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Canis, Konrad

Der Weg in den Abgrund Deutsche Außenpolitik 1902-1914 (Gebundene Ausgabe)

Schoeningh Ferdinand GmbH, Verlag Ferdinand Schöningh, Juli 2011


719 S. - Sprache: Deutsch - 235x164x48 mm

ISBN: 3506771205 EAN: 9783506771209

Nach vorherrschender Auffassung wird Deutschland die Hauptverantwortung für den Ersten Weltkrieg zugeschrieben. Auf breiter Quellengrundlage, vor allem mit ungedruckten Akten- und Nachlaßbeständen, begründet jedoch der Autor, daß die Zwänge, denen Deutschland ausgesetzt blieb, größer waren als die Möglichkeiten. Die Rivalen Großbritannien, Rußland und Frankreich fanden sich gegen die stärkste Kontinentalmacht, die über das größte, rapide wachsende gesellschaftliche Potential verfügte, fester zusammen als in den Jahrzehnten zuvor. Deutschland verlangte begründet weltmachtpolitische Gleichberechtigung und eine starke Position in Europa. Die Rivalen verweigerten ihm beides und strebten danach, es auf dem Kontinent vormachtpolitisch auszugrenzen. Entgegen der überzogenen geschichtswissenschaftlichen Kritik an Bülow suchte der Kanzler die begrenzten Möglichkeiten zu nutzen. Fixiert auf die drei Rivalen antwortete er nach dem Mißlingen, zwischen Rußland und England ungebunden zum Erfolg zu kommen, abwechselnd mit Offensive oder Entspannung. Ohne den Frieden brechen zu wollen, zielte er in den Krisen mit einer Politik der Stärke vergeblich darauf, die Entente auszuschalten. In der ersten Marokkokrise suchte Bülow zuerst Frankreich, dann Rußland vergeblich für einen Kontinentalbund zu gewinnen. In der von ihm initiierten Entspannungsphase, die in der Literatur gewöhnlich unterschlagen wird, war er bestrebt, mit primär wirtschaftlichen Mitteln auf der Basis des Bündnisses mit Österreich-Ungarn einen Ausgleich mit den Rivalen zu schaffen, konnte jedoch Englands Dreierententekurs nicht unterlaufen. In der Bosnischen Krise setzte er erfolglos darauf, auf der Grundlage eines deutsch-österreichischen Blocks Rußland von der Entente zu lösen. Eher naiv beabsichtigte Bethmann Hollweg anschließend England zu gewinnen, wurde aber von ihm souverän überspielt. Angebote eines Neutraltätsabkommens lehnten die Rivalen ab. In der zweiten Marokkokrise sollte Frankreich von Deutschlands Gnaden Marokko erhalten und die Entente mit England überflüssig werden. In derselben Absicht schloß sich Berlin in den Balkankriegen dem Krisenmanagement mit London an, das jedoch für sich und die Entente Nutzen davontrug, wie auf dem Balkan Rußland und nicht Österreich. Deutschland verzichtete auf eine ausgreifende Kolonialexpansion und ging in Verhandlungen zu begrenzten Projekten in London bis in die Nähe einer Juniorpartnerschaft. Nach 1911 kreiste Rußland, um Deutschland politisch zu schwächen, dessen Bündnispartner Österreich-Ungarn ein, und höhlte, gemeinsam mit Frankreich, mit einer Aufrüstung unter offensivem Vorzeichen die deutsch-österreichische Kriegsstrategie aus. Obwohl die politisch und militärisch Verantwortlichen Deutschlands wie bislang dem Krieg widerstrebten, lösten sie ihn 1914 aus, überzeugt von der Zwangslage, ihm später gewiß ausgesetzt und ihm dann nicht mehr gewachsen zu sein.


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Der Weg in den Abgrund. Deutsche Außenpolitik 1902-1914.

Canis, Konrad:
Der Weg in den Abgrund. Deutsche Außenpolitik 1902-1914.
Paderborn: Schöningh 2011. VI, 719 S. Kart. *neuwertig* EAN: 9783506771209 (ISBN: 3506771205)


Nach vorherrschender Auffassung wird Deutschland die Hauptverantwortung für den Ersten Weltkrieg zugeschrieben. Auf breiter Quellengrundlage, vor allem mit ungedruckten Akten- und Nachlaßbeständen, begründet jedoch der Autor, daß die Zwänge, denen Deutschland ausgesetzt blieb, größer waren als die Möglichkeiten. Die Rivalen Großbritannien, Rußland und Frankreich fanden sich gegen die stärkste Kontinentalmacht, die über das größte, rapide wachsende gesellschaftliche Potential verfügte, fester zusammen als in den Jahrzehnten zuvor. Deutschland verlangte begründet weltmachtpolitische Gleichberechtigung und eine starke Position in Europa. Die Rivalen verweigerten ihm beides und strebten danach, es auf dem Kontinent vormachtpolitisch auszugrenzen. Entgegen der überzogenen geschichtswissenschaftlichen Kritik an Bülow suchte der Kanzler die begrenzten Möglichkeiten zu nutzen. Fixiert auf die drei Rivalen antwortete er nach dem Mißlingen, zwischen Rußland und England ungebunden zum Erfolg zu kommen, abwechselnd mit Offensive oder Entspannung. Ohne den Frieden brechen zu wollen, zielte er in den Krisen mit einer Politik der Stärke vergeblich darauf, die Entente auszuschalten. In der ersten Marokkokrise suchte Bülow zuerst Frankreich, dann Rußland vergeblich für einen Kontinentalbund zu gewinnen. In der von ihm initiierten Entspannungsphase, die in der Literatur gewöhnlich unterschlagen wird, war er bestrebt, mit primär wirtschaftlichen Mitteln auf der Basis des Bündnisses mit Österreich-Ungarn einen Ausgleich mit den Rivalen zu schaffen, konnte jedoch Englands Dreierententekurs nicht unterlaufen. In der Bosnischen Krise setzte er erfolglos darauf, auf der Grundlage eines deutsch-österreichischen Blocks Rußland von der Entente zu lösen. Eher naiv beabsichtigte Bethmann Hollweg anschließend England zu gewinnen, wurde aber von ihm souverän überspielt. Angebote eines Neutraltätsabkommens lehnten die Rivalen ab. In der zweiten Marokkokrise sollte Frankreich von Deutschlands Gnaden Marokko erhalten und die Entente mit England überflüssig werden. In derselben Absicht schloß sich Berlin in den Balkankriegen dem Krisenmanagement mit London an, das jedoch für sich und die Entente Nutzen davontrug, wie auf dem Balkan Rußland und nicht Österreich. Deutschland verzichtete auf eine ausgreifende Kolonialexpansion und ging in Verhandlungen zu begrenzten Projekten in London bis in die Nähe einer Juniorpartnerschaft. Nach 1911 kreiste Rußland, um Deutschland politisch zu schwächen, dessen Bündnispartner Österreich-Ungarn ein, und höhlte, gemeinsam mit Frankreich, mit einer Aufrüstung unter offensivem Vorzeichen die deutsch-österreichische Kriegsstrategie aus. Obwohl die politisch und militärisch Verantwortlichen Deutschlands wie bislang dem Krieg widerstrebten, lösten sie gemeinsam mit Österreich-Ungarn ihn 1914 aus, überzeugt von der Zwangslage, ihm später gewiß ausgesetzt und ihm dann nicht mehr gewachsen zu sein.
Schlagworte: Geschichte

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