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Kaltenstadler, Wilhelm

Das Haberfeldtreiben Geschichte und Mythos eines Sittenrituals (Gebundene Ausgabe)


Reihe: Kulturhistorische Bibliothek

König, Buchverlag, Oktober 2011


Mit Fußnoten-, Quellen- und Literaturverzeichnis, Sach-, Orts- und Personenregister - 201 S. - Sprache: Deutsch - mit vielen Schwarz-weiß-Abbildungen - 244x169x22 mm

ISBN: 3939856681 EAN: 9783939856689

Das Haberfeldtreiben ist ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Rügegericht im Bayerischen Oberland, das vor allem in der Gegend rund um den Tegernsee, Miesbach und Rosenheim ausgeübt wurde und dem oft Reiche oder Angehörige der Obrigkeit zum Opfer fielen, zumeist aber Frauen, die unverheiratet schwanger geworden waren. Dabei handelte es sich um ein nach mehr oder weniger festen Regeln ablaufendes Ritual, in dessen Verlauf den Beschuldigten in Versform ihre Verfehlungen vorgehalten wurden. In anderen Gegenden hatten Katzenmusiken oder Rappeln ähnliche rügegerichtliche Funktionen. - Anlass der Haberfeldtreiben waren Verstöße der Obrigkeit gegen das Recht, das Rechtsempfinden des Volkes, sowie Verstöße einzelner gegen Sitte und Moral. Die Teilnehmer, die Haberer, waren meist vermummt oder hatten geschwärzte Gesichter, damit sie von den Opfern nicht erkannt wurden, wenn sie sich um das Gehöft des Missetäters oft zu Hunderten versammelten und den Schuldigen ans Fenster oder an die Tür riefen. Haberer rekrutierten sich meist aus Bauern, Handwerkern und einfachen Arbeitern; sie führten meist Gewehre und verschiedene Lärminstrumente mit sich. Der Anführer, der so genannte ¿Haberfeldmeister¿, war an zwei weißen Gockelfedern an seinem Hut zu erkennen. - Nach einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung und anerkannten Veröffentlichungen des Autors mit diesem kulturhistorischen Thema zeigt das Buch den neuesten Stand seiner Forschungen, die deutlich machen, daß die Empfindung von Ungerechtigkeit, Aufbegehren gegen die Obrigkeit und auch Selbstjustiz nicht nur geschichtliche Phänomene sind, sondern auch eine große Aktualität besitzen, wie der auf der Grundlage eines Haberfeldtreibens fußende Protest von 650 Bauern gegen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft in Bayern vor der Staatskanzlei in München am 3. Juni 2009 zeigt.


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Inhaltsverzeichnis

1. Entstehung des Haberfeldtreibens: Definitionen, Theorien, Interpretationen, Deutungen. - 2. Die historische Entwicklung des Haberfeldtreibens: Struktur und Veränderung. - 3. Sexualität und Moral beim Haberfeldtreiben. - 4. Haberfeldtreiben, sozialer Wandel und soziale Konflikte. 5. Der Kampf der staatlichen Bürokratie gegen die Haberfeldtreiber. - 6. Brauchtumsverlust und Niedergang des Haberfeldtreibens. - 7. Der Habererbund - Dichtung und Wahrheit.

Über den Autor

Wilhelm Kaltenstadler (geb. am 22. September 1936in Affing) ist ein deutscher Historiker und Autor mehrerer fachwissenschaftlicher Bücher. Er veröffentlichte Werke zur antiken und europäischen neuzeitlichen Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte sowie zur bayerischen Volkskunde. - Nach seiner Schulzeit in den humanistischen Gymnasien St. Stephan und Descartes in Neuburg an der Donau, die er 1958 mit Abitur abschloss, studierte Kaltenstadler, zunächst Philosophie und hebräische Sprachlehre an der Philosophischen Hochschule St. Stephan in Augsburg. Danach folgte ein Studium der Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilian Universität in München und an der Rudolfs-Universität in Wien, wo er mit dem Thema ¿Bayerisch-Österreichische Handelspolitik im 18. Jahrhundert¿ im Fach Wirtschaftsgeschichte bei Alfred Hoffmann 1966 mit ¿summa cum laude¿ promovierte. Danach folgte von von 1966 bis 1969 ein Studium der Volkswirtschaftslehre als Stipendiat der ¿Stiftung Volkswagenwerk¿, welches er als Dipl.-Volkswirt ¿magna cum laude¿ abschloss. Dann folgte ein post-graduate Studium mit Diplom-Abschluss in 1970 zur Geschichte des mediterranen Mittelalters an der Universität Florenz. - Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Sozialgeschichte und Demographie bei Walter Rubner an der Universität Regensburg bis 1971 wurde er 1972 akademischer Rat für den Bereich ¿Wirtschaftsgeschichte¿ am Institut für Alte Geschichte an der LM-Universität in München und ab 1974 auch Lehrbeauftragter für antike Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Ab 1977 widmete sich Kaltenstadler neben seiner publizistischen Tätigkeit vor allem der Erwachsenenbildung mit Kursen zur Ausbildung von Betriebswirten in Steuer, Lehre und Finanzierung, und Studenten Fortbildungskurse im Rahmen von Upgrade-Studien an den Instituten ¿Sabel-Akademie¿ München und ¿Volkshochschule¿ in München. Seit 1987 ist er für das Telekolleg in Ingolstadt im Fach ¿Geschichte¿ und seit 1997 auch in den Fächern Betriebliches Rechnungswesen, BWL und VWL tätig. Daneben hielt er ab 1990 Vorträge zu den Themen Informationsbildung und Globalisierung in Kooperation mit verschiedenen Konferenzen und Veranstaltungen der Universitäten Prag und der Braca-Karic Universität Belgrad. Im Mai 1998 erfolgte seine Ernennung zum Honorarprofessor im Institut für strategische Studien an der Braca-Karic-Universität Belgrad wegen seiner umfangreichen Kenntnis slawischer Sprachen, der Geschichte und Kultur slawischer Völker in Mittelalter und Neuzeit, und fächerübergreifender wissenschaftlicher Tätigkeit. Er ist seit 2002 im Ruhestand in der Nähe von München lebend. Kaltenstadler ist Vater von vier Kindern, und verheiratet mit Hermine, geb. Biederwolf.


ISBN 3-939856-68-1

ISBN 978-3-939856-68-9

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