwischen Island und Nordnorwegen mehr als 1200 solcher Kirchen, die praktisch ausnahmslos im 12. und frühen 13. Jahrhundert entstanden. Die meisten wurden früher oder später Opfer von Feuersbrünsten. Was die Jahrhunderte überdauerte, zerfiel wegen mangelnden Unterhaltes oder der Geringschätzung im 19. Jahrhundert. Heute sind nur mehr rund 25 Stabkirchen erhalten. Stabbautechnik und Schweizer Stil Die Wiederentdeckung der Stabbautechnik, bei der im Gegensatz zur Blockbautechnik vertikale Hölzer als freistehende oder in die Aussenwand integrierte Säulen die Dachlast auf das Fundament übertragen, erfolgte Mitte des letzten Jahrhunderts. Neue Sägetechniken erlaubten standardisierte Bauhölzer, die die Ausdrucksmöglichkeiten revolutionierten. Als Pendant zum «Laubsägestil» der Schweizer entstand in Norwegen der sogenannte Schweizer Stil. Ausgehend vom ersten derartigen Gebäude, dem 1839 von H. D. F. Linstow erbauten Wachthaus neben dem königlichen Schloss in Oslo, verbreitete sich die neue Bauweise schnell über das ganze Land und führte vorab in der Bahnhofarchitektur zu Pionierbauten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Schweizer Stil von dem daraus weiterentwickelten und mit Dekorationselementen der Stabkirchen versehenen Drachenstil verdrängt. Das Konstruktionsprinzip von vertikalen und horizontalen Bauhölzern, verkleidet und ausgesteift mit Brettern, hat sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts zwar noch perfektioniert, aber nicht mehr grundlegend verändert. Noch heute entsteht die Mehrzahl der Einfamilienhäuser in Norwegen nach diesem Bauprinzip. Die bedeutendste Neuerung der letzten 100 Jahre verdankt der Holzbau dem Leim. Mit Leim lässt sich das unregelmässig gewachsene Material in seinen Eigenschaften homogenisieren. Sperr-, Tischler- und Spanholzplatten, insbesondere aber Leimholzträger zählen zu den wichtigsten Entwicklungen. Mit letzteren lassen sich beachtliche Spannweiten überwinden. Bei 96 Metern steht gegenwärtig der «Weltrekord», erreicht vom «Wikingerschiff» in Hamar, der bekanntesten Sporthalle der Olympischen Spiele von Lillehammer (NZZ 8. 2. 94). Moderne Aspekte des HolzbausIn Ås, einer kleinen Ortschaft östlich von Oslo, baute sich der Architekt Bjørn Hovstad, Partner bei 4B Arkitekter, 1993 ein Wohnhaus, und zwar auf einem nach Süden geneigten Waldgrundstück am Rande eines Einfamilienhausquartiers. Da laut Baureglement keine Bäume gefällt werden durften, stand für das Haus nur eine Grundfläche von sechs mal sechs Metern zur Verfügung. Der Architekt stapelte drei Geschosse aufeinander und ergänzte hangseitig auf der West- und Ostseite das Grundvolumen um je einen Flügel. Das Gebäude betritt man durch einen Windfang im westlichen Flügel, kreuzt die offene Küche und gelangt in das Treppenhaus im ostseitigen Flügel. Im ersten Obergeschoss liegt der Wohnraum, der auf der Süd- und der Nordseite gegenüber der tiefer liegenden Küche als offene Galerie ausgebildet ist. Dieses Zurücksetzen von der Fassade erlaubte eine Verglasung über zwei Geschosse, die das Licht quer durch das Haus fliessen lässt. Im dritten Geschoss befindet sich das Schlafzimmer. Hier gelangt man vom Treppenhaus aus über eine kleine Brücke direkt auf eine in einer Waldlichtung liegende Felskuppe. Das nicht unterkellerte Gebäude wurde vollständig in Holz errichtet. Das etwa einen Meter auskragende Vordach schützt die darunterliegende Konstruktion und lässt auch heute, vier Jahre nach Bauabschluss, die Holzverkleidung noch wie neu erscheinen. Die Gestalt des Hauses ist geprägt vom weit auskragenden Dach mit Wasserspeiern in den Ecken und der zweigeschossigen Verglasung auf der Nord- und Südseite. Hervorzuheben ist, dass Bjørn Hovstad nicht zugunsten einer modernen Formensprache auf den konstruktiven Holzschutz verzichtete, sondern das eine mit dem andern verknüpfte. Mit nur wenigen, gezielten Eingriffen ist es dem Architekten gelungen, das Potential zeitgenössischer Gestaltung mit dem Werkstoff Holz im Wohnhausbau aufzuzeigen. Entstanden ist dabei ein Haus zu günstigem Preis und hohem Wohnwert. Regionale Aspekte Karasjok liegt dort, wo sich die Melancholie der Endlosigkeit wie ein schwerer Nebel über die Landschaft senkt: Weit oberhalb des Polarkreises, nahe der finnischen Grenze und nur etwa 200 Kilometer südlich vom Nordkap. Rund zweitausend Einwohner, vorwiegend Samen, zählt die Ortschaft. Das 1990 errichtete Samenlandzentrum der Architekten Bjerk & Bjørge findet man an einer der beiden Strassenkreuzungen des Ortes. Das Gebäude, das im Grundriss einen von der Kreuzung abgewandten Viertelkreis bildet, hat ein elegant geschwungenes, auf eigenen Stützen stehendes Vordach auf der Innenseite des Kreises. Dieses Vordach schützt die Eingänge und umfasst einen Marktplatz, auf dem im Sommer verschiedenste Erzeugnisse den Touristen verkauft werden. Während des restlichen Jahres geschieht dies in den untereinander verbundenen Geschäften im Gebäude selbst, das auch eine Cafeteria und das lokale Touristenzentrum beherbergt. Markantestes Merkmal der gesamten Anlage aber ist der Versammlungssaal, dessen Dach an die Zelte der Samen erinnern soll. Auch die Farbwahl orientiert sich am Gelb-Rot-Blau des seit kurzem autonomen Volkes. Doch dieser ähnlich schon einmal vor gut 100 Jahren unternommene Versuch, über die Form einen nationalen «Stil» zu prägen, erweist sich als problematisch. Auch bei anderen Gebäuden in Karasjok wurde der Versuch unternommen, das Zelt der Samen in Holz, Beton und Backstein zu transformieren. Doch nur in einem Fall ist dies gelungen: beim Restaurant unmittelbar neben dem Samenlandzentrum. Hier stimmt die Form mit der traditionellen Funktion des Zeltes überein. Der Versammlungsraum des Samenlandzentrums, der bis zur Fertigstellung des Parlamentsgebäudes in Kautokeino den Politikern als Provisorium dient, orientiert sich in seiner Ausformung am bekannten Layout: Hier die Parlamentarier, gegenüber die Vorsitzenden, in den Ecken die Übersetzer, die Besucher und die Presse. Diese Anordnung deckt sich nicht mit der Kreisform des Zeltes. Deshalb wurde sie hier zum Viereck. Entsprechend erzwungen wirkt das Interieur des Raumes. Die Anspielungen an das Nationale, die Politisierung der Form, wirkt trotz der guten Handhabung der Details und der insgesamt gelungenen Architektursprache aufgesetzt, ein Eindruck, der durch die mehrheitlich touristische Nutzung das Gebäude gleich noch potenziert wird. Nichts ist offensichtlich so schwierig wie der Versuch, sich aus 2000 Kilometern Distanz – die Architekten stammen aus Bergen – am Aufbau eines neuen kulturellen Ausdrucks zu beteiligen, ohne selbst Betroffener zu sein. Traditionelle Aspekte Von einer kleinen Hochebene über der nördlich von Bergen am Dalsfjord gelegenen Ortschaft Dale geniesst man einen schönen Blick über das Tal, den Fjord und auf die Berge. Hier steht ein 1997 von den jungen Architekten Hage & Grove, Boge, Egge und Hjeltnes realisiertes Künstlerzentrum, das fünf neue Gästehäuser für Künstler, fünf untereinander und mit einer Werkstatt verbundene Ateliers und ein Wohnhaus für den Direktor umfasst. Die insgesamt sieben Bauten liegen wie auf einer Perlenschnur gereiht im Halbkreis entlang der Hangkante. Die fünf bahnwagenähnlichen Gästehäuser sitzen auf Stützen gestellt quer zur Höhenkurve direkt auf dem Übergang von der Hochebene zum steil abfallenden Hang. Man betritt die Häuser von der Stirnseite her, passiert je nach Typus ein, zwei oder drei Schlafzimmer und gelangt am Ende in das Wohnzimmer, hat zur Linken die Garderobe und das Bad in einem aussen angehängten Volumen und in der Verlängerung, im Wohnzimmer, die aufgereihten Elemente der Küche. So verschlossen sich die Eingangsseite zeigt, so offen ist die talseitige Fassade mit vorgelagertem, überdecktem Balkon. Der Innenraum ist geprägt durch verschraubte Sperrholzplatten und einen Fussboden aus Kiefernholz. Aussen dominiert das hier seit den dreissiger Jahren nicht untypische aluminiumverkleidete Tonnendach das Erscheinungsbild. Das Werkstattgebäude mit den hangseitig angeordneten Nebenräumen und die fünf separaten Ateliers entwickeln sich etwa im Viertelkreis entlang einer Felskuppe. Verbunden sind die sechs Volumen mit einem breiten Korridor, der auf der einen Seite in die Werkstatt und auf der anderen ins Freie mündet. Grosse Schiebetüren trennen die etwa sieben mal sieben Meter messenden, rund acht Meter hohen und mit einem Pultdach versehenen Atelierräume vom Korridor ab. Gegen das Tal und zur Aussicht hin sind die Atelierräume auf der gesamten Raumhöhe verglast. Die talseitige Wand der Werkstatt hingegen ist mehrheitlich geschlossen. Verkleidet ist sie auf der gesamten Höhe – dies als eigenwilligstes Merkmal der gesamten Anlage – mit einem Geflecht aus Wacholderästen, das der eigentlichen Wand als ein Schutzschild vorgelagert ist. Diese alte und in der Herstellung recht aufwendige Bautechnik war an der Westküste Norwegens einst weit verbreitet und diente zum Abdämpfen der in dieser Gegend sehr starken Windkraft. Das Rustikale, das dieser Wandaufbau und die Stülpschalung der Gästehäuser ausstrahlen, kontrastiert mit den grossen Glasflächen, den Aluminiumdächern und dem im Innenausbau filigran eingesetzten Sperrholz. So sind in der Werkstatt die geschwungenen Primärträger des Daches derart dünn geraten, dass sie mit Seilen und Distanzhaltern aus Stahl unterspannt werden mussten, was die papierene Erscheinung nur noch verstärkt. Gerade im Bereich der Werkstätten erhält man den noch von Rundungen im Bereich der Oberlichtfenster sowie schwungvollen Formen der Innenraumunterteilung unterstützten Eindruck von einer modernen Interpretation des expressiven Schweizer Stils. Alles in allem ist in Dalsåsen eine kleine Überbauung entstanden, deren Gestalt traditionelle Bautechniken kunstvoll mit einer zeitgenössischen Architektursprache kombiniert. Dass dabei einige der Details auf eine schnelle Abnutzung programmiert sind, widerspiegelt den Zweck der Anlage: Künstlern von innerhalb und ausserhalb Skandinaviens für einen zeitlich beschränkten Aufenthalt einen «provisorischen» Raum zu bieten. Christoph Affentranger -Neue Zürcher Zeitung Synopsis This text examines Scandinavia`s noteworthy contribution to contemporary wood architecture. It presents a detailed analysis of 19 buildings, with photographs, drawings and technical details, and briefly introduces 71 further buildings.etet eine fundierte Darstellung dessen, was die fünf skandinavischen Länder Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland in den letzten zwanzig Jahren an bemerkenswerter Holzarchitektur aufzuweisen haben. Ausführlich werden anhand von Photos, Plänen und technischen Details 19 Gebäude analysiert und 71 weitere steckbriefartig vorgestellt. Alle Bautypen sind vertreten: vom Einfamilienhaus zur Kirche, vom Industriebau zur Bibliothek, von der temporär-experimentellen Architektur bis zur Großraumhalle. Historische Exkurse erläutern die jahrhundertealte Tradition (Blockbauweise, Stabkirchen etc.) und analysieren ihren Vorbildcharakter für die heutigen Architekten. Neue Holzarchitektur in Skandinavien [Gebundene Ausgabe] von Christoph Affentranger (Autor) Architektur Holzbau Scandinavia Architecture Kunst Architekten ISBN-10 3-7643-5458-5 / 3764354585 ISBN-13 978-3-7643-5458-9 / 9783764354589 978-3764354589
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Der Zentrale Runde Tisch der DDR. Wortprotokoll und Dokumente: 5 Bde. 5 Bände [Gebundene Ausgabe] Uwe Thaysen (Autor) Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR In den fünf Monaten zwischen dem 18. November 1989 und dem 18. März 1990 mußte sich in der DDR herausstellen, ob und wie die Parole

Uwe Thaysen
Der Zentrale Runde Tisch der DDR. Wortprotokoll und Dokumente: 5 Bde. 5 Bände [Gebundene Ausgabe] Uwe Thaysen (Autor) Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR In den fünf Monaten zwischen dem 18. November 1989 und dem 18. März 1990 mußte sich in der DDR herausstellen, ob und wie die Parole ""Keine Gewalt!"" in die Wirklichkeit umzusetzen sei. In Ost-Berlin wurde bis zuletzt versucht, die Weichen in eigener Sache zu stellen. Mehr oder weniger offen konkurrierte die letzte Regierung des kommunistischen Regimes mit den neuen Kräften der Opposition am Runden Tisch. Inzwischen ist der Zentrale Runde Tisch zu einem Mythos geworden. Die Wortprotokolle des Runden Tisches legen nun erstmals umfassend alle Unterlagen vor: Neben der Verschriftlichung der mündlichen Verhandlungen aller 16 Sitzungen präsentieren die Bände, integriert im fortlaufenden Text und zusätzlich in separaten Bänden, nahezu sämtliche historischen Dokumente. Mit dieser Dokumentation wird erstmals ein unmythologisierter Einblick in die damaligen politischen Verhältnisse, Erwartungen und Hoffnungen sowie ein Vergleich mit der Gegenwart ermöglicht. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau: "" Den Band des an der Universität Lüneburg lehrenden Uwe Thaysen - eine Dokumentation über die Arbeit des Zentralen Runden Tischs - legt Johannes Klotz allen dringend ans Herz, die Politik oder politische Bildungsarbeit betreiben. Denn hier kann man viel lernen, meint der Rezensent. Der Zentrale Runde Tisch, der am 7. Dezember 1989 als Diskussionsforum über den Prozess der Demokratisierung in der DDR in Berlin eingerichtet wurde, war mehr als das. Er war ein rechts- und demokratietheoretisches Seminar, in dem Aufgaben bearbeitet wurden, die eigentlich einem Parlament zukommen. Entscheidungen über ein Wahlgesetz, Parteien- und Vereinigungsgesetze und eine neue Verfassung wurden hier vorbereitet, berichtet Klotz, der ob der dokumentierten Streitkultur dieser Institution schwer beeindruckt ist. "" Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung: ""Eckhard Jesse weist in seiner Rezension darauf hin, dass der Herausgeber selbst als Beobachter bei sämtlichen Sitzungen des Rundes Tisches vom Dezember 1989 bis März 1990 anwesend war. Dass nun endlich die Wortprotokolle dieser Sitzungen erschienen sind, begrüßt der Rezensent ausdrücklich, allerdings weist er auch auf die Schwierigkeiten hin, die ein solches Unterfangen (also die Übertragung aus Tonband- und Filmmitschnitten in Textform) mit sich bringt. Nach Jesse hat die ""Authentizität des Gesprochenen"" in dieser Edition trotz nicht zu vermeidender editorischer Eingriffe jedoch nicht gelitten. Inhaltlich stellt der Rezensent besonders einen Aspekt heraus, den er für besonders vielsagend hält: Dabei geht es um die ""Vermischung und Verwischung der Fronten"" und die wechselnden Solidarisierungen der Teilnehmer untereinander und auch um bisweilen gezielt angezettelte Verwirrungen. Ein ""wahre Fundgrube für die Forschung"", meint Jesse, der allerdings bedauert, dass nur in wenigen Fällen das Abstimmungsverhalten aufgezeichnet worden ist. Auch das Fehlen eines Personen- bzw. Sachregisters moniert der Rezensent. Dieses sei bei einem Band solchen Umfangs unabdingbar. "" Der Zentrale Runde Tisch in Berlin war wegen der historisch bedingten zentralistischen Machtkonzentration derjenige mit dem größten Einfluss. Zu den Äquivalenten in den Bezirken gab es allenfalls lose Kontakte (oft eher über die Medien), selten planvolle Kontakte bzw. Abstimmungen und erst recht kein Unterstellungsverhältnis. Die jeweiligen Runden Tische fanden sich nach dem Vorbild ähnlicher Ansätze in Polen kurz zuvor relativ spontan zusammen (siehe Anmerkung unten) und bemühten sich um die Lösung drängender aktueller Probleme in ihrem Einzugsbereich. Der Berliner Zentrale Runde Tisch begann seine Tätigkeit am 7. Dezember 1989 und arbeitete bis zum 12. März 1990, kurz vor den ersten (und letzten) freien Wahlen zur Volkskammer. Der Zentrale Runde Tisch beeinflusste viele Entscheidungen der Übergangsregierung Modrows spürbar. Wegen seiner Bedeutung für das weitere Schicksal des Landes erhielt er großes Medieninteresse, z.B. in Form von Sondersendungen des Fernsehens und lange Beiträge in der Aktuellen Kamera. Versammlungsort war anfangs das Dietrich-Bonhoeffer-Haus der evangelischen Kirche im Stadtbezirk Mitte unweit der Spree und des Bahnhofs Friedrichstraße, wo normalerweise Veranstaltungen der Evangelischen Akademie stattfanden. Aus Platzgründen wurde dann als Versammlungort das Schloß Niederschönhausen gewählt Der Zentrale Runde Tisch der DDR. Wortprotokoll und Dokumente 5 Bde. [Gebundene Ausgabe] Uwe Thaysen (Autor) Zusatzinfo 950 Abb. Gewicht 5902 g Einbandart gebunden Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR ISBN-10 3-531-12756-X / 353112756X ISBN-13 978-3-531-12756-9 / 9783531127569 2000
VS Verlag für Sozialwissenschaften VS Verlag für Sozialwissenschaften 2000 Hardcover 1971 S. ISBN: 353112756X (EAN: 9783531127569 / 978-3531127569)


Zustand: gebraucht - sehr gut, In den fünf Monaten zwischen dem 18. November 1989 und dem 18. März 1990 mußte sich in der DDR herausstellen, ob und wie die Parole ""Keine Gewalt!"" in die Wirklichkeit umzusetzen sei. In Ost-Berlin wurde bis zuletzt versucht, die Weichen in eigener Sache zu stellen. Mehr oder weniger offen konkurrierte die letzte Regierung des kommunistischen Regimes mit den neuen Kräften der Opposition am Runden Tisch. Inzwischen ist der Zentrale Runde Tisch zu einem Mythos geworden. Die Wortprotokolle des Runden Tisches legen nun erstmals umfassend alle Unterlagen vor: Neben der Verschriftlichung der mündlichen Verhandlungen aller 16 Sitzungen präsentieren die Bände, integriert im fortlaufenden Text und zusätzlich in separaten Bänden, nahezu sämtliche historischen Dokumente. Mit dieser Dokumentation wird erstmals ein unmythologisierter Einblick in die damaligen politischen Verhältnisse, Erwartungen und Hoffnungen sowie ein Vergleich mit der Gegenwart ermöglicht. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau: "" Den Band des an der Universität Lüneburg lehrenden Uwe Thaysen - eine Dokumentation über die Arbeit des Zentralen Runden Tischs - legt Johannes Klotz allen dringend ans Herz, die Politik oder politische Bildungsarbeit betreiben. Denn hier kann man viel lernen, meint der Rezensent. Der Zentrale Runde Tisch, der am 7. Dezember 1989 als Diskussionsforum über den Prozess der Demokratisierung in der DDR in Berlin eingerichtet wurde, war mehr als das. Er war ein rechts- und demokratietheoretisches Seminar, in dem Aufgaben bearbeitet wurden, die eigentlich einem Parlament zukommen. Entscheidungen über ein Wahlgesetz, Parteien- und Vereinigungsgesetze und eine neue Verfassung wurden hier vorbereitet, berichtet Klotz, der ob der dokumentierten Streitkultur dieser Institution schwer beeindruckt ist. "" Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung: ""Eckhard Jesse weist in seiner Rezension darauf hin, dass der Herausgeber selbst als Beobachter bei sämtlichen Sitzungen des Rundes Tisches vom Dezember 1989 bis März 1990 anwesend war. Dass nun endlich die Wortprotokolle dieser Sitzungen erschienen sind, begrüßt der Rezensent ausdrücklich, allerdings weist er auch auf die Schwierigkeiten hin, die ein solches Unterfangen (also die Übertragung aus Tonband- und Filmmitschnitten in Textform) mit sich bringt. Nach Jesse hat die ""Authentizität des Gesprochenen"" in dieser Edition trotz nicht zu vermeidender editorischer Eingriffe jedoch nicht gelitten. Inhaltlich stellt der Rezensent besonders einen Aspekt heraus, den er für besonders vielsagend hält: Dabei geht es um die ""Vermischung und Verwischung der Fronten"" und die wechselnden Solidarisierungen der Teilnehmer untereinander und auch um bisweilen gezielt angezettelte Verwirrungen. Ein ""wahre Fundgrube für die Forschung"", meint Jesse, der allerdings bedauert, dass nur in wenigen Fällen das Abstimmungsverhalten aufgezeichnet worden ist. Auch das Fehlen eines Personen- bzw. Sachregisters moniert der Rezensent. Dieses sei bei einem Band solchen Umfangs unabdingbar. "" Der Zentrale Runde Tisch in Berlin war wegen der historisch bedingten zentralistischen Machtkonzentration derjenige mit dem größten Einfluss. Zu den Äquivalenten in den Bezirken gab es allenfalls lose Kontakte (oft eher über die Medien), selten planvolle Kontakte bzw. Abstimmungen und erst recht kein Unterstellungsverhältnis. Die jeweiligen Runden Tische fanden sich nach dem Vorbild ähnlicher Ansätze in Polen kurz zuvor relativ spontan zusammen (siehe Anmerkung unten) und bemühten sich um die Lösung drängender aktueller Probleme in ihrem Einzugsbereich. Der Berliner Zentrale Runde Tisch begann seine Tätigkeit am 7. Dezember 1989 und arbeitete bis zum 12. März 1990, kurz vor den ersten (und letzten) freien Wahlen zur Volkskammer. Der Zentrale Runde Tisch beeinflusste viele Entscheidungen der Übergangsregierung Modrows spürbar. Wegen seiner Bedeutung für das weitere Schicksal des Landes erhielt er großes Medieninteresse, z.B. in Form von Sondersendungen des Fernsehens und lange Beiträge in der Aktuellen Kamera. Versammlungsort war anfangs das Dietrich-Bonhoeffer-Haus der evangelischen Kirche im Stadtbezirk Mitte unweit der Spree und des Bahnhofs Friedrichstraße, wo normalerweise Veranstaltungen der Evangelischen Akademie stattfanden. Aus Platzgründen wurde dann als Versammlungort das Schloß Niederschönhausen gewählt Der Zentrale Runde Tisch der DDR. Wortprotokoll und Dokumente 5 Bde. [Gebundene Ausgabe] Uwe Thaysen (Autor) Zusatzinfo 950 Abb. Gewicht 5902 g Einbandart gebunden Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR ISBN-10 3-531-12756-X / 353112756X ISBN-13 978-3-531-12756-9 / 9783531127569 Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR
Schlagworte: Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR In den fünf Monaten zwischen dem 18. November 1989 und dem 18. März 1990 mußte sich in der DDR herausstellen, ob und wie die Parole ""Keine Gewalt!"" in die Wirklichkeit umzusetzen sei. In Ost-Berlin wurde bis zuletzt versucht, die Weichen in eigener Sache zu stellen. Mehr oder weniger offen konkurrierte die letzte Regierung des kommunistischen Regimes mit den neuen Kräften der Opposition am Runden Tisch. Inzwischen ist der Zentrale Runde Tisch zu einem Mythos geworden. Die Wortprotokolle des Runden Tisches legen nun erstmals umfassend alle Unterlagen vor: Neben der Verschriftlichung der mündlichen Verhandlungen aller 16 Sitzungen präsentieren die Bände, integriert im fortlaufenden Text und zusätzlich in separaten Bänden, nahezu sämtliche historischen Dokumente. Mit dieser Dokumentation wird erstmals ein unmythologisierter Einblick in die damaligen politischen Verhältnisse, Erwartungen und Hoffnungen sowie ein Vergleich mit der Gegenwart ermöglicht. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau: "" Den Band des an der Universität Lüneburg lehrenden Uwe Thaysen - eine Dokumentation über die Arbeit des Zentralen Runden Tischs - legt Johannes Klotz allen dringend ans Herz, die Politik oder politische Bildungsarbeit betreiben. Denn hier kann man viel lernen, meint der Rezensent. Der Zentrale Runde Tisch, der am 7. Dezember 1989 als Diskussionsforum über den Prozess der Demokratisierung in der DDR in Berlin eingerichtet wurde, war mehr als das. Er war ein rechts- und demokratietheoretisches Seminar, in dem Aufgaben bearbeitet wurden, die eigentlich einem Parlament zukommen. Entscheidungen über ein Wahlgesetz, Parteien- und Vereinigungsgesetze und eine neue Verfassung wurden hier vorbereitet, berichtet Klotz, der ob der dokumentierten Streitkultur dieser Institution schwer beeindruckt ist. "" Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung: ""Eckhard Jesse weist in seiner Rezension darauf hin, dass der Herausgeber selbst als Beobachter bei sämtlichen Sitzungen des Rundes Tisches vom Dezember 1989 bis März 1990 anwesend war. Dass nun endlich die Wortprotokolle dieser Sitzungen erschienen sind, begrüßt der Rezensent ausdrücklich, allerdings weist er auch auf die Schwierigkeiten hin, die ein solches Unterfangen (also die Übertragung aus Tonband- und Filmmitschnitten in Textform) mit sich bringt. Nach Jesse hat die ""Authentizität des Gesprochenen"" in dieser Edition trotz nicht zu vermeidender editorischer Eingriffe jedoch nicht gelitten. Inhaltlich stellt der Rezensent besonders einen Aspekt heraus, den er für besonders vielsagend hält: Dabei geht es um die ""Vermischung und Verwischung der Fronten"" und die wechselnden Solidarisierungen der Teilnehmer untereinander und auch um bisweilen gezielt angezettelte Verwirrungen. Ein ""wahre Fundgrube für die Forschung"", meint Jesse, der allerdings bedauert, dass nur in wenigen Fällen das Abstimmungsverhalten aufgezeichnet worden ist. Auch das Fehlen eines Personen- bzw. Sachregisters moniert der Rezensent. Dieses sei bei einem Band solchen Umfangs unabdingbar. "" Der Zentrale Runde Tisch in Berlin war wegen der historisch bedingten zentralistischen Machtkonzentration derjenige mit dem größten Einfluss. Zu den Äquivalenten in den Bezirken gab es allenfalls lose Kontakte (oft eher über die Medien), selten planvolle Kontakte bzw. Abstimmungen und erst recht kein Unterstellungsverhältnis. Die jeweiligen Runden Tische fanden sich nach dem Vorbild ähnlicher Ansätze in Polen kurz zuvor relativ spontan zusammen (siehe Anmerkung unten) und bemühten sich um die Lösung drängender aktueller Probleme in ihrem Einzugsbereich. Der Berliner Zentrale Runde Tisch begann seine Tätigkeit am 7. Dezember 1989 und arbeitete bis zum 12. März 1990, kurz vor den ersten (und letzten) freien Wahlen zur Volkskammer. Der Zentrale Runde Tisch beeinflusste viele Entscheidungen der Übergangsregierung Modrows spürbar. Wegen seiner Bedeutung für das weitere Schicksal des Landes erhielt er großes Medieninteresse, z.B. in Form von Sondersendungen des Fernsehens und lange Beiträge in der Aktuellen Kamera. Versammlungsort war anfangs das Dietrich-Bonhoeffer-Haus der evangelischen Kirche im Stadtbezirk Mitte unweit der Spree und des Bahnhofs Friedrichstraße, wo normalerweise Veranstaltungen der Evangelischen Akademie stattfanden. Aus Platzgründen wurde dann als Versammlungort das Schloß Niederschönhausen gewählt Der Zentrale Runde Tisch der DDR. Wortprotokoll und Dokumente 5 Bde. [Gebundene Ausgabe] Uwe Thaysen (Autor) Zusatzinfo 950 Abb. Gewicht 5902 g Einbandart gebunden Geschichte History Zeitgeschichte Runder Tisch DDR ISBN-10 3-531-12756-X / 353112756X ISBN-13 978-3-531-12756-9 / 9783531127569
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Religion - SYNDICUS, Eduard S.J. und P. Johannes HIRSCHMANN S.J. (Hrsg.) :
Die frühchristliche Kunst : Der Christ in der Welt Eine Enzyklopädie XV. Reihe Die christliche Kunst 2. Band P. Eduard Syndicus SJ * 9. Januar 1915 † 18. April 2006 Eintritt 1934 - Priesterweihe 1942 - Letzte Gelübde 1951 Hergarten ist ein Dorf in der nördlichen Eifel zwischen Zülpich und der Rur-Talsperre, ganz nahe beim alten Wallfahrtsort Heimbach und dem Trapistenkloster Mariawald. Hier wurde Eduard am 9. Januar 1915 geboren als ältester Sohn des Landwirtes Peter Syndicus und seiner Frau Johanna geb. Bongard. Er hatte zwei ältere und zwei jüngere Schwestern, die beiden jüngeren Brüder sind im Krieg gefallen. Das Leben in der Eifel war karg, die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg hart, dennoch entschloss sich der Vater, seinen Ältesten zum Pfarrer in den Lateinunterricht zu geben, damit er nach einem verkürzten Gymnasiumbesuch studieren könne. 1934 machte Eduard in Erkelenz sein Abitur und trat am 25. April in 's-Heerenberg in Holland in das Noviziat der Jesuiten ein. Der Mitnovize Otto Syré schildert Eduard als stillen, meditativen Menschen, dessen lebendige Predigten und Kinderkatechesen große Freude bereiteten. Nach dem Noviziat wurde Eduard für sechs Monate zum RAD (Reichsarbeitsdienst) in die Altmark geholt und konnte anschließend in Pullach ungestört drei Jahre lang Philosophie studieren. Bei Kriegsausbruch wurde er sogleich zu den Gebirgsjägern eingezogen und als Funker ausgebildet. Sein Einsatzgebiet lag im hohen Norden in Norwegen. Nach Beginn des Russlandfeldzuges sollte er unter General Dietl mithelfen, den Russen den eisfreien Hafen Murmansk wegzunehmen. Die Offensive scheiterte unter großen Verlusten, und unser Funker, der inzwischen als Sanitäter arbeitete, wurde durch den bekannten Führerbefehl Anfang 1942 in die Heimat zurückgerufen. Zahlreiche junge Mitbrüder sahen sich in Frankfurt wieder. Um sie vor einem unmittelbaren Zugriff der Staatspolizei etwas mehr zu sichern, hatte der Mainzer Bischof Stohr den Mut, 26 von ihnen am 9. November 1942 hinter verschlossenen Türen im Priesterseminar zu weihen und zusammen mit dem Bischof von Limburg sofort als Kapläne einzusetzen. Drei Tage nach der Weihe war unser Held Kaplan in Seligenstadt am Main. Hier wurden ihm drei seiner schönsten Lebensjahre geschenkt, wie er immer wieder notiert. Ein mit Freunden aus dieser Zeit vollbesetzter Mercedes erschien am Tag der Beerdigung in Köln. "Pater Syndicus war der Gegenpol zur Hitlerjugend, er faszinierte uns durch seine charismatische Persönlichkeit und seine vorbildliche, überzeugende Glaubenshaltung", erklärte einer von ihnen. Nach dem Krieg wurden die fehlenden theologischen Studien in Büren in Westfalen nachgeholt und das Gesamtstudium mit dem Tertiat in Münster abgeschlossen. Weitere fünf Jahre Studium der Kunstgeschichte in München wurden angefügt und sollten seine Lehrtätigkeit an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt vorbereiten. "Diese Aufgabe litt daran, dass das Fach Christliche Kunst, von allen Päpsten unseres Jahrhunderts als Pflichtfach vorgeschrieben, im Studienplan keinen verpflichtenden Charakter erhielt. So konnte ich viel Seelsorgearbeit übernehmen: Exerzitien, Einkehrtage, Vorträge, Gefangenen- und Krankenhausseelsorge, ja sogar Religionsunterricht in Bad Godesberg. Alles in allem ein abwechslungsreiches, erfülltes Leben!" Schon Seligenstadt hatte in einer Würdigung zum 90. Geburtstag geschrieben, dass die Weihnachtskrippe aus den 40er Jahren im Kern bis heute erhalten geblieben sei. Alle Häuser, in denen P. Syndicus im Laufe seines Ordenslebens gewohnt hat, bewahren seine Krippe - eine besonders große finden wir im Bürener Kolleg. Seine Bilder auf den Fluren des Caritas-Altenzentrums in Köln-Mülheim begleiten uns auf dem Weg zur täglichen Eucharistiefeier. Pinsel und Feder lagen bis zum letzten Tag griffbereit auf seinem Tisch. Eigenes Schaffen und kunstgeschichtliche Arbeiten waren e i n Teil seines Lebens. Für mich stand der Mensch und der Priester im Vordergrund, und das hat mich auch veranlasst, seinen Nachruf zu schreiben. Ich wende mich dem letzten Abschnitt im Schaffen unseres Mitbruders zu, in dem der 'stille, meditative Seelsorger" wieder voll im Vordergrund steht. Sechzehn Jahre wirkte P. Syndicus als Pfarrvikar von St. Vitus und Leiter unseres Exerzitien- und Ferienhauses in Hochelten bei Emmerich. Hier habe ich ihn in meinen Jahresexerzitien öfter erlebt, besonders auch in seinen Sonntagsmessen, zu denen er seine Schwestern und Brüder aus dem Tal zum Verdruss des Ortspfarrers kräftig auf den Berg entführte. Dass wandernde Gesellen auf dem Eltenberg ein gutes Priesterherz entdeckten, ließ auch nicht lang auf sich warten. Das Essen war nicht mehr warm, das er auf einem Motorroller heranholte, wenn das Haus schwach besetzt war, und es krochen auch schon mal Spinnen über die Betten - doch sein Herz war warm, und sein Glaube war stark. In den letzten Lebensjahren brachte ihn das nachlassende Gehör in eine große Einsamkeit. Immer noch lagen neu erschienene spirituelle Taschenbücher auf seinem Tisch im Altenheim in Münster und Köln; so lange es ging schaute er nach den kranken Mitbrüdern. Den 90. Geburtstag konnte er noch im Kreise zahlreicher Nichten und Neffen einigermaßen feiern. Dann beschleunigte sich der allgemeine Kräfteabbau, und in der Nacht vom 17. zum 18. April 2005 gab er nach einem kurzen Infekt - aber für uns doch überraschend - seine Seele in die Hände seines Schöpfers zurück. R.i.p. P. Fritz Abel SJ Jesuiten/Nachrufe 2006, S. 40 f. (quelle:con-spiration.de) : Original-Ausgabe :
Paul Pattloch Verlag, Aschaffenburg 1963. Abbildungen, 14 Bildtafeln + 157 Seiten Taschenbuch mit Leinenrücken


Mit Imprimatur. Aus dieser bedeutenden Serie christlicher Literatur können wir Ihnen zahlreiche Bände anbieten. Die Autoren sind hervorragende Kenner des behandelten Themas. Die Bände sind in tadellosem Zustand, z.T. im Einband etwas angestaubt. Mit einem Namen- und Sachregister und einem Literaturverzeichnis. gerne senden wir Ihnen weitere Fotos und Informationen : der Gesamteindruck dieses Buches ist GEBRAUCHT : SEHR GUT -
Bitte beachten Sie, dass es sich um gebrauchte Bücher handelt. Bei den Preisen haben wir den Zustand des Buches berücksichtigt.
Schlagworte: Christentum, Kunst, Sakralkunst, Theologie, evangelisch, katholisch, Kirche, Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher T
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Florescu, Catalin D
Der kurze Weg nach Hause
Gebundene Ausgabe ISBN: 3858424765 (EAN: 9783858424761 / 978-3858424761)


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