Um Ihr Suchergebnis zu verfeinern, nutzen Sie die Erweiterte Suche!
Sie sind hier: Startseite » gebraucht

Buch links Buch rechts
1 2 3
:. Suchergebnisse
Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ...

Mehr von Kontraproduktives Verhalten Betrieb
Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ...
Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ...

Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ... Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ... Softcover ISBN: 3801713857 (EAN: 9783801713850 / 978-3801713850)


Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ...
Schlagworte: Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive ...

Bestell-Nr.: BSN11365

Preis: 295,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 301,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Die Weisheit der Sufis: 99 Meditationen der Liebe von Neil Douglas-Klotz (Autor), Anna-Christine Rassmann (Übersetzer) Kösel Eine lebensnahe Einführung in den Sufismus mit 99 Meditationen.Der Sufismus ist offen für alle, die eine zeitgemäße Form der Spiritualität suchen. Neil Douglas-Klotz übersetzt die 99 Namen Allahs in 99 Wege zu mehr innerer Klärung, Harmonie und Verbundenheit mit dem Universum. Lebensnah und humorvoll zeigt er, wie man diese Qualitäten im täglichen Leben umsetzen kann.Von einem der faszinierendsten spirituellen Lehrer in Europa. Dr. Neil Douglas-Klotz, geboren 1951, ist ein international bekannter Theologe und Psychologe. In seiner Arbeit versöhnt er die aramäisch-christliche, jüdisch-mystische und sufistische Tradition. Gründer des „International Network for the Dances of Universal Peace. Buchautor. Er ist verheiratet und lebt in Edinburgh. 99 WEGE DES HERZENS FÜR DEN DERWISCH VON HEUTE Fang dieses Buch nicht vorne an. Schlage es lieber ein paar Mal irgendwo auf und lies, was dort steht. Wenn dich etwas berührt, bleibe dabei. Ziemlich wahrscheinlich wirst du ein paar Dinge entdecken, mit denen du dich sofort identifizieren kannst, und andere, die dir vorkommen wie von einem anderen Planeten. Wenn du also das Buch einfach von Anfang bis Ende durchliest, kann es sein, dass dir all diese vielen, scheinbar widersprüchlichen Winkel deines Herzens zu viel werden. Es ist nicht wichtig zu »verstehen, was gemeint ist«. Die überall im Buch verteilten Sufi-Geschichten wirken auf vielen verschiedenen Ebenen. Ihre offensichtliche Bedeutung oder Moral ist nur die Oberfläche, der Rest der Geschichte wirkt sozusagen »unterirdisch«, in deinem Unterbewusstsein, weiter. Wenn dir eine Geschichte ein vergnügtes Glucksen entlockt, tut sie wahrscheinlich ihre Wirkung! »Überfliege« das Buch ganz bewusst. Lies das Vorwort »Auf die Reise gehen«. Dann nimm dir jeden Tag – zum Beispiel vor dem Schlafengehen – ein bisschen Zeit, um dich mit einigen der Wege des Herzens anzufreunden. Jeder stellt eine Gefühlsqualität dar, eine Qualität des Empfindens oder Erlebens, die du vielleicht kennst, vielleicht auch nicht. Manche Wege scheinen anderen zu widersprechen. Manche sind auch, wie ich jeweils unter »Wurzeln und Zweige« darlege, mit anderen verbunden (zum Beispiel, wenn es um Themen wie Arbeit, Liebe, Macht, Beziehungen und so weiter geht). Hat die eine oder andere Qualität oder Herausforderung dir vielleicht in deiner jetzigen Lebenssituation etwas zu sagen? Stöbere. Wenn du in deinem Leben mit etwas konfrontiert bist, bei dem du Führung gut gebrauchen könntest, dann lege deine Hand leicht auf dein Herz, um ruhig zu werden, hole ein, zwei Mal tief Luft und schlage das Buch dann irgendwo auf – so, als wolltest du ein Orakel befragen. Für jemanden, der sich ganz neu damit beschäftigt, ist das vielleicht die beste Art, die einzelnen Wege des Herzens zu erleben. Wenn du das Buch so benutzt, kann es nicht schaden, auch die Wege zu lesen, die direkt vor oder hinter demjenigen stehen, den du aufgeschlagen hast. Die Sufis verwenden die Listen der Herzenswege seit über tausend Jahren auf diese Weise. Die jedem Weg angefügte Meditation gibt eine Anregung, wie du die jeweilige Qualität in dir erfahren oder vertiefen kannst. Wenn du das alles nicht machen willst, kannst du auch einfach mit dem Gefühl dessen, was du gelesen hast, in dein Herz atmen. Zerschneide das Buch. Du kannst das Inhaltsverzeichnis vergrößert fotokopieren, die Liste der Wege zerschneiden und die einzelnen Teile in eine Schale legen. Atme tief ein und ziehe dann einen heraus. Auch so kannst du die Wege wie ein Orakel benutzen. Eine Liste der Wege, die du dir leicht ausdrucken und zerschneiden kannst, findest du auch unter www.sufibookoflife.com. Auf dieser Seite findest du außerdem ein Online-Orakel und zahlreiche Links zu anderen Websites, auf denen du die Übungen auf traditionelle Weise gesprochen hören kannst. Geh auf die Jagd. Vielleicht beschäftigst du dich gerade ganz bewusst mit der Arbeit an einem bestimmten Thema in deinem Leben oder deiner Seele? Oder du brauchst ein bisschen Unterstützung bei einer anderen Form der inneren Arbeit, bei einer Beratung oder Psychotherapie zum Beispiel. Dann kannst du das Inhaltsverzeichnis nach einem für dich wichtigen Thema durchforsten und hier – immer noch indem du in dein Herz atmest – finden, was du brauchst. Lies dieses Buch. Nachdem du alles oben Gesagte eine Weile getan hast, kannst du das Buch allmählich einmal von Anfang bis Ende lesen. Mach ab und zu eine Pause und lege es beiseite, damit es dir nicht zu viel wird, so vielen verschiedenen Facetten deiner selbst auf einmal zu begegnen. Genauso wie ein Weinkoster seinem Gaumen gelegentlich eine Pause gönnen muss, um wieder schmecken zu können, brauchst auch du vielleicht immer wieder ein bisschen Abstand von den Weinen deiner Seele. Dafür findest du überall im Buch verteilt nicht nummerierte Kapitel mit der Überschrift »In der Einheit baden«. Benutze diese, um in den reinen Ozean des Geliebten einzutauchen, bevor du dich einem weiteren Weg des Herzens zuwendest. Achtung, »Viren«! Das »Programm« des Buches ist nicht virenfrei, sondern tatsächlich wurden absichtlich Viren darin versteckt. Paradox und Dummheit sind genauso eingebaut wie Tiefernstes. Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts und man kann sich ihm auf viele verschiedene Weisen nähern. Wenn im Buch steht, »ein Sufi würde sagen …« oder »die Sufis …«, dann heißt das nicht, dass es nur eine einzige Sufi -Weise gibt, zu sein oder etwas zu tun. Das Programm ist inkompatibel mit jedem Versuch, eine konsistente »Sufi«-Philosophie, -Metaphysik oder -Geschichte zu finden, und die Programmierer übernehmen auch keine Verantwortung dafür, wenn dein rationales System unter diesen Umständen zusammenbricht. Dein Herz ist der Browser. Die Wege sind die Suchmaschine. Das Universum ist das wirkliche Internet. Und es gibt viele Adressen des Geliebten, dessen Server immer online ist. Einführung Der Dichter, der in unserer Zeit die meisten Bestseller hervorgebracht hat, ist einer ganzen Reihe von Quellen zufolge: Jelaluddin Rumi, ein persischer Sufi aus dem dreizehnten Jahrhundert! Ist das nun eine gute Botschaft für den Sufismus oder eine schlechte für den Zustand unserer Dichtkunst? Sowohl Rumi als auch Hafiz (der eine Generation später lebte) schlagen die Leser in ihren Bann, weil sie von leidenschaftlicher Liebe schreiben. Wir suchen alle nach Liebe, und wenn wir auch vielleicht nicht wissen, was das Wort eigentlich bedeutet, so erkennen wir die Liebe doch, wenn wir sie spüren. Die Dichtung der Sufis spricht beredt und leidenschaftlich vom Geliebten, von Liebestrunkenheit, Sehnsucht, Lust, Missverständnissen und Verwechslungen (sowohl des Liebenden als auch des Geliebten) – also im Grunde von all den Dingen, um die es im Leben und in den Seifenopern geht. Anders als Seifenopern finden Sufi-Dichtung und Sufi-Erzählungen jedoch in einer Art magischem Universum statt – vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Land – in einem Universum, wo eine größere, gütige Wirklichkeit alles in sich vereint. Die meisten zeitgenössischen Dichter würden den ganzen Kontext der Sufi-Dichtung als romantisch und idealistisch abtun. Heute zählt nur die heutige Welt, eine Welt, in der wir uns unseren eigenen Sinn basteln. Wir können nirgendwo anders sein als hier und schleppen uns in der öden Realität postmodernen Lebens dahin. Erzählen Sie das mal den Millionen von Menschen, die Sufi-Dichter lesen. Ihre Reaktion ist die gute Nachricht für den Sufismus. Schade ist allerdings, dass die meisten Menschen, die Rumi oder Hafiz lesen, wohl gerne die Lücke zwischen dem Lesen über göttliche Liebe und dem tatsächlichen Erleben derselben schließen würden – aber nicht wissen wie. Sie sind (oft durch irgendwelche akademische oder wissenschaftliche Lektüre) zu der Überzeugung gelangt, dass Sufis eben vor langer Zeit und in einem fernen Land lebten, Turbane und lange Roben trugen und in einer fremden Sprache sprachen. Nichts könnte jedoch der Wahrheit ferner sein! Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts, der man sich auf viele verschiedene Weisen nähern kann und die eine Vielzahl von praktischen Übungen bietet. Echte Sufis gibt es in jedem Sprachraum und sie tragen wahrscheinlich ganz normale Kleider. Das Wort Derwisch bezeichnet einen Menschen, der in einem Tor oder an einer Schwelle sitzt, bereit, weiterzugehen und sich zu transformieren. Dieses Buch ist für Derwische von heute, für Menschen, die anfangen möchten, die Sufi-Dichtung der Liebe zu leben. Es ist aus der eigenen Erfahrung des Autors entstanden, der während der letzten dreißig Jahre ganz praktisch und im täglichen Leben dem Weg der Sufis gefolgt ist. Wenn der Sufismus heute ein lebendiger spiritueller Weg ist, warum ist er dann nicht bekannter? Saadi, ein Sufi aus dem 12. Jahrhundert, sagte einmal: »Du kannst zwölf Derwische unter eine Decke stecken, aber zwei Könige können nicht denselben Kontinent miteinander teilen.« Heutzutage sieht es allerdings eher so aus, als gäbe es, wo immer zwei Sufis zusammenkommen, drei Meinungen. Seit 1910 der indische Sufi Inayat Khan eine Form des Sufismus in den Westen brachte, sind viele verschiedene Gruppen und Lehrer bei uns angekommen. Bis jetzt haben die meisten Bücher über Sufismus akademische, historische oder philosophische Informationen über diese Tradition geliefert, die für den Intellekt gedacht sind. Einige zeitgenössische Lehrer präsentieren ihren eigenen Zugang, der oft der Arbeit anderer zu widersprechen scheint. Im Grunde ist das allerdings ein Segen, denn dadurch ist der Sufismus im Gegensatz zu anderen Traditionen nicht in dem Maße durchorganisiert worden, dass er seinen wilden Charakter verloren hätte. Historisch gesehen ist die Vielfältigkeit des Sufismus schon immer eine seiner Stärken gewesen. Er ist letztlich eine Tradition von Nomaden, eine, die sich ständig selbst zerlegte und umsiedelte, anstatt sich niederzulassen und riesige Heiligtümer, Institutionen, monolithische Rituale oder Organisationen aufzubauen. Es gibt keinen Vatikan und keinen Potala des Sufismus. Rumi zum Beispiel hätte sicherlich ohne Weiteres den Posten seines Vaters übernehmen können, der der Hauptprediger der Sufi s von Konya war, aber da tauchte sein spiritueller Seelengefährte Shams-i-Tabriz auf und Rumi verließ sein wohlgeordnetes Leben, verbrachte sein ganzes Leben mit Shams und wurde schließlich zu dem Derwisch mit gebrochenem Herzen, der die größte orientalische Dichtung aller Zeiten schuf. Ibn Arabi hätte in Spanien bleiben und sich eine große Jüngerschar zulegen können, aber er wollte lieber die meiste Zeit seines Lebens herumziehen. Andererseits bekamen die Sufis, die sich (wie im späten Ottomanischen Reich) mit dem Establishment einließen, für gewöhnlich ernsthafte Schwierigkeiten. Wir Sufis sind nicht sesshaft, wir lieben unsere Freiheit – wahrscheinlich sind wir uns deshalb auch einig darin, uneinig zu sein. Wer (oder was) ist ein Sufi? Sufismus ist vor allem eine Reihe von Dingen nicht: keine Religion, keine Philosophie, noch nicht einmal eine Mystik in dem Sinne, wie dieses Wort normalerweise verstanden wird. Am besten kann man Sufismus so beschreiben: eine Art, die Wirklichkeit als die Liebe selbst zu erleben. Der moderne Sufi-Schriftsteller Massud Farzan sagte das kurz und gut: Sufismus ist eine einzigartige Phänomenologie der Wirklichkeit. Die Psychologie des Sufismus ist der Sufismus selbst; die Kunst und Wissenschaft des Sufismus ist, ihn zu praktizieren. Ist es bei einer so windigen Definition überhaupt möglich, heute über irgendeine Art von »reinem Sufismus« zu sprechen? Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand würde sagen: Nein, aber das hält Gelehrte und auch die Sufis selbst bis jetzt nicht davon ab, eine Beantwortung dieser Frage zumindest zu versuchen. Selbst die Beziehung des Sufismus zum Islam ist spannungsgeladen, und das ist vielleicht ein weiterer Grund dafür, dass der Sufismus als Weg heute im Westen nicht populärer ist. Ist Sufismus, wie manche Definitionen im Lexikon lapidar behaupten, einfach »die mystische Seite des Islam«? War der Sufismus (oder seine Philosophie oder seine Praktiken) ein Vorläufer des Islam? Ist der Sufismus der »echte Islam« – so, wie manche Leute behaupten würden, dass christliche Mystiker wie Meister Eckhart oder der heilige Franz von Assisi die wahren Lehren Jesu verkörpern, mehr als irgendeine Form der Institution Kirche? Hier eine typische Sufi-Antwort – wieder von Massud Farzan: Wendet sich der Sufismus, der vom Koran und der mohammedanischen Tradition herrührt, gegen das, was das Buch und der Prophet sagen? Die Antwort ist Ja und Nein. Insofern als Sufismus die Religion allen Dogmas beraubt und mitten in ihr Herz geht, insofern als er auf der Wirklichkeit jenseits des Rituals besteht, der Sache hinter dem Symbol, ist Sufismus gleichzeitig Islam par excellence und eindeutig von ihm getrennt. Inayat Khan hatte dazu Folgendes zu sagen: Aus der heiligen Geschichte, die die Sufis voneinander geerbt haben, geht klar hervor, dass der Sufismus niemals irgendeiner Rasse oder Religion gehört hat, denn Unterschiede und Trennungen sind eben die Art von Täuschung, von denen Sufis sich befreien. Es mag so aussehen, als ob der Sufismus sich aus verschiedenen Elementen der heute vorherrschenden Religionen gebildet hätte, aber das ist nicht so, denn der Sufismus selbst ist die Essenz aller Religionen und auch der Geist des Islam. Zweifellos besteht eine enge Beziehung zwischen Sufismus und Islam. Uneinigkeit besteht darüber, wie man die Wörter Sufismus und Islam definiert. Wörtlich bedeutet das Wort Islam »Hingabe« an den einen Grund der Wirklichkeit, nicht an irgendeine Gedankenform oder ein Dogma. Das Wort Sufismus kommt von einem Wort, das einfach »Weisheit« bedeutet, und der Koran selbst empfiehlt, »Weisheit zu suchen, selbst wenn man dafür bis nach China fahren muss«. Historisch gesehen haben die Sufis nie irgendeiner Schule der Koran-Interpretation oder -Jurisprudenz angehört, was die Fundamentalisten schon immer sehr nervös gemacht hat. Das ist bis heute so geblieben: Manche muslimischen Länder verbieten die Ausübung des Sufismus. Ob man das als tröstlich oder störend empfindet, hängt vom persönlichen Standpunkt ab. Spielt die Geschichte eine Rolle? Für manche tut sie es, für andere nicht. Es hängt – mit den Worten des modernen amerikanischen Sufi Samuel Lewis gesprochen – davon ab, ob man seinen Vorstellungen gestattet, der Lösung seiner Probleme im Wege zu stehen. Und das zentrale »Problem« für die meisten von uns ist der Sinn des Lebens selbst. Ziel und Aufbau dieses Buches Dieses Buch möchte den Leserinnen und Lesern den Sufismus lebendig erfahrbar machen. Es folgt damit einem Genre, das Hunderte von Jahren alt ist, nämlich dem sogenannten »Handbuch für Derwische«, einem Begleiter zur Erfahrung des Lebens. Es präsentiert einerseits eine Reihe kurzer Essays oder Kontemplationen, illustriert durch Sufi-Geschichten oder -Dichtung. Jedes Kapitel enthält Meditationen und Hinweise auf weitere Wege, die in diesem Zusammenhang erforscht werden können. In tieferem Sinne schildert ein solches Handbuch einen Weg, einen Zugang zum Leben, der uns hilft, die ganze Bandbreite dessen zu entdecken, was es heißt, ein Mensch zu sein. Wie man sich denken kann, besteht die »Ausbildung« eines Sufis nicht im Durchlaufen verschiedener Schulklassen. Einige klassische Sufis schlugen zwar vor, dass der Suchende bestimmte Stadien erweiterten Bewusstseins (ahwal) durchlaufen solle, die sich dann sozusagen setzen und zur beständigen Praxis im täglichen Leben (maqamat) werden, aber das Leben geht ja nicht linear vonstatten. Alle Versuche, die Sufi-Lehren auf diese Weise zu organisieren, sind also in sich selbst künstlich oder bedürfen zumindest in jeder Generation einer Überprüfung. Dieses Buch vermittelt die wichtigste Übung, die Sufis aller historischen Strömungen gemeinsam haben: die Meditation über die Herzensqualitäten des Heiligen (genannt al Asma ul Husna oder »die schönsten Namen«). Ich übersetze das Wort asma, das »Qualitäten, Eigenschaften« oder »Namen« bedeutet, hier auch als »Wege«, um die dynamische Erfahrung dieser Praxis zu unterstreichen. Mir ist noch keine Sufi-Tradition oder -Gruppierung und noch kein Sufi-Orden begegnet, in der oder dem diese Übung nicht benutzt worden wäre. Jeder dieser Wege des Herzens führt dich dazu, das Leben mit tieferem Gefühl und größerer Klarheit zu erleben – wenn du ihn im richtigen Moment betrittst. Du brauchst nur einen einzigen Weg, wenn du ihm unerbittlich bis zu seiner Quelle folgst. In der Tradition der Sufi s bringen wir in dem Maße, wie wir nach und nach ganze Menschen werden, eine innere Ökologie und Vielfalt des Geistes wieder zum Leben. Wir fühlen und verstehen mehr im Leben, weil wir es als Teil unserer eigenen Seele begreifen. Freiheit und Freude entstehen dadurch, dass wir im Herzen daheim sind, einem Herzen, von dem wir nach und nach entdecken, dass es viel größer ist, als wir dachten. Die verschiedenen Wege mögen manchmal so aussehen, als ob sie sich widersprächen (so wie das Leben auch). Sie sind nicht ordentlich organisiert und proportional (genauso wenig wie das Leben). Aber sie sind wirksam, das ist zumindest meine Erfahrung. Eine der ersten Wiedergaben dieser Praktiken in englischer Sprache war Edwin Arnolds Pearls of the Faith, das 1882 herausgebracht wurde. Arnolds Buch erschien als kleiner Band viktorianischer Dichtung, ein Format, das kultivierte Menschen dieser Zeit gut aufnehmen konnten. Jetzt leben wir in einer ganz anderen Zeit, einer Zeit des Internets und der Massenmedien, und ein Sufi muss vor allen Dingen anpassungsfähig sein. Oberflächlich betrachtet scheint dieses Buch in die Sparte »Ratgeber und Selbsthilfebücher« zu passen, ein Format, das den Wunsch der westlichen Kultur spiegelt, Dinge rasch und leicht zu bekommen. Wir beklagen diese Tendenz vielleicht als kontraproduktiv für ein spirituelles Leben: Was leicht geht, ist nicht unbedingt auch besser, und schnelle Reaktionen lassen nicht viel Zeit zum Nachdenken oder Fühlen. Die meisten Selbsthilfebücher wollen nur bestätigen, was wir ohnehin schon wissen, ein »M-hm« bewirken, kein »Aha!«. Ich würde das eher als Selbsthypnose bezeichnen als als Selbsthilfe. Dieses Buch möchte durch verschiedene sufi-typische Eigenschaften die simplistische Seite der Selbsthilfebücher unterwandern – Zufälligkeit, Paradox und spirituelle Praktiken. Wie schon in der Schnellanleitung erwähnt, kann man das Buch wie ein Orakel benutzen oder es nach passenden Weisheiten für den jeweiligen Augenblick durchstöbern. Was der Leser unter diesen Umständen findet, kann verblüffend sein oder auch aufrüttelnd. Auf jeden Fall hoffe ich, dass es ihm oder ihr ein Licht aufgehen lässt. Vom Standpunkt des Sufismus aus betrachtet, ist das Genre der Selbsthilfebücher vielleicht genau das Richtige, denn Sufismus hat eigentlich schon immer als eine Art »Do-it-yourself«-Tradition funktioniert. Wir haben keinen Führer, Potentaten oder Papst (was nicht heißen soll, dass nicht manche Leute versucht haben, sich oder jemand anderen als solchen einzusetzen). Ein Sufi-Führer ist eher eine Art Mischung aus Begleiter, Therapeut und Trickkünstler als ein allmächtiger Guru, und Rumi sagte einmal, der wahre pir (höchster spiritueller Führer) sei die Liebe selbst. Für das 21. Jahrhundert aktualisiert kann man die Wege des Herzens genau wie eine Suchmaschine im Internet des Lebens benutzen, in dem unser Herz als der Browser dient, durch den wir die Welt sehen – von innen und von außen. Geisteswissenschaften Religion Theologie Sufismus RUMI DERWISCH ISBN-10  3-466-36763-8 / 3466367638 ISBN-13  978-3-466-36763-4 / 9783466367634

Mehr von Neil Douglas-Klotz Anna-Christine
Neil Douglas-Klotz (Autor), Anna-Christine Rassmann (Übersetzer)
Die Weisheit der Sufis: 99 Meditationen der Liebe von Neil Douglas-Klotz (Autor), Anna-Christine Rassmann (Übersetzer) Kösel Eine lebensnahe Einführung in den Sufismus mit 99 Meditationen.Der Sufismus ist offen für alle, die eine zeitgemäße Form der Spiritualität suchen. Neil Douglas-Klotz übersetzt die 99 Namen Allahs in 99 Wege zu mehr innerer Klärung, Harmonie und Verbundenheit mit dem Universum. Lebensnah und humorvoll zeigt er, wie man diese Qualitäten im täglichen Leben umsetzen kann.Von einem der faszinierendsten spirituellen Lehrer in Europa. Dr. Neil Douglas-Klotz, geboren 1951, ist ein international bekannter Theologe und Psychologe. In seiner Arbeit versöhnt er die aramäisch-christliche, jüdisch-mystische und sufistische Tradition. Gründer des „International Network for the Dances of Universal Peace. Buchautor. Er ist verheiratet und lebt in Edinburgh. 99 WEGE DES HERZENS FÜR DEN DERWISCH VON HEUTE Fang dieses Buch nicht vorne an. Schlage es lieber ein paar Mal irgendwo auf und lies, was dort steht. Wenn dich etwas berührt, bleibe dabei. Ziemlich wahrscheinlich wirst du ein paar Dinge entdecken, mit denen du dich sofort identifizieren kannst, und andere, die dir vorkommen wie von einem anderen Planeten. Wenn du also das Buch einfach von Anfang bis Ende durchliest, kann es sein, dass dir all diese vielen, scheinbar widersprüchlichen Winkel deines Herzens zu viel werden. Es ist nicht wichtig zu »verstehen, was gemeint ist«. Die überall im Buch verteilten Sufi-Geschichten wirken auf vielen verschiedenen Ebenen. Ihre offensichtliche Bedeutung oder Moral ist nur die Oberfläche, der Rest der Geschichte wirkt sozusagen »unterirdisch«, in deinem Unterbewusstsein, weiter. Wenn dir eine Geschichte ein vergnügtes Glucksen entlockt, tut sie wahrscheinlich ihre Wirkung! »Überfliege« das Buch ganz bewusst. Lies das Vorwort »Auf die Reise gehen«. Dann nimm dir jeden Tag – zum Beispiel vor dem Schlafengehen – ein bisschen Zeit, um dich mit einigen der Wege des Herzens anzufreunden. Jeder stellt eine Gefühlsqualität dar, eine Qualität des Empfindens oder Erlebens, die du vielleicht kennst, vielleicht auch nicht. Manche Wege scheinen anderen zu widersprechen. Manche sind auch, wie ich jeweils unter »Wurzeln und Zweige« darlege, mit anderen verbunden (zum Beispiel, wenn es um Themen wie Arbeit, Liebe, Macht, Beziehungen und so weiter geht). Hat die eine oder andere Qualität oder Herausforderung dir vielleicht in deiner jetzigen Lebenssituation etwas zu sagen? Stöbere. Wenn du in deinem Leben mit etwas konfrontiert bist, bei dem du Führung gut gebrauchen könntest, dann lege deine Hand leicht auf dein Herz, um ruhig zu werden, hole ein, zwei Mal tief Luft und schlage das Buch dann irgendwo auf – so, als wolltest du ein Orakel befragen. Für jemanden, der sich ganz neu damit beschäftigt, ist das vielleicht die beste Art, die einzelnen Wege des Herzens zu erleben. Wenn du das Buch so benutzt, kann es nicht schaden, auch die Wege zu lesen, die direkt vor oder hinter demjenigen stehen, den du aufgeschlagen hast. Die Sufis verwenden die Listen der Herzenswege seit über tausend Jahren auf diese Weise. Die jedem Weg angefügte Meditation gibt eine Anregung, wie du die jeweilige Qualität in dir erfahren oder vertiefen kannst. Wenn du das alles nicht machen willst, kannst du auch einfach mit dem Gefühl dessen, was du gelesen hast, in dein Herz atmen. Zerschneide das Buch. Du kannst das Inhaltsverzeichnis vergrößert fotokopieren, die Liste der Wege zerschneiden und die einzelnen Teile in eine Schale legen. Atme tief ein und ziehe dann einen heraus. Auch so kannst du die Wege wie ein Orakel benutzen. Eine Liste der Wege, die du dir leicht ausdrucken und zerschneiden kannst, findest du auch unter www.sufibookoflife.com. Auf dieser Seite findest du außerdem ein Online-Orakel und zahlreiche Links zu anderen Websites, auf denen du die Übungen auf traditionelle Weise gesprochen hören kannst. Geh auf die Jagd. Vielleicht beschäftigst du dich gerade ganz bewusst mit der Arbeit an einem bestimmten Thema in deinem Leben oder deiner Seele? Oder du brauchst ein bisschen Unterstützung bei einer anderen Form der inneren Arbeit, bei einer Beratung oder Psychotherapie zum Beispiel. Dann kannst du das Inhaltsverzeichnis nach einem für dich wichtigen Thema durchforsten und hier – immer noch indem du in dein Herz atmest – finden, was du brauchst. Lies dieses Buch. Nachdem du alles oben Gesagte eine Weile getan hast, kannst du das Buch allmählich einmal von Anfang bis Ende lesen. Mach ab und zu eine Pause und lege es beiseite, damit es dir nicht zu viel wird, so vielen verschiedenen Facetten deiner selbst auf einmal zu begegnen. Genauso wie ein Weinkoster seinem Gaumen gelegentlich eine Pause gönnen muss, um wieder schmecken zu können, brauchst auch du vielleicht immer wieder ein bisschen Abstand von den Weinen deiner Seele. Dafür findest du überall im Buch verteilt nicht nummerierte Kapitel mit der Überschrift »In der Einheit baden«. Benutze diese, um in den reinen Ozean des Geliebten einzutauchen, bevor du dich einem weiteren Weg des Herzens zuwendest. Achtung, »Viren«! Das »Programm« des Buches ist nicht virenfrei, sondern tatsächlich wurden absichtlich Viren darin versteckt. Paradox und Dummheit sind genauso eingebaut wie Tiefernstes. Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts und man kann sich ihm auf viele verschiedene Weisen nähern. Wenn im Buch steht, »ein Sufi würde sagen …« oder »die Sufis …«, dann heißt das nicht, dass es nur eine einzige Sufi -Weise gibt, zu sein oder etwas zu tun. Das Programm ist inkompatibel mit jedem Versuch, eine konsistente »Sufi«-Philosophie, -Metaphysik oder -Geschichte zu finden, und die Programmierer übernehmen auch keine Verantwortung dafür, wenn dein rationales System unter diesen Umständen zusammenbricht. Dein Herz ist der Browser. Die Wege sind die Suchmaschine. Das Universum ist das wirkliche Internet. Und es gibt viele Adressen des Geliebten, dessen Server immer online ist. Einführung Der Dichter, der in unserer Zeit die meisten Bestseller hervorgebracht hat, ist einer ganzen Reihe von Quellen zufolge: Jelaluddin Rumi, ein persischer Sufi aus dem dreizehnten Jahrhundert! Ist das nun eine gute Botschaft für den Sufismus oder eine schlechte für den Zustand unserer Dichtkunst? Sowohl Rumi als auch Hafiz (der eine Generation später lebte) schlagen die Leser in ihren Bann, weil sie von leidenschaftlicher Liebe schreiben. Wir suchen alle nach Liebe, und wenn wir auch vielleicht nicht wissen, was das Wort eigentlich bedeutet, so erkennen wir die Liebe doch, wenn wir sie spüren. Die Dichtung der Sufis spricht beredt und leidenschaftlich vom Geliebten, von Liebestrunkenheit, Sehnsucht, Lust, Missverständnissen und Verwechslungen (sowohl des Liebenden als auch des Geliebten) – also im Grunde von all den Dingen, um die es im Leben und in den Seifenopern geht. Anders als Seifenopern finden Sufi-Dichtung und Sufi-Erzählungen jedoch in einer Art magischem Universum statt – vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Land – in einem Universum, wo eine größere, gütige Wirklichkeit alles in sich vereint. Die meisten zeitgenössischen Dichter würden den ganzen Kontext der Sufi-Dichtung als romantisch und idealistisch abtun. Heute zählt nur die heutige Welt, eine Welt, in der wir uns unseren eigenen Sinn basteln. Wir können nirgendwo anders sein als hier und schleppen uns in der öden Realität postmodernen Lebens dahin. Erzählen Sie das mal den Millionen von Menschen, die Sufi-Dichter lesen. Ihre Reaktion ist die gute Nachricht für den Sufismus. Schade ist allerdings, dass die meisten Menschen, die Rumi oder Hafiz lesen, wohl gerne die Lücke zwischen dem Lesen über göttliche Liebe und dem tatsächlichen Erleben derselben schließen würden – aber nicht wissen wie. Sie sind (oft durch irgendwelche akademische oder wissenschaftliche Lektüre) zu der Überzeugung gelangt, dass Sufis eben vor langer Zeit und in einem fernen Land lebten, Turbane und lange Roben trugen und in einer fremden Sprache sprachen. Nichts könnte jedoch der Wahrheit ferner sein! Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts, der man sich auf viele verschiedene Weisen nähern kann und die eine Vielzahl von praktischen Übungen bietet. Echte Sufis gibt es in jedem Sprachraum und sie tragen wahrscheinlich ganz normale Kleider. Das Wort Derwisch bezeichnet einen Menschen, der in einem Tor oder an einer Schwelle sitzt, bereit, weiterzugehen und sich zu transformieren. Dieses Buch ist für Derwische von heute, für Menschen, die anfangen möchten, die Sufi-Dichtung der Liebe zu leben. Es ist aus der eigenen Erfahrung des Autors entstanden, der während der letzten dreißig Jahre ganz praktisch und im täglichen Leben dem Weg der Sufis gefolgt ist. Wenn der Sufismus heute ein lebendiger spiritueller Weg ist, warum ist er dann nicht bekannter? Saadi, ein Sufi aus dem 12. Jahrhundert, sagte einmal: »Du kannst zwölf Derwische unter eine Decke stecken, aber zwei Könige können nicht denselben Kontinent miteinander teilen.« Heutzutage sieht es allerdings eher so aus, als gäbe es, wo immer zwei Sufis zusammenkommen, drei Meinungen. Seit 1910 der indische Sufi Inayat Khan eine Form des Sufismus in den Westen brachte, sind viele verschiedene Gruppen und Lehrer bei uns angekommen. Bis jetzt haben die meisten Bücher über Sufismus akademische, historische oder philosophische Informationen über diese Tradition geliefert, die für den Intellekt gedacht sind. Einige zeitgenössische Lehrer präsentieren ihren eigenen Zugang, der oft der Arbeit anderer zu widersprechen scheint. Im Grunde ist das allerdings ein Segen, denn dadurch ist der Sufismus im Gegensatz zu anderen Traditionen nicht in dem Maße durchorganisiert worden, dass er seinen wilden Charakter verloren hätte. Historisch gesehen ist die Vielfältigkeit des Sufismus schon immer eine seiner Stärken gewesen. Er ist letztlich eine Tradition von Nomaden, eine, die sich ständig selbst zerlegte und umsiedelte, anstatt sich niederzulassen und riesige Heiligtümer, Institutionen, monolithische Rituale oder Organisationen aufzubauen. Es gibt keinen Vatikan und keinen Potala des Sufismus. Rumi zum Beispiel hätte sicherlich ohne Weiteres den Posten seines Vaters übernehmen können, der der Hauptprediger der Sufi s von Konya war, aber da tauchte sein spiritueller Seelengefährte Shams-i-Tabriz auf und Rumi verließ sein wohlgeordnetes Leben, verbrachte sein ganzes Leben mit Shams und wurde schließlich zu dem Derwisch mit gebrochenem Herzen, der die größte orientalische Dichtung aller Zeiten schuf. Ibn Arabi hätte in Spanien bleiben und sich eine große Jüngerschar zulegen können, aber er wollte lieber die meiste Zeit seines Lebens herumziehen. Andererseits bekamen die Sufis, die sich (wie im späten Ottomanischen Reich) mit dem Establishment einließen, für gewöhnlich ernsthafte Schwierigkeiten. Wir Sufis sind nicht sesshaft, wir lieben unsere Freiheit – wahrscheinlich sind wir uns deshalb auch einig darin, uneinig zu sein. Wer (oder was) ist ein Sufi? Sufismus ist vor allem eine Reihe von Dingen nicht: keine Religion, keine Philosophie, noch nicht einmal eine Mystik in dem Sinne, wie dieses Wort normalerweise verstanden wird. Am besten kann man Sufismus so beschreiben: eine Art, die Wirklichkeit als die Liebe selbst zu erleben. Der moderne Sufi-Schriftsteller Massud Farzan sagte das kurz und gut: Sufismus ist eine einzigartige Phänomenologie der Wirklichkeit. Die Psychologie des Sufismus ist der Sufismus selbst; die Kunst und Wissenschaft des Sufismus ist, ihn zu praktizieren. Ist es bei einer so windigen Definition überhaupt möglich, heute über irgendeine Art von »reinem Sufismus« zu sprechen? Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand würde sagen: Nein, aber das hält Gelehrte und auch die Sufis selbst bis jetzt nicht davon ab, eine Beantwortung dieser Frage zumindest zu versuchen. Selbst die Beziehung des Sufismus zum Islam ist spannungsgeladen, und das ist vielleicht ein weiterer Grund dafür, dass der Sufismus als Weg heute im Westen nicht populärer ist. Ist Sufismus, wie manche Definitionen im Lexikon lapidar behaupten, einfach »die mystische Seite des Islam«? War der Sufismus (oder seine Philosophie oder seine Praktiken) ein Vorläufer des Islam? Ist der Sufismus der »echte Islam« – so, wie manche Leute behaupten würden, dass christliche Mystiker wie Meister Eckhart oder der heilige Franz von Assisi die wahren Lehren Jesu verkörpern, mehr als irgendeine Form der Institution Kirche? Hier eine typische Sufi-Antwort – wieder von Massud Farzan: Wendet sich der Sufismus, der vom Koran und der mohammedanischen Tradition herrührt, gegen das, was das Buch und der Prophet sagen? Die Antwort ist Ja und Nein. Insofern als Sufismus die Religion allen Dogmas beraubt und mitten in ihr Herz geht, insofern als er auf der Wirklichkeit jenseits des Rituals besteht, der Sache hinter dem Symbol, ist Sufismus gleichzeitig Islam par excellence und eindeutig von ihm getrennt. Inayat Khan hatte dazu Folgendes zu sagen: Aus der heiligen Geschichte, die die Sufis voneinander geerbt haben, geht klar hervor, dass der Sufismus niemals irgendeiner Rasse oder Religion gehört hat, denn Unterschiede und Trennungen sind eben die Art von Täuschung, von denen Sufis sich befreien. Es mag so aussehen, als ob der Sufismus sich aus verschiedenen Elementen der heute vorherrschenden Religionen gebildet hätte, aber das ist nicht so, denn der Sufismus selbst ist die Essenz aller Religionen und auch der Geist des Islam. Zweifellos besteht eine enge Beziehung zwischen Sufismus und Islam. Uneinigkeit besteht darüber, wie man die Wörter Sufismus und Islam definiert. Wörtlich bedeutet das Wort Islam »Hingabe« an den einen Grund der Wirklichkeit, nicht an irgendeine Gedankenform oder ein Dogma. Das Wort Sufismus kommt von einem Wort, das einfach »Weisheit« bedeutet, und der Koran selbst empfiehlt, »Weisheit zu suchen, selbst wenn man dafür bis nach China fahren muss«. Historisch gesehen haben die Sufis nie irgendeiner Schule der Koran-Interpretation oder -Jurisprudenz angehört, was die Fundamentalisten schon immer sehr nervös gemacht hat. Das ist bis heute so geblieben: Manche muslimischen Länder verbieten die Ausübung des Sufismus. Ob man das als tröstlich oder störend empfindet, hängt vom persönlichen Standpunkt ab. Spielt die Geschichte eine Rolle? Für manche tut sie es, für andere nicht. Es hängt – mit den Worten des modernen amerikanischen Sufi Samuel Lewis gesprochen – davon ab, ob man seinen Vorstellungen gestattet, der Lösung seiner Probleme im Wege zu stehen. Und das zentrale »Problem« für die meisten von uns ist der Sinn des Lebens selbst. Ziel und Aufbau dieses Buches Dieses Buch möchte den Leserinnen und Lesern den Sufismus lebendig erfahrbar machen. Es folgt damit einem Genre, das Hunderte von Jahren alt ist, nämlich dem sogenannten »Handbuch für Derwische«, einem Begleiter zur Erfahrung des Lebens. Es präsentiert einerseits eine Reihe kurzer Essays oder Kontemplationen, illustriert durch Sufi-Geschichten oder -Dichtung. Jedes Kapitel enthält Meditationen und Hinweise auf weitere Wege, die in diesem Zusammenhang erforscht werden können. In tieferem Sinne schildert ein solches Handbuch einen Weg, einen Zugang zum Leben, der uns hilft, die ganze Bandbreite dessen zu entdecken, was es heißt, ein Mensch zu sein. Wie man sich denken kann, besteht die »Ausbildung« eines Sufis nicht im Durchlaufen verschiedener Schulklassen. Einige klassische Sufis schlugen zwar vor, dass der Suchende bestimmte Stadien erweiterten Bewusstseins (ahwal) durchlaufen solle, die sich dann sozusagen setzen und zur beständigen Praxis im täglichen Leben (maqamat) werden, aber das Leben geht ja nicht linear vonstatten. Alle Versuche, die Sufi-Lehren auf diese Weise zu organisieren, sind also in sich selbst künstlich oder bedürfen zumindest in jeder Generation einer Überprüfung. Dieses Buch vermittelt die wichtigste Übung, die Sufis aller historischen Strömungen gemeinsam haben: die Meditation über die Herzensqualitäten des Heiligen (genannt al Asma ul Husna oder »die schönsten Namen«). Ich übersetze das Wort asma, das »Qualitäten, Eigenschaften« oder »Namen« bedeutet, hier auch als »Wege«, um die dynamische Erfahrung dieser Praxis zu unterstreichen. Mir ist noch keine Sufi-Tradition oder -Gruppierung und noch kein Sufi-Orden begegnet, in der oder dem diese Übung nicht benutzt worden wäre. Jeder dieser Wege des Herzens führt dich dazu, das Leben mit tieferem Gefühl und größerer Klarheit zu erleben – wenn du ihn im richtigen Moment betrittst. Du brauchst nur einen einzigen Weg, wenn du ihm unerbittlich bis zu seiner Quelle folgst. In der Tradition der Sufi s bringen wir in dem Maße, wie wir nach und nach ganze Menschen werden, eine innere Ökologie und Vielfalt des Geistes wieder zum Leben. Wir fühlen und verstehen mehr im Leben, weil wir es als Teil unserer eigenen Seele begreifen. Freiheit und Freude entstehen dadurch, dass wir im Herzen daheim sind, einem Herzen, von dem wir nach und nach entdecken, dass es viel größer ist, als wir dachten. Die verschiedenen Wege mögen manchmal so aussehen, als ob sie sich widersprächen (so wie das Leben auch). Sie sind nicht ordentlich organisiert und proportional (genauso wenig wie das Leben). Aber sie sind wirksam, das ist zumindest meine Erfahrung. Eine der ersten Wiedergaben dieser Praktiken in englischer Sprache war Edwin Arnolds Pearls of the Faith, das 1882 herausgebracht wurde. Arnolds Buch erschien als kleiner Band viktorianischer Dichtung, ein Format, das kultivierte Menschen dieser Zeit gut aufnehmen konnten. Jetzt leben wir in einer ganz anderen Zeit, einer Zeit des Internets und der Massenmedien, und ein Sufi muss vor allen Dingen anpassungsfähig sein. Oberflächlich betrachtet scheint dieses Buch in die Sparte »Ratgeber und Selbsthilfebücher« zu passen, ein Format, das den Wunsch der westlichen Kultur spiegelt, Dinge rasch und leicht zu bekommen. Wir beklagen diese Tendenz vielleicht als kontraproduktiv für ein spirituelles Leben: Was leicht geht, ist nicht unbedingt auch besser, und schnelle Reaktionen lassen nicht viel Zeit zum Nachdenken oder Fühlen. Die meisten Selbsthilfebücher wollen nur bestätigen, was wir ohnehin schon wissen, ein »M-hm« bewirken, kein »Aha!«. Ich würde das eher als Selbsthypnose bezeichnen als als Selbsthilfe. Dieses Buch möchte durch verschiedene sufi-typische Eigenschaften die simplistische Seite der Selbsthilfebücher unterwandern – Zufälligkeit, Paradox und spirituelle Praktiken. Wie schon in der Schnellanleitung erwähnt, kann man das Buch wie ein Orakel benutzen oder es nach passenden Weisheiten für den jeweiligen Augenblick durchstöbern. Was der Leser unter diesen Umständen findet, kann verblüffend sein oder auch aufrüttelnd. Auf jeden Fall hoffe ich, dass es ihm oder ihr ein Licht aufgehen lässt. Vom Standpunkt des Sufismus aus betrachtet, ist das Genre der Selbsthilfebücher vielleicht genau das Richtige, denn Sufismus hat eigentlich schon immer als eine Art »Do-it-yourself«-Tradition funktioniert. Wir haben keinen Führer, Potentaten oder Papst (was nicht heißen soll, dass nicht manche Leute versucht haben, sich oder jemand anderen als solchen einzusetzen). Ein Sufi-Führer ist eher eine Art Mischung aus Begleiter, Therapeut und Trickkünstler als ein allmächtiger Guru, und Rumi sagte einmal, der wahre pir (höchster spiritueller Führer) sei die Liebe selbst. Für das 21. Jahrhundert aktualisiert kann man die Wege des Herzens genau wie eine Suchmaschine im Internet des Lebens benutzen, in dem unser Herz als der Browser dient, durch den wir die Welt sehen – von innen und von außen. Geisteswissenschaften Religion Theologie Sufismus RUMI DERWISCH ISBN-10 3-466-36763-8 / 3466367638 ISBN-13 978-3-466-36763-4 / 9783466367634

2007 Kösel 2007 Hardcover 368 S. 22,4 x 17,8 x 3,4 cm ISBN: 3466367638 (EAN: 9783466367634 / 978-3466367634)


Eine lebensnahe Einführung in den Sufismus mit 99 Meditationen.Der Sufismus ist offen für alle, die eine zeitgemäße Form der Spiritualität suchen. Neil Douglas-Klotz übersetzt die 99 Namen Allahs in 99 Wege zu mehr innerer Klärung, Harmonie und Verbundenheit mit dem Universum. Lebensnah und humorvoll zeigt er, wie man diese Qualitäten im täglichen Leben umsetzen kann.Von einem der faszinierendsten mehr lesen ...
Schlagworte: Religion Theologie Sufismus RUMI DERWISCH International Network for the Dances of Universal Peace Spiritualität Mystik Geisteswissenschaften Eine lebensnahe Einführung in den Sufismus mit 99 Meditationen.Der Sufismus ist offen für alle, die eine zeitgemäße Form der Spiritualität suchen. Neil Douglas-Klotz übersetzt die 99 Namen Allahs in 99 Wege zu mehr innerer Klärung, Harmonie und Verbundenheit mit dem Universum. Lebensnah und humorvoll zeigt er, wie man diese Qualitäten im täglichen Leben umsetzen kann.Von einem der faszinierendsten spirituellen Lehrer in Europa. Dr. Neil Douglas-Klotz, geboren 1951, ist ein international bekannter Theologe und Psychologe. In seiner Arbeit versöhnt er die aramäisch-christliche, jüdisch-mystische und sufistische Tradition. Gründer des „International Network for the Dances of Universal Peace. Buchautor. Er ist verheiratet und lebt in Edinburgh. 99 WEGE DES HERZENS FÜR DEN DERWISCH VON HEUTE Fang dieses Buch nicht vorne an. Schlage es lieber ein paar Mal irgendwo auf und lies, was dort steht. Wenn dich etwas berührt, bleibe dabei. Ziemlich wahrscheinlich wirst du ein paar Dinge entdecken, mit denen du dich sofort identifizieren kannst, und andere, die dir vorkommen wie von einem anderen Planeten. Wenn du also das Buch einfach von Anfang bis Ende durchliest, kann es sein, dass dir all diese vielen, scheinbar widersprüchlichen Winkel deines Herzens zu viel werden. Es ist nicht wichtig zu »verstehen, was gemeint ist«. Die überall im Buch verteilten Sufi-Geschichten wirken auf vielen verschiedenen Ebenen. Ihre offensichtliche Bedeutung oder Moral ist nur die Oberfläche, der Rest der Geschichte wirkt sozusagen »unterirdisch«, in deinem Unterbewusstsein, weiter. Wenn dir eine Geschichte ein vergnügtes Glucksen entlockt, tut sie wahrscheinlich ihre Wirkung! »Überfliege« das Buch ganz bewusst. Lies das Vorwort »Auf die Reise gehen«. Dann nimm dir jeden Tag – zum Beispiel vor dem Schlafengehen – ein bisschen Zeit, um dich mit einigen der Wege des Herzens anzufreunden. Jeder stellt eine Gefühlsqualität dar, eine Qualität des Empfindens oder Erlebens, die du vielleicht kennst, vielleicht auch nicht. Manche Wege scheinen anderen zu widersprechen. Manche sind auch, wie ich jeweils unter »Wurzeln und Zweige« darlege, mit anderen verbunden (zum Beispiel, wenn es um Themen wie Arbeit, Liebe, Macht, Beziehungen und so weiter geht). Hat die eine oder andere Qualität oder Herausforderung dir vielleicht in deiner jetzigen Lebenssituation etwas zu sagen? Stöbere. Wenn du in deinem Leben mit etwas konfrontiert bist, bei dem du Führung gut gebrauchen könntest, dann lege deine Hand leicht auf dein Herz, um ruhig zu werden, hole ein, zwei Mal tief Luft und schlage das Buch dann irgendwo auf – so, als wolltest du ein Orakel befragen. Für jemanden, der sich ganz neu damit beschäftigt, ist das vielleicht die beste Art, die einzelnen Wege des Herzens zu erleben. Wenn du das Buch so benutzt, kann es nicht schaden, auch die Wege zu lesen, die direkt vor oder hinter demjenigen stehen, den du aufgeschlagen hast. Die Sufis verwenden die Listen der Herzenswege seit über tausend Jahren auf diese Weise. Die jedem Weg angefügte Meditation gibt eine Anregung, wie du die jeweilige Qualität in dir erfahren oder vertiefen kannst. Wenn du das alles nicht machen willst, kannst du auch einfach mit dem Gefühl dessen, was du gelesen hast, in dein Herz atmen. Zerschneide das Buch. Du kannst das Inhaltsverzeichnis vergrößert fotokopieren, die Liste der Wege zerschneiden und die einzelnen Teile in eine Schale legen. Atme tief ein und ziehe dann einen heraus. Auch so kannst du die Wege wie ein Orakel benutzen. Eine Liste der Wege, die du dir leicht ausdrucken und zerschneiden kannst, findest du auch unter www.sufibookoflife.com. Auf dieser Seite findest du außerdem ein Online-Orakel und zahlreiche Links zu anderen Websites, auf denen du die Übungen auf traditionelle Weise gesprochen hören kannst. Geh auf die Jagd. Vielleicht beschäftigst du dich gerade ganz bewusst mit der Arbeit an einem bestimmten Thema in deinem Leben oder deiner Seele? Oder du brauchst ein bisschen Unterstützung bei einer anderen Form der inneren Arbeit, bei einer Beratung oder Psychotherapie zum Beispiel. Dann kannst du das Inhaltsverzeichnis nach einem für dich wichtigen Thema durchforsten und hier – immer noch indem du in dein Herz atmest – finden, was du brauchst. Lies dieses Buch. Nachdem du alles oben Gesagte eine Weile getan hast, kannst du das Buch allmählich einmal von Anfang bis Ende lesen. Mach ab und zu eine Pause und lege es beiseite, damit es dir nicht zu viel wird, so vielen verschiedenen Facetten deiner selbst auf einmal zu begegnen. Genauso wie ein Weinkoster seinem Gaumen gelegentlich eine Pause gönnen muss, um wieder schmecken zu können, brauchst auch du vielleicht immer wieder ein bisschen Abstand von den Weinen deiner Seele. Dafür findest du überall im Buch verteilt nicht nummerierte Kapitel mit der Überschrift »In der Einheit baden«. Benutze diese, um in den reinen Ozean des Geliebten einzutauchen, bevor du dich einem weiteren Weg des Herzens zuwendest. Achtung, »Viren«! Das »Programm« des Buches ist nicht virenfrei, sondern tatsächlich wurden absichtlich Viren darin versteckt. Paradox und Dummheit sind genauso eingebaut wie Tiefernstes. Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts und man kann sich ihm auf viele verschiedene Weisen nähern. Wenn im Buch steht, »ein Sufi würde sagen …« oder »die Sufis …«, dann heißt das nicht, dass es nur eine einzige Sufi -Weise gibt, zu sein oder etwas zu tun. Das Programm ist inkompatibel mit jedem Versuch, eine konsistente »Sufi«-Philosophie, -Metaphysik oder -Geschichte zu finden, und die Programmierer übernehmen auch keine Verantwortung dafür, wenn dein rationales System unter diesen Umständen zusammenbricht. Dein Herz ist der Browser. Die Wege sind die Suchmaschine. Das Universum ist das wirkliche Internet. Und es gibt viele Adressen des Geliebten, dessen Server immer online ist. Einführung Der Dichter, der in unserer Zeit die meisten Bestseller hervorgebracht hat, ist einer ganzen Reihe von Quellen zufolge: Jelaluddin Rumi, ein persischer Sufi aus dem dreizehnten Jahrhundert! Ist das nun eine gute Botschaft für den Sufismus oder eine schlechte für den Zustand unserer Dichtkunst? Sowohl Rumi als auch Hafiz (der eine Generation später lebte) schlagen die Leser in ihren Bann, weil sie von leidenschaftlicher Liebe schreiben. Wir suchen alle nach Liebe, und wenn wir auch vielleicht nicht wissen, was das Wort eigentlich bedeutet, so erkennen wir die Liebe doch, wenn wir sie spüren. Die Dichtung der Sufis spricht beredt und leidenschaftlich vom Geliebten, von Liebestrunkenheit, Sehnsucht, Lust, Missverständnissen und Verwechslungen (sowohl des Liebenden als auch des Geliebten) – also im Grunde von all den Dingen, um die es im Leben und in den Seifenopern geht. Anders als Seifenopern finden Sufi-Dichtung und Sufi-Erzählungen jedoch in einer Art magischem Universum statt – vor langer, langer Zeit in einem fernen, fernen Land – in einem Universum, wo eine größere, gütige Wirklichkeit alles in sich vereint. Die meisten zeitgenössischen Dichter würden den ganzen Kontext der Sufi-Dichtung als romantisch und idealistisch abtun. Heute zählt nur die heutige Welt, eine Welt, in der wir uns unseren eigenen Sinn basteln. Wir können nirgendwo anders sein als hier und schleppen uns in der öden Realität postmodernen Lebens dahin. Erzählen Sie das mal den Millionen von Menschen, die Sufi-Dichter lesen. Ihre Reaktion ist die gute Nachricht für den Sufismus. Schade ist allerdings, dass die meisten Menschen, die Rumi oder Hafiz lesen, wohl gerne die Lücke zwischen dem Lesen über göttliche Liebe und dem tatsächlichen Erleben derselben schließen würden – aber nicht wissen wie. Sie sind (oft durch irgendwelche akademische oder wissenschaftliche Lektüre) zu der Überzeugung gelangt, dass Sufis eben vor langer Zeit und in einem fernen Land lebten, Turbane und lange Roben trugen und in einer fremden Sprache sprachen. Nichts könnte jedoch der Wahrheit ferner sein! Der Sufismus ist eine lebendige Tradition des 21. Jahrhunderts, der man sich auf viele verschiedene Weisen nähern kann und die eine Vielzahl von praktischen Übungen bietet. Echte Sufis gibt es in jedem Sprachraum und sie tragen wahrscheinlich ganz normale Kleider. Das Wort Derwisch bezeichnet einen Menschen, der in einem Tor oder an einer Schwelle sitzt, bereit, weiterzugehen und sich zu transformieren. Dieses Buch ist für Derwische von heute, für Menschen, die anfangen möchten, die Sufi-Dichtung der Liebe zu leben. Es ist aus der eigenen Erfahrung des Autors entstanden, der während der letzten dreißig Jahre ganz praktisch und im täglichen Leben dem Weg der Sufis gefolgt ist. Wenn der Sufismus heute ein lebendiger spiritueller Weg ist, warum ist er dann nicht bekannter? Saadi, ein Sufi aus dem 12. Jahrhundert, sagte einmal: »Du kannst zwölf Derwische unter eine Decke stecken, aber zwei Könige können nicht denselben Kontinent miteinander teilen.« Heutzutage sieht es allerdings eher so aus, als gäbe es, wo immer zwei Sufis zusammenkommen, drei Meinungen. Seit 1910 der indische Sufi Inayat Khan eine Form des Sufismus in den Westen brachte, sind viele verschiedene Gruppen und Lehrer bei uns angekommen. Bis jetzt haben die meisten Bücher über Sufismus akademische, historische oder philosophische Informationen über diese Tradition geliefert, die für den Intellekt gedacht sind. Einige zeitgenössische Lehrer präsentieren ihren eigenen Zugang, der oft der Arbeit anderer zu widersprechen scheint. Im Grunde ist das allerdings ein Segen, denn dadurch ist der Sufismus im Gegensatz zu anderen Traditionen nicht in dem Maße durchorganisiert worden, dass er seinen wilden Charakter verloren hätte. Historisch gesehen ist die Vielfältigkeit des Sufismus schon immer eine seiner Stärken gewesen. Er ist letztlich eine Tradition von Nomaden, eine, die sich ständig selbst zerlegte und umsiedelte, anstatt sich niederzulassen und riesige Heiligtümer, Institutionen, monolithische Rituale oder Organisationen aufzubauen. Es gibt keinen Vatikan und keinen Potala des Sufismus. Rumi zum Beispiel hätte sicherlich ohne Weiteres den Posten seines Vaters übernehmen können, der der Hauptprediger der Sufi s von Konya war, aber da tauchte sein spiritueller Seelengefährte Shams-i-Tabriz auf und Rumi verließ sein wohlgeordnetes Leben, verbrachte sein ganzes Leben mit Shams und wurde schließlich zu dem Derwisch mit gebrochenem Herzen, der die größte orientalische Dichtung aller Zeiten schuf. Ibn Arabi hätte in Spanien bleiben und sich eine große Jüngerschar zulegen können, aber er wollte lieber die meiste Zeit seines Lebens herumziehen. Andererseits bekamen die Sufis, die sich (wie im späten Ottomanischen Reich) mit dem Establishment einließen, für gewöhnlich ernsthafte Schwierigkeiten. Wir Sufis sind nicht sesshaft, wir lieben unsere Freiheit – wahrscheinlich sind wir uns deshalb auch einig darin, uneinig zu sein. Wer (oder was) ist ein Sufi? Sufismus ist vor allem eine Reihe von Dingen nicht: keine Religion, keine Philosophie, noch nicht einmal eine Mystik in dem Sinne, wie dieses Wort normalerweise verstanden wird. Am besten kann man Sufismus so beschreiben: eine Art, die Wirklichkeit als die Liebe selbst zu erleben. Der moderne Sufi-Schriftsteller Massud Farzan sagte das kurz und gut: Sufismus ist eine einzigartige Phänomenologie der Wirklichkeit. Die Psychologie des Sufismus ist der Sufismus selbst; die Kunst und Wissenschaft des Sufismus ist, ihn zu praktizieren. Ist es bei einer so windigen Definition überhaupt möglich, heute über irgendeine Art von »reinem Sufismus« zu sprechen? Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand würde sagen: Nein, aber das hält Gelehrte und auch die Sufis selbst bis jetzt nicht davon ab, eine Beantwortung dieser Frage zumindest zu versuchen. Selbst die Beziehung des Sufismus zum Islam ist spannungsgeladen, und das ist vielleicht ein weiterer Grund dafür, dass der Sufismus als Weg heute im Westen nicht populärer ist. Ist Sufismus, wie manche Definitionen im Lexikon lapidar behaupten, einfach »die mystische Seite des Islam«? War der Sufismus (oder seine Philosophie oder seine Praktiken) ein Vorläufer des Islam? Ist der Sufismus der »echte Islam« – so, wie manche Leute behaupten würden, dass christliche Mystiker wie Meister Eckhart oder der heilige Franz von Assisi die wahren Lehren Jesu verkörpern, mehr als irgendeine Form der Institution Kirche? Hier eine typische Sufi-Antwort – wieder von Massud Farzan: Wendet sich der Sufismus, der vom Koran und der mohammedanischen Tradition herrührt, gegen das, was das Buch und der Prophet sagen? Die Antwort ist Ja und Nein. Insofern als Sufismus die Religion allen Dogmas beraubt und mitten in ihr Herz geht, insofern als er auf der Wirklichkeit jenseits des Rituals besteht, der Sache hinter dem Symbol, ist Sufismus gleichzeitig Islam par excellence und eindeutig von ihm getrennt. Inayat Khan hatte dazu Folgendes zu sagen: Aus der heiligen Geschichte, die die Sufis voneinander geerbt haben, geht klar hervor, dass der Sufismus niemals irgendeiner Rasse oder Religion gehört hat, denn Unterschiede und Trennungen sind eben die Art von Täuschung, von denen Sufis sich befreien. Es mag so aussehen, als ob der Sufismus sich aus verschiedenen Elementen der heute vorherrschenden Religionen gebildet hätte, aber das ist nicht so, denn der Sufismus selbst ist die Essenz aller Religionen und auch der Geist des Islam. Zweifellos besteht eine enge Beziehung zwischen Sufismus und Islam. Uneinigkeit besteht darüber, wie man die Wörter Sufismus und Islam definiert. Wörtlich bedeutet das Wort Islam »Hingabe« an den einen Grund der Wirklichkeit, nicht an irgendeine Gedankenform oder ein Dogma. Das Wort Sufismus kommt von einem Wort, das einfach »Weisheit« bedeutet, und der Koran selbst empfiehlt, »Weisheit zu suchen, selbst wenn man dafür bis nach China fahren muss«. Historisch gesehen haben die Sufis nie irgendeiner Schule der Koran-Interpretation oder -Jurisprudenz angehört, was die Fundamentalisten schon immer sehr nervös gemacht hat. Das ist bis heute so geblieben: Manche muslimischen Länder verbieten die Ausübung des Sufismus. Ob man das als tröstlich oder störend empfindet, hängt vom persönlichen Standpunkt ab. Spielt die Geschichte eine Rolle? Für manche tut sie es, für andere nicht. Es hängt – mit den Worten des modernen amerikanischen Sufi Samuel Lewis gesprochen – davon ab, ob man seinen Vorstellungen gestattet, der Lösung seiner Probleme im Wege zu stehen. Und das zentrale »Problem« für die meisten von uns ist der Sinn des Lebens selbst. Ziel und Aufbau dieses Buches Dieses Buch möchte den Leserinnen und Lesern den Sufismus lebendig erfahrbar machen. Es folgt damit einem Genre, das Hunderte von Jahren alt ist, nämlich dem sogenannten »Handbuch für Derwische«, einem Begleiter zur Erfahrung des Lebens. Es präsentiert einerseits eine Reihe kurzer Essays oder Kontemplationen, illustriert durch Sufi-Geschichten oder -Dichtung. Jedes Kapitel enthält Meditationen und Hinweise auf weitere Wege, die in diesem Zusammenhang erforscht werden können. In tieferem Sinne schildert ein solches Handbuch einen Weg, einen Zugang zum Leben, der uns hilft, die ganze Bandbreite dessen zu entdecken, was es heißt, ein Mensch zu sein. Wie man sich denken kann, besteht die »Ausbildung« eines Sufis nicht im Durchlaufen verschiedener Schulklassen. Einige klassische Sufis schlugen zwar vor, dass der Suchende bestimmte Stadien erweiterten Bewusstseins (ahwal) durchlaufen solle, die sich dann sozusagen setzen und zur beständigen Praxis im täglichen Leben (maqamat) werden, aber das Leben geht ja nicht linear vonstatten. Alle Versuche, die Sufi-Lehren auf diese Weise zu organisieren, sind also in sich selbst künstlich oder bedürfen zumindest in jeder Generation einer Überprüfung. Dieses Buch vermittelt die wichtigste Übung, die Sufis aller historischen Strömungen gemeinsam haben: die Meditation über die Herzensqualitäten des Heiligen (genannt al Asma ul Husna oder »die schönsten Namen«). Ich übersetze das Wort asma, das »Qualitäten, Eigenschaften« oder »Namen« bedeutet, hier auch als »Wege«, um die dynamische Erfahrung dieser Praxis zu unterstreichen. Mir ist noch keine Sufi-Tradition oder -Gruppierung und noch kein Sufi-Orden begegnet, in der oder dem diese Übung nicht benutzt worden wäre. Jeder dieser Wege des Herzens führt dich dazu, das Leben mit tieferem Gefühl und größerer Klarheit zu erleben – wenn du ihn im richtigen Moment betrittst. Du brauchst nur einen einzigen Weg, wenn du ihm unerbittlich bis zu seiner Quelle folgst. In der Tradition der Sufi s bringen wir in dem Maße, wie wir nach und nach ganze Menschen werden, eine innere Ökologie und Vielfalt des Geistes wieder zum Leben. Wir fühlen und verstehen mehr im Leben, weil wir es als Teil unserer eigenen Seele begreifen. Freiheit und Freude entstehen dadurch, dass wir im Herzen daheim sind, einem Herzen, von dem wir nach und nach entdecken, dass es viel größer ist, als wir dachten. Die verschiedenen Wege mögen manchmal so aussehen, als ob sie sich widersprächen (so wie das Leben auch). Sie sind nicht ordentlich organisiert und proportional (genauso wenig wie das Leben). Aber sie sind wirksam, das ist zumindest meine Erfahrung. Eine der ersten Wiedergaben dieser Praktiken in englischer Sprache war Edwin Arnolds Pearls of the Faith, das 1882 herausgebracht wurde. Arnolds Buch erschien als kleiner Band viktorianischer Dichtung, ein Format, das kultivierte Menschen dieser Zeit gut aufnehmen konnten. Jetzt leben wir in einer ganz anderen Zeit, einer Zeit des Internets und der Massenmedien, und ein Sufi muss vor allen Dingen anpassungsfähig sein. Oberflächlich betrachtet scheint dieses Buch in die Sparte »Ratgeber und Selbsthilfebücher« zu passen, ein Format, das den Wunsch der westlichen Kultur spiegelt, Dinge rasch und leicht zu bekommen. Wir beklagen diese Tendenz vielleicht als kontraproduktiv für ein spirituelles Leben: Was leicht geht, ist nicht unbedingt auch besser, und schnelle Reaktionen lassen nicht viel Zeit zum Nachdenken oder Fühlen. Die meisten Selbsthilfebücher wollen nur bestätigen, was wir ohnehin schon wissen, ein »M-hm« bewirken, kein »Aha!«. Ich würde das eher als Selbsthypnose bezeichnen als als Selbsthilfe. Dieses Buch möchte durch verschiedene sufi-typische Eigenschaften die simplistische Seite der Selbsthilfebücher unterwandern – Zufälligkeit, Paradox und spirituelle Praktiken. Wie schon in der Schnellanleitung erwähnt, kann man das Buch wie ein Orakel benutzen oder es nach passenden Weisheiten für den jeweiligen Augenblick durchstöbern. Was der Leser unter diesen Umständen findet, kann verblüffend sein oder auch aufrüttelnd. Auf jeden Fall hoffe ich, dass es ihm oder ihr ein Licht aufgehen lässt. Vom Standpunkt des Sufismus aus betrachtet, ist das Genre der Selbsthilfebücher vielleicht genau das Richtige, denn Sufismus hat eigentlich schon immer als eine Art »Do-it-yourself«-Tradition funktioniert. Wir haben keinen Führer, Potentaten oder Papst (was nicht heißen soll, dass nicht manche Leute versucht haben, sich oder jemand anderen als solchen einzusetzen). Ein Sufi-Führer ist eher eine Art Mischung aus Begleiter, Therapeut und Trickkünstler als ein allmächtiger Guru, und Rumi sagte einmal, der wahre pir (höchster spiritueller Führer) sei die Liebe selbst. Für das 21. Jahrhundert aktualisiert kann man die Wege des Herzens genau wie eine Suchmaschine im Internet des Lebens benutzen, in dem unser Herz als der Browser dient, durch den wir die Welt sehen – von innen und von außen. Geisteswissenschaften Religion Theologie Sufismus RUMI DERWISCH ISBN-10 3-466-36763-8 / 3466367638 ISBN-13 978-3-466-36763-4 / 9783466367634

Bestell-Nr.: BN16879

Preis: 199,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 205,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive [Gebundene Ausgabe] Bernd Marcus (Autor)

Mehr von Bernd Marcus
Bernd Marcus (Autor)
Kontraproduktives Verhalten im Betrieb: Eine individuumsbezogene Perspektive [Gebundene Ausgabe] Bernd Marcus (Autor)

2000 Angewandte Psychologie 2000 Hardcover 387 S. 24,9 x 17,5 x 2,7 cm ISBN: 3801713857 (EAN: 9783801713850 / 978-3801713850)


Kontraproduktives Verhalten im BetriebEine individuumsbezogene Perspektive [Gebundene Ausgabe] Bernd Marcus (Autor)
Schlagworte: Kontraproduktives Verhalten im BetriebEine individuumsbezogene Perspektive [Gebundene Ausgabe] Bernd Marcus (Autor)

Bestell-Nr.: BN17403

Preis: 199,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 205,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Logistikoptimierung durch Outsourcing: Erfolgswirkung und Erfolgsfaktoren Schriften des Kühne-Zentrums für Logistikmanagement von Christoph Engelbrecht

Mehr von Christoph Engelbrecht
Christoph Engelbrecht
Logistikoptimierung durch Outsourcing: Erfolgswirkung und Erfolgsfaktoren Schriften des Kühne-Zentrums für Logistikmanagement von Christoph Engelbrecht

Auflage: 1 (30. August 2004) Dr. Th. Gabler Verlag 2004 Softcover 344 S. 20,8 x 14,8 x 2 cm ISBN: 3824481081 (EAN: 9783824481088 / 978-3824481088)


Christoph Engelbrecht weist einen positiven Zusammenhang zwischen dem Outsourcinggrad und dem Erfolg der Logistik nach. Er untermauert die Bedeutung der Flussorientierung eines Unternehmens und zeigt, dass eine zu starke Fixierung auf die Senkung der Logistikkosten kontraproduktiv ist. BeschreibungDie Frage, in welchem Umfang Logistikdienstleistungen fremdvergeben werden sollen, beschäftigt Litera mehr lesen ...
Schlagworte: Wirtschaft Betriebswirtschaft Betriebswirtschaft Logistik Logistikkosten Logistikmanagement Logistikoptimierung Logistik-Outsourcing Outsourcing Unternehmenserfolg Christoph Engelbrecht weist einen positiven Zusammenhang zwischen dem Outsourcinggrad und dem Erfolg der Logistik nach. Er untermauert die Bedeutung der Flussorientierung eines Unternehmens und zeigt, dass eine zu starke Fixierung auf die Senkung der Logistikkosten kontraproduktiv ist. BeschreibungDie Frage, in welchem Umfang Logistikdienstleistungen fremdvergeben werden sollen, beschäftigt Literatur und Praxis seit längerer Zeit. Die relevanten Parameter für eine Outsourcing-Entscheidung sowie deren Erfolgswirkung sind jedoch nach wie vor wenig transparent.An Hand einer großangelegten empirischen Untersuchung weist Christoph Engelbrecht einen statistisch signifikanten positiven Zusammenhang zwischen dem Outsourcinggrad und dem Erfolg der Logistik (gemessen in einer kosten- und einer leistungsbezogenen Komponente) nach. Die Arbeit untermauert die Bedeutung der Flussorientierung eines Unternehmens und macht deutlich, dass eine zu starke Fixierung auf die Senkung der Logistikkosten kontraproduktiv ist. InhaltsangabeAus dem Inhalt Theoretische Grundlagen zum Outsourcing - Methodik und Datenbasis der Untersuchung - Messmodelle - Kausalanalytische Strukturmodelle und Ergebnisse Autorenporträt zu ""Christoph Engelbrecht"" Dr. Christoph Engelbrecht promovierte bei Prof. Dr. Jürgen Weber am Lehrstuhl für Controlling und Telekommunikation, Stiftungslehrstuhl der Deutschen Telekom AG, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar. Er ist als Unternehmensberater bei `The Boston Consulting Group` in Düsseldorf tätig. Theoretische Grundlagen zum Outsourcing Methodik und Datenbasis der Untersuchung Messmodelle Kausalanalytische Strukturmodelle und Ergebnisse Über den AutorDr. Christoph Engelbrecht promovierte bei Prof. Dr. Jürgen Weber am Lehrstuhl für Controlling und Telekommunikation, Stiftungslehrstuhl der Deutschen Telekom AG, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar. Er ist als Unternehmensberater bei The Boston Consulting Group in Düsseldorf tätig. Inhaltsverzeichnis von ""Logistikoptimierung durch Outsourcing""Aus dem InhaltTheoretische Grundlagen zum Outsourcing - Methodik und Datenbasis der Untersuchung - Messmodelle - Kausalanalytische Strukturmodelle und Ergebnisse

Bestell-Nr.: BN7612

Preis: 79,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 85,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Motivation und Handeln in Organisationen: Eine Einführung  von Friedemann W. Nerdinger (Autor)

Mehr von Friedemann Nerdinger
Friedemann W. Nerdinger (Autor)
Motivation und Handeln in Organisationen: Eine Einführung von Friedemann W. Nerdinger (Autor)

1995 Kohlhammer 1995 Softcover 179 S. 23,4 x 15,6 x 1,5 cm ISBN: 3170136003 (EAN: 9783170136007 / 978-3170136007)


Im Zentrum der psychologischen Analyse menschlichen Erlebens und Verhaltens in Organisationen steht die Frage nach der Motivation. Die Zufriedenheit mit der Arbeit, die Bindung an eine Organisation, die Bereitschaft zur Kündigung und die Leistung der Mitarbeiter werden motivationspsychologisch erklärt. Die Arbeits- und Motivationspsychologie hat dafür eine Vielzahl von Modellen entwickelt und in e mehr lesen ...
Schlagworte: Im Zentrum der psychologischen Analyse menschlichen Erlebens und Verhaltens in Organisationen steht die Frage nach der Motivation. Die Zufriedenheit mit der Arbeit, die Bindung an eine Organisation, die Bereitschaft zur Kündigung und die Leistung der Mitarbeiter werden motivationspsychologisch erklärt. Die Arbeits- und Motivationspsychologie hat dafür eine Vielzahl von Modellen entwickelt und in empirischen Untersuchungen überprüft. Diese Einführung gibt einen Überblick über die wichtigsten theoretischen Ansätze und empirischen Befunde und integriert die vorliegenden Theorien in ein Rahmenmodell des Handelns. Außerdem diskutiert der Autor die praktischen Konsequenzen für das Handeln in Organisationen.Im Zentrum der psychologischen Analyse menschlichen Erlebens und Verhaltens in Organisationen steht die Frage nach der Motivation. Die Zufriedenheit mit der Arbeit, die Bindung an eine Organisation, die Bereitschaft zur Kündigung und die Leistung der Mitarbeiter werden motivationspsychologisch erklärt. Die Arbeits- und Motivationspsychologie hat dafür eine Vielzahl von Modellen entwickelt und in empirischen Untersuchungen überprüft.Diese Einführung gibt einen Überblick über die wichtigsten theoretischen Ansätze und empirischen Befunde und integriert die vorliegenden Theorien in ein Rahmenmodell des Handelns. Außerdem diskutiert der Autor die praktischen Konsequenzen für das Handeln in Organisationen. Professor Dr. Friedemann W. Nerdinger lehrt Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Rostock. Zielgruppen: Studierende der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften.Dr. Friedemann W.Nerdinger, Professor für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Rostock, Leiter des BMBF-geförderten Projekts BMInno.Forschungsschwerpunkte:Mitarbeiterbeteiligung und Unternehmenskultur; Psychologie der Dienstleistung und des persönlichen Verkaufs; Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit; produktives, extraproduktives und kontraproduktives Arbeitsverhalten.

Bestell-Nr.: BN23523

Preis: 149,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 155,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie. Wirkungen, Nebenwirkungen und Kombinationsmöglichk... von Eckhard Beubler, Roland Kunz und Jürgen Sorge

Mehr von Eckhard Beubler Roland
Eckhard Beubler, Roland Kunz und Jürgen Sorge
Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie. Wirkungen, Nebenwirkungen und Kombinationsmöglichk... von Eckhard Beubler, Roland Kunz und Jürgen Sorge

2003 Berlin Heidelberg Springer 2003 Softcover 110 S. 23,6 x 16 x 0,6 cm ISBN: 3211008063 (EAN: 9783211008065 / 978-3211008065)


Schmerz kann Leben retten. Ohne Schmerzempfindung würden wichtige Warnsignale überhört und Krankheiten zu spät einer Behandlung zugeführt werden. Hat der Schmerz seine Warnfunktion erfüllt, ist er ohne Wert und kann das Leben unerträglich machen. Für den Patienten ist der Zustand qualvoll, für seine Genesung oft kontraproduktiv. Schmerzfreiheit fördert die Genesung. Ärzte, Pflegepersonal und Schme mehr lesen ...
Schlagworte: Schmerz kann Leben retten. Ohne Schmerzempfindung würden wichtige Warnsignale überhört und Krankheiten zu spät einer Behandlung zugeführt werden. Hat der Schmerz seine Warnfunktion erfüllt, ist er ohne Wert und kann das Leben unerträglich machen. Für den Patienten ist der Zustand qualvoll, für seine Genesung oft kontraproduktiv. Schmerzfreiheit fördert die Genesung. Ärzte, Pflegepersonal und Schmerzpatienten wissen viel zu wenig über Möglichkeiten und Wirkung neuer und alter Schmerzmittel. Dieser Ratgeber beschreibt die wichtigsten Wege der medikamentösen Schmerztherapie. Er klärt Mythen und Irrtümer auf und schildert den neuen Wissensstand. Zu den einzelnen Medikamenten werden Wirkungen, Nebenwirkungen und Kombinationsmöglichkeiten detailliert angegeben. Darüber hinaus gibt der Autor spezielle Hinweise für Schwangere, stillende Mütter, Kinder und ältere Menschen. Dieses Buch ist damit ein Vademecum für alle, die Schmerz nicht mehr als bloßes Schicksal akzeptieren wollen.

Bestell-Nr.: BN11709

Preis: 299,90 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 305,85 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse (Gebundene Ausgabe) von Reinhard K. Sprenger Unternehmensberater Muster der Unternehmensführung Motivationsspritzen Prämien Urlaube Geschenke Mitarbeiter Höchstleistungen Belohnung Kreativität Mißtrauen dem Mitarbeiter gegenüber Betrüger Arbeitgeber Arbeitskraft

Mehr von Reinhard Sprenger
Reinhard K. Sprenger
Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse (Gebundene Ausgabe) von Reinhard K. Sprenger Unternehmensberater Muster der Unternehmensführung Motivationsspritzen Prämien Urlaube Geschenke Mitarbeiter Höchstleistungen Belohnung Kreativität Mißtrauen dem Mitarbeiter gegenüber Betrüger Arbeitgeber Arbeitskraft

Auflage: 1 (20. Dezember 2004) Campus Verlag 2004 Softcover 276 S. 21,8 x 14,6 x 2,2 cm ISBN: 3593376377 (EAN: 9783593376370 / 978-3593376370)


Der Unternehmensberater Reinhard Sprenger hat sich durch Bücher wie Das Prinzip Selbstverantwortung oder Die Entscheidung liegt bei Dir! einen Namen gemacht. Seine provokativen Thesen haben seine Leser in zwei Lager gespalten. Auch mit dem in 14. Auflage neu erschienenen Buch zum Mythos Motivation sprengt Sprenger gängige Muster der Unternehmensführung. Motivationsspritzen durch Prämien, Urlaube, mehr lesen ...
Schlagworte: Das Prinzip Selbstverantwortung Die Entscheidung liegt bei Dir Mitarbeitermotivation Prämien Incentives Unternehmensberater Das Prinzip Selbstverantwortung Die Entscheidung liegt bei Dir! Muster der Unternehmensführung Motivationsspritzen Prämien Urlaube Geschenke Mitarbeiter Höchstleistungen Belohnung Kreativität Mißtrauen dem Mitarbeiter gegenüber Betrüger Arbeitgeber Arbeitskraft Der Unternehmensberater Reinhard Sprenger hat sich durch Bücher wie Das Prinzip Selbstverantwortung oder Die Entscheidung liegt bei Dir! einen Namen gemacht. Seine provokativen Thesen haben seine Leser in zwei Lager gespalten. Auch mit dem in 14. Auflage neu erschienenen Buch zum Mythos Motivation sprengt Sprenger gängige Muster der Unternehmensführung. Motivationsspritzen durch Prämien, Urlaube, Geschenke haben sich in den Köpfen vieler Unternehmer als notwendige Methode festgesetzt. Sie gehen davon aus, daß Mitarbeiter dadurch zu Höchstleistungen gebracht werden können. Sprenger argumentiert sehr raffiniert dagegen. Seiner Ansicht nach verliert durch diese versprochene Belohnung die Arbeit ihren eigentlichen Zweck. Die Kreativität bleibt auf der Strecke, weil nicht mehr um der Tätigkeit willen, sondern nur noch wegen des Köders gearbeitet wird. Einleuchtend ist seine These, daß diese Haltung ein grundsätzliches Mißtrauen dem Mitarbeiter gegenüber innewohnt. ""Eigentlich -- so die implizierte Annahme -- sind tendenziell alle Mitarbeiter Betrüger. Sie betrügen den Arbeitgeber um einen Teil der Arbeitskraft, die er bezahlt."" Sprenger räumt ein, daß ein versprochenes Geschenk durchaus kurzfristig seine Wirkung durch einen erhöhten Einsatz erzielt. Aber nur für eine kurze Zeit. Die Prämien werden immer mehr nach oben geschraubt und hohe Kosten entstehen. Eine weitere Folge tritt einDie Begeisterung für die Bestechung verliert an Wert. Der Mitarbeiter verliert seine Begeisterung für die Idee, er wird sich so niemals mit dem Unternehmen identifizieren. Er wird sogar quengelig, anspruchsvoll und von aggressiver Langeweile gepackt. Es ist also kontraproduktiv. Aber was schlägt der Autor als Alternative vor? Bis Sprenger diese Katze aus dem Sack läßt, hat der Leser vielleicht schon fast aufgegeben. Fast zum Schluß des Buches erst listet der Unternehmensberater auf, was sinnvoll ist. Die Arbeit sollte gestalterisch sein, produktiv, im Dienste der Gemeinschaft stehen, Planung und Ausführung beinhalten und interaktiv sein, mit vielfältigen sozialen Kontakten. Sprenger hat erneut bewiesen, wie geschickt er Klischees sprengen kann. Pressestimmen Hamburger Abendblatt: Aufhören, zu klagen ""Per Knopfdruck läßt sich keine Motivation verordnen, sagt Bestsellerautor Reinhard K. Sprenger."" 01.04.2002 / business bestseller Der Klassiker der Mitarbeiter-Führung in neuem Gewand ""Ein hervorragender Leitfaden, der neben engagierten Mitarbeitern auch zu einer langfristigen Wertsteigerung führt."" 02.04.2002 / Financial Times Deutschland Von Sprenger bis Soros ""Wer motiviert, demotiviert mit dieser These brachte Reinhard K. Sprenger vor einem Jahrzehnt die kilometerlangen Regale voller Handbücher ins Wanken, die ratlosen Chefs Tricks zur Motivation ihrer Mitarbeiter verraten wollen [...] Und wer nicht lesen will, darf hörenDie Neuausgabe von Mythos Motivation kommt auch als Hörbuch heraus."" 19.09.2002 / Die ZeitVertrauenssache ""Ein furioses Buch, das unbekümmert und respektlos den Popanz der `Menschenfreundlichkeit` demontiert, dem die gängigen Motivationsbücher und -techniken anhängen."" 06.06.2003 / Handelsblatt Reinhard K. Sprenger ""Mit seinem Buch `Mythos Motivation` avancierte Sprenger zum deutschen Superstar unter den Management-Autoren."" 07.11.2003 / FormatPflichtlektüre für die Bosse ""Der Unternehmensberater provoziert mit der These, dass Mitarbeitermotivation durch Prämien und Incentives mehr schadet als nützt."" Mythos MotivationWege aus einer Sackgasse (Gebundene Ausgabe) von Reinhard K. Sprenger Mythos Motivation Wege aus einer Sackgasse Reinhard K. Sprenger Campus Verlag

Bestell-Nr.: BN3433

Preis: 29,95 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 35,90 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Mensch und Arbeit: Handbuch für Studium und Praxis [Gebundene Ausgabe] von Hans J. Schneider (Autor), Hans Klaus (Autor) Shareholder Welche Rolle spielt der Mensch im Unternehmen Arbeitnehmer fest Angestellter Zeitarbeiter Führungskraft Unternehme Vielzahl von Rollen wahrnehmen weisungsbefugt oder zum Gehorchen verdammt Lohn Mitarbeiter Einkommen Kostenfaktor Interessenkonflikt Tarifauseinandersetzungen das tägliche Miteinander Probleme Herausforderungen traditionelle Betriebswirtschaftslehre Personalwirtschaftslehre Produktionsfaktoren homo oeconomicus Personalmanagementkonzepte Emotionen Potenziale des Menschen Kompetenzen Talente Eigenschaften Bedürfnisse Gefühle Werte Einstellungen Maßnahme zur Gestaltung menschlicher Arbeit Einsatz des Menschen Steuerung seines Arbeitsverhaltens Personalarbeit Betriebs- und Unternehmenssteuerung interdisziplinäres transdiziplinäres Denkens Psychologie Soziologie Jurisprudenz Personalmaßnahmen Personalmanagement

Mehr von Hans Schneider Hans
Hans J. Schneider (Autor), Hans Klaus (Autor)
Mensch und Arbeit: Handbuch für Studium und Praxis [Gebundene Ausgabe] von Hans J. Schneider (Autor), Hans Klaus (Autor) Shareholder Welche Rolle spielt der Mensch im Unternehmen Arbeitnehmer fest Angestellter Zeitarbeiter Führungskraft Unternehme Vielzahl von Rollen wahrnehmen weisungsbefugt oder zum Gehorchen verdammt Lohn Mitarbeiter Einkommen Kostenfaktor Interessenkonflikt Tarifauseinandersetzungen das tägliche Miteinander Probleme Herausforderungen traditionelle Betriebswirtschaftslehre Personalwirtschaftslehre Produktionsfaktoren homo oeconomicus Personalmanagementkonzepte Emotionen Potenziale des Menschen Kompetenzen Talente Eigenschaften Bedürfnisse Gefühle Werte Einstellungen Maßnahme zur Gestaltung menschlicher Arbeit Einsatz des Menschen Steuerung seines Arbeitsverhaltens Personalarbeit Betriebs- und Unternehmenssteuerung interdisziplinäres transdiziplinäres Denkens Psychologie Soziologie Jurisprudenz Personalmaßnahmen Personalmanagement

Auflage: 1 (24. September 2008) Symposion Publishing 2008 Softcover 678 S. 23,8 x 17 x 1,6 cm ISBN: 3939707228 (EAN: 9783939707226 / 978-3939707226)


Mensch und Arbeit, eine unendliche Geschichte. Keiner der »stakeholder« eines Unternehmens hat eine derart schillernde Vergangenheit – und wohl auch Zukunft – wie der Mensch im Unternehmen. Auch wenn die Literatur nicht müde wird zu behaupten, der Mensch »stehe im Mittelpunkt«, kann man sich trotzdem des Eindruckes nicht erwehren, dass er eher im Wege stehe, zum Beispiel den Interessen der »shareh mehr lesen ...
Schlagworte: Shareholder Mensch im Unternehmen Arbeitnehmer fest Angestellter Zeitarbeiter Führungskraft Unternehme Vielzahl von Rollen wahrnehmen weisungsbefugt oder zum Gehorchen verdammt Lohn Mitarbeiter Einkommen Kostenfaktor Interessenkonflikt Tarifauseinandersetzungen das tägliche Miteinander Probleme Herausforderungen traditionelle Betriebswirtschaftslehre Personalwirtschaftslehre Produktionsfaktoren homo oeconomicus Personalmanagementkonzepte Emotionen Potenziale des Menschen Kompetenzen Talente Eigenschaften Bedürfnisse Gefühle Werte Einstellungen Maßnahme zur Gestaltung menschlicher Arbeit Einsatz des Menschen Steuerung seines Arbeitsverhaltens Personalarbeit Betriebs- und Unternehmenssteuerung interdisziplinäres transdiziplinäres Denkens Psychologie Soziologie Jurisprudenz Personalmaßnahmen Personalmanagement Mensch und Arbeit, eine unendliche Geschichte. Keiner der »stakeholder« eines Unternehmens hat eine derart schillernde Vergangenheit – und wohl auch Zukunft – wie der Mensch im Unternehmen. Auch wenn die Literatur nicht müde wird zu behaupten, der Mensch »stehe im Mittelpunkt«, kann man sich trotzdem des Eindruckes nicht erwehren, dass er eher im Wege stehe, zum Beispiel den Interessen der »shareholder«. Welche Rolle spielt der Mensch im Unternehmen? Er ist Arbeitnehmer, fest Angestellter, Zeitarbeiter, Führungskraft, Unternehmer. Er kann also eine Vielzahl von Rollen wahrnehmen. Er kann weisungsbefugt oder auch zum Gehorchen verdammt sein. Der Mensch will Lohn für seine Arbeit, das ist ein weiteres Problem. Lohn ist für den Mitarbeiter Einkommen, für das Unternehmen ein Kostenfaktor. Damit liegt ein Interessenkonflikt vor, der nicht nur in Tarifauseinandersetzungen eine Rolle spielt, sondern auch das tägliche Miteinander beeinflusst. Die Liste von Problemen und Herausforderungen ließe sich fortsetzen. Für die traditionelle Betriebswirtschaftslehre – und damit für die Personalwirtschaftslehre – war der Mensch im Unternehmen schon immer ein Phänomen, das man schwer greifen konnte. Denn diese ordnete den Menschen in die Kategorie der Produktionsfaktoren ein und behandelte ihn als »homo oeconomicus«, dessen Verhalten ausschließlich rational und objektiv bestimmbar erschien. Es hat lange gedauert, bis in Personalmanagementkonzepten akzeptiert wurde, dass der Mensch nicht »DIN-genormt« ist, sondern (auch) von Emotionen gesteuert wird und deshalb nicht bloß auf der rationalen Ebene ansprechbar ist. Zugleich wurde anerkannt, dass Potenziale des Menschen, die über eine kurzfristige Verwertbarkeit hinausreichen, für das Unternehmen erfolgsentscheidend werden können. Diese Überlegungen bilden die Ausgangspunkte des vorliegenden Buches. Die zu diskutierenden Fragestellungen beleuchten wir nicht alleine aus personalwirtschaftlicher Sicht. Wir wollen vielmehr verdeutlichen, dass der Mensch in seiner Arbeit immer als ganze Person relevant bleibt, mit seinen Kompetenzen und Talenten, mit seinen Eigenschaften,seinen Bedürfnissen und Gefühlen, seinen Werten und Einstellungen. Die Bedeutung des ganzen Menschen eröffnet sich aus zwei PerspektivenEinerseits hat jede Maßnahme zur Gestaltung menschlicher Arbeit, zum Einsatz des Menschen und zur Steuerung seines Arbeitsverhaltens diesen ganzen Menschen zu berücksichtigen. Mit der Folge, dass einzelne Maßnahmen der Personalarbeit wechselseitig voneinander abhängen und häufig neben erwünschten Wirkungen auch nicht beabsichtigte, gar kontraproduktive Nebenwirkungen bringen können. Andererseits stellt der ganze Mensch auch eine zentrale Voraussetzung erfolgreicher Betriebs- und Unternehmenssteuerung dar. Um beide Perspektiven einzuholen, bedarf es interdisziplinären, bessertransdiziplinären Denkens als Grundlage der Personalarbeit. Neben der ökonomischen Sicht sind Impulse aufzugreifen, die sozusagen von außen, von anderen Disziplinen (unter anderem Psychologie, Soziologie, Jurisprudenz) an die betriebswirtschaftlich geprägte Personalarbeit herangetragen werden. Die in diesem Buch enthaltenen Beiträge knüpfen an diese Überlegungen an und versuchen die Fragestellungen der Personalarbeit unter Berücksichtigung der »Schnittstellen« zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen zu hinterfragen. Dieses Buch ist als Handbuch, als Begleiter für Studium und beruflichen Alltag, also »anwendungsorientiert« konzipiert. Als solches kann und soll es keine einfachen »Rezepte« liefern, wie routinehaft in jedem beliebigen Anwendungsfall mit Personalmaßnahmen zu verfahren sei. Das führte nach unserem Verständnis an praktischen Erfordernissen völlig vorbei, da jede (personalwirtschaftliche) Entscheidungssituation jeweils spezifische Merkmale und Merkmalsausprägungen aufweist. Vielmehr behandelt das Buch »Konzepte«, also grobe, aber belastbare Entwürfe und schafft so die Voraussetzungen dafür, dass der mit ihm arbeitende Leser Kompetenz für Aufgaben im Personalmanagement erwerben kann. Als Kompetenz gelte die Fähigkeit, mit einer notwendig begrenzten Zahl von Elementen (Wissen, Können, Fertigkeiten, Beherrschung von Instrumenten) eine letztlich unbegrenzte Anzahl von Handlungen der eigenen Person und anderer Personen in wechselnden Situationen zu verstehen, deren (»technische« und normative) Richtigkeit zu beurteilen und – ex ante immer unbestimmbare – Handlungen in immer wieder neuen Situationen hervorzubringen. Um hierzu Unterstützung zu leisten, setzt sich das Buch mit Denkhaltung und Arbeitsweise der Personalfunktion elementar auseinander. Es behandelt zu diesem Zweck aus den aufgezeigten Blickwinkeln heraus eine Auswahl von Problemfeldern, Theorien und Methoden, die geeignet scheinen, solches Denken zu fördern und das Handeln im Berufsfeld Personal zu unterstützen. Gerade die theoretische Untermauerung ist für eine erfolgreiche Personalpraxis unverzichtbar, weil sie – hoffentlich – gute Gründe liefert für Auswahl und Einsatz bestimmter Verfahren. Der mit unserem Buch arbeitende Leser kann sich kognitives Wissen aneignen und kognitive Einsichten vertiefen, er kann seine Einstellungen und Haltungen zu den behandelten Themen prüfen, schärfen, gegebenenfalls revidieren, und er bekommt Anstöße, auf dieser Basis situationsgerecht zu handeln. Inhaltsverzeichnis0. 0. Vorwort; Klaus, Hans / Schneider, Hans J. 1. 1. Der ganze MenschHerausforderungen für die Personalarbeit; Klaus, Hans 1. 2. Moderne Instrumente im Human Resource Cycle; Laudahn, Heike 1. 3. Unternehmensethik und Personalarbeit; Löhr, Albert 1. 4. Studieren für das Berufsfeld Personal; Klaus, Hans 1. 5. Unternehmer im Unternehmen - fordern und fördern; Wunderer, Rolf 2. 1. Motivation; Klaus, Hans / Schneider, Hans J. 2. 2. Personalführung; Klaus, Hans / Schneider, Hans J. 2. 3. Führungsgrundsätze und Zielvereinbarungen; Lieber, Bernd 2. 4. Glücksforschung; Ruckriegel, Karlheinz 2. 5. Leadership Communication; Regnet, Erika 3. 1. Menschliche Arbeit zwischen Unternehmensstruktur und –kultur; Klaus, Hans 3. 2. Hierarchie und Selbstabstimmung; Hahne, Anton 3. 3. Innovations- und Veränderungsmanagement; Bartscher, Thomas / Frick, Juliane 3. 4. Flexible Arbeitszeitgestaltung im Tag- und im Schichtdienst; Hoff, Andreas 3. 5. Wissensorientierte Unternehmensführung; North, Klaus 4. 1. Total Compensation; Cisek, Günter 4. 2. Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter; Schneider, Hans J. 4. 3. Erfolgsbeteiligungen mit personalwirtschaftlichen Systemen; Schneider, Hans J. 4. 4. Wertorientierte Erfolgsbeteiligungen (Aktienoptionen); Schneider, Hans J. 4. 5. Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter; Schneider, Hans J. 4. 6. Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung; Voß, Jürgen 4. 7. Wertguthaben; Fritz, Stefan 5. 1. Flexicurity; Keßler, Jürgen 5. 2. Industrielle Arbeitsbeziehungen; Gaugler, Eduard 5. 3. Wertewandel und personalpolitische Auswirkungen;Krüger, Karlheinz LeseprobeDer ganze MenschHerausforderungen für die Personalarbeit Zwei Grundfragen für das Personalmanagement Der Mensch bleibt in der Arbeit als ganze Person relevant. Die folgenden zwei Grundfragen erhellen die Bedeutung dieser schon im Vorwort gebrauchten Aussage für das betriebliche Personalmanagement (synonymPersonalarbeit)- Wie geht der Betrieb mit der menschlichen Arbeit um beziehungsweise welchen Stellenwert billigt er der insoweit zuständigen Personalfunktion zu? - Wie geht der Mensch mit seiner Arbeit um beziehungsweise was bringt er ein und wie bringt er sich in seine Arbeit ein? Die erste Grundfrage betrifft den Stellenwert, der der Personalfunktion mit ihren generischen Teilfunktionen Personalgewinnung, Personalentwicklung und Personalerhaltung für die Steuerung eines Unternehmens beigemessen wird. Versteht man Personalarbeit rein operativ, die Strategie umsetzend, als »Lückenbüßer« der Unternehmensführung, oder gilt Personalarbeit als eigenständige Funktion der Unternehmenssteuerung von strategischer Bedeutung, die in ihrer Steuerungsleistung zu den anderen Funktionen komplementär wirkt? In operativer Sicht ginge es darum, die als personenunabhängig, rein von den Aufgaben her definierte und insofern »menschenleere« Organisationsstruktur, die zur Umsetzung der Strategie gestaltet wurde, mit den erforderlichen »Aufgabenträgern« zu versorgen. Es wird zu zeigen sein, dass ein anderes, strategisches Verständnis der Personalfunktion geboten ist. Denn nur eine entsprechend ausgerichtete Personalarbeit ermöglicht Entwurf, Entwicklung, Umsetzung und Kontrolle von Strategien; aufgrund von Komplexität und Dynamik kann den Anforderungen betrieblicher Aufgaben letztlich nur auf der personalen Ebene Rechnung getragen werden. Personalarbeit als Unternehmensführungsfunktion muss also den ganzen Menschen in den Blick nehmen, sie ist auf diesen ganzen Menschen angewiesen. Die zweite Grundfrage fokussiert das Menschenbild, das der Personalarbeit zugrunde liegt. Sie korrespondiert mit der ersten Grundfrage, bringt allerdings zusätzliche Herausforderungen an die Personalarbeit mit sich, in strategischer wie in operativer Hinsicht. Ohne ein triftiges Bild von Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Menschen, von dem, was diesen antreibt oder bindet, hat Personalarbeit keine sinnvolle Grundlage. Beispielhaft mag es um folgende Fragen gehenKann und darf man erwarten, dass der Mensch mehr oder weniger bereitwillig perzipierte »Zumutungen« seiner betrieblichen Aufgaben erträgt, hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsinhalt und Umgebungseinflüssen? Welche Anreize oder »Incentives« soll man ihm anbieten, damit er (trotz solcher Zumutungen) rollengemäß funktioniert? Unter welchen Bedingungen wird er Weiterbildung aktiv betreiben, gegebenenfalls sogar außerhalb der Arbeitszeit und ohne materielle Entschädigung? An Fragen wie diese mag man empirisch herangehen; man kann dann mit entsprechenden Personalmanagementinstrumenten reagieren. Dabei ist allerdings mit erheblichen interindividuellen Unterschieden zu rechnen und ferner damit, dass der empirische Zugang immer nur zeitlich begrenzt gültiges Wissen um jeweils aktuell herrschende Werte, Einstellungen und Motivationslagen arbeitender Menschen liefert. Wichtiger sind aber noch die beiden folgenden Argumente. Es bleibt ausgeblendet, ob und inwieweit gerade die Gestaltung von Arbeit selbst die Bedingungen herstellt, auf die Personalmanagement reagieren soll. Und es bleiben normative Aspekte, wie Arbeit gestaltet werden soll, unberücksichtigt. Einen Ausweg liefert nur das systematische Aufarbeiten der möglichen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Arbeit. Über den AutorÜber die HerausgeberDr. Hans J. Schneider ist Professor für Personalwirtschaft an der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg. Die betriebliche Mitarbeiterbeteiligung steht seit Jahrzehnten Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen und beratenden Tätigkeit. Als geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für innerbetriebliche Zusammenarbeit GIZ GmbH hat er an der Einführung einer Vielzahl von Beteiligungsmodellen in der Praxis mitgewirkt. Über zwei Jahrzehnte hat er neben seiner Hochschultätigkeit die Schriftleitung der Zeitschrift PERSONAL wahrgenommen. Prof. Dr. Hans Klaus, Jahrgang 1956, Studium der Betriebswirtschafslehre (Dipl.-Kfm.) und der Wirtschaftspädagogik, anschließend Tätigkeit im Handel und in der Unternehmensberatung, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Betriebswirtschaftlichen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, Promotion zum Dr. rer. pol., seit 1990 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung an der Fachhochschule Kiel.

Bestell-Nr.: BN15772

Preis: 119,99 EUR
Versandkosten: 5,95 EUR
Gesamtpreis: 125,94 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Moneybookers

 
Psychoanalyse lesbischer Sexualität

Mehr von Torelli Manuela
Torelli, Manuela
Psychoanalyse lesbischer Sexualität

Psychosozial-Verlag 2008 Broschur 148 x 210 mm ISBN: 3898067629 (EAN: 9783898067621 / 978-3898067621)


Das Buch ist eine umfassende Darstellung lesbischer Sexualität vor dem Hintergrund psychoanalytischer, feministischer und sozialpsychologischer Theorie. In ausführlichen Gesprächen mit lesbischen Frauen werden Themen wie sexueller Missbrauch, Penis- und Gebärneid sowie die kontraproduktive Isolierung, die manche lesbische Frauen in der feministischen Szene suchen, kritisch beleuchtet. Weibliche un mehr lesen ...

Bestell-Nr.: 762neu

Preis: 39,90 EUR
Versandkosten: 1,00 EUR
Gesamtpreis: 40,90 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)

 
Mythos Motivation. Wege aus einer Sackgasse.

Mehr von Sprenger Reinhard
Sprenger, Reinhard K.:
Mythos Motivation. Wege aus einer Sackgasse. Mit Karikaturen von Thomas Plaßmann.

Frankfurt am Main, New York: Campus Verlag., 2010. 295 Seiten, mit graphischen Darstellungen. ACHTUNG: 19. AUFLAGE 2010. Gebundene Ausgabe. Remissionsstempel. EAN: 9783593501567 (ISBN: 3593501562)


Hardcoverband mit Schutzumschlag, Umschlag mit leichten Lagerspuren, ansonsten in nahezu neuwertigem Zustand. Remissionsstempel im Unterschnitt. - Ob Lob, Prämien oder Incentives – alles, was in Unternehmen zur Mitarbeiter-Motivation praktiziert wird, ist kontraproduktiv, wie die Finanzkrise nur allzu deutlich zeigte. Reinhard K. Sprenger zerlegt die weitverbreiteten Anreizsysteme in unseren Unter mehr lesen ...
Schlagworte: Wirtschaft. Wirtschaftswissenschaften. Wirtschaftsgeschichte. Wirtschaftsrecht. Management. Wirtschaftsethik. Wirtschaftssoziologie. Finanzwesen. Bankenwesen. Bewerbungen. Psychologie. Motivation.

Bestell-Nr.: 52629

Preis: 12,95 EUR
Versandkosten: 2,60 EUR
Gesamtpreis: 15,55 EUR
In den Warenkorb
Angebotene Zahlungsarten: Vorauskasse, Rechnung (Vorauszahlung vorbehalten)
Paypal

 
Transparente Bestellabwicklung - Verkäufer nutzt Order-Control - klicken für mehr Information
1 2 3
Meine zuletzt angesehenen antiquarischen und neue Bücher
    Noch keine antiquarischen bzw. neuen Bücher angesehen.
Meine letzten Buch Suchanfragen

© 2003 - 2014 by whSoft GmbH
Entdecken Sie außerdem: Antiquariatsportal · Achtung-Bücher.de · Booklink · Buchhai - Bücher Preisvergleich